Die christlich/islamisch-jüdischen Beziehungen
nach dem 2. Weltkrieg
Vom
scheinbaren Ende bis zum neuzeitlichen latenten Judenhass
in einer angeblich judenfreundlichen Welt
Teil 7 - Die Jahre 1946 bis 1988
1946
06. Januar
Lybien: Am 6. Januar 1946 spornen lybische Islamisten den Mob zu einem Pogrom an der jüdischen Gemeinde in Zanzur an. Die Hälfte der 150 im Ort ansässigen Juden wird ermordet. In weiteren Orten bei Tripolis werden etwa 180 Juden getötet und neun Synagogen zerstört.
Januar
Der Libanon erhält die Unabhängigkeit
01. Mai
Eine englisch-amerikanische Kommission versucht das jüdische Flüchtlingsproblem zu lösen.
Über 100.000 Juden aus Europa soll die Einreise nach Israel erlaubt werden.
Der Internationale Untersuchungsausschuss bestätigt: "Niemand will die aus
den KZ entkommenen Juden aufnehmen."
29.06.
Am "schwarzen Schabbat" werden Hunderte Juden durch die Briten gefangen genommen.
England lässt die aus deutschen Lagern nach Israel fahrenden Juden in Lager Zyperns einsperren.
04. Juli
Pogrom in Polen - In der Stadt Kielce werden 42 Juden ermordet, die den Nazi-Terror überlebt hatten. - Am 4.7.1996 wird die erste Gedenkmesse vom Bischof Ryszan in der barocken Kathedrale zelebriert...
DP-Lager
Im Sommer und Herbst 1946 kommen über 100.000 Juden aus Polen, aber auch aus anderen osteuropäischen Ländern, in deutsche Lager. Zwischen 1945 und 1950 finden 170.000 Juden in den DP-Lagern ein Dach über dem Kopf. Anglo-Amerikanisches Komitee spricht sich für die Zulassung von 100 000 Einwanderern nach Israel aus den Vertriebenenlagern aus.
Aus Stuttgarter Zeitung vom 10.Februar 1998:
„Die Bezeichnung der amerikanischen Militärverwaltung Displaced Persons DPs könnte am besten mit dem Begriff „entwurzelte Menschen“ übersetzt werden. Es handelte sich nicht nur um verschleppte Zwangsarbeiter, sondern auch um ehemalige KZ-Häftlinge und Flüchtlinge.
In Stuttgart-Degerloch waren im ehemaligen Sanatorium Katz einige Hundert, meist kranke und alte Menschen untergebracht. Das größere Lager befand sich in der oberen Reinsburgstrasse, wo ständig zwischen 1.000 und 1.400 Menschen lebten. Zuerst kamen etwa 250 befreite polnische Juden aus dem KZ Vaihingen an der Enz. Die Mehrheit waren aber Juden aus dem östlichen Europa, die vor den Hitler-Armeen in die Sowjetunion geflüchtet waren. Häufig sahen sich diese Menschen bei der Rückkehr in die Heimatländer Pogromen ausgesetzt, z.B. im Sommer 1946 in Polen, und flohen weiter in die amerikanische Besatzungszone in Deutschland. Eine paradoxe Lage: im „Land der Täter“ warteten die Displaced Persons auf die Ausreise in die USA oder hofften auf die Bildung des Staates Israel.....
