Die christlich/islamisch-jüdischen Beziehungen

nach dem 2. Weltkrieg

 

 

Vom scheinbaren Ende bis zum neuzeitlichen latenten Judenhass
in einer angeblich judenfreundlichen Welt

 

Teil 8 - Die Jahre 1989 bis 1999

 

    

1989

 

Yassir Arafat wird zum ersten palästinensischen Präsidenten ernannt.

 

Wer sind die Palästinenser???

(Wiederholung von 1964)

Die Bezeichnung Palästinenser ist die lateinische Version von Philister, hat aber mit dem philistäischen Insel- und Küstenvolk nichts zu tun, denn der römische Kaiser Hadrian setzte 135 nach der Zeitrechnung für das von ihm eroberte Israel/Judäa den Namen "Provinz Syria Palästina" ein. Jerusalem erhielt übrigens den Namen "Aelia Capitolina". Daher ist der Anspruch der Palästinenser, biblisch- historischer Ureinwohner des Landes zu sein, absurd. Bis zur Staatsgründung Israels 1948 waren alle Bewohner des britischen Mandatsgebietes "Palästinenser", egal ob Araber, Juden oder Christen. Auch Israels Staatsgründer David Ben Gurion war laut Pass Palästinenser. Und die erste jüdische Tageszeitung hieß "Palestine Post". Der Begriff eines "palästinensischen Volkes" taucht erstmals 1964 auf, als Arafat seine "Palestine Liberation Organization" (PLO) ins Leben rief, denn nur der Mythos eines Volkes konnte die bis dahin so unterschiedlichen und zerstrittenen Araber in diesem Gebiet vereinen.


Weil der heutige Palästina-Begriff gebietsmäßig an das britische Mandatsgebiet gekoppelt ist, muss noch festgestellt werden, dass von diesem "Palestine" 74 Prozent auf der Ostseite des Jordanflusses liegen und nur 24 Prozent auf seiner Westseite, was Israel und die Westbank beinhaltet. Wenn also von einer Befreiung Palästinas die Rede ist, fragt man sich, warum dann nur von dem Gebiet Israels und nicht von den 74 Prozent jenseits des Jordan (also in Jordanien).  (aus Internet)

 

12.04.

Jerusalems Kirchenführer protestieren gegen Israels Abwehr der Intifada

 

02.05.

Arafat wird vom französischen Präsidenten Francoise Mitterrand empfangen.

 

23.05.

Ägypten wird von der Arabischen Liga rehabilitiert

 

01.06.

Die „Weltmissionskonferenz“ ruft alle Kirchen auf, die Intifada in vollem Umfang zu unterstützen

 

13.09. Bilanz des PLO-Terrors bisher:  

 International    12.013 Tote,    in Israel   921 Tote

 

Am 9. November

fällt die Berliner Mauer

 

 

1990

April 

Yassir Arafat wird zum 3. Mal von Papst Johannes Paul II. empfangen

 

Mai

Südfrankreich: Auf dem jüdischen Friedhof von Marseille (Carpentras) verwüsten Skinheads mehr als 30 Gräber und schänden einen zehn Tage zuvor beigesetzten Leichnam.

 

2. 8.

Der Irak annektiert Kuwait

 

9. 8.

Helsinki: Treffen zwischen Bush und Gorbatschow

zum Thema „Frieden für den Nahen Osten“.

 

14.10.

Skinheads verwüsten die jüdischen Friedhöfe in Vaihingen/Enz und 

Markgröningen / Unterriexingen

 

09.11.

In Essen schneiden drei Rechtsradikale einem 13-jährigen jüdischen Mädchen ein Hakenkreuz ins Gesicht

 

27.11.

Skinheads schänden eine Gedenkstätte für Euthanasie-Opfer in Schloss Grafeneck bei Gomadingen, vier Tage nach ihrer Einweihung

 

1991

 

16.01

Der Golfkrieg beginnt.. Die Amerikaner senden innerhalb weniger Wochen 200 000 Mann in die Golfregion und nach Saudi-Arabien. Eine noch nie da gewesene Armada von Kriegsschiffen und Kriegsmaterial wird in den Nahen Osten verlegt.

 

Irak greift erstmals Israel mit Scud-Raketen an, 39 Stück.

Saddam Hussein droht, „halb Israel zu verbrennen“.

Israel verzichtet unter US-Druck auf einen Gegenschlag.

 

2 Tote durch Raketeneinschläge, 72 Tote durch andere Kriegseinwirkungen im Golfkrieg

 

28.02.

Der Irak ist zusammengebrochen.

Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem Irak.

 

US-Präsident George Bush erklärt nach dem Ende des Krieges „Wüstensturm“: Der Sieg eröffne die Gelegenheit für eine neue Weltordnung, um den arabisch-israelischen Konflikt zu lösen.

 

19.03.  

Lübeck: Fünf Skinheads schneiden einem 16jährigen ein Hakenkreuz in den Unterarm

 

20.04.

In Bremen greifen Skinheads eine israelische Schülergruppe aus Haifa an

 

In Berlin, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen: Ausschreitungen und Straßen-Schlachten von Neonazis zum 102. Jahrestag des Geburtstages v. A.H.

 

24.05.

Äthiopien: Innerhalb 33 Stunden werden 14.087 Juden durch „Operation Salomo“ nach Israel heimgebracht

 

17.-22.9.

Hoyerswerda löst Serie von Anschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte aus

 

05.10.  

An diesem Wochenende Überfälle oder Anschläge auf Heime für Aussiedler oder Asylbewerber:

18 in Nordrhein-Westfalen, 6 in Baden-Württemberg, 9 in Brandenburg

 

30.10.       

Madrid: Nahost-Konferenz. Unter der Schirmherrschaft der USA und Russlands findet die ‘erste Friedenskonferenz’ zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn statt. Benjamin Netanjahu ist in der Schamir-Regierung Vize-Außenminister und Vorsitzender der israelischen Delegation

 

9. November

Baltikum: Treffen ehemaliger Angehöriger der estnischen SS-Division in den Orten Paide,  Tartu,  Adavere und Tori. Diese Einheit imponierte Himmler wegen ihrer „beispiellosen  Härte“.

 

17.12.

UNO-Vollversammlung nimmt die 1975 gefasste Resolution 3379 zurück, in der der Zionismus als Form des Rassismus verurteilt worden war.

 

1992  

 

Israel: Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu China und Indien



Die Arbeitspartei übernimmt unter der Führung von Jitzhak Rabin die Regierung.

 

01 Januar

Bergen-Belsen: Schändung der Holocaust-Gedenkstätte im ehemaligen Konzen-trationslager mit Hakenkreuzen und neonazistischen Parolen.

 

18.04.

Halberstadt: Unbekannte Täter beschmieren die Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des   Nationalsozialismus mit Hakenkreuzen und Reichsadlern

 

22.08.

Rostock: Unter Beifall der Anwohner greifen Hunderte junge Rechtsradikale das  Asylbewerberheim an und stecken ein bewohntes Haus in Brand.

 

04.10.

Schändung des jüdischen Ehrenfriedhofs in Dortmund-Wambel und des jüdischen Teils eines Friedhofs in Gelsenkirchen-Ückendorf

 

07.10.

Karlsruhe: Der jüdische Teil des Hauptfriedhofes wird von 2 Rechtsextremen verwüstet

 

17.10.     Öhningen/Wangen: Der jüdische Friedhof wird verwüstet

 

21.10.

Brandanschlag auf die Mahn- und Gedenkstätte des Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück

 

03.11.     Wuppertal-Barmen: Der jüdische Friedhof wird verwüstet

 

07.11.    

Schwäbisch Hall-Steinbach: Der jüdische Friedhof wird geschändet

 

23.11.     Brandanschläge auf zwei Wohnhäuser in Mölln

 

26.11.   Verbot der NF „Nationalistische Front“, Sitz Detmold, 60 Mitglieder

 

08.12.   Verbot der DA „Deutsche Alternative“, Sitz in Cottbus, 350 Mitglieder

 

18.12.     Verbot DKB „Deutscher Kameradschaftsbund“ , 60 Mitglieder

 

20.12.     Leipzig: Ein jüdischer Friedhof wird verwüstet

 

22.12.       

Augsburg: NO „Nationale Offensive“ mit Sitz in Augsburg wird verboten, u.a. wegen  „antisemitischer Hetze, die sich sowohl gegen jüdische Mitbürger als auch den Staat Israel richtet“ -

           

6.487  Verbrecher des Nationalsozialismus sind rechtskräftig bestraft worden

Solidaritätskundgebungen für KZ-Verbrecher Josef Schwammberger

            

Die BRD registriert 1992 insgesamt:

2.285 Gewalttaten mit erwiesener rechtsextremistischer  Motivation,

Steigerung gegenüber Vorjahr um 54 %. 17 Menschen wurden dabei getötet.

(1991: 3 Todesfälle). 701 Brand- und Sprengstoffanschläge.

598 Körperverletzungen, 969 Sachbeschädigungen.

 

 

 

1993

 

22.01.  

Das staatliche israelische Fernsehen unterbricht das Programm, um eine Botschaft von PLO-Chef Arafat zu übertragen.

 

25.01.

Eisenhüttenstadt: Schändung des jüdischen Friedhofs

 

Februar

New York: Bei einem Anschlag auf das World Trade Center sterben 6 Menschen und werden 1042 verletzt. Im Gebäude befanden sich............

 

30.08.

Die Medien melden einen israelischen Vorschlag, der beinhaltet, dass der Gaza-Streifen und das Gebiet von Jericho verwaltungsmäßig in arabische Hände übergehen sollen.

 

13.09.

Washington: Rabin, Clinton und Arafat unterzeichnen das

„Gaza/Jericho Zuerst-Abkommen“

 

Oslo: Nach monatelangen Geheimverhandlungen unterzeichnen Israels Premier Jizchak Rabin und PLO-Chef Jassir Arafat eine Grundsatzerklärung. Sie besiegelt die Anerkennung der PLO durch Israel und vereinbart den Beginn der palästinensischen Selbstverwaltung. Arafat gibt Rabin schriftlich die Versicherung, den Terrorismus gegen Israel zu stoppen. (Die Welt)

 

Am 13.September 1993,

am selben Tag, an dem Jassir Arafat in Washington den Oslo-I-Vertrag unterzeichnete und sich als Friedensvertreter feiern ließ, sagte er im jordanischen Fernsehen - auf arabisch, für westliche Ohren nicht verständlich - zu den palästinensischen Arabern: "Da wir Israel nicht im Krieg besiegen können, tun wir es in Phasen. Wir nehmen soviel Territorium von Palästina wie möglich und errichten unsere Souveränität dort. Dann benutzen wir es als Sprungbrett, um mehr zu nehmen. Wenn die Zeit gekommen ist, können wir die arabischen Nationen auffordern, sich uns beim Endschlag gegen Israel anzuschließen."

(Dieses Zitat und folgende bis 2001 aus: Nahostforum.de)

 

 

 

Die Presse- und Informationsabteilung der Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland - Bonn – gibt  1995 bekannt:

 

Terroranschläge in Israel

Seit der Unterzeichnung der Prinzipienerklärung zwischen Israel und der PLO am 13. September 1993 wurden 168 Menschen, Zivilisten und Soldaten, bei folgenden Terroranschlägen getötet:

 

24. September 93

Basra: Yigal Vaknin wurde in einem Garten nahe seinem Wohnort in der Nähe von Basra erstochen. Eine Einheit der Iz a-Din al Kassam der Hamas übernahm die Verantwortung.

 

09. Oktober 93

Dror Forer und Aran Bachar wurden von Terroristen im Wadi Kelt in der judäischen Wüste ermordet. Die Volksfront und die Gruppe Al-Aqsa von Jihad übernahmen beide die Verantwortung.

 

24. Oktober 93

Zwei Soldaten, Staff Sgt. Ehud Rot, 35, und Sgt. Ilan Levi, 23, wurden von einer Gruppe der Iz a-Din al Kassam der Hamas getötet. Sie kontrollierten einen Subaru mit israelischen Kennzeichen vor einer jüdischen Siedlung im Gazastreifen, dessen Insassen offensichtlich als Israelis verkleidete Terroristen waren. Nach einem kurzen Handgemenge wurden die Soldaten aus kurzer Distanz getötet. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

29. Oktober 93

Chaim Mizrahi, Bürger von Beit-El, wurde von drei Terroristen in der Nähe von Ramallah entführt. Er wurde ermordet und verbrannt. Drei Fatah Mitglieder wurden des Mordes am 27. Juli  94 überführt.

 

07. November 93

Efraim Ayubi aus Kfar Darom, Rabbi Chaim Druckmans Fahrer, wurde in der Nähe von Hebron erschossen. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

09. November 93

Salman Id el-Hawashla, 38, ein israelischer Beduine aus der Familie Abu Redaiks, der ein Auto mit israelischem Kennzeichen fuhr, wurde von drei bewaffneten Männern in einem LKW, der von den Behörden des Gazastreifens gestohlen war, in einem absichtlichen Frontalzusammenstoß getötet.

 

17. November 93

Erster Sgt. Cl. Chaim Darina, 37, wurde von einem Terrorist aus Gaza erstochen, während er in einer Cafeteria in der Nahal Oz Straße saß. Der Täter wurde gefaßt. Jihad übernahm die Verantwortung.

 

1. Dezember 93

Shalva Ozana, 23, und Yitzhak Weinstock, 19, wurden aus einem fahrenden Wagen heraus erschossen, währens sie wegen eines Motorschadens an der Seite der Straße nach Ramallah standen. Weinstock starb an seinen Verletzungen am nächsten Morgen. Iz a-Din al Kassam übernahm die Verantwortung und erklärt, daß der Anschlag als Vergeltung für die Tötung von Imad Akel, einem gesuchten Hamas Anführer aus Gaza, verübt wurde.

 

5. Dezember 93

David Mashrati, ein Reservist, wurde von einem Terroristen beim Versuch den Bus 641 zu verlassen, erschossen. Die Gruppe Islamic Jihad Shekaki übernahm die Verantwortung.

 

6. Dezember 93

Mordchai Lapid und sein Sohn Shalom Lapid, 19, wurden von Terroristen nahe Hebron erschossen. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

22. Dezember 93

Eliahu Levin und Meir Mendelovitch wurden durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Wagen auf ihr Auto getötet. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

23. Dezember 93

Anatoly Kolisnikov aus Ashdod wurde auf einer Baustelle während seines Dienstes erschossen.

 

24. Dezember 93

Lieut. Col. Meir Mintz, Kommandeur der IDF (Israel Defence Forces, Israelische Verteidigungsarmee) wurde von einem Terroristen in einem Hinterhalt in seinem Jeep erschossen. Iz a-Din al Kassam der Hamas übernahm die Verantwortung.

 

31. Dezember 93

Chaim Weizman und David Bizi wurden in einem Appartment in Ramle ermordet aufgefunden. Bei ihnen wurden die Papiere von zwei Einwohnern Gazas zusammen mit einem Bekennerschreiben der Volksfront "Red Eagle" gefunden.

 

 

 

„Judenhass weltweit“ -  eine Chronik für 1993

aus der Zeitschrift „Die Woche“ vom 4. August 1994:

 

 

Ägypten: 54,8 Mio. Einw., ca. 200 Juden.

Tageszeitungen der islamischen Fundamentalisten, z.B. „Al-Sha’ab“ lassen regelmäßig Holocaust-Leugner wie den deutschen Nazi-Offizier Otto-Ernst Remer oder Robert Faurisson die „jüdische Weltverschwörung“ dokumentieren.

 

Algerien: 26,3 Mio. Einw., ca. 100 Juden

Zeitungen, z.B. „Al-Watan“ berichten regelmäßig über die “jüdische Weltverschwörung“

 

Australien: 17,7 Mio. Einw., ca. 100 000 Juden

Zum 55. Jahrestag der „Kristallnacht“ wurde die Newton-Synagoge in Brand gesetzt.

Jüdische Bürger erhalten verstärkt anonyme Drohungen per Post und Telefon.

Hakenkreuz Schmierereien vor allem in Melbourne und Sydney.

 

Belgien: 9,8 Mio. Einw., 35.000 Juden

Morddrohungen gegen Juden in Brüssel, wiederholtes öffentliches Auftreten der Holocaust-Leugner um die belgische Leitfigur Oliver Mathieu

 

Dänemark: 5,1 Mio. Einw., 7.000 Juden

Grabschändung im Dezember in Faaborg

 

Deutschland:  80,4 Mio. Einw.,  60.000 Juden

Über 2.200 rechtsradikale Anschläge allein 1993.

Zunahme von Anschlägen auf jüdisches Eigentum

(z.B. Brandanschlag auf Synagoge in Lübeck, Grabschändungen)

 

Finnland: 5 Mio. Einw., 1.000 Juden

Attentat auf  Synagoge und Friedhof im westfinnischen Turku

 

Frankreich:  57 Mio. Einw., 600.000 Juden

Seit 1993 landesweite Zunahme von Verwüstungen jüdischer Friedhöfe

und Attentate auf jüdische Einrichtungen

 

Griechenland: 10 Mio. Einw., 5.000 Juden

Mai und August Grabschändungen auf jüdischen Friedhöfen in Larissa und Trikkala

 

Großbritannien: 57,2 Mio. Einw., 300.000 Juden

Anschläge gegen Synagogen und jüdische Friedhöfe (z.B. in Southampton).

Steigerung 1993: 21 %

 

Iran:   61,6 Mio. Einw., 15.000 Juden

1992 wird Feyzollah Mechubad von der jüdischen Gemeinde Teherans

verhaftet, gefoltert und im Februar 1994 gehängt.

 Delikt: Versuch der Beibehaltung von familiären Kontakten nach Israel

 

Italien: 57 Mio. Einw., 32.000 Juden

 Antisemitische Schmierereien auf den jüdischen Friedhöfen u.a. von Meran und Rom

 

 Japan: 124,5 Mio. Einw., ca. 1.000 Juden

 Diverse antisemitische Publikationen auf dem Markt, teilweise Millionenauflage.

 Die Wirtschaftszeitung „Keizai Shimbun“ schaltete eine Anzeige,

 die für ein „Weltverschwörungs“-Buch warb

 

Jordanien: 4,3 Mio. Einw., keine Juden

Regelmäßige Demonstrationen gegen Israel und Juden

 

Kanada:  27 Mio. Einw., ca. 370.000 Juden

Allein in Toronto wurden 107 Anschläge auf jüdisches Eigentum registriert.

Brandanschläge auf die Synagogen in Calgary und Victoria

 

Niederlande: 15 Mio. Einw., 25.000 Juden

Grabschändungen u.a. in Nijmegen, Middelburg und Hengelo

 

Norwegen:  4,3 Mio. Einw., 1.000 Juden

Anonyme Morddrohungen gegenüber Juden,

Verteilung von antisemitischem Propagandamaterial an Schulen

 

Österreich:  8 Mio Einw., 8.000 Juden

Diverse judenfeindliche Äußerungen von namhaften Politikern,

anonyme Morddrohungen gegen Juden in Wien

 

Polen: 38,4 Mio. Einw., 10.000 Juden

Zahlreiche Fälle von Vandalismus an jüdischen Einrichtungen in Warschau

 

Rumänien: 23,3 Mio. Einw., ca. 10.000 Juden

Viele jüdische Friedhöfe, u.a. in Bukarest und Slatina, wurden mehrmals

von Neonazis zerstört

 

Ungarn: 10,5 Mio. Einw., 100.000 Juden

Anschläge auf die Budapester Synagoge, diverse antisemitische Publikationen

 

Rußland:  149 Mio. Einw., 656.000 Juden

Mai: Jüdischer Friedhof von St. Petersburg verwüstet.

Juni: Anschlag auf Moskauer Synagoge.

Im Dezember wird die kürzlich eröffnete jüdische Schule in Moskau

durch einen Brandanschlag zerstört

 

Schweden:  8,7 Mio. Einw., 16.000 Juden

Starke Zunahme von Anschlägen gegenüber Minderheiten, auch gegen Juden.

Drahtzieher: das rechtsradikale „Storm-Netzwerk“

 

Schweiz: 6,8 Mio. Einw., 18.300 Juden

Anschläge auf Juden in Zürich, Grabschändungen in St. Gallen und Basel

 

Slowakei:  5,2 Mio. Einw., 4.000 Juden

Juli: Verwüstung des jüdischen Friedhofes in Sahy

 

Türkei: 59 Mio. Einw., 25.000 Juden

Die pro-islamischen Tageszeitungen „Milli Gazete“ und „Zaman“ führten über

mehrere Wochen eine ausgedehnte und beispiellose Pressekampagne, die vor

allem die „jüdische Weltverschwörung“ zum Thema und eine Vielzahl von

Anschlägen auf jüdische Einrichtungen in Istanbul zur Folge hatte

 

Ukraine: 52,2 Mio. Einw., 474.000 Juden

Raubüberfall auf die Synagoge von Dnepropetrowsk,

Verwüstung des jüdischen Friedhofs von Chernigow,

Morddrohungen gegen den Leiter der jüdischen Kultusgemeinde von Lwow,

deutliche Zunahme antisemitischer Publikationen

 

USA:  260 Mio. Einw., 5,8 Mio. Juden

1867 antisemitische Vorfälle allein in diesem Jahr.