Am 29. März 1946 nahmen 220 deutsche Polizisten in Begleitung von 8 amerikanischen Militärpolizisten eine Razzia in der Reinsburgstrasse auf der Suche nach Schwarzhändlern vor. Ein Auschwitz-Überlebender kam dabei durch eine Polizeikugel ums Leben...“
Zwei junge Wissenschaftlerinnen veröffentlichen ihre Forschungen zu den Lagern der DPs im Jahre 1998, Autoren: Susanne Dietrich und Julia Schulz-Wessel. Buchtitel: „Zwischen Selbstorganisation und Stigmatisierung – Die Lebenswirklichkeit jüdischer DPs und die neue Gestalt des Antisemitismus in der deutschen Nachkriegsgesellschaft“
August 1946
London verweigert die Aufnahme jüdischer Flüchtlinge in Palästina und schickt sie "sonstwohin"
27. September
Einsetzung einer Drei-Länder-Kommission für die Verteilung des sog. Nazi-Raubgoldes. Ihre Aufgabe ist es, insgesamt 336,5 Kilogramm von den Nazis in Europa geraubten Goldes den früheren Eigentümern zurückzugeben. Das meiste wird zwischen 1947 und 1950 den 11 berechtigten Ländern zurückgegeben. Sie hatten die Summe des geraubten Goldes mit 514 Tonnen beziffert. Zwischen 1958 und 1959 findet eine 2. Rückerstattung statt. Albanien ist das vorletzte Land, das im Oktober 1996 seinen Anteil erhält, der jugoslawische Anteil ist 1998 noch blockiert. Die Verteilung eines Restbestandes von 5,5 Tonnen Gold war nach Forderungen für eine teilweise Entschädigung von Holocaust-Opfern vorübergehend blockiert worden. Ende 1997 beschließt eine internationale Konferenz die Einrichtung eines Entschädigungsfonds (IN 9.9.98)
Robert Weltsch:
"Wir können nicht annehmen, dass es Juden gibt, die sich nach Deutschland hingezogen fühlen. Hier riecht es nach Leichen, nach Gaskammern und nach Folterzellen. Aber tatsächlich leben heute noch ein paar Tausend in Deutschland... Dieser Rest jüdischer Siedlung soll so schnell wie möglich liquidiert werden... Deutschland ist kein Boden für Juden..."
Frankfurt
Vor der Shoa gab es rund 29.000 Mitglieder der Jüdischen Gemeinde. Den Holocaust überlebten davon nur 146 Menschen, die in sog. Mischehen lebten. Aus den KZ Lagern Buchenwald und Theresienstadt kehrten weitere 400 jüdische Frankfurter zurück, und in der Stadt lebten noch mehrere hundert Juden aus Osteuropa, deren Zahl 1946 auf über 3.000 anstieg, als in Polen der Antisemitismus wieder aufflammte. Diese Menschen fanden u.a. eine erste Zuflucht im DP-Lager Zeilsheim bei Frankfurt. Am 1. April 1945 hatte der 1. Gottesdienst in Frankfurt im Baumweg stattgefunden, 1986 wird ein neues Gemeindezentrum übergeben.
Evangelische Kirche: Das KZ-Personal bestand aus "ordentlichen
Gemeindemitgliedern"
Schreiben der Evangelischen Kirche in Deutschland:
„Wie kann heute Unrecht sein, was gestern Recht war?"
Die Evangelische Kirche verbietet den Pfarrern, den Alliierten bei der Strafverfolgung von Nazi-Verbrechen zu helfen
1947
23. Januar
entdecken Beduinen in einer Höhle bei Qumram in zwei Tonkrügen die "Jesaja-Rolle"
März
Beirut: Treffen hoher Diplomaten aller arabischen Staaten, um eine gemeinsame Strategie nach dem Sieg Israels im Unabhängigkeitskrieg zu formulieren. Ein Aufsatz in der syrischen Zeitung Al-Kifah stellt ihre kollektiven Pläne für die jüdische Bevölkerung in ihrer Mitte unumwunden dar: "Sollte Israel sich gegen die Rückkehr der arabischen Flüchtlinge in ihre Heimat stellen, werden die arabischen Regierungen die Juden, die in ihren Ländern leben, ausweisen."
4. Mai 1947
Akko: Befreiung aus dem Gefängnis. Die Irgun, eine israelische Untergrundorganisation, die vor der Staatgründung in Israel operierte und für einen freien jüdischen Staat kämpft, bricht in das als sicher geltende britische Sicherheitsgefängnis in Akko ein und befreit 41 Gefangene der Irgun und anderer Untergrundorganisationen.
Dieses Ereignis wird später in dem Film „Exodus“ verewigt.
02. Juni
Halle an der Saale: Die erste Vorstandssitzung der neu gegründeten Jüdischen Gemeinde wird einberufen. Zunächst umfasst sie 50 Mitglieder. Im September 1947 erfolgt die Repatriierung der ausgewanderten und zurückkehrten Juden.
18.07.1947
Briten beschlagnahmen das Schiff "Exodus",
1947 mit 4515 Emigranten an Bord in der Nähe von Marseille ablegend, wurde dieses Schiff ein Symbol der illegalen Einwanderung in Palästina. Der rüde britische Versuch, das Schiff in Israel an der Landung zu hindern, fügte dem moralischen Ansehen der Mandatsmacht enormen Schaden zu.