Von den 346 „Hass-Organisationen“ mit insgesamt 20.000 Mitgliedern tritt vor allem die islamische Fundamentalisten-Organisation „Nation of Islam“ in Erscheinung. Die Neonazi-Szene hat sich zuletzt durch Aufmärsche in Großstädten bemerkbar gemacht

 

1993 Passau

Anna Rosmus beschreibt In ihrer Dokumentation „Wintergrün – Verdrängte Morde“, wie sie als junge Deutsche, Kind einer gutbürgerlichen, katholischen, in Passau sehr angesehener Familie verdrängte und verleugnete deutsche Geschichte freilegte: „Hätte ich gewusst,  was auf mich zukommt – immer wieder Drohungen, Beschimpfungen, Kriposchutz, immer wieder vor Gericht zu stehen für Sachen, die ich forsche und aufschreibe nach bestem Wissen und Gewissen, wenn ich von all der Anfeindung, Isolation, dem Hass eine Ahnung gehabt hätte“, wäre sie nicht so sicher gewesen, ob sie durchgehalten hätte. Anna Rosmus regte sich auf, wenn sie etwa entdecken musste, dass sich eine angebliche Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus als SS-Friedhof entpuppte, der ehemalige jüdische Friedhof in Pocking als Maisfeld diente. 1994 bereitet die 33-jährige angehende Lehrerin eine ausführliche Dokumentation und Ausstellung über eine der größten jüdischen DP-Nachkriegsgemeinden in Pocking vor, basierend auf dem Nachlass des in Israel verstorbenen Oberrabbiners Leopold Meisel.

 

Dass sich 1945 im ehemaligen KZ Pocking für 4 Jahre ein DP-Lager etablierte, kann man in „Wintergrün“ ebenso nachlesen wie Anna Rosmus’ Enthüllungen über Massenmorde an russischen Kriegsgefangenen im Raum Passau sowie über das Unwesen im Krankenhaus von Hutthurm, wo viele osteuropäische Zwangsarbeiterinnen ihre ungeborenen und geborenen Kinder verloren hatten. Anna Rosmus, von der Familie eines seinerzeit massgeblich zuständigen Arztes mit Unterlassungserklärungen und Gerichtsverfahren überzogen, will sich nicht unterkriegen lassen. Ihr macht die „Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern“ mehr zu schaffen.

 

 

1994

  

Einführung der palästinensischen Selbstverwaltung im Gazastreifen

und im Gebiet von Jericho


Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl

 

Eröffnung marokkanischer und tunesischer Interessenvertretungen


Unterzeichnung des israelisch-jordanischen Friedensvertrags

 

Rabin, Peres und Arafat erhalten den Friedensnobelpreis.

 

Januar

Rom: Wie erst später bekannt wird, hat Rabins Regierung in Rom mit den Palästinensern ein Abkommen unterzeichnet, wonach die palästinensische Polizei nicht nur in Gaza und Jericho, sondern auch in Judäa und Samaria frei operieren darf.

 

01. Januar

sagt Arafat: "Die Wiedergewinnung unserer besetzten Territorien ist nur die erste Stufe auf dem Weg zur völligen Befreiung Palästinas."

 

Farouk Kaddumi ("Außenminister"), ein führender Mann hinter Arafat in der PLO-Hierarchie, sagte 1994 nach OSLO-I, „Israel sei ein künstlicher Staat, der beseitigt werden müsse.“

 

 

Die einzelnen folgenden Anschläge sind auch entnommen aus: © 1995 Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland. Produzent: WWW Publisher, Ulrich Wisser.

 

12. Januar 94

Moshe Becker aus Rishon Le-Zion wird von drei palästinensischen Arbeitern erstochen, als sie in seinem Obstgarten arbeiteten. Die Volksfront übernahm die Verantwortung.

 

14. Januar 94

Grigory Ivanov wird in der Industriezone am Erez Übergang erstochen. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

9. Februar 94

Ilan Sudri, ein Taxifahrer, wird entführt und ermordet als er von der Arbeit heimkehrte. Die Gruppe Islamic Jihad Shekaki übernahm in einem Schreiben an die Presseagenturen die Verantwortung.

 

10. Februar 94

Naftli Sahar wird mit Schlägen auf den Kopf getötet. Er wurde in seiner Obstgarten in der Nähe des Kibbutz Na'an gefunden.

 

13. Februar 94

Noam Cohen, 28, vom Sicherheitsdienst wurde in einem Hinterhalt getötet. Zwei Kollegen, die ebenfalls in seinem Wagen saßen, wurden verletzt. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

17. Februar 94

Yuval Golan, erlag den Stichwunden, die ihm ein Terrorist in der Nähe von Adarim bei Hebron am 29. Dezember 93 beigebracht hatte.

 

19. Februar 94

Zipora Sasson aus Ariel und im fünften Monat schwanger, wird auf der Trans-Samaria-Autobahn aus einem Hinterhalt durch Schüsse auf ihren Wagen getötet. Die Terroristen waren Mitglieder von Hamas.

 

25. Februar 94

Sam Eisenstadt, 80, wird im Zentrum von Kfar Saba mit einer Axt angegriffen. Er starb kurze Zeit später an seinen Wunden.

 

23. März 94

Ost-Jerusalem: Victor Lashchiver, ein Wachmann im Finanzamt wird in der Nähe des Damaskustores auf dem Weg zu seiner Arbeit erschossen. Die Volksfront übernahm die Verantwortung.

 

29. März 94

Yitzhak Rothenberg, 70, aus Petah-Tikva wird an einer Baustelle von zwei Einwohnern Khan Yunis mit Axthieben auf den Kopf angegriffen. Er starb einige Tage später an seinen Wunden. Die Mörder stellten sich den nächsten Tag und gaben an, den Angriff ausgeführt zu haben, um sich selbst vom Vorwurf der Kollaboration mit Israel zu befreien.

 

31. März 94

Yosef Zandani, 28, aus Bnei-Ayish wird in seinem Appartement ermordet aufgefunden. Es wurde ein Schreiben der DFLP Gruppe "Red Star" gefunden, das erklärte, dass der Mord als Rache für die Erschießung eines ihrer Mitglieder durch einen israelischen Bürger verübt wurde. Der Israeli handelte in Selbstverteidigung.

 

06. April 94

Hamas-Autobombe explodiert bei Angriff auf einen Bus in Nordisrael: 9 Tote

Es werden getötet: Ashet Attia, 48, aus Afula, Vered Mordechai, 13, aus Afula, Maya Elharar, 17, aus Afula, Ilana Schreiber, 45, ein Lehrerin aus dem Kibbutz Nir David; Meirav Ben-Moshe, 16, aus Afula, Ayala Vahaba, 40, Lehrerin aus Afula und Fadiya Shalabi, 25, aus Iksal. Ahuva Cohen Onalla, 37 starb am 25. April an ihren Wunden.

 

07. April 94

Yishai Gadassi, 32, aus Kvutzat Yavne wird an einem Anhaltertreffpunkt am Übergang Ashdod von einem Hamas-Mitglied erschossen. Der Terrorist wird  daraufhin von einem Passanten erschossen.

 

13. April 94

Busstation Hadera: Rahamim Mazgauker, 34, aus Hadera, David Moyal, 26, aus Ramat Gan, Daga Perda, 44, und Bilha Butin, 49, aus Hadera werden bei einem Selbstmordattentat getötet, ebenso der Sgt. Ari Perlmutter, 19. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

13. April

Kairo-Vertrag über den Abzug israelischer Truppen aus Gaza und Jericho:

Momente vor der Unterzeichnung vor laufenden Fernsehkameras verlangt Arafat erneut Karteneinsicht und sieht sich von den Israelis übervorteilt. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak bewegt den Palästinenserführer doch noch zur Unterschrift. (Die Welt)

 

21. April 94

Der Offizierskadett Shahar Simani, 29, aus Ashkelon wird nahe einer Straße bei Beit Hanina erstochen aufgefunden. Er wurde entführt, als er im Süden Israels per Anhalter reiste.

 

10. Mai      

Johannesburg/Südafrika: Jassir Arafat sagt in einer Moschee über das Osloabkommen  mit Israel: "Dieses Abkommen - für mich hat es nicht mehr Bedeutung als das Abkommen, das zwischen unserem Propheten Mohammed und dem Stamm der Kuraisch unterzeichnet wurde - ... ein verachtenswerter Waffenstillstand. In der gleichen Weise, wie Mohammed es damals akzeptiert hat, akzeptieren wir heute dieses Streben nach Frieden."

 

17. Mai 94

Rafael Yairi (klumfenbert), 36, aus Kiryat Arba und Margalit Ruth Shoat, 48, aus Ma'ale Levona werden durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Wagen in der Nähe von Beit Haggai getötet.

 

20. Mai 94

Staff Sgt. Moshe Burak, 30, und Cpl. Erez Ben-Baruch, 24, werden von Hamas-Terroristen einen Kilometer vom Übergang Erez im Gazastreifen erschossen.

 

27.05.

Bethlehem: Der Chef der palästinensischen Polizei, Jibril Rajoub an der Universität Bethlehem sagt: "Für diejenigen, die gegen das Abkommen mit Israel sind, stehen die Türen zum verstärkten bewaffneten Kampf weit offen."

 

Juni

Gaza: Die palästinensische Polizei stellt die terroristischen Brüder Rajah und Amr Abu-Sita ein, die am 8.3.1993 den Israeli Uri Megidish ermordet hatten und um deren Auslieferung Israel gebeten hatte.

 

Juli 

Buenos Aires: „Anhänger Gottes“ sprengen das jüdische Zentrum.

95 Tote sind zu beklagen.

 

07. Juli  94

Sarit Prigal, 17, wird durch Schüsse aus einem fahrenden Wagen in der Nähe von Kiryat Arba getötet.

 

Arye Frankenthal, 20, aus dem Moshav Gimzo wird, einen Tag nachdem er seine Kaserne im Süden verlassen hatte, in der Nähe von Kfar Akab mit Schuß- und Stichwunden tot aufgefunden.

 

19. Juli

Lt. Guy Ovadia, 23, wird in einem Hinterhalt nahe bei Rafiah tödlich verwundet. Hamas verübte den Anschlag als Rache auf "das Massaker am Übergang Erez".

 

25. Juli

Grenzpolizist Sgt.-Maj. Jacques Attias, 24, starb an seinen Schusswunden, die ihm ein palästinensischer Polizist bei den Unruhen am Übergang Erez zugefügt hatte.

 

02. August 94

Yoram Sakuri, 30, aus Kiryat Netafim starb an den Stichwunden, die ihm ein Terrorist beim Einbruch in sein Haus im Juli zugefügt hatte.

 

14. August 94

Ron Soval, 18, aus Lehavim wird in einem Hinterhalt im Gazastreifen erschossen. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

26. August 94

Ramallah: Hamas-Anhänger ermorden 2 Israelis

Shlomo Kapach, 22, aus Holon und Gil Revah, 21, aus Bat Yam. Beide waren Aufzugtechniker und wurden in einem Gebäude in Ramle ermordet. Israel verlangte die Auslieferung des Mordverdächtigen von den palästinensischen Behörden.

 

4. September 94

Sgt. Victor Hichman, 24, wird durch Schüsse aus einem Wagen mit palästinensischen Kennzeichen auf einer Patrouille im Süden des Gazastreifens getötet.

 

05.10.

Arafat schreibt in einem Brief an den Hamas-Führer, Sheikh Yasssin, und an den Hamas-Terroristen, Sheikh Hunam, der 1989 bei einem Bus-Anschlag 14 Israelis ermordete: "Sheikh Abdelhadi Hunam, ich erkenne euren Teil am Befreiungskampf Palästinas an. Euretwegen ist Palästina frei."

 

9. Oktober 94

Jerusalem: Hamas-Aktivisten schießen in der Jerusalemer Fußgängerzone im Stadtteil Nahalat Shiva umher: 2 Tote, viele Verletzte

Ma'ayan Levy, 19, und Samir Mugrabi, 35, werden getötet..

 

14. Oktober

Cpl. Nahshon Wachsman, 20, wird von seinen Entführern ermordet.

Capt. Nir Poraz, 23, wird bei einem fehlgeschlagenen Rettungsversuch getötet.

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19. Oktober 94

Tel-Aviv: Bei einem Selbstmordattentat auf den Bus Nr. 5 auf der Dizengoff Straße wurden 21 Israelis und ein Niederländer getötet und viele verletzt:

Haviv Tishbi, 54; Moshe Gardinger, 83; Pnina Rapaport, 74; Galit Rosen, 23; Zippora Ariel, 64; David Lida, 74; Puah Yedgar, 56; Dalia Ashkenazi, 62; Aviv Esther Sharon, 21; Ofra Ben-Naim, 33; Tamar Karlibach-Sapir, 24; Shira Meroz-Kot, 20; Miriam Adaf, 54; Anat Rosen, 21; Salah Ovadia, 52; Eliahu Wassermann, 66; Alexandra Sapirstein, 55; Dr. Pierre Atlas, 56; Ella Volkov, 21; Ayelet Langer-Alkobi, 26; Kochava Biton, 59; Rinier Yurest, 23 (Niederlande).

 

11. November 94

Anschlag des Islamischen Dschihad auf  einen israelischen Armeeposten bei Nesarim fordert 3 Tote und viele Verletzte.

Capt. Yehazkel Sapir, 36; Lt. Yotam Rahat, 32; Capt. Elad Dror, 24; werden getötet, als ein Palästinenser auf einem Fahrrad Sprengstoff, den er am Körper trägt, zur Explosion brachte. Islamic Jihad gab an, den Anschlag als Rache verübt zu haben für die Autobombe (seine eigene), die am 2. November ihren Anführer Hani Abed tötete

 

19. November 94

Sgt.-Maj. Gil Dadon, 26 wurde an der Armeestation bei Netzarim aus einem vorbeifahrenden Wagen getötet. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

27. November 94

Otniel: Rabbi Amiran Olami, 34, aus Otniel wurde in der Nähe von Beit Hagai, 10 km südlich von Hebron, durch Schüsse aus einem vorbeifahrenden Wagen getötet.

 

30. November 94

Afula: Sgt. Liat Gabai, 19, wurde im Zentrum mit einer Axt erschlagen.

 

25.12.1994

Bei einem weiteren Hamas-Anschlag in Jerusalem werden 15 Menschen verletzt

 

 

 

1995

 

Erweiterung der palästinensischen Selbstverwaltung im Westjordanland und im Gazastreifen; Wahl des Palästinenserrates


6. Januar 95

Ofra Felix, 20, eine Studentin aus Beit El wurde durch Schüsse auf ihren Wagen nördlich von Beit El getötet.

 

18. Januar

Leo Steiner (1912-1942)

war der Star einer der berühmtesten Gesangsgruppen im Prag der 30er Jahre. ''Zlata hvezda'' ('Goldener Stern') wurde oft mit den Comedian Harmonists verglichen.

1941 wurde Steiner von der Gestapo verhaftet und von einem ordentlichen deutschen Gericht zum Tode verurteilt. Am 24.Februar 1942 fand die Hinrichtung in Dresden statt. Am 17.März 1942 wäre er 30 Jahre alt geworden. Seine Tochter wurde genau einen Monat vor der Hinrichtung geboren. Er hat sie niemals gesehen. Im Herbst 1942 werden Leos Frau Hanna und seine Tochter Jirina deportiert und im Winter 42/43 beide in Auschwitz vergast. Hanna war 31 Jahre alt, Jirina  knapp ein Jahr.

 

Leo’s Schwester Greta (Gretinka) und ihr Mann Jiri wurden 1943 deportiert. Greta war die einzig Überlebende. Über Terezin, Auschwitz, Neuengamme etc. gelangte sie nach Bergen-Belsen. Dort erlebte sie im April 1945 die Befreiung durch die Briten. Sie kehrte nach Prag zurück und heiratete Otto Ehrlich, der die NS-Zeit als Zwangsarbeiter in Prag überlebt hatte. Wie unzählige andere KZ-Überlebende aus der ehemaligen Tschechoslovakei wartete sie vergebens auf eine symbolische Geste der ''Wiedergutmachung'' seitens eines deutschen Staates. Am 18. Januar 1995 starb sie, im Alter von 85 Jahren.

 

 

Aus © 1995 Botschaft des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland

Produzent: WWW Publisher, Ulrich Wisser :

 

22. Januar 95

Nahe Netanya: Durch zwei aufeinanderfolgende Bombenexplosionen an der Kreuzung zu Beit Lid werden 18 Soldaten getötet und 1 Zivilist Shabtai Mahpud, 34, aus dem Moshav Tnuvot. 60 weitere Menschen werden verletzt. Jihad übernahm die Verantwortung.

 

Die Soldaten waren: Lt. David Ben-Zino, 20, Lt. Adi Rosen, 20, Lt. Yuval Tuvya, 22, Sgt.-Mj. Anan Kadur, 24, Staff-Sgt. Damian Rosovik, 20, Staff-Sgt. Yehiel Sharvit, 21, Staff-Sgt. Yaron Mizrahi, 19, Sgt. Eran Gueta, 20, Cpl. Soli Mizrahi, 18, Cpl. David Hasson, 18, Cpl. Amit Hirschenson, 18, Cpl. Gilad Gaon, 18, Ilie Dagan, 18, Cpl. Eitan Peretz, 18, Lt. Eyal Levy, 20 und Cpl. Yaniv Weiser, 18.

 

6. Februar 95

Yevgeny Gromov, 32, aus Ashkelon, wird aus einem vorbeifahrenden Auto erschossen, als er einen Tankwagen auf der Umgehungsstraße von Gaza als Wache begleitete.

 

13. Februar 95

Rafael Cohen, 35, ein Taxifahrer aus Jerusalem wird auf der Jerusalem -Ma'aleh Adumim Straße erstochen.

 

19. März 95

Nahum Hoss, 32, und Yehuda Fartush, 41, werden durch Schüsse auf den Eggedbus an der Ortseinfahrt nach Hebron getötet.

 

29. März 95

Polizeiinspektor Nitzan Cohen, 22, aus Jerusalem und Sgt.-Maj. Jamal Suwitat aus Makr wurden getötet, als ein Palästinenser seinen Lastwagen in ihren Jeep fuhr.

 

9. April 95

Staff-Sgt. Yuval Regev, 20, aus Holon, Staff-Sgt. Meir Scheinwald, 20, aus Safed, Sgt. Itai Dienei, 19, aus Rishon Lezion, Sgt. Zvi Narbat, 19, aus Rishon Lezion, Sgt. Netta Sufrin, 20, aus Rishon Lezion, Cpl. Tal Nir, 19, aus dem Kibbutz Miflasim, Sgt. Avraham Arditi, 19, aus Jerusalem, sowie  Alisa Flatow, 20, aus den USA, werden getötet, als ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen in der Nähe von Kfar Darom im Gazastreifen in einen Bus fuhr. Islamic Jihad übernahm die Verantwortung.

 

April

„Umfragen nach dem Anschlag in Israel zeigen: 53 % der Palästinenser befürworten mehr Aktionen gegen Israel. Arafat spricht mit Blick auf Hamas und Dschihad erstmals von „Verantwortungslosen“. Die Namen der Terrororganisationen bringt er jedoch nicht über die Lippen. Fathi Schakaki, Drahtzieher in Damaskus, kündigt weitere Attentate an.

 In Gaza brüsten sich die Hamas-Führer, sie hätten noch etwa 70 potentielle Selbstmord-Attentäter in Reserve.“(FOCUS 5/95)

 

 

27.04.

50 Jahre danach…

Ansprache des Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland,

Ignatz Bubis, anlässlich der Gedenkveranstaltung in Bergen-Belsen

 

Feierlichkeiten anlässlich „50 Jahre danach“ finden u.a. in Ravensbrück und Mauthausen statt

 

 

09.05.       

Wien Die Abgeordneten Dr. Peter Kostelka, Dr. Andreas Khol und Genossen bringen folgenden Antrag (251/A) ein, betreffend Bundesgesetz über den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus:

„Der 27. April 1995 ist der 50. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung und damit der Wiederherstellung der demokratischen Republik Österreich. Die Befreiung Österreichs von der Herrschaft des Nationalsozialismus bildete die Voraussetzung für 50 Jahre friedlicher und demokratischer Entwicklung dieser Zweiten Republik, in der heute alle Österreicher in Würde, Freiheit und Wohlstand leben können, wie es niemals zuvor in der Geschichte der Fall war.

 

Dieses Datum verpflichtet aber auch dazu, sich an das unermessliche Leid zu erinnern, das der Nationalsozialismus über Millionen von Menschen gebracht hat, und der Tatsache zu gedenken, dass auch Österreicher an diesen Verbrechen beteiligt waren. Das führt zu einer moralischen Mitverantwortung, das Leid , das Menschen in Österreich durch den Nationalsozialismus zugefügt wurde, anzuerkennen und ihnen in besonderer Weise zu helfen.

Es wurden mehrere Modelle überlegt, diese Mitverantwortung zum Ausdruck zu bringen. Dabei gelangte man zu dem Ergebnis, dass es der beste Weg ist, einen Fonds zu schaffen, der dann, wenn ein Opfer der Unterstützung bedarf, mit finanziellen Leistungen in einer Weise helfen kann, die im Einzelfall am meisten nützt………………“

 

1995

Der "Justizminister" der palästinensischen Autonomiebehörde, Freih Abu Middein, sagt an der Al-Azhar-Universität in Gaza:

"Der Hauptfeind des palästinensischen Volkes - jetzt und für immer - ist Israel. Diese Wahrheit darf unserem Bewusstsein nie entschwinden."

 

19.06.       

Arafat sagt in der Universität in Gaza über Dalal al-Maghrabi, die 1978 bei einem Terroranschlag dabei war, bei dem 37 Israelis umgebracht wurden: "Sie war eine der Helden. ... Sie befehligte die Gruppe, die den ersten palästinensischen Staat in einem Bus errichtete. ... eine Frau, auf die wir stolz sind."

 

21.06.