31. August
Die UNO empfiehlt die Zweiteilung des Landes Palästina
Der Teilungsplan der Vereinten Nationen war der letzte von vielen Versuchen, den arabischen und jüdischen Ansprüchen gerecht zu werden. Im Jahre 1937 hatte die Peel-Kommission einen Plan vorgelegt, es folgten zwei Pläne der Woodhead-Kommission, danach die Vorschläge von Morrison-Grey und schließlich die Arbeit des angloamerikanischen Komitees im Jahre 1946. 1947 unterbreitete die Jewish Agency ihre Gegenvorschläge. Im Zentrum aller Pläne stand die Stadt Jerusalem, und sie war die Ursache vieler Kontroversen. Aber erst der von den Vereinten Nationen erarbeitete Teilungsplan konnte schließlich durchgesetzt werden. Danach sollte "Palästina" in drei jüdische und drei arabische Einheiten aufgeteilt werden, deren Verbindung zwei schmale Korridore bildeten; Jerusalem sollte zu einer internationalen Zone werden. Den Juden wurde das östliche Galiläa mit den Ebenen von Beth Sche´an und Jesreel zugesprochen, der zentrale Küstenstreifen und der gesamte Negev, den Arabern das übrige Land.
Vom jüdischen Standpunkt bot der Plan gewisse Vorteile; in ihm fand der Gedanke des jüdischen Staates eine erste internationale Anerkennung, und er gestand den Juden 55 Prozent des Landes zu. Andererseits handelte es sich dabei größtenteils um Wüstengebiete, und die jüdischen Landesteile waren fast zur Hälfte von Arabern besiedelt.
Der Plan wurde von den Juden angenommen, aber wie alle früheren Vorschläge, die eine jüdische Souveränität befürwortet hatten, von den Arabern abgelehnt. Überraschenderweise fand er die gleichzeitige Unterstützung der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion, und am 29. November 1947 wurde er von der UNO-Vollversammlung angenommen: 33 Staaten stimmten dafür, 13 dagegen und 10 enthielten sich der Stimme, darunter England. Die Engländer hielten den Plan für undurchführbar, weil er nicht von beiden beteiligten Parteien angenommen worden war.
Evangelische Kirche: Wiedergutmachung an Nazi-Opfern ist kein Thema
Rechtfertigung für den Nazi-Finanzminister: Er sei aktives Mitglied der Evangelisch- Lutherischen Kirche gewesen
Herbst 1947
Berlin-Pankow: Ein sowjetisches Militärtribunal verhängt gegen 14 Angeklagte aus dem KZ Sachsenhausen lebenslange Haft, gegen 2 weitere 15 Jahre Freiheitsentzug - immer mit Zwangsarbeit. 10 dieser Personen übergibt die Sowjetunion 1955 an die Bundesrepublik. Einige von ihnen sowie weitere Täter kommen hier vor Gericht, teils auf Druck ehemaliger Häftlinge. Manche erhielten schwere oder leichtere Strafen, andere blieben unbehelligt Die DDR-Justiz verurteilt später 44 SS-Leute und Blockälteste aus Sachsenhausen... (.Rainer Kühn...)
Dezember
Israel: Verstärkungstrupp, der den Kämpfern von Kfar Etzion zu Hilfe kommen wollte, wird überfallen, wobei 35 Juden getötet werden. Besonders schwer hatten Etzion, Tirat, Zvi, Yehiam, Kfar Sold, Kfar Uriya, Hartuv und Neve Jaacov zu leiden
Haifa: Im Dezember richten die arabischen Arbeiter in der Haifaer Ölraffinerie, einem der größten Unternehmen, ein grauenhaftes Blutbad unter ihren jüdischen Arbeitskollegen an, mit denen sie viele Jahre hindurch friedlich zusammengearbeitet haben. 39 Juden werden getötet, viele schwer verwundet. (Feuchtwanger)
1947/48
werden Juden in arabischen Ländern unter Druck gesetzt und leiden unter ständiger Verfolgung. Es kommt zu antijüdischen Ausschreitungen, unter anderem in Aden, wo 82 und in Ägypten 150 Juden getötet werden. In Syrien ist die Ausreise für Juden verboten. Im Irak ist der Zionismus als Verbrechen ausgerufen worden und wird mit dem Tode bestraft.