Ein Geheimabkommen enthüllt, dass an diesem Tag zwischen Israels Zivilverwaltung und der palästinensischen Autonomiebehörde vereinbart wurde, wonach die arabischen Geschäftsleute von Jerusalem ihre Einkommen- und Mehrwertsteuer, zuzüglich palästinensisches Mafia-Schutzgeld, direkt an die palästinensische „Regierung“ bezahlen können.

 

26.06.

50 Jahre Vereinte Nationen. Inzwischen sind es 184 Mitgliedsstaaten,

wovon 151 Staatschefs und 33 Außenminister zur Feier anreisten.

 

30.06.

Wien. 432. Bundesgesetz: Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und 433. Bundesgesetz Änderung des Opferfürsorge-Gesetzes. Diese Gesetze treten am 27.04.1995 in Kraft. (aus Bundesgesetzblatt)

Nach dem Bundesgesetzblatt I Nr. 1311999 wird eine endgültige Abgeltung folgender Kategorien von Vermögensverlusten vorgesehen: a) Bestandrechte an Wohnungen und gewerblichen Geschäftsräumlichkeiten; b) Hausrat; c) persönliche Wertgegenstände            (Die Auszahlung für Wohnungseinrichtungen erfolgt ab April 2001 mit je 7.000,- $)

Es folgt der „Allgemeine Entschädigungsfonds“, dessen Auszahlung nach dem Mai 2003 erfolgen soll. Außerdem wird ein „Versöhnungsfonds“ errichtet zur Entschädigung von Zwangsarbeitern.

 

18. Juli 95

Ohad Barach, 18, und Ori Shahor werden bei einer Wanderung im Wadi Kelt getötet.

 

24. Juli 95

Ramat Gan: Moshe Shkedi, 75; Rahel Tamari, 65; Zviya Cohen, 62; Zahava Oren, 60; Nehama Lubowitz, 61 und Mordechai Tovia, 37, werden bei einem Selbstmordattentat auf einen Bus getötet.

 

21. August 95

Jerusalem: Rivka Cohen, 26; Hannah Naeh, 56, und Joan Davenney, 46 (Conneticut), werden bei einem Selbstmordattentat auf einen Bus getötet. (Das vierte Opfer war der Polizeichef Noam Eisenman.)

 

03.09.

ehrt Arafat wieder die Terroristin Dalal al-Maghrabi und zusätzlich den Terroristen Abir al- Wahidi, der 1991 an der Ermordung eines Israelis beteiligt war: "Abir al-Wahidi ... und Dalal al-Maghrabi, Märtyrer für Palästina."

 

5. September 

Daniel Frei, 28, aus Ma'aleh Michmash wird von einem Terroristen erstochen, als der in sein Haus einbrach.

 

07.9.

erhebt Arafat ziemlich unverhohlen Anspruch auf Städte, die sich im innersten Kern Israels und nicht in der so genannten Westbank befinden, wie z.B. Haifa und Lod: "O Lod, o Haifa, o Jerusalem, ihr kehrt heim, ihr kehrt heim."

 

Israel und die PLO unterschreiben in Washington das zweite Oslo-Abkommen. Israel übergibt darin den Palästinensern 30 % vom biblischen Kernland Judäa und Samaria

           

Im Oktober

trauert Israel um 9 Soldaten, die im Südlibanon gefallen sind.

 

Oktober

Bei der Jubiläumsversammlung 50 Jahre Vereinte Nationen spricht Jitzchak Rabin vor der UN-Vollversammlung vor 151 Staatschefs und 33 Außenministern.

 

6. Oktober

Paris: Anschläge auf die Metro-Stationen Maison Blanche (6. Oktober 1995,

18 Verletzte) und Musée d'Orsay (17. Oktober 1995, 30 Verletzte).

Blutigster Anschlag am 25. Juli 1995 auf die Metro-Station Saint-Michel, bei dem  8 Menschen durch eine Splitterbombe getötet und 150 teils schwer verletzt wurden.

4.11.2002: Paris - "Allah Akhbar! Gott ist groß", ruft Boualem Bensaïd in den Gerichtssaal des Pariser Schwurgerichts, als am Mittwochabend das Urteil im Pariser Terroristenprozess verkündet wird. Mit lebenslanger Haft - davon 22 Jahre Sicherheitsverwahrung - muss der 34-jährige Hauptangeklagte dafür büßen, dass er nach Überzeugung der Geschworenen für drei der insgesamt sechs Bombenanschläge mitverantwortlich war, durch die im Sommer und Herbst 1995 in der französischen Hauptstadt acht Menschen getötet und rund 200 verletzt worden waren. Lebenslänglich auch für den Mitangeklagten, den gleichaltrigen Smain Aït Ali Belkacem, der ebenso wie Bensaïd der berüchtigten algerischen Terrororganisation GIA (Bewaffnete Islamische Gruppe) angehört und nach Überzeugung des Gerichts an der Terrorwelle beteiligt gewesen war. Aus „Lebenslang für Islamisten wegen Anschlagsserie in Paris“ von Jochen Hehn

           

 

04. November 1995

Tel Aviv:  Israels Regierungschef Yitzchak Rabin wird während einer Friedens-

Veranstaltung erschossen

 

Israel: Ein Erdbeben der Stärke 6,2 auf der Richterskala überrascht das Land und verursacht in Eilat Mauerrisse.

 

25.11.1995  

Jerusalem Post Zitat von Golda Meir, nach Sarah Honig:

„So etwas wie eine palästinensisch-arabische Nation gibt es nicht... Palästina ist ein Name, den die Römer Eretz Israel mit der ausdrücklichen Absicht gaben, die Juden wütend zu machen... Warum sollten wir diesen gehässigen Namen benutzen, der dazu geschaffen wurde uns zu demütigen? Die Briten entschieden sich, ihr Mandatsland Palästina zu nennen und die Araber übernahmen das und behaupteten, das sei der alt hergebrachte Name ihrer Nation, obwohl sie ihn nicht einmal richtig aussprechen konnten und in das fiktive Falastin verdrehten."

 

22. Dezember

Israels Streitkräfte verlassen Bethlehem. Zum ersten Mal feiert diese Stadt ein palästinensisches Weihnachtsfest. Autonomiechef Jassir Arafat kommt mit einem Hubschrauber und Palästinenser singen unter Trommelwirbel das Lied: „Vom Himmel hoch, da komm ich her...“ - ein riesiges Transparent verkündet: „Jesus, der erste palästinensische Revolutionär“

 

Zitat von Dr. Mitri Raheb, Pfarrer an der evangelisch-lutherischen Weihnachtskirche in Bethlehem:

„Die zionistischen Christen sind gefährlich, eine Gefahr für den Frieden! Ich vergleiche solche Fundamentalisten mit dem jüdischen Massenmörder Baruch Goldstein und den moslemischen Hamas-Fanatikern. Wer meint, dass Israels staatliche Existenz ein Beweis biblischer Gottesverheißung sei, ist gegen die Bibel.“

 

Dezember

In Israel ist die niedrigste Inflationsrate mit nur 8 % seit 25 Jahren erreicht!

 

In Jerusalem leben 400.000 Juden, 160.000 Araber und 15.000 Christen, von denen 12.000 Araber sind.

 

Dezember

In Kairo unterzeichnen 52 Mitgliedsstaaten der islamischen Konferenz eine Resolution, worin sie alle Moslems, das sind 1,2 Milliarden, auffordern, Jerusalem „aus den Händen der Juden“ zu befreien!

 

Der New Yorker Anwalt Louis Begley (ursprünglich Ludwig Begleiter), der am 6.10.1933 in Stryi/Polen zur Welt kam, hatte außerordentlichen Erfolg mit seinem ersten ins Deutsche übersetzten Roman „Lügen in Zeiten des Krieges“.

Im Herbst erschien ein weiterer Roman „Wie Max es sah“

 

                                                                                                                       

1995

Israel:  Frau P. stellt einen Antrag an den Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus. 1996 stirbt sie, „bevor es zur Auszahlung jenes symbolischen Betrages von ATS 70.000,- kommt, mit dem die Republik Österreich – im Wissen um ihre moralische Mitverantwortung an den Verbrechen des Nationalsozialismus – eine Geste der Entschuldigung setzen möchte.“ Ende 2002 soll dieser Betrag dem hinterbliebenen Ehemann ausbezahlt werden…

 

 

NAI-Informationen über Israel

 

Geographie

Lang und schmal von Gestalt, ist das Land in Nord-Süd-Richtung 470 Kilometer lang und an seiner breitesten Stelle in West-Ost-Richtung 135 Kilometer breit. Trotz seiner geringen Größe bietet Israel die verschiedenen topographischen Formationen eines ganzen Kontinents - von bewaldetem Hochland und fruchtbaren grünen Tälern zu Gebirgswüsten, von der Küstenebene bis zu dem semitropischen Jordantal und dem Toten Meer, dem tiefsten Punkt der Erde. Rund die Hälfte der Landesfläche ist Trockengebiet. 

 

Israels Landwirtschaft

Israels Landwirtschaft ist das Ergebnis eines langen Kampfes gegen harte, ungünstige Bedingungen und einer maximalen Nutzung des spärlichen Wassers und Ackerlandes. Heute erzielt die Landwirtschaft zirka 2,5 Prozent des Bruttosozialproduktes und 3,5 % der Exporte. Israel produziert 95% seines eigenen Nahrungsmittelbedarfs. Die Eigenproduktion wird ergänzt durch Importe von Getreide, Ölpflanzensamen, Fleisch, Kaffee, Kakao und Zucker, die durch das breite Spektrum der für den Export bestimmten landwirtschaftlichen Produkte bei weitem ausgeglichen werden.

 

Außenhandel

Israel pflegt Handelsbeziehungen zu Ländern auf 6 Kontinenten. Zirka 55% der Importe und 37% der Exporte werden - gefördert durch das 1975 geschlossene Freihandelsabkommen zwischen Israel und der EU - mit europäischen Ländern abgewickelt. Ein ähnliches Abkommen wurde mit den Vereinigten Staaten unterzeichnet, deren Handel mit Israel 20% der israelischen Importe und 35% der Exporte ausmacht.

 

Flora und Fauna         

Die reiche Vielfalt von Israels Tier- und Pflanzenwelt spiegelt die geographische Lage ebenso wie die unterschiedliche Topographie und Klimastruktur des Landes wider. Über 380 Vogelarten, rund 150 Säugetier- und Reptilienarten und fast 3000 Pflanzensorten (von denen 150 in Israel selbst heimisch sind) können innerhalb der Landesgrenzen gefunden werden. Über 120 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von nahezu 1000 Quadratkilometern sind über das ganze Land verteilt.

 

Wasser

Die Wasserknappheit der Region hat intensive Anstrengungen zur maximalen Ausnutzung der vorhandenen Wasserressourcen und zur Suche nach neuen hervorgerufen. In den 1960er Jahren wurden Israels Süßwasserquellen zu einem integrierten Leitungsnetz zusammengeschlossen, dessen Hauptader, die Landeswasserleitung, das Wasser aus dem Norden und den zentralen Landesteilen in den trockenen Süden bringt. Fortlaufende Projekte zur Nutzbarmachung neuer Möglichkeiten der Wassergewinnung konzentrieren sich auf künstlichen Regen durch Wolkenbehandlung, Wiederaufbereitung von Abwässern und die Entsalzung von Meerwasser.

 

Die Geschichte der wissenschaftlichen Forschung in Israel ist ein fester Bestandteil der Geschichte der Rückkehr des jüdischen Volkes in sein Heimatland. Theodor Herzl (1860-1904), der Begründer des politischen Zionismus und Vater der Idee eines modernen jüdischen Staates im Lande Israel, betrachtete Israel nicht nur als natürliche Heimat des jüdischen Volkes, sondern auch als bedeutendes geistiges, kulturelles und wissenschaftliches Zentrum.

Das Ziel, das damals zur Wüste und Wildnis heruntergekommene Land in einen modernen Staat umzuwandeln, war ein treibendes Element für die nachfolgende wissenschaftliche Forschung und technologische Entwicklung. Die landwirtschaftliche Forschung reicht bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück, als diese mit der Gründung der Landwirtschaftsakademie Mikveh Israel im Jahr 1870 ihren Anfang nahm. Die 1921 in Tel Aviv gegründete Landwirtschafts-station, die sich später zur Organisation für landwirtschaftliche Forschung entwickelte, ist heute die führende Institution für landwirtschaftliche Forschung und Entwicklung in Israel.

 

Die Forschung in den Fachgebieten Medizin und Gesundheitsfürsorge begann vor dem 1. Weltkrieg mit der Gründung der Hebräischen Gesundheitsstation. Sie erlebte einen entscheidenden Auftrieb durch die Einrichtung des Instituts für Mikrobiologie sowie der Abteilungen für Biochemie, Bakteriologie und Hygiene an der Hebräischen Universität in Jerusalem Mitte der 20er Jahre. Das »Hadassah Medical Center«ist heute Israels bedeutendste medizinische Forschungseinrichtung. In den Laboratorien am Toten Meer wurde in den 30er Jahren bahnbrechende Arbeit im Bereich der industriellen Forschung geleistet. An der Hebräischen Universität (gegr. 1925), dem »Technion« (gegr. 1924 in Haifa) und dem Daniel-Sieff-Forschungszentrum (gegr. 1934 in Rechovot), das sich 1949 zum Weizmann-Forschungsinstitut entwickelte, wurden erste Fortschritte in der wissenschaftlichen und technologischen Grundlagenforschung erzielt.

Als der Staat Israel 1948 gegründet wurde, verfügte das Land also bereits über eine wissenschaftliche und technologische Infrastruktur, die den weiteren Fortschritt erleichterte. Zunächst konzentrierte sich die Forschung auf Projekte von nationaler Bedeutung, auf deren Basis sich allmählich kommerziell orientierte Industrien entwickelten.

 

Eine alte Tradition: Im 19. Jahrhundert grassierten Krankheiten wie Ruhr, Malaria, Typhus und Trachom in Israel, damals eine unterentwickelte und vernachlässigte Provinz des Osmanischen Reiches. Um die jüdische Bevölkerung in der Altstadt von Jerusalem mit Gesundheitsdiensten zu versorgen, errichteten jüdische Gemeinschaften aus Europa eine Reihe von Kliniken in Jerusalem, in denen mittellose Bedürftige kostenlos behandelt wurden. Diese Kliniken waren für ihre aufopfernde Krankenpflege selbst unter schwierigen Bedingungen berühmt.

 

Später expandierten sie zu Krankenhäusern: Bikur Cholim (gegr. 1843), Misgav Ladach (gegr. 1888) und Shaare Zedek (gegr. 1902). Alle drei Krankenhäuser existieren heute noch und sind inzwischen mit modernster medizinischer Technologie ausgestattet. Die Patienten erhalten eine Krankenpflege, die sich an den neuesten medizinischen Errungenschaften orientiert.

 

Das Hadassah-Medical-Center in Jerusalem umfasst Schulen für Medizin, Krankenpflege und Pharmakologie sowie zwei moderne Krankenhäuser und entstand aus der Arbeit zweier Krankenschwestern, die 1913 von der zionistischen Frauenvereinigung Hadassah nach Jerusalem geschickt wurden.  (NAI-Information)

 

           

Premierminister Israels          

David Ben-Gurion           1948-1953 und 1955-1963

Moshe Sharett                1954-1955

Levi Eshkol                     1963-1969

Golda Meir                      1969-1974

Yitzhak Rabin                 1974 -1977 und 1992-1995

Menachem Begin            1977-1983

Yitzhak Shamir                1983-1984  und 1986-1992

Shimon Peres                  1984-1986  und 1995-1996

Benjamin Netanyahu       1996-1999

 

 

 

1996

 

Zunahme von Terroranschlägen fundamentalistischer Araber gegen Israel


Operation »Früchte des Zorns«, Vergeltung für Terroranschläge der Hizbullah in Nordisrael;



Eröffnung von Handelsvertretungen in Oman und Qatar;

 

nach Knessetwahlen Bildung einer Likud-Regierung;


Eröffnung einer Handelsvertretung Omans in Tel Aviv  (NAI)

 

08.01.

Jericho: Arafat lässt einen Platz nach dem arabischen Busbombenbauer Jihje Ajasch benennen und nennt ihn "Held des palästinensischen Volkes" und "Märtyrer". Seine Polizisten stehen Spalier bei dessen Beerdigung und schießen zu seiner Ehre aus 21 Gewehren Salut.

 

Die palästinensische Polizei in Jericho stellt Anfang Abd al-Majid Doudin ein, der an der Planung des Selbstmordanschlages in Jerusalem am 21.8.1995 beteiligt war und daraufhin von einem palästinensischen Gericht zu 12 (!) Jahren Haft verurteilt worden war, aber kurz danach wieder freigelassen wurde.

 

Januar

UN-Sicherheitsrat erklärt, dass Israels Anspruch auf Jerusalem „unrechtmäßig“ sei. Niemand stimmt dagegen, auch nicht die USA, sie enthielt sich der Stimme.

 

16. 01.

Israels Staatspräsident Eser Weizmann besucht Deutschland und hält eine Rede im Bundestag.

 

16. Januar 96

Sgt. Yaniv Shimel und Major Oz Tibon aus Jerusalem wurden von einem Terroristen durch Schüsse auf ihren Wagen auf der Straße von Hebron nach Jerusalem getötet.

 

30. Januar 96

Staff-Sgt. Ehud Tal, 21, wurde im Verbindungsbüro in einem Armeelager südlich von Jenin erstochen.

 

26. Februar 96

Jerusalem; Bei einem Selbstmordattentat auf die Buslinie 18 nahe des zentralen Busbahnhofs von Jerusalem wurden 24 Menschen getötet, darunter 15 Zivilisten und 9 Soldaten:

Die Namen der Soldaten sind:  Sgt. Yonatan Barnea, 20, St-Sgt. Gavriel Krauss, 24, St.-Sgt. Gadi Shiloni, 22, Cpl. Moshe Reuven, 19, St.-Sgt. Maj. (der Reserve) Arye Barashi, 39, Cpl. Iliya Nimontin, 19, Cpl. Merav Nahum, 19, Sgt. Sharon Hanuka, 19, und Arik Gaby, 16 (Schüler in der Armeevorausbildung), alle aus Jerusalem.

Bei den Zivilisten handelt sich um Daniel Biton, 42; Yitzhak Elbaz, 57; Boris Sharpolinsky, 64; Simon Trakashvili, 60; Yitzhak Yachnis, 54; Peetz Amar, 59; Bitana Resnick, 26; alle aus Jerusalem; Navon Shabo, 22, aus Bnei Brak; Michael Yergin, 16, aus dem Kibbutz Maabarot; Matthew Eisenfeld, 25 und Sara Duker, 23, aus den USA. Die Identität des letzten Opfers konnte noch nicht geklärt werden. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

26. Februar 96

Sgt. Hofit Ayyash, 20, aus Ashdod wurde von einem Selbstmordattentäter an einem Anhaltertreffpunkt außerhalb von Ashkelon getötet. Hamas übernahm die Verantwortung.

 

22.4.1996

lässt das palästinensische Informationsministerium folgendes verlauten: "Die israelische Regierung spricht von Greueltaten, die in Auschwitz, Birkenau und Dachau an Juden verübt wurden. ... Unsere Heimat wurde in ein großes Konzentrationslager verwandelt."

 

April     

Die ständige Raketenbedrohung aus dem Libanon löst Israels 16tägige Vergeltungsaktion „Trauben des Zorns“ gegen die fanatische Hisb-Allah Terroristen aus.

Allein in Kiryat Shmona wurden über 200 Häuser von Katjusha-Raketen zerstört und 45 Israelis verletzt. Bei der Kana-Tragödie im Libanon kommen 100 libanesische Zivilisten durch israelisches Artilleriefeuer ums Leben, weil die Terroristen in der Nähe des UN-Lagers Schutz suchen.

 

29. 05.

Israel wählt. Likudchef Benjamin Netanjahu wird mit 47 Jahren jüngster Staatschef und 12. Premier.

 

Juni     

Kairo: Dreitägiges Gipfeltreffen der arabischen Ligastaaten, das infolge des unerwarteten Regierungswechsels in Israel zusammengerufen wurde und Israel aufruft, die internationalen Verträge einzuhalten und alle besetzten Gebiete einschließlich Jerusalem zurückzugeben.

 

07.06.

Arafat: "Wenn Israel unsere Forderungen zurückweist ..., haben wir 30.000 Mann unter Waffen."

 

August 

Israels Regierungschef stattet seinen ersten offiziellen Staatsbesuch in Jordanien ab.

 

Jerusalems Bürgermeister Ehud Olmert eröffnet die Geburtstagsfeier

„3000 Jahre Jerusalem“

 

Sept.1996

Israel öffnet an der Via Dolorosa den über 2000 Jahre alten Hasmonäer-Tunnel für Touristen. Daraufhin rufen tausende Moslems unter Führung von Friedensnobelpreisträger Arafat den Djihad aus, obwohl der Tunnel in entgegen gesetzter Richtung der Al Aksa Moschee führt.

Arafat feuert seine Massen an und schreit in die Fernsehkameras: „Gestern Bethlehem und Ramallah, heute Jerusalem; mit Blut und Schwert werden wir unser Ziel erreichen.“  Der Aufstand fordert 81 Todesopfer.

 

09. September

Jerusalem: Feisal Husseini, getaufter und angeblich gemäßigter PLO-Vertreter in Jerusalem sagt um 9.30 Uhr in der Sendung "Focus" des syrischen Fernsehens: "Alle Palästinenser stimmen darin überein, dass die gerechten Grenzen Palästinas der Jordan und das Mittelmeer sind. Was immer wir nun bekommen könnten, sollte genommen werden, und darauf folgende Ereignisse in den nächsten 15 oder 20 Jahren geben vielleicht die Gelegenheit, die gerechten Grenzen Palästinas zu verwirklichen."

 

06.10.

Arafat bezeichnet Israel als "Dämon, der bekämpft werden müsse."

 

21.10.

Arafat zu Arabern aus Hebron, die sich über die Anwesenheit jüdischer Bewohner in der Stadt beschweren: "Wie? Sind euch die Steine in Hebron ausgegangen?"

 

 

 

 

1997

 

Israel wird wegen der Bebauung des leeren, zu Jerusalem gehörenden Har Choma von fast allen Gremien, UNO, EU usw., verurteilt.

 

Die PLO-Behörde erlässt ein Gesetz, dass arabische Makler, die Land an Israelis verkaufen, zum Tode verurteilt werden. 3 werden daraufhin ermordet.

 

11. Juli  

erklärt der von Arafat ernannte Mufti von Jerusalem, Ikrama Sabri, im Freitagsgottesdienst der Jerusalemer Al-Aksa-Moschee: "Juden sind Hundesöhne und Schweine."

 

21.Juli

sagt Jabril Rajoub, oberster Polizeichef der palästinensischen Autonomie-behörde, im Radiosender der Autonomiebehörde, Voice of Palestine: "Sobald der letzte Jude aus Hebron vertrieben wurde, wird es nicht mehr lange dauern, bis auch der letzte Jude aus Jerusalem und aus ganz Palästina heraus ist. Dann wird hier endlich Ruhe und Frieden herrschen."

 

Juli

Der Präsident des palästinensischen Autonomieparlaments, Ahmad Korei, trampelt in Ramallah auf der Asche einer verbrannten israelischen Flagge herum.

 

Juli 1997 wird bekannt, dass der Polizeichef von Gaza dem Einsatzleiter der Polizisten den Befehl gegeben hat, mit palästinensischen Autonomiepolizisten eine israelische Siedlung bei Nablus anzugreifen. Die israelische Polizei zeichnete ein entsprechendes Telefongespräch auf.

 

Die Autonomiebehörde will 1997 verhindern, dass im Schulunterricht in Ostjerusalem die arabischen Schüler vom Holocaust hören und wollen entsprechende arabische Bücher boykottieren. Sie wollen verhindern, dass ihre Bürger ein Verständnis für die Juden aufgrund der jüdischen Geschichte gewinnen.

 

Sommer 1997:

In Bethlehem hat die Autonomiebehörde ein ganz neues Denkmal errichten lassen, das das Gebiet des zukünftigen "Palästinenserstaates" darstellt: Es ist das ganze Gebiet vom Mittelmeer bis zum Jordan, von der libanesischen Grenze bis nach Eilat zu sehen, d.h. man strebt einen Palästinenserstaat auf dem ganzen Gebiet des heutigen Israel an.

 

Im August erscheinen auf der Internet-Homepage der PLO Nahost-Landkarten mit dem Titel "Palästina und Umgebung", in denen die arabischen Länder benannt sind, Israel aber nirgends erwähnt wird, d.h. im Herzen streben die Araber nach der Vernichtung Israels. Auch sonst erscheinen immer wieder Karten des ganzen Heiligen Landes mit der Bezeichnung Palästina.

 

26.08.

Ein jüdischer Friedhof wird in der bayerischen Oberpfalz von Unbekannten verwüstet Die Täter stürzten 44 Grabsteine auf dem Friedhof der Stadt Floß um. In der Nähe liegt das frühere Konzentrationslager Flossenbürg.

 

17.09.

Der jüdische Friedhof im Berliner Bezirk Prenzlauer Berg wird geschändet

und 28 Grabsteine werden erheblich beschädigt.

 

 

 

29.12.

Auf einem Kongress sagt der Hamasführer Mussa Abu Marsuk: "Das zionistische Gebilde (Israel) wird nicht in unserer Region verbleiben, auch wenn es noch 1 oder 10 Jahre überleben wird; es ist ein Fremdkörper und muss daher beseitigt werden!" Arafat nahm an diesem Kongress teil und klatschte zu dieser Rede Beifall.

 

1997

Seit 1948 sind 37.517 ägyptische Juden nach Israel eingewandert.

Kairo. Die 800 Jahre alte Ben-Esra-Synagoge auf dem Platz der berühmten Kairo-Genisa, ist zu ihrer früheren Größe wiederhergestellt.

 

 

1998

 

01.01.

Trotz Friedensversprechen im Oslovertrag feiert die PLO mit ihrem Präsidenten Arafat den 33.Jahrestag des 1.Terroranschlages der Fatah-Gruppe. Dabei wurde von maskierten Gruppen, die an Arafat vorbeizogen, die israelische Fahne verbrannt und gerufen: "Es lebe der Terror! Israel hat keine Chance!" Arafat hob zustimmend und jubelnd seine Hand zum V-Siegeszeichen.

 

Februar

Zwei junge Wissenschaftlerinnen veröffentlichen ihre Forschungen zu den Lagern der DPs: Susanne Dietrich und Julia Schulz-Wessel. 

Buchtitel: „Zwischen Selbstorganisation und Stigmatisierung – Die Lebenswirklichkeit jüdischer Displaced Persons und die neue Gestalt des Antisemitismus in der deutschen Nachkriegsgesellschaft“, Cotta-Verlag   (STGT ZTG 10.02.1998)

 

24.03.     

Israel: Gerhard Schröder, Kanzlerkandidat der SPD und Ministerpräsident von Niedersachsen, ist Gast einer gemeinsamen Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit dem Israel Council of Foreign Relations. Im überfüllten Saal des King David Hotels spricht Schröder u.a. über den Zusammenhang von Frieden und wirtschaftlicher Entwicklung.....

 

18. April

Arafat im ägyptischen ORBIT Satellitenfernsehen: "Das Oslo-Abkommen ist eine vorübergehende Waffenruhe, und ich begrüße jeden palästinensischen Selbstmordmärtyrer und hoffe, selbst einer zu werden." Außerdem verglich Arafat wieder das Oslo-Abkommen mit Mohammeds Bruch des Friedensvertrages mit dem Koraschitenstamm.

 

14.5.

Hamed Bitawi, Vorsitzender der Vereinigung der religiösen Gelehrten in Palästina und des palästinensischen Sharia-Berufungsgerichts, im Fernsehen (Al-Jazira): "Unsere Wahl ist der militärische Weg. Wir müssen die jämmerlichen Verhandlungen beenden. Die Zeit ist gekommen für den Heiligen Krieg und das Märtyrertum."

 

24.5.

sagt Abd al-Rachman, ein Mitglied der palästinensichen Autonomiebehörde, im palästinensischen Fernsehen: "Jerusalem ist eine palästinensisch arabische Stadt und hat keine Beziehung zu Israel."

 

Im Frühjahr und Sommer 1998

sah man im Kinderprogramm des offiziellen palästinensischen Fernsehens am Freitagnachmittag 5-10 jährige Kinder folgendes sagen: "Wenn ich zu Deinen Toren eingehe, Jerusalem, verwandle ich mich in eine Selbstmordattentäterin!" Die erwachsenen Betreuer riefen dabei: "Bravo! Bravo!"

"Die Unterdrücker haben ihre Grenze überschritten. Deshalb sind Jihad und Opfer die Pflichten. ... Der Tod wird rufen, und das Schwert wird von einem großen Gemetzel verrückt sein. ... O Palästina, die Jugend wird dein Land erlösen."

 

14. Mai 1998, ein etwa zehnjähriges Mädchen: "Oh, meine Schwester, singe immer wieder über mein Leben als ein Selbstmordkrieger."

Ein ca. siebenjähriges Mädchen: "Ich habe das Land mit meinem Blut getränkt. Palästina gehört uns, nicht den Zionisten." (1.Juli)

"Wir sind bereit mit unseren Gewehren. Wir sind bereit mit unseren Gewehren." (2.Juli)

 

14.05.   

Webseite des „Main-Echo“:

„Das Fundament der Bundesrepublik entstand 1848.

In der Frankfurter Paulskirche wird der 150. Geburtstag der deutschen Demokratie in einem Festakt mit Bundespräsident Roman Herzog gefeiert. Am 18. Mai 1848 ist in Frankfurt am Main die erste deutsche Nationalversammlung zusammengetreten. Der Historiker Lothar Gall, Professor in Frankfurt und Kurator der Ausstellung   „1848 – Aufbruch zur Freiheit“, erklärte, worum es damals ging

 

 

Tel Aviv/Washington/Jerusalem/Bonn/Gaza – Israel hat am Freitag seine Gegnerschaft gegen einen dubiosen französisch-ägyptischen Plan der Einberufung einer Konferenz „zur Rettung des Friedens“ – über die Köpfe der Beteiligten hinweg – begründet. Der Plan wurde von den Palästinensern und dem deutschen Außenminister Klaus Kinkel unterstützt. (IN 24.5.)

 

Syrischer Außenminister Faruk Schara’a bespricht in Washington mit US-Außenministerin Albright u.a. das israelische Angebot eines bedingten Zahal-Rückzugs aus Süd-Libanon. (IN 24.5.)

 

Der „Analyzer“, ein junger israelischer Computer-Fan, mit Namen Tennenbaum,

der ins Netz des Pentagon eindrang, löste dort letzte Woche eine Panik aus...(IN 24.5.)

 

Ober-Österreich:  Innenminister Karl Schlögl hat den rechtsextremen Verein   „Dichterstein Offenhausen“ jegliche Tätigkeit untersagt und die Auflösung wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung eingeleitet. Auch das für Ende April geplante „Dichtersteintreffen“ bei Wels wurde verboten... (IS 24.5.)

 

23.05.  

Jerusalem: „Der republikanische Vorsitzende des US-Abgeordnetenhauses Newt Gingrich, traf an der Spitze einer Kongress-Delegation zu einem 4-tägigen Besuch in Israel ein. Gingrich ist ein treuer Freund Israels, ein offener Anhänger von MP B. Netanjahu und kritisiert die Israel-Politik von US-Präsident Bill Clinton. Er nimmt an einigen Feiern des morgigen Jerusalem-Tages teil. Am Freitag wandten sich die Palästinenser an ihn, um zu verhindern, dass er am Montag an der Grundsteinlegung für ein amerikanisches Botschaftsgebäude in Jerusalem teilnimmt. (IN 24.5.)

 

Lissabon:

Die Weltausstellung wurde für das Publikum eröffnet. Im 500. Jahr der Entdeckung des Seeweges nach Indien durch den portugiesischen Seefahrer Vasco da Gama steht die Expo 98 ganz im Zeichen der Weltmeere. „Die Ozeane – ein Erbe für die Zukunft“ lautet das Motto. An der Ausstellung nehmen 155 Länder teil. Größte Attraktion auf dem 60 Hektar großen Gelände ist das Ozeanarium mit 20.000 Tieren 200 verschiedenen Arten der Weltmeere. Es ist das größte und modernste Aquarium Europas. (IN 24.5.)

 

24.05.    Sonntag. Jerusalem-Tag !

 

Israels Verteidigungsminister Jitzchak Mordechai sagte im Zahal-Sender, die syrische Armee habe die vor einigen Monaten in der Golan-Pufferzone begonnenen Erdarbeiten gestoppt. Er hoffe, dass der von den Syrern ausgehobene 5 km lange Graben wieder zugeschüttet wird.

(IN 24.5.)

 

Israels Handels- und Industrieminister Nathan Scharansky protestierte bei einer Unterredung mit dem neuen russischen Premierminister Kirijenko gegen die Übergabe russischer  Militär-Technologie insbesondere im Nuklearbereich an den Iran (IN 24.5.)

 

04.06.   Süd-Libanon

Ein Zahal-Soldat wurde in der Nacht mittelschwer verletzt, als eine Straßenmine explodierte, während Soldaten einer Nachal-Einheit im Einsatz waren. Er wurde von Splittern am Auge und an der Hand verletzt. (IN 5.6.)

 

 

In der Altstadt von Jerusalem beginnen im Moslem-Viertel am Blumentor (Herodestor) die archäologischen Ausgrabungen, die vom jüdischen Siedlungsverein „Ateret Kohanim“ finanziert werden und etwa 1 Jahr dauern sollen. (IS 5.6.)

 

Juli 

Malibu: Barbra Streisand heiratet James Brolin. Die Hochzeitsfeierlichkeiten im Garten von Streisands Villa mit 250 Gästen werden durch Paparazzi-Luftaufnahmen erheblich gestört. 15 Helikopter mit Fotografen drängeln sich über dem Anwesen. (IN 03.03.99)

 

August 1998

veröffentlicht Arafats Fatah (größte Gruppe der PLO) im Internet eine Homepage ihrer Verfassung, in der zur Zerstörung Israels aufgerufen wird, z.B. unter der Überschrift "Goals" (Ziele) Artikel 12: "Die vollständige Befreiung Palästinas und Auslöschung der zionistischen Wirtschaft, politischen, militärischen und kulturellen Existenz."; unter der Überschrift "Method" Art.19: "wollen nicht ruhen, bis der zionistische Staat zerstört ist und Palästina vollständig befreit."

 

Die palästinensische Journalistenvereinigung verbietet ihren Mitgliedern, außerhalb ihrer beruflichen journalistischen Tätigkeit israelische Akademien und Fortbildungen zu besuchen oder weitere private, freundschaftliche Kontakte mit Israelis zu unterhalten. Diese Entscheidung wurde nach einer Tagung arabischer Journalisten in Ägypten im Sommer 1998 getroffen. Tawfiq Abu Khousa, der Vizepräsident dieser Journalistenvereinigung, sagte, dass Journalisten, die gegen diese Regel verstießen, auf eine schwarze Liste kämen und ihre Namen bekannt gemacht würden, so dass offizielle arabische Stellen mit ihnen nicht mehr zusammenarbeiten würden.

 

September 1998

Das Palästinenserparlament verabschiedete ein neues Gesetz mit dem Namen "Gesetz bezüglich des Besitzes von palästinensischem Grundbesitz durch Ausländer", nach der jeder israelische Bürger oder jede israelische Institution, die Grundbesitz in Palästina besitzt, sich strafbar macht "wegen der Gefährdung der nationalen palästinensischen Sicherheit". Auf diesen Straftatbestand steht nach Recht der Autonomiebehörde die Todesstrafe. Unter diesen Straftatbestand fällt jeder israelische Hausbesitzer in Ostjerusalem oder in einer der Siedlungen in Judäa und Samaria. Das heißt, dass solche Personen z.B. bei der Durchfahrt durch Jericho festgenommen und zum Tode verurteilt werden könnten.

 

September 1998

Rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse gibt der Verlag S. Fischer ein „Biographisches Lexikon zum Dritten Reich“ heraus (Hermann Weiß).

20 bekannte Mitarbeiter arbeiteten an mehr als 500 Biographien. Nicht erfasst wurden hochrangige Leiter von örtlichen Gestapostellen, wie z.B. Dr. Rasch aus Frankfurt oder Dr. Johannes Thümmler aus Chemnitz und Kattowitz, da sie nicht wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit abgeurteilt wurden (IN 30.10.)

 

03.09. 

Israel: 300.000 Bedienstete des öffentlichen Sektors treten in Streik

 

09.09.

Jerusalem: 320 zusätzliche Familien werden nach Fertigstellung einer Zufahrtstraße jetzt in das jüdische Wohnviertel Pisgat Se’ew einziehen können. Dort und im benachbarten Neveh Ja’akob, das nach dem 6-Tage-Krieg erbaut wurde, leben jetzt über 40.000 Israelis. (IN 9.9.)

 

Washington/Dublin: US-Präsident Bill Clinton hat sich angesichts zunehmender Kritik aus seiner Partei erstmals dafür entschuldigt, die Öffentlichkeit in der Lewinsky-Affäre irregeführt zu haben. Er wisse, dass „ich einen schlimmen Fehler gemacht habe. Es war unentschuldbar und es tut mir leid. Es tut mir sehr leid“, sagte er auf drängende Fragen von US-Journalisten während eines Besuchs in Dublin... (IN 9.9.)

 

17.09.      

Ein israelischer Soldat verlor seinen Fuß, als er während einer Routinepatrouille im Südlibanon auf eine von Terroristen gelegte Mine trat. Er wurde per Hubschrauber ins Haifaer Rambam-Krankenhaus geflogen, wo ihm der Fuß amputiert werden musste. (NAI)

 

Kairo: Jassir Arafat, der gestern zum Treffen der Arabischen Liga in Kairo eintraf, rief die Führer der Moslems dazu auf, die von ihm für den 4. Mai 1999 geplante Ausrufung eines eigenständigen Palästinenserstaates zu unterstützen. (NAI)

 

Heute Abend feiert das jüdische Volk in Israel und in der ganzen Welt sein Neujahr Rosch HaSchana 5759 – der biblische Tag des Schofarhornblasens. ‚Haupt des Jahres‘ – der große Gerichtstag G“TTes, nicht nur über die Juden, sondern über alle Völker und Menschen. Deswegen werden alle verfügbaren Sicherheitsmittel eingesetzt. Die Hamas-Terrorgruppe droht mit einem Massenbombenanschlag und Soldatenentführung. Israel riegelt daher ganz Judäa und Samaria sowie den Gazastreifen ab. (NAI)

 

23.09.

In der südlibanesischen Sicherheitszone sind während der jüdischen Feiertage 2 israelische Soldaten tödlich verunglückt, als ihr Panzerfahrzeug in einen 300 Meter tiefen Abgrund stürzte.(NAI)

          

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beginnt heute seinen 5-tägigen Besuch in den USA

 

25.09. 

Jerusalem: An einer Bushaltestelle außerhalb der Hebräischen Universität Jerusalem explodierte eine versteckte Bombe. Dadurch wurde ein 20jähriger Soldat leicht verletzt. Er war an der sonst sehr belebten Bushaltestelle zu dieser Zeit der einzige, der dort auf einen Bus wartete.(NAI)

 

Der ägyptische Außenminister Amar Moussa erklärte, dass Arafat das Recht habe, einen unabhängigen Palästinenserstaat auszurufen, was Arafat bereits für den 4. Mai 1999 angekündigt hat. Arafat erklärte, dass zu diesem von ihm ausgerufenen Palästinenserstaat das ganze von Israel besetzte Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt des Palästinenserstaates gehört. (NAI)

 

ZurZeit findet in Jerusalem die von Tom Hess einberufene Gebetskonferenz für alle Nationen statt, zu der etwa 800 Christen aus der ganzen Welt anreisten. (NAI)

 

27.09. 

Yasser Arafat und Shimon Peres erhielten von der belgischen Universität in Liege „in Würdigung ihrer Verdienste für den Frieden“ die Ehrendoktorwürde  (NAI)

 

 Amerikanische Politiker in Washington gaben erstmals zu, dass Arafat und seine Einstellung das   Hindernis zum Frieden sind. Bisher schob man immer Israel zu, den Frieden zu blockieren...(NAI)

                       

Der Finanzminister der palästinensischen Autonomieregierung hat offizielle Gelder, die vom Ausland für soziale Notfälle gespendet wurden, für private Dinge und für den Bau von Villen für seine Familie missbraucht. (NAI)

 

Iran baut Langstreckenraketen, die eine Reichweite von 1.300 Kilometer haben. Damit könnten sie leicht Israel erreichen (NAI)

 

28.09.     

Pastor Fritz May, Leiter der Arbeitsgemeinschaft „Christen für Israel“, wurde für seine Verdienste für Israel mit dem Titel „Bewahrer Jerusalems“ geehrt.

 

In Deutschland wurde gewählt: Die SPD hat die Mehrheit und wird die CDU-Koalition ablösen...

 

02.10.

Israels Sicherheitskräfte erwägen die völlige Schließung und Ausgangssperre in Unruhegebieten der Palästinenser, denn auch gestern kam es in verschiedenen arabischen Ortschaften zu Krawallen. Besonders Orte, in denen Palästinenser leben, die mit Terroranschlägen gegen Israelis drohen, sollen um der Sicherheit israelischer Bürger willen abgeriegelt werden. (NAI)

 

06.10.

In der südlibanesischen Sicherheitszone explodierte eine in der Straße versteckte Bombe. Dabei wurden 2 israelische Soldaten getötet und 6 verwundet. Die moslemische Terrororganisation Hisb-Allah übernahm dafür die Verantwortung.

 

Bagdad: In der Synagoge drang ein Palästinenser ein und erschoss 2 betende Juden und 2 Moslems. Im Irak gibt es nur noch knapp 200 Juden. Die irakische Regierung gab bekannt, dass der Mörder vor Gericht kommt. (NAI)

 

Morgen will die amerikanische Außenministerin Albright ihre Dreiweg-Verhandlungen beginnen. Zuerst trifft sie sich mit Ministerpräsident Netanjahu, danach mit Autonomiechef Arafat und zum Schluss mit Oppositionsführer Barak. Sie drängt Israel zu Kompromissen, damit das endgültige Abkommen noch vor Mai 1999, der Frist, an der Arafat seinen Palästinenserstaat ausrufen will, unter Dach und Fach ist. (NAI)

 

Auf einer Eröffnungsversammlung des christlichen Laubhüttenfestes in Jerusalem, an der 5000 Christen aus aller Welt teilnahmen, bedankte sich Ministerpräsident Netanjahu in einer halbstündigen Rede für die Treue der Christen zu Israel und erinnerte daran, dass das jüdische Volk auf Grund biblischer Verheißungen ins Land ihrer Väter zurückkehrte und daher nie wieder das Land und Jerusalem verlassen wird. (NAI)

 

Israels Verteidigungsminister Mordechai erklärte, dass Israel trotz des Pakts mit der Türkei nicht in den türkisch-syrischen Grenzkonflikt hineingezogen wird. (NAI)

 

Hillery Clinton, Gemahlin des US-Präsidenten, will Israel besuchen, hier aber besonders die Stadt Safed, weil sie sich für die Mystik der Kabbala interessiere. (NAI)

 

12.10. dpa: Frankfurt

„Bubis beschuldigt Walser ‚geistiger Brandstiftung‘ ...Walser hatte in der Frankfurter Paulskirche bei der Entgegennahme des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels erklärt, die ständige Thematisierung des Holocaust wie mit einer ‚Moralkeule‘ erreiche den gegenteiligen Effekt. Motiv dafür sei‚ die Instrumentalisierung‘ von Auschwitz. In Bezug auf das Berliner Holocaust-Mahnmal warnte Walser vor der ‚Monumentalisierung der Schande‘. Bubis kündigte an, in seinen Reden zum Gedenken an die Reichspogromnacht am 9.November in Berlin und Frankfurt auf Walsers Rede einzugehen, dem es offenbar zuviel sei, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen“.