24. November 1947
Vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilt der ägyptische Delegierte Heykal Pasha mit, welche Absichten die Mitglieder der Arabischen Liga mit ihren jüdischen Bürgern hatten. Er warnte: "Wenn die Vereinten Nationen entscheiden, Palästina zu teilen, könnten sie für sehr schwere Unruhen und für Massaker an einer großen Zahl von Juden verantwortlich werden. In Palästina würden Ausschreitungen ausbrechen und sich durch alle arabischen Staaten ausbreiten..." Indem sie annähernd eine Million ihrer eigenen Bürger als Geiseln hielten, versuchten so die Staaten der Arabischen Liga, die UN-Versammlung zu erpressen, gegen eine Teilung Palästinas in getrennte arabische und jüdische Staaten zu stimmen. Am 29. November 1947 entschied die Generalversammlung zugunsten des Teilungsplanes, und die Nationen der Arabischen Liga setzten ihre Vertreibungsprogramme in Gang. (ICEJ)
29. November 1947
Die UNO teilt Palästina in einen arabischen und jüdischen Teil.
Mit 33 Ja- und 13 Nein-Stimmen bei 10 Enthaltungen
wird die Errichtung des jüdischen Staates in Palästina beschlossen
1948
Nahost-Informationen
Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (November 1999)
HINTERGRUND:
Wurzeln des jüdischen Exodus - Teil II - Judenverfolgung in:
„Ägypten:
1948 lebten in Ägypten annähernd 75.000 Juden, eine Gemeinschaft, deren Ursprung bis auf die babylonische Gefangenschaft vor etwa 2700 Jahren zurückging. Im vorangegangenen Jahrzehnt hatten Muslime, in dem Glauben, dass Hitler die "Endlösung" in Europa erfolgreich abschließen würde, fast andauernd Pogrome gegen jüdische Gemeinden durchgeführt, und dabei Tausende getötet und verletzt. Das ägyptische Unternehmensrecht vom Juli 1947 führte Bestimmungen gegen die Beschäftigung von Juden ein, schloss sie aus den meisten Arbeitsbereichen aus und konfiszierte viele von Juden betriebene Geschäfte, Grundstücke und andere Güter. Dann, nach der Verabschiedung des Teilungsplanes, randalierten Muslime in Kairo und Alexandria, mordeten, plünderten Häuser und zündeten Synagogen an. Während einer Zeitspanne von sieben Tagen zählte ein Augenzeuge in Ägypten 150 Leichen von Juden, die auf den Straßen lagen. Während des Unanhängigkeitskrieges war es ägyptischen Juden verwehrt, ins Ausland zu reisen. Im August 1949 hob Ägypten die Sperre auf und 20000 Juden flohen aus dem Land, viele von ihnen gingen nach Israel. Unter General Naguib verbesserten sich die Bedingungen für Juden etwas.
Aber als General Abdul Nasser in Ägypten an die Macht kam, ordnete er massenhafte Festnahmen von Juden an und konfiszierte in großem Umfang jüdisches Eigentum, persönliches wie geschäftliches. Nasser schickte Ausweisungsanordnungen an tausende von Juden und beschlagnahmte gleichzeitig all ihren Besitz. Den meisten der Deportierten wurde ein Koffer als Grenze gesetzt. !964 erklärte Nasser unerschrocken in einem Interview mit einem deutschen Presseorgan, dass Ägypten der Sache der Nazis immer noch anhinge: "Unsere Sympathie war mit den Deutschen." Mit dem Ausbruch des Sechstagekrieges 1967 wurden Juden massenhaft festgenommen und in Konzentrationslager verschickt, wo sie gefoltert wurden, tagelang kein Wasser bekamen und gezwungen wurden, antiisraelische Parolen aufzusagen. Bis 1970 zählte Ägyptens jüdische Bevölkerung nur noch nach Hunderten.
Algerien:
Wie andere muslimische Nationen hat Algerien eine lange antisemitische Tradition, in Gesetzen und im Volk. Die Kolonisation Algeriens durch Frankreich 1830 befreite allerdings die 2500 Jahre alte jüdische Gemeinde von viel von der Erniedrigung und Verfolgung, der sie unter islamischer Herrschaft ausgesetzt gewesen war. Aber der Aufstieg der Nazipartei in Deutschland signalisierte eine Rückkehr zum Antisemitismus. 1934 wurden in Constantine fünfundzwanzig Juden ermordet. Während des darauf folgenden Gerichtsverfahrens durch die französischen Behörden kam heraus, dass die führenden muslimischen Autoritäten der Stadt den Übergriff organisiert hatten. Als 1940 die Vichy-Regierung die Macht in Frankreich übernahm, entzog sie sofort den Juden ihre Staatsbürgerschaft, schloss sie von den Schulen aus und erklärte sie zu "Parias". Nur die Landung der Alliierten bald darauf rettete die Juden vor der massenhaften Deportation in die europäischen Todeslager.
Mit dem Sturz des Vichy-Regimes erhielten mehr als 148000 Juden die vollen Vorzüge und den Wohlstand der französischen Gesellschaft. Ein Bürgerkrieg brach in Algerien aus, und als er sich intensivierte, flohen tausende von Juden aus dem Land, zumeist nach Frankreich. Algerien erlangte 1962 die Unabhängigkeit. Bis dahin hatten mehr als 75.000 Juden das Land verlassen. Im Jahr darauf begann mit der Verabschiedung des Staatsbürgerschafts-gesetzes von 1963 die staatlich angeordnete Verfolgung. Das Gesetz beschränkte die Staatsbürgerschaft auf solche Einwohner, deren Vater und Großvater väterlicherseits Muslime waren. Der neue Staat beschlagnahmte oder zerstörte privates, geschäftliches und gemeinschaftliches jüdisches Eigentum und wandelte die meisten der Synagogen des Landes in Moscheen um. Nach einer Welle antisemitischer Gewalt 1965 reisten die meisten der 65.000 verbliebenen Juden aus. 1999 zählt die einst blühende algerische jüdische Gemeinde nur noch ganze 300 Menschen.
Libyen:
Heute (1999) ist von Juden, die in der nordafrikanischen Nation Libyen leben, nichts mehr bekannt. Wie in Ägypten und Algerien dezimierten massive Pogrome in den vierziger Jahren die einst starken jüdischen Gemeinden. Von 1941 bis 1942 gingen große Wellen von Verfolgung über das Land.
In Benghazi wurde jüdisches Eigentum geplündert und 2600 wurden in ein Zwangsarbeitslager in der Wüste verschickt, wo 500 starben.
Am 5. November 1945 wurde in der Libyschen Hauptstadt Tripolis ein schreckliches Blutbad angerichtet. Clifton Daniels, Reporter der New York Times, berichtet: "Babys wurden mit Eisenstangen totgeschlagen. Alte Männer wurden in Stücke gehackt, wo sie hinfielen. Werdenden Müttern wurden die Eingeweide herausgeschnitten. Ganze Familien wurden in ihren Häusern lebendig verbrannt." Einige hundert Juden starben bei dem Angriff. Nach der Annahme des Teilungsplanes wurden weitere 130 Juden bei antisemitischen Ausschreitungen ermordet. Im Jahr darauf gab es wieder ein Massaker wie das in Tripolis.
1948 hatte Libyen 38000 jüdische Einwohner, bis 1951 waren es nur noch 8000.Nach dem Sechstagekrieg brach wieder ein Pogrom aus, das alle bis auf 400 aus dem Land vertrieb. Am 21. Juli 1967 verstaatlichte Libyens starker Mann, Oberst Gaddafi, alles jüdische Eigentum. Bald darauf verließen alle verbliebenen Juden das Land.
Jerusalem: Einer der führenden Antisemiten in der Nazizeit war der damalige moslemische Mufti Jerusalems, Haj Amin el Husseini, der offen mit Hitler kollaborierte, und Hitler darum bat, auch die Juden im damaligen Palästina auszurotten. Ein bekanntes Zitat von ihm, das er 1948 von sich gab, bestätigt die antijüdische Haltung vieler moslemischen Araber, die sich bis heute, nicht geändert hat. ''Ich rufe einen heiligen Krieg aus, meine moslemischen Brüder, ermordet die Juden, ermordet sie alle!''