 

Frankfurter Rundschau online: „Bei den Zwangsarbeitern stehen die Unternehmen in der Pflicht“

Hans Jochen Vogel, früher Justizminister und SPD-Vorsitzender, setzt sich für die Gründung einer Stiftung ein, die ehemaligen Zwangsarbeitern hilft. Dafür könnte der kürzlich vom VW-Konzern angekündigte Fond‚ ein Katalysator sein‘, sagte Vogel im Gespräch mit FR-Redakteur Matthias Arning.

 

Mitte Oktober

Farouk Kaddumi, der für außenpolitische Fragen zuständige Mann der PLO, der schon zuvor nach der Unterzeichnung der Osloverträge mit Aufrufen zur Zerstörung Israels aufgefallen war, sagte in der in den palästinensischen Autonomiegebieten erscheinenden Zeitung "Al Hayat al-Jadia", dass ein Palästinenserstaat im Mai 1999 ausgerufen werden und dass dann die Palästinenser Gewalt zur Vertreibung der Israelis ausüben wollen: "Nachdem der Palästinenserstaat von den meisten Nationen der Welt wie erwartet erlangt sein wird, wird die israelische Anwesenheit auf palästinensischem Land illegal werden, und wir werden dagegen mit Waffen kämpfen."

 

16.10.

Libanesische Hisb-Allah Stellungen beschossen mit Artillerie den Norden Israels und Galiläa, trafen aber keine Person. (NAI)

 

20 religiöse und politisch motivierte Juden der Moledet Partei bezogen in Jerusalem, in dem arabischen Wohngebiet Sheich Jarrah, eine seit längerer Zeit leer stehende Synagoge, die von den arabischen Nachbarn inzwischen für eigene Dinge missbraucht wurde. Nun gab es Ärger, als die Juden sie wieder bezogen.

 

18.10. 

Israels neuer Außenminister Ariel Sharon besuchte in der Maya-Klinik König Hussein von Jordanien, der in Amerika  an Krebs behandelt wird. Sharon versicherte dem König, dass wenn die Palästinenser sichtbar den Terror bekämpfen werden, auch alle Israelis zu Konzessionen bereit seien. (NAI)

 

 In mehreren Autonomiestädten, von Gaza bis El-Bireh bei Ramallah, kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Palästinenser forderten die Freilassung aller in Israel inhaftierten palästinensischen Häftlinge, darunter auch die Terroristen und Mörder. Im Süden bei Gaza wurden jüdische Siedler beschossen. (NAI)

 

19.10.

Beersheva: Heute früh um 8 Uhr warfen Terroristen zwei Handgranaten in den mit Menschen überfüllten Busbahnhof. Dabei wurden 40 Menschen verletzt, 2 davon schweben in Lebensgefahr.

 

Jerusalem: Unbekannte Palästinenser haben in der Nacht die Wände des neuen Jerusalemer Bürgermeisteramtes mit arabischer Schrift beschrieben, worin die „Demokratische Front für die Befreiung Palästinas“ Israel den Kampf ansagt und schreibt, dass der Davidstern wie das Hakenkreuz sei. (NAI)

 

Vatikan: „Jerusalem – Hauptstadt der Welt“

Msgr. Jean-Louis Tauran, der Außenminister des Vatikans, erklärte anlässlich des 50. Jahrestages des Staates Israel und des 50jährigen Bestehens der apostolischen Vertretung in Jerusalem, dass es das Ziel des Heiligen Stuhls sei, Jerusalem zu internationalisieren. Worauf der vatikanische Staatssekretär Kardinal Angelo Sodano vorschlug, Jerusalem zur Hauptstadt der Welt zu machen (NAI)

 

„Der Spiegel (43/98):Geheimtreff bei Schröder

Milliardenklagen von ehemaligen Zwangsarbeitern machen deutschen Konzernen zu schaffen. Widerspruch einlegen? Zahlen? Und wenn, wieviel? Finanzbranche und Industrie suchen in dieser Woche mit dem künftigen Kanzler Schröder nach einer gemeinsamen Lösung. Der Hilferuf erreichte den kommenden Bundeskanzler Gerhard Schröder am Tag der Deutschen Einheit. Am Rande der Feier in Hannover bat ihn der ehemalige VW-Aufsichtsrat und heutige Industrieberater Walther Leisler Kiep um eine dringende Unterredung......

 

21.10. „Die Welt online“:  „Roman Herzog stützt Arafats Position –

Treffen in Autonomiegebieten geplant (von Karl-Ludwig Günsche):

Der neue israelische Außenminister Ariel Scharon weigert sich, Jassir Arafat auch nur die Hand zu geben. Er sieht in Arafat immer noch den Terroristen: Roman Herzog hat eine andere Perspektive: Das deutsche Staatsoberhaupt setzt bei einer seiner letzten Auslandsreisen bewusst einen politischen Akzent. Er trifft sich mit dem Chef der palästinensischen Autonomiebehörde am 17. November, voraussichtlich in Jericho.

 

Kaum ist Herzog nach Jordanien zum Staatsbesuch weitergereist, kommt aus Deutschland ein weiterer hochrangiger Besucher zu Arafat. Der hessische Ministerpräsident Hans Eichel startet seine erste Auslandsreise als Bundesratspräsident am 20. November in Gaza, wo er demonstrativ den fertigen Flughafen besichtigt, dessen Inbetriebnahme Israel seit Monaten mit immer neuen Sicherheitsbedenken gezielt blockiert. Aus israelischer Sicht kommt der Abstecher auf das jungfräuliche Flugfeld einem bewussten Affront gleich.

 

Diese beiden Besuche, die nur zufällig zeitlich so eng beieinander liegen, werden in diplomatischen Kreisen in Bonn als bewusste politische Stützung Arafats gewertet. Nur wenige Staatsoberhäupter haben den Palästinenserchef bisher mit einer offiziellen Visite geehrt. Der französische Präsident Jacques Chirac war einer der ersten. Auch die Staatsoberhäupter Portugals und der Schweiz waren dort. Nun kommt Herzog. „Dieser Besuch ist von uns von sehr hoher politischer Bedeutung“, heißt es in Arafats Umgebung. „Sein Treffen mit Arafat auf paläst. Gebiet hat für uns unschätzbaren symbolischen Charakter. Herzogs und Eichels Reisen signalisieren uns: Deutschland zeigt Flagge.“

           

Auch Eichel setzt bewusst Akzente. Er beginnt seinen Nahost-Besuch in Gaza, übernachtet dort und reist erst dann nach Israel weiter – auch dies ein bewusster protokollarischer Wink, der in Israel sehr wohl verstanden worden ist. Eichel wird in Gaza auch mit dem EU-Sonderbeauftragten für den Nahen Osten, Miguel Moratinos, zusammentreffen, der gerade öffentlich die „diskrete, aber sehr aktive Rolle“ der deutschen Diplomatie im Friedensprozess im Nahen Osten lobte.

In der Tat haben sich die Akzente der deutschen Nahostpolitik in den vergangenen Monaten, in denen der Friedensprozess stockte, verschoben. „Wir wollen Arafat und den Palästinensern den Rücken stärken. Dazu sind derartige Besuche ein sehr wirkungsvolles Instrument“, heißt es in diplomatischen Kreisen in Bonn. Auffassungsunterschiede zwischen der scheidenden und der neuen Koalition seien in dieser Frage nicht erkennbar.

 

Den Stillstand im Friedensprozess lastet Bonn nach langem Zögern inzwischen eindeutig dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an. „Wir müssen immer wieder den Spagat üben: Unsere besonderen Beziehungen zu Israel pflegen – und die Palästinenser stützen“, heißt es in Bonn. Die Reisen Herzogs und Eichels seien dafür ein Beispiel: Herzog bekommt vor seinem Treffen mit Arafat die Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion-Universität.“

 

23.10. Wye River

Israelis und Palästinenser vereinbaren auf dem Nahost-Gipfel am Wye River einen Neubeginn des Friedensprozesses und Details des Truppenabzugs (Die Welt)

  

Für Gerhard Schröder zum neuen deutschen Bundeskanzler stimmten

351 Parlamentarier, 287 waren dagegen und 27 enthielten sich der Stimme

„In keiner Biografie über ihn fehlt der Hinweis, dass er schon Anfang der 80er Jahre im Überschwang nach einer nächtlichen Feier am Zaun des Kanzleramtes in Bonn rüttelte und rief: Ich will hier rein. Nun hat er dort seinen Arbeitsplatz“ (IN 30.10.)

 

Helmut Kohl, am 3. April 1930 in Ludwigshafen geboren, kam als erster deutscher Regierungschef, promovierter Historiker, durch ein konstruktives Misstrauensvotum am 1. Oktober 1983 an die Macht. Mit 48,8 % der Stimmen kamen CDU und CSU bei der nationalen Wahl 1983 auf ein nie mehr erreichtes Ergebnis. Am Montag erhielt er aus den Händen von Bundespräsident Roman Herzog die Entlassungsurkunde. „Ich wünsche unserem Vaterland Glück und Gottes Segen“, sagte er u.a. bei der Ehrung mit dem höchsten militärischen Zeremoniell durch die deutschen Streitkräfte in Speyer (aus IS 30.10.)

 

24.10.

Pörtschach am Wörthersee - Tony Blair will auch über Verteidigung reden

(aus Neue Vorarlberger Tageszeitung – online über Bund: Politik)

 

„...Beim heute beginnenden 2-tägigen Treffen der Staats- und Regierungschefs werden zwar aller Augen auf die beiden EU-Newcomer Gerhard Schröder und den italienischen Ex-Kommunisten Massimo D’Alema gerichtet sein, inhaltlich konnte aber Tony Blair allen anderen die Show stehlen – und gleichzeitig auch Gastgeber Viktor Klima als SPÖ-Chef in Verlegenheit bringen. Denn der britische Premier macht sich für die Abschaffung der Westeuropäischen Union (WEU) als „unbrauchbares Bindeglied zwischen EU und NATO“ und für die Errichtung einer EU-Verteidigungskomponente stark. Dies ist deshalb revolutionär, weil die Briten solche Bemühungen auf europäischer Ebene bisher immer torpedierten......“

 

Münster:  „Erste Friedensordnung Europas“  

20 Staatsoberhäupter feiern Abschluss des Westfälischen Friedens vor 350 Jahren (von Michael Neubauer, aus „Frankenpost)

 

„Bundespräsident Roman Herzog wird nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche zu Osnabrück am Nachmittag in Münster die große Gedenkausstellung „1648 – Krieg und Frieden in Europa“  eröffnen- Die hohen Staatsgäste werden, ...in 20gepanzerten Limousinen von Fahrern des Bundeskriminalamtes chauffiert, um rechtzeitig die 500 Meter ausgelegten roten Teppich zu erreichen. Für die ¾-stündige Fahrt der gekrönten und ungekrönten Häupter über die A 1 nach Münster hat sich Bundespräsident Herzog etwas Besonderes einfallen lassen. Man reist – nicht in der Kutsche, wie weiland die rund 5000 zum westfälischen Friedenskongress geeilten Vertreter der verschiedenen europäischen Staaten – in zwei Luxusbussen, damit die Gäste die Zeit zum europäischen Plausch nutzen können. 40.000 Zaungäste werden erwartet, rund 1200Polizisten  sorgen für die Sicherheit von König Albert II. und Königin Paola von Belgien, Königin Margarethe II. von Dänemark und Prinz Hendrik, die niederländische Königin Beatrix und Prinz Claus, König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia von Schweden, König Juan Carlos I. und Dona Sofia von Spanien sowie König Harald von Norwegen und Frau Sonja. Erwartet werden auch Hans Adam II, Fürst von und zu Liechtenstein sowie Großherzog Jean von Luxemburg mit Frau Josephine Charlotte.

Außerdem haben die Bundespräsidenten von Österreich, der Schweiz sowie (vielen anderen) zugesagt. Der Papst entsendet Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano.“

 

29.10.

Gaza-Streifen:  Ein Zahal-Soldat, der 19jähr. Alexej Nejkow aus Haifa, wurde getötet und 5 Israelis wurden verletzt, als kurz vor 8.00h früh ein Sprengstoff-Auto ab der Kissufim-Sperre im südlichen Gaza-Streifen explodierte. Der Anschlag, unweit des jüdischen Siedlungsblocks Gusch Katif galt einem Schulbus, in dem etwa 40 Kinder aus den Siedlungen saßen. Der Attentäter hatte versucht, sich in einem mit Dutzenden Kilogramm Sprengstoff beladenen Fahrzeug zwischen den gepanzerten Schulbus und einen ihn begleitenden Militärjeep zu drängen. Der als militärische Eskorte mitfahrende Armeejeep blockierte das Auto jedoch, worauf es in die Luft flog. Die volle Wucht der Explosion traf den Zahal-Armeejeep, wobei einer der Soldaten getötet wurde. Ein 25-jähr. Reservist wurde schwer, ein anderer Soldat mittelschwer und 3 Zivilisten leicht verletzt. Sie wurden per Hubschrauber in das Soroka-Spital in Be’er-Schewa überführt. Der Schulbus, der von Kfar Darom nach Atzmona unterwegs war, wurde zwar beschädigt, doch infolge der Panzerung blieben die Schulkinder unverletzt. Viele von ihnen standen jedoch unter Schock und mussten psychologisch betreut werden. Der Befehlshaber des Zahal-Südbezirks sagte, dass die Geistesgegenwart der Zahal-Begleiter ein noch viel größeres Unglück verhütet habe. Wie sich später herausstellte, war der Selbstmord-Attentäter aus Khan Junis gekommen... (IN 30.10.)

 

Der 19jährige Soldat  der Givat-Brigade Amit Jaron wird auf der Intensiv-Station des Rambam-Spitals in Haifa behandelt, nachdem er am Mittwoch Nachmittag bei einem HisbAllah-Mörser-Beschuss der Zahal-Siedlung Karkom im Westsektor der Sicherheitszone lebensgefährlich am Kopf verletzt wurde. Später wurden im Ostsektor auch 4 Zahal-Soldaten verletzt, einer von ihnen schwer.

 

Die Polizei konnte die Knesset-Abgeordneten Benny Elon (Modelet), Mosche Peled (Zomet), Nissan Slomiansky (NRP) und Michael Kleiner (Gescher /Eretz Israel-Front) wegen ihrer parlamentarischen Immunität nicht daran hindern, eigenhändig eine Umzäunung um das von Mitgliedern des Siedlungsvereins „Ateret Kohanim“ bewohnte Haus im Jerusalemer Araberviertel Ras el Amud zu errichten. (IN 30.10.)

 

Potsdam:

„Alt-Bundespräsident von Weizsäcker fordert Engagement gegen rechte Gewalt“  Gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus – Manifest für Toleranz mit viel Prominenz in der überfüllten Nikolaikirche in Potsdam (von Heinz Bülow – IN 30.10.)

„...Viel Prominenz hatte der Einladung Folge geleistet...MP Stolpe, die Minister der Landesregierung, der Bischof der Evangelischen Landeskirche von Berlin-Brandenburg Huber, sowie Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, Potsdams neuer Oberbürgermeister Platzeck und Polizeipräsident Graf von Schwerin. Der Parteichef der PDS, Prof. Dr. Bisky war ebenso gekommen wie Mitglieder des Diplomatischen Corps, Wirtschaftsmanager, ausländische Mitbürger, Hausfrauen, Lehrer und Schüler ....Toleranz gegenüber dem Nachbarn und dem jüdischen Auswanderer aus der ehemaligen Sowjetunion genauso wie gegenüber dem afrikanischen Studenten, war die Botschaft. Brandenburg macht sich auf den Weg. Um es mit den Worten von MP Stolpe zu sagen: „Ganz in dem Geiste, mit dem Brandenburg schon vor über 300 Jahren in die Neuzeit trat.“

 

 

Evangelische Allianz  - Großes  Interesse an der Geschichte Israels

Rund 70 Teilnehmer an 3-tägigem Seminar zum Thema Juden und Christen in Hettstett (von Ursula Schabert – IN )

„Mit Pfarrer I.R. Winfried Amelung aus Chemnitz, Leiter des Arbeitskreises „Hilfe für Israel“ hatte man einen hochkompetenten Referenten gewonnen, der die Thematik vielseitig und immer wieder spannend aufbereitete. Judenverfolgungen und -pogrome wurden auch daraufhin beleuchtet, woher eigentlich die christliche Kirche ihr Überlegenheitsgefühl der „Synagoge“ gegenüber beziehe.“

 

Be’er-Schewa 

23 Parteilisten bewerben sich um 28 Plätze im Stadtrat der heute 140.000 Einwohner zählenden Stadt.

 

Schweiz

In einer offen antisemitisch formulierten Strafanzeige an die schweizerische Bundesanwaltschaft fordern 21 meist millionenschwere Unterzeichner die Verfolgung des sozialistischen Genfer Nationalrates, Soziologieprofessors und Bestsellerautors Jean Ziegler. Ihr Vorwurf: Landesverrat!  Ziegler soll durch seine Kontakte zu U.S.-Senator Alfonse D'’Amato - in der Anzeigenschrift als ‚Agent jüdischer Organisationen‘ betitelt - und zum Jüdischen Weltkongress die Sicherheit der Schweiz gefährdet haben......Die 21 Unterzeichner der Anzeige werfen Ziegler vor, die Schweiz im Zusammenhang mit der Raubgoldaffäre und den Konten von jüdischen Opfern des Naziregimes auf Schweizer Banken systematisch verleumdet zu haben. Insbesondere mit der Publikation seines Bestsellers „Die Schweiz, das Gold und die Toten“, Bertelsmann, München, 1997, sowie mit seiner Teilnahme am Hearing des von Senator D’Amato präsidierten Bankenausschusses des U.A.-Senats habe Ziegler der ‚Erpressung‘ jüdischer Organisationen sowie ‚gewisser amerikanischer Staaten und Gemeinden‘ in die Hände gearbeitet......

 

Anfang November

Obwohl im Wye-Abkommen festgelegt wurde, gegenseitige Hetze und Aufforderung zum Hass des anderen gesetzlich zu ahnden, wurde wenige Tage nach Unterzeichnung des Abkommens vom offiziellen palästinensischen Fernsehen eine Sendung über den Glauben der Juden ausgestrahlt, in der es unter anderem hieß: "Ihre Torah (1.-5.Mose) heute ist lediglich eine Sammlung ... von Lügen über Gott". - "die Juden sind der Same des Satans und der Teufel". - "Die Juden glauben nicht an Gott noch an die Endzeit."

  

6. November

berichten die Israel Nachrichten:

„Wien: Vor einigen Jahren haben Archäologen in der Mitte Wiens am Judenplatz die Reste der Synagoge Or Sarua entdeckt. Im 15. Jht. hatten katholische Christen diese Synagoge und die Wiener Juden verbrannt, nachdem Priester Lügen wie die Ritualmordbeschuldigung verbreiteten. Am Judenplatz befindet sich eine Tafel, auf der u.a. folgende Sätze stehen: ‚Im Jahr 1421 tobte Rachgier durch die Stadt / Die furchtbaren Verbrechen der hebräischen Hunde zu sühnen / Die Welt wurde einst durch die Sintflut gereinigt / Doch diesmal wurde die Schuld in den Flammen gebüßt.“ In 2 Wochen wird Kardinal Christoph Schönborn am gleichen Ort eine Tafel einweihen, auf der u.a. steht: „Heute bereut die Christenheit ihre Mitschuld an den Judenverfolgungen und erkennt ihr Versagen.“

 

Im Rahmen eines Dinner-Gesprächs im Jerusalemer King David Hotel erläuterte der brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe die Marschrichtung der deutschen Sozialdemokratie im 21. Jahrhundert. Auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung nahmen ausgewählte Vertreter aus Presse, Politik, und Wissenschaft an der Diskussionsrunde teil...“ (IS)

 

Im Rahmen eines von der Konrad-Adenauer-Stiftung organisierten Dinner-Empfangs im Jerusalemer Ticho-Haus referierte die ehemalige Präsidentin des deutschen Bundestages, Frau Prof. Dr. Rita Süßmuth, am vergangenen Montag zum Thema „Deutschland an der Schwelle zum 21. Jahrhundert.....“Wir können uns nicht mehr heraushalten“, resümierte die ehemalige Bundespräsidentin.

 

09. November

Mühlhausen, Thüringen

Anlässlich des 60. Jahrestages der Reichspogromnacht findet die Wiedereinweihung der 1841/42 erbauten Synagoge statt. Das jüdische Gotteshaus blieb vor der Zerstörung der Nazi-Schergen verschont, weil man die Ausweitung eines Brandes auf die gesamte Nachbarschaft fürchtete. (Israel-Nachrichten 30.10.)