Im Jahr 2000: Der Mufti von Jerusalem, Ikrema Sabri teilt der Presse mit, dass Israel mit der Zahl der 6 Millionen ermordeten Juden des Holocaustes übertreibe, und so versuche, internationale Unterstützung zu bekommen. Der Mufti sagte außerdem, „Es ist nicht mein Problem, die Moslems haben damit nichts zu tun und nicht mitgemacht. Es war Hitlers Tat, der die Juden hasste, und überhaupt, sie werden fast überall gehasst!“, so zitierte die italienische Presse ''LA Repubblica'' den Mufti. Sehr viel Wissen über die Geschichte scheint der Mufti jedenfalls nicht zu besitzen, denn es waren die Araber, die die Juden im damaligen Palästina terrorisierten und auf die Briten Druck ausübten, damit diese keine Juden nach Palästina einwandern ließen. (ICEJ 28.3.2000)
13. Januar
Solomon Mikhoels (1890-1948)
Führender Russisch-Jüdischer Schauspieler, der für seine Rollen als Tevye und König Lear bekannt war, wird ermordet. Während des Krieges versuchte er, Unterstützung für die russische Kriegbemühung zu gewinnen, indem er England und die Vereinigten Staaten bereiste. Im Januar 1948 wurde er von der Geheimpolizei unter Anordnungen von Stalin ermordet. Dies war Teil einer Kampagne, welche die jüdische Kultur und den jüdischen Intellekt ausrotten sollte. (Eli Birnbaum)
Februar
Am schwersten zu leiden hat Jerusalem. Die Stadt hat keine Verbindungsstraßen mehr zu den jüdischen Teilen Palästinas. In einer der Hauptstraßen, der im jüdischen Teil liegenden Ben-Yehuda-Straße, erfolgt eine schwere Explosion, die Dutzende von Häusern demoliert und 57 Juden tötet. Die Juden der Altstadt sind völlig isoliert, mehr oder minder auch die auf dem Skopusberg, die in Jeminmoshe und in Mekor Chaim. (Feuchtwanger)
März 1948
Israel: Der Yehiam-Konvoi wird aus dem Hinterhalt überfallen und 48 junge Juden kommen um. Auf dem Weg nach Anatot werden 17 junge Juden getötet...
Jerusalem: Araber bombardieren das Gebäude der SOCHNUT in Jerusalems Zentrum und töten dabei 12 Beamte.
Die Juden setzen sich zur Wehr und greifen arabische Ausgangsstellungen an.
14.05.1948
Nach Abzug der Engländer rufen die 675.000 Juden - unter 650.000 weiteren Bewohnern, meist Arabern - den Staat Israel aus, der de jure von der Sowjetunion und von Amerika anerkannt wird.
14. Mai 1948 Proklamation des Staates Israel
In einer feierlichen Sitzung des Jüdischen Nationalrats wird am 14. Mai um 15 Uhr die Geburt des jüdischen Staats "Israel" proklamiert. In der Erklärung heißt es: .....(Frankfurter Rundschau online 19-10-98) Ein Auszug aus Israels Unabhängigkeitserklärung:
".....Unser Ruf ergeht an das jüdische Volk in allen Ländern der Diaspora, uns auf dem Gebiete der Einwanderung und des Aufbaus zu helfen und uns im Streben nach der Erfüllung des Traumes von Generationen - der Erlösung Israels - beizustehen. Mit Zuversicht auf den Fels Israels setzen wir unsere Namen zum Zeugnis unter diese Erklärung, gegeben in der Sitzung des zeitweiligen Staatsrates auf dem Boden unserer Heimat in der Stadt Tel Aviv, heute am Vorabend des Schabbath, dem 5. Ijar 5708, 14. Mai 1948."
Israel erklärte seine Staatsgründung, wurde aber sofort von allen Seiten von arabischen Armeen angegriffen. Jordanien fiel in Samaria und Judäa (die sogenannte "Westbank") ein und annektierte diese, dazu halb Jerusalem. Ägypten besetzte Gaza. In den 19 Jahren jordanischer Besetzung zerstörten die Araber im Osten Jerusalems 34 der 35 Synagogen und schändeten 38.000 von 50.000 Gräbern auf dem Ölberg.
An diesem Tage drangen die Armeen Syriens, Libanons, Jordaniens, Ägyptens und des Irak in Israel ein, um den jungen jüdischen Staat schon im Anfangsstadium zu ersticken. Obwohl den Israelis kaum Waffen zur Verfügung standen und sie eine große Zahl an Verlusten zu beklagen hatten (die jüdischen Verteidiger verloren über 6.000 Soldaten, fast ein Prozent ihrer Gesamt-Bevölkerung), konnte die Invasion abgewehrt werden. Die Kampfhandlungen wurden bis Ende des Jahres fortgesetzt. Im allgemeinen gelang es den Juden, ihr Land zu verteidigen, und am Ende des Krieges hatten sie zusätzliche Gebiete erobert, die ihnen die Vereinten Nationen ursprünglich nicht zugesprochen hatten.