 

11.November

Berlin: Ephraim Kishon (1924 in Budapest geboren, emigrierte 1949 nach Israel,  lebt heute in Tel Aviv und Appenzell) inszeniert Uraufführung seines Jesus-Stückes „Der Vaterschaftsprozess des Joseph Zimmermann“. Premiere ist heute. (Von seinen Büchern wurden weltweit 40 Mio Exemplare in 35 Sprachen verkauft, allein im deutschsprachigen Raum 28 Mio. Für seine Filme erhielt er 3x den Golden Globe, 2 x war er für den Oscar nominiert.)

 

16.11.                            

Beer Sheva

Eröffnung des „Zentrums für Deutsche Studien“, auf dem Campus der Ben-Gurion-Universität Beer Sheva durch Prof. Dr. Roman Herzog, Eser Weizman, Frau Christiane Herzog, Frau Reumam Weizman; unter Teilnahme von Prof. Avishay Braverman, Präsident der Universität; Dr. Ottfried Hennig, Generalsekretär der Konrad-Adenauer-Stiftung; Prof. Frank Stern, Direktor des Zentrums für Deutsche Studien; Dr. Johannes Gerster, Leiter der K.-Adenauer-Stiftung in Israel. Bei dieser Gelegenheit wird Bundespräsident Herzog die Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion-Universität verliehen.

 

24.-26.11.

Johannes Rau, bisheriger Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, eventuell künftiger Bundespräsident, besucht Israel. Die Friedrich-Ebert-Stiftung (sie ist weltweit in 70 Ländern vertreten und organisiert jährlich 2000 Konferenzen) plant eine große Veranstaltung mit ihm. (IN 4.9.)

 

Schweiz

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu tritt einen Staatsbesuch in die Schweiz an. Er wurde vom Präsidenten der Eidgenossenschaft Flavio Cotti eingeladen, der im Mai Israel besucht hatte. Netanjahu will die Differenzen ausräumen, die durch die Bewertung der Rolle der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs verursacht wurden.

 

Ben-Gurion-Flughafen Tel Aviv

Um 1 h Ortszeit soll das Flugzeug mit Bill Clinton landen. Zum Festessen am Sonntag Abend in Jerusalem sind 400 Personen geladen, darunter Oppositionschef und IAP-Vorsitzender MdK Ehud Barak, nicht aber Ex-Premier Peres und Jitzhak Schamir.

 

Ganim    

In der jetzt territorial isolierten jüdischen Siedlung im Norden Samarias sind 32 der insgesamt 42 dort wohnenden Familien zur Umsiedlung bereit, falls sie von der Regierung eine Entschädigung erhalten.

 

16.12.     

Obwohl ihm ein Amtsenthebungsverfahren droht, hat US-Präsident Bill Clinton im Duell mit dem irakischen Staatschef Saddam Hussein Härte und Entschlusskraft bewiesen. Als der starke Mann in Bagdad zum dritten Mal in elf Monaten die Waffenkontrolleure der Vereinten Nationen herausforderte, war für Clinton die Zeit diplomatischer Vermittlungsversuche vorüber. So erteilten er, der britische Premier Tony Blair und US-Verteidigungsminister William Cohen am Mittwoch den Angriffsbefehl. (IN 18.12.)

 

Mit massiven Luftangriffen auf den Irak haben die USA und Großbritannien auf die jüngsten Behinderungen internationaler Waffenkontrolleure durch Bagdad reagiert. In einer Dringlichkeitssitzung des Weltsicherheitsrates in New York verurteilten in der Nacht zum Donnerstag vor allem Russland, China und der Irak selbst die Angriffe. Saddam Hussein rief sein Volk zum Standhalten gegen die ‚arroganten Aggression der Feinde Gottes, der Nationen und der Menschheit‘ auf. Gott wird euch den Sieg geben und Schande wird über die Feinde kommen‘, war seine Botschaft in INA.

 

Israel stellt in verschiedenen Gegenden Israels Raketenabwehr-Systeme ‚Patriot‘ sowie Flak-Batterien auf...

 

Bethlehem:

Im Flüchtlingslager Dehaischeh und in einigen anderen palästinensischen Ortschaften kommt es zu spontanen Kundgebungen  zum Zeichen der Solidarität mit Irak. Dabei wurden amerikanische und israelische Fahnen verbrannt und es ertönte der Slogan von 1991: „Ya Saddam, ya habib, udrub, udrub Tal Abib“ (O Saddam, o lieber Freund, beschieße, ja beschieße doch Tel Aviv)

An der Grabstätte Rachels wurden die diensthabenden Zahal-Soldaten mit Steinen beworfen, aber die palästinensische Polizei drängte die Randalierer zurück.

 

Eilat: Etwa 800 britische Touristen haben den israelischen Kurort Eilat am Roten Meer verlassen... Einige hundert Touristen, die Anfang nächster Woche ihren Weihnachts-Sonnenurlaub in Eilat antreten wollten, haben ihre Buchungen storniert.

 

Paris:

Der französische Autor Roger Garaudy ist wegen Leugnung des Holocaust zu 9 Monaten Haft auf Bewährung und 160.000 Franc Geldstrafe verurteilt worden

 

„Sensation im Nilschlamm: Deutsche finden Palast von Pharao Ramses II.

Unter einer 60 cm dicken Schlammschicht haben deutsche Archäologen vom Hildesheimer Römer- und Pelizaeus-Museum erstmals Überreste eines 3250 Jahre alten Wohnpalastes von Pharao Ramses II. gefunden. Grabungsleiter Edgar Pusch beschreibt seine archäologische Sternstunde so: ‚Es war der 6. Dezember um 7.00 Uhr morgens. Ein Vorarbeiter sagte, da liegt ein Stück, das sieht besonders aus  (25 x 10 cm).  Ich habe gedacht, das ist doch eine Kartusche. Mit einem Fön haben wir die Quarzkörner weggepustet. Dann kam erst ein strahlendes Ägyptisch-Blau, danach Gelb und Rot zum Vorschein. Der Name ging mit Ra los, und die Maat-Feder war auf dem Hut. Seit mehr als einem Jahrzehnt gräbt Pusch in Pi-Ramsesse, der etwa 100 km nördlich von Kairo gelegenen Hauptstadt des bauwütigen Pharaos (Herrschaft von 1290 bis 1224 v.d.Z.)  Pusch wähnte sich auf der richtigen Fährte, als er auf einen vergoldeten Fußboden stieß. „Nach 2 Monaten Arbeit haben wir 180 qm freigelegt, und kein Ende ist in Sicht“ .Zum Palast gehören „unheimlich viele Räume“. Die 2,10 m dicken Mauern aus Sandziegeln sind exquisit gemauert, mit Stuck verputzt und polychron bemalt. 1995 hatte der Amerikaner Kent Weeks im Tal der Könige von Luxor das Grab der Söhne von Ramses II. gefunden.

 

Himmler’s Tochter Gudrun, verheiratete Burwitz, 69Jahre alt, wohnt in Fürstenried bei München und arbeitet als führendes Mitglied im Verein Stille Hilfe – einer Organisation, die Nazis geholfen hat, Klaus Barbie etwa oder Erich Priebke, und bis heute hilft. Tschechien verlangt die Auslieferung des Rentners Anton Malloth. Er soll als SS-Oberscharführer im Gestapo-Gefängnis „Kleine Festung Theresienstadt“ an der Tötung von mindestens 700 Gefangenen beteiligt gewesen sein. In der CSSR war er zum Tode verurteilt worden – in Abwesenheit, dank Stille Hilfe. Heute lebt er in Pullach im Altersheim des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und wird jede Woche von Gudrun Burwitz besucht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz kennt den Verein – hält ihn für „harmlos“.........

 

Hermine Ryan, 79 J., ehemalige bestialische KZ-Aufseherin im KZ Majdanek, wurde 12 Jahre lang im Gefängnis von Ehepaar Kuhlmann aus Wuppertal besucht, bis sie ihre Strafe abgesessen hatte. Jetzt lebt sie in einem Appartement in einer Bochumer Altenwohnanlage. Der derzeitige Vereinsvorsitzende Horst Janzen, wohnt ebenfalls in Wuppertal und lädt alle 3 Jahre zu einem Mitgliedertreffen nach Rothenburg an der Wümmer ein. (aus Artikel von Thorsten Schmitz, IN 18.12.)

 

18.12.

Zehdenick

„Im 19. Jahrhundert aufgelöste jüdische Gemeinde wieder entdeckt. Versunkener Friedhof freigelegt und historische Funde in Zehdenik“.

Brandenburgs Kulturminister Reiche: Schüler-Engagement gibt Beispiel für das Land. Der Ort ist 700 Jahre alt und liegt an der Havel. Einst war hier, dank großer Tonlagerstätten, die größte europäische Ziegelproduktion, die 1901 eingestellt wurde. Die 11.000-Seelen-Gemeinde liegt am Rande der Schorfheide, in der einst Hitlers Reichsmarschall und Reichsjägermeister, Hermann Göring, wie ein Feudalfürst residierte und in der nachfolgenden Diktatur Erich Honecker zur Diplomatenjagd blasen ließ.

Bereits 1680 konnte der erste jüdische Bürger in Zehdenick nachgewiesen werden. Seit 1725 gab es Verkaufsverhandlungen wegen einer Begräbnisstätte. Im Jahre 1766 verkaufte König Friedrich II. den Platz an die Jüdische Gemeinde. 1850 lebten 115 jüdische Bürger in der Stadt. 1899 löste sich die Gemeinde auf. 1938 zogen die Letzten nach Berlin. Eine um die Jahrhundertwende verschwundene Synagoge und ein um 1850 erbautes jüdisches Badehaus konnten lokalisiert werden. Aus verstreuten Aufzeichnungen und dem Berliner Gedenkbuch konnten von Lehrer Hansjürgen Werner seinen Schülern die ersten Namen ermittelt werden:

 

      Abraham Cohn, geb. 1857, gestorben 1942 in Theresienstadt

      Ida Federmann, geb. 1860, gestorben 1942 in Theresienstadt

      Rose-Marie Hirschfeld, geboren 1912, gestorben 1943  in Auschwitz

      Cäcilie Zöllner, geboren 1867, gestorben 1942 in Theresienstadt

      die Töchter des Ziegeleibesitzers Zöllner, Anni, geb. 1915,

      gest. 1943   Hertha, geb. 1908, gestorben 1943

      Gertrud, geb. 1904, gestorben 1943,     alle in Auschwitz

 

Bei den Nachforschungen erfuhren die Schüler auch, dass die Mutter der berühmten Rahel Varnhagen von Ense, Chaie Levin, genannt Heichen, in Zehdenick geboren wurde. 62 Grabsteine fanden sich in der Wildnis, der älteste von 1766, der jüngste von 1898. Als kleine Sensation erwies sich der Fund einer fast völlig erhaltenen Mikwe. Auch dieses rituelle Bad war wie die großen Grabsteine im Laufe eines Jahrhunderts unter Schutt und Gestrüpp langsam versunken. (aus IN, von Heinz Bühlow.)

 

19. Dezember 

Der Fastenmonat Ramadan beginnt:

Fasten, Schlemmen und Nächte werden zum Tag: Knapp 1 Milliarde Menschen wartet weltweit auf die „Nacht des Zweifels“. Wenn die Gläubigen von Marokko bis zu den Philippinen mit bloßem Auge die Sichel des Neumondes sehen, gehen für 30 Tage in der arabisch-islamischen Welt die Uhren wieder anders. Nach islamischer Überlieferung offenbarte Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed die 114 Suren des Koran. Dort steht: Eßt und trinkt, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgenröte zu unterscheiden ist. (IN 18.12.)

 

23. Dezember 1998

Hamas-Gründer Scheich Achmed Jassin rief nach seinem vor 2 Monaten verhängten und jetzt aufgehobenen Hausarrest prompt zum gemeinsamen Kampf „gegen den zionistischen Feind“ auf.

 

Jassir Arafat will sich demnächst in Kairo mit dem Chef der radikalen „Demokratischen Front“, Nayef  Hawatmeh, treffen

Die palästinensische. Behörde hat sich verpflichtet, 5 Millionen NIS an Israel zu überweisen, um ihre Schulden für den Wasserverbrauch zu begleichen.

 

Nordisrael: Der Hisb-Allah-Raketenangriff auf Galiläa richtet großen Schaden an. Von insgesamt 32 Katuscha-Raketen beschädigten vor allem in der Grenzstadt Kiriat Schmona etwa 250 Wohnungen, ein Einkaufszentrum, eine Obstplantage und Dutzende von Autos.

 

24.12.       

Neuwahlenbeschluss in Israel.

 

Benjamin Netanjahu  war am 30. Mai 1996 zum Regierungschef  gewählt worden. 1976, nach dem Tode seines Bruders Jonathan, der bei der Kommando-Aktion zur Befreiung einer entführten Air France Maschine im ugandischen Entebbe erschossen worden war, gründete er noch in seiner Studienzeit in den USA ein „Anti-Terror-Institut“, dessen wohl besuchte Veranstaltungen dem damaligen Botschafter Israels in den USA, Mosche Arens, auffielen, er protegierte Netanjahu, bald war er seine Nummer zwei und wenig später Botschafter Israels bei den Vereinten Nationen. Seine Karriere in Israel begann vor 11 Jahren. Inzwischen selbst Veteran einer israelischen Elite-Einheit, machte der Kenner der geschliffenen Diplomatensprache schnell Eindruck beim Likud. Nach dem Rücktritt Jitzchak Schamirs und bitteren partei-internen Rivalitäten setzte sich Netanjahu 1993 an die Parteispitze. Er wurde bekannt als „Meister der Kunst der 30-Sekunden-Erklärung“. Der Opposition warf er jetzt vor:  „Ihr seid die Regierung, die Arafat will.“.(IN 25.12.)

 

25.12. Israel: Konrad-Adenauer-Stiftung zieht Bilanz

Israel ist 50 – Deutschland wird 50

Programme das ganze Jahr  hindurch, z.B. April 1999:

Start des Partnerschaftsprogramms des Peres-Friedensinstitutes und der Stiftung zur Begründung von deutsch-israelisch-palästinensischen Städtepartner-schaften in Tel Aviv. 23-24. Mai 1999: Internationale Konferenz des Helmut-Kohl- Institutes an der Hebräischen Universität (IN 25.12.)

 

W i e n 

90. Geburtstag Wiesenthals

Österreich zeigt sich am Ende der EU-Präsidentschaft von seiner besten Seite. Simon Wiesenthals 90. Geburtstag, der auf den 31. Dez. fällt, wird schon Mitte Dezember in der Wiener Hofburg mit einer internationalen Konferenz über die Ursprünge des Hasses gefeiert. Am Eröffnungsabend hielt Bundespräsident Dr. Thomas Klestil eine viel beachtete Rede, in der er auch nicht vergaß, die Schattenseiten der Vergangenheit zu erwähnen Unterrichtsministerin Dr. Elisabeth Gehrer sprach über die Bemühungen, die Jugend aufzuklären. Eindrucksvoll, wie der über 90jährige Kardinal König seine Rede ohne Brille liest! Simon Wiesenthal, der gefeiert werden sollte, war leider krank, aber seine großartige Rede wurde vorgelesen. ...

Inwieweit werden die noble Grundsätze, zu denen sich das offizielle Österreich bei solchen internationalen Konferenzen in der täglichen Praxis angewendet?

Am selben Tag, als die Konferenz begann, stellte sich heraus, dass in einer im rechts-extremistischen deutschen Arndt-Verlag erschienenen Festschrift für den holocaust-leugnenden Briten David Irving, der in Österreich per Haftbefehl gesucht wird, auch zwei Österreicher vertreten sind, nämlich Dr. Lothar Höbelt, der 1997 zum Ao. Univ. Prof. für Neuere Geschichte an der Universität Wien ernannt wurde und Dr. Heinz Magenheimer, Angehöriger der österr. Landesverteidigungsakademie und leitender Mitarbeiter des Bundesministeriums für Landesverteidigung. Dr. Magenheimer hat sich bereits einen Namen als „revisionistischer“ Militärhistoriker gemacht. Seinerzeit warf er dem sowjetischen Schriftsteller Ilja Ehrenburg „alttestamentarischen Hass“ vor und verharmloste die nationalsozialistischen Verbrechen. Im Bundesministerium für Landesverteidigung wird derartiges anscheinend als Traditionspflege betrachtet und als Ausdruck von „Meinungsfreiheit“ geduldet, als ob eine solche Geschichtsumschreibung etwas mit seriöser Wissenschaft zu tun hätte. Auf Anfrage beim Pressebüro des Ministeriums wurde die Gegenfrage gestellt, ob denn der Herr Dr. Magenheimer durch die Publikation in einer Festschrift für David Irving straffällig geworden ist. Was natürlich nicht zutrifft. Aber der Fall illustriert, wie die von staatstragenden Politikern postulierten Werte in die Praxis umgesetzt werden. (von Karl Pfeifer, IN 25.12.)

 

Wolfsburg

Volkswagen-Konzern leistet erste Zahlungen an Ex-Zwangsarbeiter         

Aus dem kürzlich eingerichteten Hilfsfonds haben 17 frühere polnische Zwangsarbeiter und 31 ehemalige Zwangsverpflichtete aus den Niederlanden je 10.000 DM erhalten. Das teilte VW in Wolfsburg mit.

Aus Sicht des Bevollmächtigten von mehreren hundert ehemaligen Zwangsarbeitern, Klaus von Münchhausen, ist die von VW gezahlte Summe von 10.000 DM allenfalls für Betroffene in Osteuropa „aufgrund des Währungsgefälles“ akzeptabel... Die Ansprüche der Betroffenen an VW lägen bei mindestens 20.000 DM, in Einzelfällen deutliche höher. VW hatte im September als erstes deutsches Industrieunternehmen eine generelle Entschädigung für noch lebende Zwangsarbeiter beschlossen und einen mit 20 Millionen Mark ausgestatteten Hilfsfonds eingerichtet.

Bei der damaligen Volkswagen GmbH arbeiteten während der Nazi-Zeit rund 15.000 bis 20.000 Zwangsarbeiter, darunter in den Jahren 1944/45 etwa 1.500 Juden. Bislang hätten sich rund 300 ehemalige Zwangsarbeiter gemeldet...“ (IN 25.12.98)

 

1998

Israel:

Seit 1948 sind über 18.250 israelische Männer und Frauen in den Kriegen umgekommen, um die man in über 25 250 Familien trauert.

Über 62.120 Israelis wurden zu Invaliden

 

Seit 1948 wurden durch arabische Terroristen über 2.250 israelische Männer, Frauen und Kinder in Israel ermordet. Durch den weltweiten arabischen Terror wurden 75 israelische Diplomaten getötet

 

 

 

Das Jahr 1999  

 

Ende Januar

feiert die Hamas in den palästinensischen Autonomiegebieten ihren 12.Jahrestag. Dabei zeigte sie in aller Öffentlichkeit in einer Art Schauspiel, wie man gefangene israelische Soldaten foltert und umbringt. Öffentlich warben sie auch für neue Selbstmordattentäter. Die palästinensische Polizei schritt nicht ein.

 

08.02         

Jordanien: König Hussein wird beigesetzt.

3 Wochen danach besucht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu den Sohn, König Abduallah (IN)

 

13.02.

Budapest: Mehrere 100 Rechtsextremisten aus Ungarn, Deutschland, Österreich und anderen Ländern sind zu einer von den Behörden geduldeten Waffen-SS-Gedenkfeier auf der Budaer Burg zusammengekommen. 3 deutsche Neonazis, die Polizisten bei einer Personenkontrolle mit Bierflaschen bewerfen, werden Anfang März zu 8 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. (IN)

 

19.02.

BILD-Interview mit Jassir Arafat: „Wir werden Deutschlands Hilfe nie vergessen“ von Oliver Santen. Arafat besucht am Montag Deutschland und trifft Kanzler Gerhard Schröder… „Ich komme mit einem Gefühl der Dankbarkeit und der Freundschaft nach D. Das palästinensische Volk wird die großartige Hilfe, die die Bundesrepublik seit 1993 beim Aufbau unseres Landes geleistet hat, nie vergessen.“ …

„Wir betrachten Europa als unseren Nachbarn, der mit uns leidet, wenn die Gewalt im Nahen Osten eskaliert und der ebenso wie wir von einem Frieden in der Region profitiert.“ …

 

„Wir haben hervorragende Beziehungen zu Deutschland. Kein Land hat uns so unterstützt, ein Drittel der EU-Fördergelder stammen aus der Bundesrepublik. Deswegen sind wir nicht nur zufrieden, sondern auch überaus dankbar. Ohne diese Hilfe wäre uns der Aufbau der Infrastruktur in der Westbank und dam Gazastreifen kaum gelungen.“

(Der Friedensnobelpreisträger (69) ist seit 1992 mit der Christin Souha (35) verheiratet. Tochter Zahwa ist 3 Jahre alt)

 

02.03.           

Im Kibbutz Reschafim, in der Bet Sche’an-Ebene, wird der am Sonntag im Süd-Libanon gefallene, allgemein beliebte und geachtete Brigadegeneral Eres Gerstein s.A. unter riesiger Beteiligung zu Grabe getragen. Die Beerdigung wurde um einen Tag verschoben, damit sein Bruder Ofer aus den USA einfliegen und an der Grablegung teilnehmen konnte.

 

Metulla: Inzwischen hat Brigadegeneral Eli Amitai das Erbe seines gefallenen Vorgängers angetreten. Amitai hat erst vor einem Jahr den Libanon verlassen, nachdem er seine Zeit als Kommandeur der Koordinationseinheit, seinerseits als Vorgänger Gersteins, beendet hatte. Sonntag zur Mittagszeit war er in seiner Kanzlei im Generalstabs-HQ, als die Hiobsbotschaft eintraf. Er hatte gerade  ein Gespräch mit Generalstabschef Schaul Mofas über technische Fragen, als die traurige Neuigkeit alles andere in den Hintergrund rückte.

 

Die Hisbollah hatte einige Male versucht, ein Attentat gegen Amitai zu verüben, als er noch den Posten in Südlibanon innehatte. Einmal bombardierte die Hisbollah den Ort Dschezzin, kurze Zeit nachdem Amitai ihn verlassen hatte. Im Dezember 1996 geriet sein Konvoi in einen Hinterhalt. Amitai und seine Soldaten stürmten auf die Hisbollahleute los, und er tötete zwei von ihnen. Kurze Zeit darauf wurde er ganz leicht verwundet, als die Hisbollah eine Stellung der Zadal beschoss, wo er sich gerade aufhielt.

Im Oktober 1997 legte die Hisbollah eine Sprengladung an der Straße, an der Amitais Konvoi vorbeikommen sollte – in dem er sich nicht befand. Als er an den Tatort kam, um den Fall zu ermitteln, eröffneten die Terroristen Mörserfeuer auf Amitai und seine Leute, ohne ihn zu treffen. Paradoxerweise wurde er, der so vielen Scharmützeln entging, beinahe Opfer eines Verkehrsunfalls... (IN)

 

Der Irak warf den USA erneut vor, durch Luftangriffe im Norden des Landes eine wichtige Ölpipeline in die Türkei beschädigt zu haben. Nach irakischer Darstellung war bereits am Sonntag durch die amerikanische Bombardierung eine Pumpstation der Pipeline beschädigt worden, die in den türkischen Hafen Ceyahn führt. In Bagdad hieß es ferner, bei den Luftangriffen seien in der Siedlung am Ölfeld Ein Zala eine Person getötet und neun verletzt worden. (IN)

 

 

03. März

Kuweit: Der jordanische Außenminister, Abdullah el-Chatib, ist gestern in Kuweit eingetroffen, um fast einem Jahrzehnt kühler Beziehungen zur irakischen Invasion des Jahres 1990 ein Ende zu setzen. Er  überbrachte dem Emir, Scheich Jabr elAchmed el Sabach, von König Abdullah eine Note, und das Hauptereignis des Besuchs ist die Wiedereröffnung der jordanischen Botschaft am heutigen Mittwoch. Sie wurde auf kuweitische Initiative im Februar 1991 nach dem Sieg der Alliierten geschlossen. Hunderttausende palästinensischer Gastarbeiter wurden damals von Kuweit ausgewiesen und abgeschoben. (IN)

 

New York: Der Jüdische Weltkongress will etwa in einem Monat über einen Boykott oder Sanktionen gegen 10 französische Großbanken entscheiden. Das kündigte der geschäftsführende Direktor, Elan Steinberg, an. „Die Banken und die französische Regierung schulden uns noch wenigstens 7 Milliarden Franc...“ (IN)

 

Köln/Stuttgart: Etwa 100 ehemalige Nazi-Zwangsarbeiter erwägen eine Entschädigungsklage gegen den Automobilkonzern Daimler-Chrysler. Die 2 Gruppen von jeweils etwa 50 polnischen ehemaligen Konzentrationslager-Häftlingen seien während des Zweiten Weltkrieges in Mannheim und Genshagen bei Berlin in der Lastwagen- und Flugzeugmotoren-Fertigung für Daimler tätig gewesen. Der Konzern habe im vergangenen Jahr individuelle Schadenersatz-Zahlungen abgelehnt.......(IN)

 

04.03.

US-Verteidigungsminister William Cohen beginnt eine ausgedehnte Nahostreise. Bis 12. März wird er Ägypten, Israel, Jordanien, Saudi-Arabien, Kuweit, Bahrein, Oman, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate besuchen. Er wird sich mit seinen Amtskollegen treffen und die in der Region stationierten amerikanischen Truppen-Einheiten besuchen. (IN)

 

26.03.             

Die Einwohner von Kirjat Schmona, Naharia und anderen Ortschaften, die ihre Schutzräume nach 18 Stunden verlassen konnten, feierten gestern das Purim-Fest (IN)

 

29.03.           

Der New Yorker Senator Daniel Patrick Moynihan schlug eine zeitweilige Kompromisslösung für die Verlegung der amerikanischen Botschaft in Israel nach Jerusalem vor. Es soll ein geeigneter Standort für diplomatische Funktionen ausgewählt werden – eventuell das Jerusalemer  Laromme-Hotel – bis die endgültigen Gespräche zwischen Israel und den Palästinensern abgeschlossen sind, um die Absicht der USA, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, klarzumachen. (NAI)

 

Die Hamas-Terrororganisation erneuerte ihre Drohungen, israelische Soldaten zu kidnappen, um sie außer Landes zu schmuggeln und als Erpressungsmittel zur Befreiung palästinensischer Gefangener zu nutzen. (NAI)

 

30. März

Israels Regierung schloss in Jerusalem 3 illegale Büros der palästinensischen Autonomiebehörde. Es handelte sich um den palästinensischen Gefangenen-Club und das Büro für Telegrafendienste sowie um das Büro des palästinensischen Vizeministers für christliche Angelegenheiten. Alle diese Büros waren schon früher da, doch seit die pal. Autonomiebehörde diese Einrichtungen unter ihre Hoheit nahm, sind sie laut Oslo- und Wye-Abkommen in Jerusalem illegal. (NAI)

 

Israel plant die Öffnung eines Konsulats in St. Petersburg. Dies wurde auf dem Treffen zwischen Außenminister Sharon und russischen Beamten in der vergangenen Woche während des öffentlichen Besuchs des Ministers in Moskau vereinbart. (NAI)

 

Von einem Geheimpakt zwischen Milosevic und Saddam, berichtet die konservative britische Sonntagszeitung „Sunday Telegraph“. Danach unterstützt der Irak Jugoslawien mit Waffen und Geld und nimmt dafür die Hilfe der Serben beim Wiederaufbau seiner zerstörten Luftabwehr in Anspruch. Nach Informationen... wollen die Iraker von den Serben das Luftabwehrsystem SA-7 übernehmen, um sich gegen die Angriffe amerikanischer und britischer Kampfbomber zur Wehr zu setzen. Serbische Techniker arbeiteten im Irak bereits an der Verbesserung von Luftabwehrstellungen. Die Allianz sei Anfang März beim Besuch einer serbischen Delegation in Bagdad besiegelt worden. (IN)

 

KIEL: Die Fahne Israels wurde gestern auf dem ersten von 3 U-Booten der „Delphin“-Klasse gehisst, die auf der deutschen Werft für die Zahal-Marine gebaut werden. (IN)

 

In Vorschau auf das Morgen Abend beginnende Pessachfest werden die 4 ½ Millionen Juden Israels während der 8 Feiertage 16 Millionen Flaschen Wein und 1.500 Tonnen Mazzoth, ungesäuerte Brote, verzehren, was gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um  10 % sein wird. (NAI)

 

Chamonix: Verheerender Brand im Montblanc-Tunnel...............

Als im Juli 1965 die ersten Autos durch den neuen Montblanc-Tunnel rollten, hatten Franzosen und Italiener ein Jahrhundert-Projekt abgeschlossen. Erst dieser 11,6 km lange Tunnel zwischen Chamonix und dem Aosta-Tal ermöglichte ganzjährigen Straßenverkehr über die Alpen. Der Montblanc mit 4.807 Metern Europas höchster Berg, wurde zu einem touristischen Nadelöhr. Stündlich können etwas 660 Autos in beiden Richtungen durch das 2-spurige Bauwerk fahren. – Die Arbeiten begannen im Januar 1959, nachdem Frankreich und Italien den Vertrag 1953 unterzeichnet hatten. 3 ½ Jahre dauerte es, bis am 14. August 1962 mit Presslufthämmern der letzte Durchbruch geschafft war. Insgesamt wurden für den 8.60 Meter breiten und 6 m hohen Tunnel fast 1 Million cbm Gestein abgetragen. 23 Arbeiter verloren bei den Bauarbeiten ihr Leben. – Seit seiner Eröffnung 1980 hat der St. Gotthard-Tunnel in der Schweiz mit einer Gesamtlänge von 16.3 km die „Spitzenposition“ übernommen. (IN)

 

31. März

Israels Hilfssendung für Kosovo durfte auf Befehl der NATO nicht abgeschickt werden, obwohl die beladene Maschine schon startbereit war. Israel will auch Flüchtlingskinder aus dem Kriegsgebiet aufnehmen. (NAI)

 

Heute Abend beginnt das 8-tägige Passahfest der ungesäuerten Brote, das an den Exodus der Kinder Israel aus Ägypten erinnert. Die Sederfeier wird so gefeiert als hätte jeder Einzelne seinen Auszug aus dem Sklavenhaus der Fremde erlebt. (NAI)

 

02. April  

Netanjahus Likud-Partei erhielt unerwartet für den Wahlkampf von den Drusen Schützenhilfe. Der Druse, Brigadegeneral Amal Asad, verließ die Zentrumspartei und wechselte zum Likud über, weil er im Likud nicht nur als wahltaktischer Vertreter der Minoritäten, sondern als vollwertiger Israeli behandelt wird. (NAI)

 

Der katholische Patriarch von Jerusalem. Michel Sabbah, erklärte in seiner Osterbotschaft: „Ich bin für niemanden und gegen niemanden, aber ich hoffe, dass die israelische Regierung genug Vision habe, um den Palästinensern ihre Unabhängigkeit und Freiheit zu geben." (NAI)

 

Im Norden von Jerusalem warfen in zwei arabischen Dörfern Palästinenser Steine auf israelische Fahrzeuge, wodurch Israelis verletzt wurden. Israels Polizei verhängte über diese Dörfer vorübergehende Ausgangssperre. (NAI)

 

03. April

Der jordanische Ministerpräsident Rawahdhe machte in einer Rede Israel für den Stillstand des Friedensprozesses verantwortlich und erklärte, dass der Frieden für die Araber ein strategisches Angebot, aber nicht um jeden Preis zu haben sei. (NAI)

 

05. April

Anlässlich des Priestersegens beten in aller Frühe 100.000 Juden in Jerusalem an der Westmauer. Die Kohanim, Abkömmlinge des priesterlichen Geschlechts, sprachen, eingehüllt in ihre Gebetsmäntel, den Segen über Volk und Land aus. Tausende Juden pilgerten nach Hebron, um in der Grabhöhle der Erzväter Abrahams, Isaak, Jakob zu beten. (NAI)

 

Belgrad: 45 Juden konnten fliehen und wanderten bereits nach Israel ein. In Serbien leben noch insgesamt 3.000 Juden, in Kosovo etwa 30. (NAI)

 

 

06. April

In Israel starten 3 weitere Transportmaschinen mit Hilfsgütern, Medikamenten und Ärzten in Richtung Albanien, um den Kosovo-Flüchtlingen zu helfen. (NAI)

 

Der russische Außenminister Igor Ivanov drang in Moskau auf Palästinenserchef Arafat ein, am 4. Mai keinen Palästinenserstaat auszurufen. (NAI)

 

03. August

In einer Rede im Autonomiegebiet in Ramallah sagt Arafat:

"Wir werden bald in Jerusalem einziehen, wie einst die Moslems zur Zeit der Kreuzritter." Die Moslems zogen nicht friedlich in Jerusalem ein, sondern führten Krieg gegen die Kreuzritter und besiegten sie. Wenn man Arafats Worte ernst nimmt, will er Krieg gegen Israel und Israel besiegen. Die Kreuzritter waren aggressive, brutale Eroberer. Die Worte Arafats verraten, was er in seinem Inneren denkt, auch wenn er es vor westlichen Reportern unterdrückt und verheimlicht: Israel sei ein brutaler Erobererstaat, der es verdient, aus dem Nahen Osten vertrieben zu werden wie die Kreuzritter.

 

 

30.09.     Gastkommentar   Die Zukunft von YESHA      

(Nahost-Informationen ICEJ 11/99)

Das folgende ist ein Auszug aus einem Seminarvortrag von Marc Zell, gehalten am 30. September 1999 auf der Laubhüttenfestfeier der ICEJ in Jerusalem. Zell ist ein israelischer Rechtsanwalt, der in dem Gebiet von Gush Etzion in Judäa lebt.

 

Ich bin hier, um eine Diskussion über die Zukunft der YESHA-Gemeinschaften anzustoßen. Wir möchten sie nicht gerne "Siedlungen" nennen, wie die Welt sie nennt. Wir möchten sie lieber Städte, Dörfer oder Gemeinschaften nennen, gerade so wie Sie in den USA oder Europa leben, oder wo Sie auch immer hergekommen sind. Ich möchte Ihnen einiges an Hintergrundinformation geben über unsere Position in diesen ach-so-kritischen Verhandlungen, die das Schicksal von 200.000 Juden im wirklichen Herzstück des Landes Israel bestimmen werden.

 

Zuerst dies: Einige Leute nennen YESHA - die Gebiete von Judäa, Samaria und Gaza - die "Westbank". Die Juden, die dort leben, nennt man "Siedler". Und das war einmal, zu einer früheren Zeit in Israels Geschichte, ein Ehrentitel. Schließlich ist das Land Israel von "Siedlern" in den Kibbutzim und Moshavim wiedererlangt worden, die mit ihrem eigenen Mut und Durchhalte-Vermögen die Grenzen dieses Landes gezogen haben, und durch ihr Opfer entstand dieses Land. Und ein Siedler zu sein war in jenen Tagen eine große, große Ehre.

 

Aber heute ein Siedler zu sein, heißt ein "Hindernis" zu sein. Heute ein Siedler zu sein, heißt ein "Problem" zu sein. Es ist eine Art Fluch. Viele von Ihnen sprechen kein Hebräisch, aber wenn Sie den Führern unseres Landes zuhören, und der akademischen Elite, wenn Sie von uns, den "Siedlern" reden, dann tun sie es mit einem verächtlichen oder auch angewiderten Tonfall. In der Vorstellung der Leute rings um die Welt sind die Siedlungen primitive Zeltlager, umher verstreut und von verrückten Siedlern bewohnt, die eine Art von Messianischem Traum haben, und ein Leben in Phantasien und Übertreibungen leben. Aber Sie werden eine ganz andere Realität sehen, wenn Sie heute dorthin gehen.

 

Was wird mit diesen etwa 140 Gemeinschaften geschehen ... ihr Schicksal liegt nun auf dem Verhandlungstisch zwischen Israel und der PLO, und unglücklicherweise, sage ich als ehemaliger Amerikaner, auch auf der Agenda der US-Regierung. All dies geschieht im Zusammenhang mit den Oslo-Abkommen. Es ist interessant, dass diese Abkommen, wenn es um die Siedlungen und Siedler geht - ich habe sie als Rechtsanwalt sehr genau gelesen, da ich die USA in den Autonomiegebieten bei bestimmten Vorgängen vertrete - sie haben wirklich nicht sehr viel über Siedlungen zu sagen. Das war Absicht. Sie kamen überein - Sie alle erinnern sich an die berühmte Szene auf dem Rasen des Weißen Hauses - dass die Siedlungen bis zur Aufnahme von Endstatusverhandlungen nicht auf den Diskussionstisch kommen würden...

 

Ich möchte, dass Sie verstehen, um was es alles geht, wenn wir über diese Endstatus-Gespräche reden. Wenn das Schicksal von 200.000 Leuten noch nicht genug ist, wir reden auch über die Zukunft Israels selbst, welche Form sie haben wird. Wir reden über die Zukunft seiner Wasserressourcen, die Fähigkeit des Jüdischen Staates, sich militärisch zu verteidigen, Grenzen, und wo man Israel einen neuen arabischen Staat gegenüberstellen will.

 

Der Hauptteil von Israels unterirdischen Wasservorräten, die wir in diesem ausgetrockneten Gebiet des Erdballs zum Überleben brauchen, liegt unter Judäa und Samaria ... Sie können sich sehr leicht die Situation vorstellen, wenn eine feindliche Macht diese unterirdischen Wasser-Vorkommen kontrolliert, einfach buchstäblich den Wasserhahn zudrehen und den Zivilisten auf der anderen Seite in Israel schrecklichen Schaden zufügen könnte.

 

Dann ist da dieses Problem mit der Topographie, und das ist hauptsächlich ein militärisches Problem. Ich stelle das gerne mithilfe meiner zur Faust geballten Hand dar, um Ihnen zu zeigen, was für ein Problem das israelische Militär haben wird, wenn es sich entschließt, das Hochland von Judäa und Samaria aufzugeben. Stellen Sie sich vor, dass meine Faust einen Querschnitt durch das Land Israel darstellt, wobei hier bei meinem Handgelenk das Mittelmeer ist, meine Knöchel sind die Bergkette, die dieses Land teilt, und dann dieser steile Abhang, der zum Jordantal hinuntergeht... Nun braucht es keinen großen militärischen Sachverstand, um zu begreifen, dass derjenige, der meine Knöchel kontrolliert, das ist der Gebirgskamm, viel darüber mitzureden hat, was auf beiden Seiten des Kammes geschieht. Wir reden gerade davon, Yassir Arafat genau dorthin zu setzen, wo die Knöchel sind, auf den Gebirgskamm. Und dort sind auch viele der jüdischen Siedlungen. Das ist, worum hier die Auseinandersetzung geht.

 

Die Grenzen sind noch ein weiteres Thema, im Wesentlichen die Grenzen von 1967. An einer Stelle in der Nähe von Tulkarm wird der Palästinenserstaat wahrscheinlich 10 Meilen von unserer Küstenlinie entfernt sein. Ich weiß nicht, was das vielleicht für einen Sinn machen könnte. Aber es sieht so aus, als werde dies geschehen.

Nun - was genau wird passieren? Ich weiß es nicht und auch sonst weiß es niemand, auch nicht unser Premierminister. Aber es gibt da einige nicht besonders ermutigende Zeichen. Der Premierminister ist entschlossen, solange er im Amt ist, ein Friedensabkommen zu erreichen. Er hat sein ganzes politisches Prestige und das seiner Partei an diesen Punkt geknüpft. Dieser Premierminister ist ein fähiger Mann, ein kluger Mann, ein Einzelgänger, der weiß, wie man es hinbekommt...

Und das, worüber er redet, oder die Leute, die um ihn herum sind, ist eine Endstatus-Situation, in der die meisten Siedlungen, aber nicht alle, in "Blöcken" sein werden, so nennt er es. Nun ist dieser Begriff für einen Juden eine unangenehme Sache, denn zu anderen Zeiten und an anderem Ort gab es für "Block" einen anderen Namen, und dieser Name war "Ghetto". Unglücklicherweise plant die Führerschaft des jüdischen Staates ernsthaft eine "Endlösung", bei der die Juden von Judäa, Samaria und Gaza in Ghettos verbracht würden, um dort ihr Schicksal zu erwarten, mitten in einem Palästinenserstaat oder direkt daneben.

 

Nun, ich bin Vater von acht Kindern, drei davon Soldaten, und ich muss Ihnen sagen, dass die Aussichten, die unser Premierminister für unsere Nation zu bieten hat, mich erschreckt. Auf der anderen Seite müssen wir das einsehen, er ist gewählt worden, gewählt von einer deutlichen Mehrheit, und die Leute dieses Landes werden ihn wahrscheinlich unterstützen.

 

Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie eine Mehrheit des jüdischen Volkes ernsthaft eine Lösung in Betracht ziehen konnte, bei der sie auf das eigentliche Herzstück unseres Landes verzichten, die Gegend, in der etwa 92 Prozent der heiligen Stätten liegen, die in der Bibel erwähnt sind. Nun habe ich einen Freund, der Richter ist. Er ist nicht religiös, er ist nicht rechtsgerichtet, aber er ist ein bemerkenswerter Mann, ein echter Zionist. Er hat einige kleine Kinder und hat es sich angewöhnt, sie nach Gush Etzion zu bringen, um mit ihnen über die Hügel zu gehen, wo die Urväter und Urmütter liefen... Und er sagte zu mir: "Meine Partei hat sich in einen Prozess hineinbegeben, der bedeuten könnte, dass wir diese Gebiete verlieren. Wie kann ich meinen Kindern erklären, warum sie bleiben sollen, wo sie sind, in Tel Aviv oder in Haifa oder in Eilat oder in West-Jerusalem, wenn ich ihnen erklären muss, dass wir die eigentliche Quelle ihrer Nation, ihrer ganzen Identität als Volk, aufgegeben haben?" Das ist die Frage.

 

Was tun wir in YESHA, um mit dieser sich entwickelnden Realität den Kampf aufzunehmen? Das ist ebenfalls eine traurige Geschichte, denn auch unsere Leiterschaft ist mehr oder weniger bankrott. Sie haben einige wunderbare Dinge getan. Sie haben viele über die Jahre viele "Tatsachen auf den Boden gestellt". Aber sie haben in einer sehr jämmerlichen Art darin versagt, der Welt zu erklären, dass unsere Sache gerecht ist - lassen wir die Welt beiseite - es Israel, dem Israelischen Volk zu erklären. Wir werden Juden genannt. Wir werden Juden genannt, weil wir aus dem Stamme Juda kommen, aus dem land Judäa. Wir reden über eine Situation, wo das Land der Juden, Judäa, zum Großen teil des Moslems wiedergegeben wird. Und ich habe die größte Achtung vor der islamischen Kultur und Zivilisation, aber wir waren nicht fähig, der israelischen Öffentlichkeit zu erklären, warum es für Juden richtig ist, in Judäa zu leben.

 

Wenn es einen Funken Hoffnung gibt in diesem nicht sehr optimistischen Bild, das ich Ihnen hier gegeben habe, dann ist es dies, dass diese 200.000 Leute von YESHA bemerkenswerte Leute sind, die aus allen Lebensgebieten kommen. Religiöse und nichtreligiöse, Einwanderer und Nicht-Einwanderer, Russen, geborene Israelis und Äthiopier - außergewöhnliche Leute. Bei allem gebotenen Respekt vor den Plänen unserer Führer, uns zu "ghettoisieren", und den Plänen der Araber, uns auszulöschen, und den Plänen der Wellt, uns zu ignorieren, ich setze mein Geld auf die Juden von Judäa, Samaria und Gaza. Das ist die Antwort auf all dies. Unsere Entscheidung, unsere Häuser zu bauen und unsere Kinder aufzuziehen und unsere Geschäfte zu gründen, und weiterzuleben - vielleicht sogar auch entgegen all den gut gemeinten Absichten vieler Leute in diesem Land und außerhalb, und dort herauszubekommen - das ist die Hoffnung.“

 

 

November

Mit Respekt Gastkolumne von Shiri Gur-Aryeh  (Nahost-Informationen ICEJ 11/99 - Dieser Artikel erschien in The Jerusalem Report, Ausgabe vom 8. November 1999]

 

Ich war vier, als meine Familie nach Kokhav Hashahar umzog, 25 Autominuten nordöstlich von Jerusalem. Ich wuchs hier zwischen Weinbergen auf und sah die Gemeinschaft wachsen. Als ich verheiratet war, war ich an der Reihe. Ich hatte die Gelegenheit, mir nicht nur ein Heim, sondern eine Gemeinschaft zu bauen, gleich bei Kokhav Hashahar, mit meinen Freunden zusammen. Nicht meilenweit weg, nicht auf irgendeinem Berggipfel, sondern auf dem Berg, der über dem Heim meiner Eltern aufragt. So unternahmen wir alle rechtlichen Schritte, holten die erforderlichen Genehmigungen von der Armee, der Zivilverwaltung und dem Verteidigungsministerium ein. Und vor sechs Monaten zogen wir ein, mein Mann, meine einjährige Tochter und ich. Erst jetzt fanden wir heraus, dass das wichtigste Dokument, das vom Verteidigungsministerium, ungültig ist. Es ist nur vom Assistenten des Verteidigungsministers unterzeichnet, der dafür nicht befugt ist. Nur der Minister selbst konnte uns die Erlaubnis für Mitzpeh Kramim geben. Und so schaut unser Wohnmobil, in dem wir leben, und die acht anderen einem Friedens-Bulldozer ins Auge, der darauf beharrt, dass wir ihm irgendwie im Weg stehen.

 

Mitzpeh Kramim hat sich langsam aber sicher entwickelt. Wir sind 34 Leute, die hier leben. Mit der Hilfe der Leute von Kokhav Hashahar haben wir ein Minyan an Wochentagen zum Morgen- und Abendgottesdienst und Sabbath-Gebete. Wir besuchen unsere Elterngemeinde, um Essen zu kaufen und unsere Kinder zur Schule zu bringen. Am Anfang mussten wir Tage altes Wasser aus Behältern trinken, aber nun haben wir uns an das Wasserleitungsnetz von Kokhav Hashahar angeschlossen. Wir erzeugen auch unseren eigenen Strom.

 

Bevor wir auf diesen Hügel zogen, wuchsen hier nichts als Dornen. Traktoren mussten Erde bringen für unsere Wiese und den Blumengarten. Ich sitze hier und frage mich, wie die Zerstörung unseres Heimes dem Friedensprozess dienen soll. Es gibt keine arabischen Dörfer in neun Meilen Umkreis, nur ein Beduinenlager in der Nähe, mit dem wir gut auskommen. Ich schaue aus dem Fenster und sehe nur die atemberaubende Landschaft des Jordantales an Israels Ostgrenze, diesem strategischsten aller Orte, direkt an der Allen Road. Wir sehen in uns kein Friedenshindernis. Wir haben uns hier bestimmt nicht niedergelassen, um den Friedensprozess zu sabotieren. Wir machen nichts anderes als den zionistischen Traum zu erfüllen: in dem Land Israel eine Jüdische Gemeinschaft zu bauen.

Wenn ich Yuval zusehe, wie sie vorne auf der Wiese mit dem Hund spielt, dann frage ich mich, ob es einen Weg gibt, diesen Platz zu retten. Vielleicht würde der Premierminister es verstehen, wenn er uns nur für ein paar Minuten besuchen käme und sähe, was wir gebaut haben. Schließlich war es seine Arbeiterpartei, die Kokhav Hashahar gegründet hat.

 

Wir glauben, dass es für die Regierung keine leichte Entscheidung war, Siedler aus ihren Häusern zu vertreiben. Wir sind nur mit Mitzpeh Kramim der Auffassung, dass mehr hätte getan werden können. Dasselbe gilt für den Siedlerrat von Judäa, Samaria und Gaza: Wir respektieren den Kompromiss, den er mit der Regierung eingegangen ist. Schließlich haben wir Mitzpeh Kramim ja anfangs mit der Unterstützung des Rates gegründet.

 

Aber, was auch geschieht, wir werden loyale, gesetzestreue Bürger des Staates Israel bleiben. Mein Mann wird weiter treu der Armee als Reserveoffizier dienen, und wir werden weiterhin dem Premierminister nichts als Respekt entgegenbringen, wie unrecht er auch in unseren Augen haben mag. Aber für mich und die anderen hier wage ich zu sagen: Mein Herz wird immer in Mitzpeh Kramim wohnen. Wenn die Armee kommt, um uns wegzubringen, werden wir passiven Widerstand leisten. Keiner von uns wird einen Soldaten angreifen - weder mit Worten noch mit Tätlichkeiten. Aber wir werden Widerstand leisten, weil wir eine tief liegende Verbindung zu diesem Platz fühlen, und wenn es den Soldaten gelingt, uns von hier wegzubringen, dann werden wir zu diesem Hügel zurückkehren.“

 

 

Standpunkt - Eine Frage der Zeit       (Nahost-Informationen ICEJ 11/99)

Vier junge arabische Israelis machten sich morgens, von religiösem Eifer getrieben, je zu zweien, auf den Weg nach zwei nahegelegenen Verkehrsknotenpunkten Galiläas - Haifa und Tiberias. Es war der Morgen, nachdem Israel und die Palästinenser in Sharm el-Sheik das letzte Zwischenabkommen zum Osloer Friedensprozess unterzeichnet hatten. Sie hatten Zeitbomben dabei, in Nord-Samaria von Hamas-Terroristen gebaut, um sie in Bussen nach Jerusalem zu platzieren. Wie sie in ihrer Aufregung dachten, hatten sie noch eine Stunde Zeit, bevor die Zeitzünder die Bomben gleichzeitig zur Detonation bringen würden. Aber sie hatten die erste Regel gebrochen, die bei solchen Operationen gilt - die Uhren vergleichen!

Die palästinensischen Bombenbauer waren noch auf Sommerzeit eingestellt, während ihre galiläischen Komplizen zwei Tage vorher, wie jeder gute Israeli, auf Winterzeit umgestellt hatten. Der Fehler kostete drei von ihnen das Leben.

 

Viele Israeliten, Juden wie Araber, erschraken, als einige Tage später die Nachforschungen die Bombenleger von Haifa und Tiberias als arabische Bürger ihres eigenen Staates identifizierten. Aber dies war in dieser Woche nicht der einzige Fall von Terrorismus aus dem eigenen Land.

 

Bald nachdem am Sonntag vorher die Leichen eines Paares aus Haifa im Wald von Meggido gefunden worden waren, verhaftete die Polizei einen israelischen Araber wegen des Doppelmordes. Die Nachbarn in dem kleinen Dorf Musheirifa konnten es nicht glauben, dass der stille junge Abdullah Salah Agbariya zu so einer unmenschlichen Tat imstande sei. Aber Abdullah gestand bald und ohne Reue zu zeigen, dass er entschlossen sei, Juden zu töten, nachdem islamische Schriften und Predigten in der Moschee ihn überzeugt hatten, dass dies ein religiöses Gebot sei. Er leugnete zwar, Mitglied des Hamas zu sein, war aber dennoch der fundamentalistischen islamischen Bewegung in Israel fest verbunden und suchte das Martyrium.

Diese Enthüllungen hätten seine Mitbewohner nicht so sehr überraschen brauchen. Hamas und die Islamische Bewegung waren schon vorher in ihre Reihen eingedrungen und hatten drei ihrer besten Söhne 1992 für eine brutale Operation rekrutiert, die als die "Nacht der Mistgabeln" bekannt war und das Leben dreier Soldaten der israelischen Armee forderte, die in einem nahe gelegenen Zeltlager zur Ausbildung waren.

 

Die Geschichte fügt sich auch in das Vorgehensmuster des Hamas, der in den letzten Jahren seine Bombenleger zunächst aus palästinensischen Dörfern unter israelischer Verwaltung und nun aus Israel selbst rekrutierte, um Yassir Arafats palästinensische Behörde nicht in Misskredit zu bringen. Die jüngsten Morde und Bombenattentate waren ein Weckruf, sie demonstrieren, welch alarmierenden Einzug der radikale Islam in der arabischen Gesellschaft in Israel gehalten hat. Die vergiftende Gehirnwäsche, der muslimische Jugendliche in Gaza ausgesetzt sind, durchdringt nun das friedliche Galiläa. Die islamische Bewegung in Israel hat wie nie zuvor ihre Fähigkeit bewiesen, Demonstrationen zu versammeln, Ausschreitungen zu befehlen ... und Terroristen in Marsch zu setzen.

 

Israels eine Million arabische Bürger stellten für den jüdischen Staat immer eine einzigartige Herausforderung dar, besonders was seine demokratischen Werte und seine Sicherheitsinteressen betrifft. Die meisten von ihnen waren loyal und zuverlässig und passten sich ihrem Status als einziger arabischer Minderheit im Nahen Osten an. Die Tatsache, dass sie größere Freiheiten und bessere soziale und wirtschaftliche Bedingungen genießen als Araber in den Nachbarstaaten, ist ein mächtiger Anreiz.

Nichtsdestoweniger hat Israels jüdische Mehrheit immer Befürchtungen vor einer Fünften Kolonne gehegt, die eines Tages während eines bewaffneten Konflikts mit arabischen Armeen in ihrer Mitte aufstehen könnte. Der Friedensprozess war dazu gedacht, die Möglichkeit zu einem solchen Krieg zu beseitigen, und Israel zu erlauben, seine Energie endlich anderen Zielen zuzuwenden - wie dem, den Status seiner arabischen Bürger zu normalisieren. Aber er befand sich im Wettlauf gegen die Ausbreitung des fanatischen Islam, der im Falle der israelischen Araber nicht von Armut, sondern von schlichtem religiösem Hass genährt wird. Keine Art von Sicherheitszaun entlang der "Grünen Linie" kann ihn abhalten. Und er scheint in beunruhigender Weise anzuwachsen.

Zudem sehen sich die Israelis nun vor die trübe Aussicht gestellt, dass das, was der Eckstein der lang ersehnten Lösung der Palästinenserfrage hätte sein sollen - ein Palästinenserstaat - nur in ihren eigenen Grenzen arabische Begierden nach Unabhängigkeit weckt. Was soll's, ob die palästinensische Flagge nun über ein oder zwei Prozent mehr Judäa oder Samaria weht - was ist aber mit denen, die dieselbe Flagge in Um el-Fahm hissen wollen - wie 35.000 bei einer Veranstaltung im September taten, um die Moscheen auf dem Tempelberg zu "verteidigen".

 

Diese zersetzenden Einflüsse des radikalen Islam und palästinensischen Nationalismus reichen bis in die höchsten Ebenen der israelisch-arabischen Gesellschaft, wo arabische Knesset-Abgeordnete offen auf der Seite der Palästinenser stehen, die mit Israel verhandeln. Vor zwei Jahren besuchte eine Delegation Damaskus als "Palästinenser aus dem besetzten Palästina". Der Vorsitzende der Vereinigten Arabischen Liste, Abd al-Malik Dahamshe, erklärte bei den Wahlen dieses Jahr: "Wir werden Jerusalem von den Zionisten, den Feinden der Menschheit, befreien."

 

Während dies bei den arabischen Nachbarn bekannt wird, ist Israels jüdische Mehrheit des auf ihr lastenden Konfliktdrucks entschieden müde geworden, und will einen Ausweg finden. Einige haben begonnen, der Propaganda der Gegenseite von dem "Übel" des Zionismus Glauben zu schenken, und sie ihren Kindern durch "revisionistische" Geschichtsbücher und Lehrbücher weiterzugeben. Sie scheinen um eines riskanten politischen Weges willen bereit zu sein, das, was sie für einen nationalen Mythos halten, durch einen anderen zu ersetzen. Andere haben offen die Glaubwürdigkeit ihrer Bibel - den jüdischen Besitzanspruch auf dieses Land - in Frage gestellt. Sogar der militante antireligiöse Knesset-Abgeordnete Tommy Lapid bezeichnet ihr Vorgehen als unverhüllte "Propaganda für Israels Feinde, die uns das Recht abstreiten, hier zu sein".

 

Was, abgesehen von dieser kleinen aber einflussreichen Minderheit, die eher nüchterne Mehrheit von Israels jüdischer Öffentlichkeit dazu bringt, den gegenwärtigen Friedensprozess zu unterstützen, ist die verzweifelte Hoffnung, dass endlich sichere und anerkannte Grenzen mit ihren arabischen Nachbarn gezogen werden können. Jedes Mal, wenn sie über die Jahre ihre Landkarten studierten, glaubten die Israelis, dass es eines Tages möglich sei, ein für allemal eine Linie irgendwo um Judäa-Samaria zu ziehen und die Sache als erledigt zu betrachten. Genau dieser Friedensprozess nährt parallel dazu eine verborgene Hoffnung bei vielen israelischen Arabern, diese Linien so umzuzeichnen, dass sie Nazareth, das Dreieck, Lod, Ramla und andere Teile von Israel selbst mit einschließen. War es nur eine Frage der Zeit?“

 

November

findet sich in der "Al Hayat al-Jadia" unter der Rubrik "Sport" eine Erwähnung Israels, die Israels Namen nicht verwendet und damit die Rechtmäßigkeit der Existenz Israels ablehnt: "Das hebräische Gebilde nimmt an der Weltmeisterschaft in Malaysia teil."

 

28. Dezember

wird anlässlich des moslemischen Fastenmonats Ramadan in der offiziellen Zeitung der Palästinensischen Autonomiebehörde, "Al-Hayat al-Jadida", Yichye Ayash zum "Märtyrer des Tages" ernannt. Ayash, auch "der Ingenieur" genannt, baute mehrere Bomben für palästinensische Terroranschläge, bei denen insgesamt 51 Israelis starben und noch weit mehr verletzt wurden. Ayash wurde im Januar 1996 umgebracht, manche Stimmen sagen: durch den Mossad.

 

IsraelIsReal:    Liebe Welt:   Israel regt Dich auf? Zu dumm

von Rabbiner Me'ir David ben HaRav Jecheskel HaKohen Kahane

 

„Liebe Welt,

Ich verstehe nur zu gut, dass Du Dich über uns hier in Israel aufregst. Mir scheint, Du regst Dich ganz schön auf, Du bist sogar ein bisschen sauer (wütend?). Anscheinend musst Du Dich alle paar Jahre über uns aufregen. Heute über die "brutale Unterdrückung der Palästinenser", gestern über den Libanon, und davor über die Sprengung des irakischen Atomreaktors, den Jomkippurkrieg und den Sinaifeldzug.

Man bekommt den Eindruck, dass siegende und daher überlebende Juden Dich ganz außerordentlich aufregen.

 

Selbstverständlich, liebe Welt, haben wir, das jüdische Volk, Dich schon lange aufgeregt, bevor es überhaupt einen Staat Israel gab. Wir regten das deutsche Volk auf, so dass es Hitler wählte, wir regten die Österreicher auf, die seinen Einzug in Wien stürmisch feierten - und wir regten eine ganze Reihe slawischer Nationen auf, Polen, Slowaken, Litauer, Ukrainer, Russen, Ungarn, Rumänen...

 

Wir können die Geschichte der "Weltaufregungen" lange zurückverfolgen. Wir regten die Chmelniecki-Kosaken auf, die in den Jahren 1648-49 Zehntausende von uns niedermetzelten, wir regten die Kreuzfahrer auf, die sich auf ihrem Weg zur Befreiung des Heiligen Landes so sehr über die Juden aufregten, dass sie Unzählige von uns abschlachteten. Jahrhunderte lang regten wir die katholische Kirche auf, die ihr bestes tat, unsere Beziehungen durch Inquisitionen zu besudeln, und wir regten ihren Erzfeind auf, Martin Luther, der in seinem Aufruf, die Synagogen mitsamt den Juden darin zu verbrennen, einen bemerkenswerten ökumenischen Geist zeigte.

 

Weil wir uns nun selber so darüber aufregten, Dich, liebe Welt, so aufgeregt zu haben, beschlossen wir einfach, Dich sozusagen zu verlassen - und unseren eigenen Staat aufzumachen. Aus einfachem Grund: Der nahe Kontakt mit Dir als permanente Fremdlinge in den verschiedenen Dich ausmachenden Ländern regte Dich auf, machte Dich nervös, störte Dich. War es dann nicht ein glänzender Gedanke, Dich einfach zu verlassen und Dich so zu lieben - dann würdest Du uns ja auch lieben!? Und so beschlossen wir, in die gleiche Heimat zurückzukehren, aus der wir 1900 Jahre zuvor von einer römischen Welt vertrieben wurden, die wir anscheinend damals sehr aufgeregt hatten.

 

Liebe Welt, leider kann man es Dir nur schwer recht machen. Obwohl wir Dich verlassen hatten, Deine Pogrome und Deine Inquisitionen, Deine Kreuzzüge und Deine Holocausts, und obwohl wir unseren Abschied von der allgemeinen Welt genommen hatten, fahren wir fort, Dich aufzuregen.

Du regst Dich darüber auf, dass wir die armen Palästinenser unterdrücken. Du bist ehrlich böse mit uns, weil wir die 1967 besetzten Gebiete nicht abgeben, die das Haupthindernis auf dem Wege zum Frieden in Nahost darstellen. Moskau regt sich auf, und Washington regt sich auf. Die "radikalen" Araber regen sich auf und die milden, gemäßigten Ägypter regen sich auf, so wie Asien und natürlich Afrika. Die Juden sind repressiv und oppressiv und obsessiv. Und die Palästinenser? - ach ja, die armen Palästinenser. Und die ganze Welt, liebe Welt - Du regst Dich auf.

 

Also, liebe Welt, stell Dir mal einen Moment die Reaktion eines normalen Juden aus Israel vor.

1920, 1921 und 1929 gab es keine besetzten Gebiete von 1967, die den Frieden zwischen Juden und Arabern hätten hindern können. Es gab noch nicht einmal einen jüdischen Staat, an dem irgendjemand hätte Anstoß nehmen können. Und trotzdem schlachteten dieselben unterdrückten und bedrängten Palästinenser -zig Juden in Jerusalem, Safed und Hebron ab. Tatsächlich wurden 67 Juden allein an einem Tag in Hebron im Jahre 1929 abgeschlachtet.

 

Liebe Welt, warum massakrierten die Araber - die Palästinenser - 67 Juden an einem Tag in 1929? Mussten sie vielleicht ihren Zorn über eine israelische Aggression von 1967 abreagieren? Und warum wurden 510 jüdische Männer, Frauen und Kinder in arabischen Aufständen zwischen 1936 und 1939 ermordet? Wegen arabischen Ärgers von 1967? Und als Du, liebe Welt, 1947 einen UN-Teilungsplan vorschlugst, der einen "Palästina- Staat" neben einem winzigen Israel geschaffen hätte, und alle Araber "nein" riefen, einen Krieg anfingen und 6000 Juden töteten - wurde auch diese Verstimmung arabischer Mägen von der Aggression von 1967 verursacht? Und wie kam es, liebe Welt, dass wir damals keinen Aufschrei der Empörung von Dir vernahmen?

 

Die armen Palästinenser, die heute Juden mit Sprengstoff, Brandbomben und Steinen töten, sind Teil des gleichen Volkes, das, als es noch alle Gebiete besaß, die es heute für seinen Staat beansprucht, den jüdischen Staat im Meer versenken wollte. Die gleichen Hassverzerrten Gesichter, der gleiche Kampfruf "itbach al Jahud" - massakriert die Juden! - die wir heute sehen und hören, sah und hörte man auch damals. Die gleichen Menschen, der gleiche Traum: Vernichte Israel. Was ihnen gestern misslang, davon träumen sie heute. - aber wir sollen sie ja nicht anrühren.

 

Liebe Welt, Du sahst dem Holocaust tatenlos zu, und Du sahst tatenlos zu, wie sieben arabische Staaten 1948 einen Krieg anfingen, den sie stolz mit den Massakern des Dschingis Khan verglichen. Du sahst tatenlos zu, wie 1967 der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser unter dem wilden Applaus der Volksmassen in allen arabischen Hauptstädten schwor, die Juden ins Meer zu werfen. Und Du würdest morgen tatenlos zusehen, wenn Israel vor der Ausrottung stünde.

 

Und weil wir ganz genau wissen, dass die Araber - Palästinenser - täglich von dieser Ausrottung träumen, werden wir alles tun, um in unserem Land am Leben zu bleiben. Wenn Dich das stört, liebe Welt, überleg einmal, wie oft Du uns in der Vergangenheit gestört hast. Auf jeden Fall, selbst wenn Du Dich von uns gestört fühlst, so gibt es hier in Israel wenigstens einen Juden, dem das vollkommen, aber auch sch...egal ist.“

 

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