Das "palästinensische Volk" - von dem zwei Drittel in Jordanien leben - ist eine Erfindung unserer Tage. Erst nach 1967 wird die Forderung nach einem eigenen "palästinensischen Staat" auf israelischem Boden erhoben. Bis 1967 hätten die arabischen Staaten ohne weiteres einen Palästinenserstaat" auf dem Gebiet der heutigen "Westbank" errichten können. In diesem Land hat es noch nie einen arabischen oder palästinensischen Staat gegeben. Das Land war nicht einmal türkisches Staatsgebiet, obwohl die Türken es 400 Jahre besetzt hielten – von 1517 bis 1917. (NAI Information)
15.05.1948
Die britischen Truppen verlassen das Land; die Einwanderung entfaltet sich in großem Maßstab. Israels Unabhängigkeitskrieg gegen eine arabische Übermacht von 160 Millionen Arabern beginnt. Da mit einem schnellen Sieg der Araber über den gerade entstandenen zionistischen Staat gerechnet wird, fordert das Hohe Arabische Komitee die arabische Bevölkerung auf, aus dem Krisengebiet zu fliehen. Arabische Großgrundbesitzer verkaufen ihr Land an Juden und begehen dadurch Verrat an ihrer eigenen Sache.
5 arabische Armeen - Ägypten, Transjordanien, Irak, Syrien, Libanon - das sind 40 Millionen Araber gegen 700.000 Juden, ausgebildete Truppen gegen Menschen, denen es bis gestern verboten war, Waffen zu tragen. Der Krieg wird Mitte Juni unterbrochen durch eine Waffenruhe, die 30 Tage dauert
15.05.
Gegenerklärung des Königs Abdallah. AFP aus Kairo: "König Abdallah von Transjordanien erlässt einen Gegenaufruf zur Proklamation des jüdischen Staates. Die Hauptpunkte sind folgende: 1. Ich halte das Ende des britischen Mandates gleichbedeutend mit der Annullierung aller den Juden in der Balfour-Erklärung gemachten Versprechungen. 2. Ich erkläre, dass die Juden kein Recht mehr in Palästina haben. 3. Da die Juden auf meine früheren Angebote nicht geantwortet haben, wird ihnen von nun an das Privileg einer lokalen Autonomie nicht mehr gewährt. 4. Ich wiederhole mein Versprechen, dass die Bevölkerung von Palästina frei über ihr Schicksal entscheiden wird." (aus Archiv für publ. Arbeit (Munzinger Archiv) - Lieferung 21/48)
16.05.1948
"Born and Bombed" - Unter dieser Überschrift erschien folgender Artikel in der US-Zeitung New York Times: In Tel Aviv rief am vergangenen Freitag Nachmittag um 16.06 Uhr (Palästina-Zeit) im Kunstmuseum am Rothschild-Boulevard die Jüdische Provisorische Regierung den unabhängigen Staat Israel aus. Vom Hafen in Haifa stach Punkt Mitternacht der britische Kreuzer Euryalus in See. Mit dem Hochkommissar Sir Alan Gordon Cunningham an Bord. Die Herrschaft Großbritanniens in Palästina hatte aufgehört zu existieren. In Washington gab 21 Minuten später (18.21h US-Ostküstenzeit) Präsident Harry Truman bekannt, dass die Vereinigten Staaten den neuen Staat Israel in Palästina anerkennen. Über Tel Aviv tauchten gestern im Morgengrauen ägyptische Flieger auf; sie warfen Bomben ins Herz des jüdischen Staates. Die Stunde Null für die vielbeschworene arabische Invasion Palästinas war gekommen. Diese 4 Ereignisse markierten die Geburt eines neuen Staates und den Höhepunkt der 25 tragischen Jahre des britischen Mandats über das Heilige Land. Während eines Vierteljahrhunderts hatte die Welt viele Male nach einer Lösung für das alte Land am Mittelmeer gesucht. Das war gescheitert. Nun begann der Kampf zwischen Arabern und Juden, und die Welt schaute zu. Gestern marschierten an den Grenzen Palästinas - im Norden, im Osten, in der großen Wüste im Süden - Militäreinheiten der arabischen Staaten auf. Ihre Losung hieß: "Sei bereit für Allah zu sterben." In Palästina wurde die jüdische Armee voll mobilisiert. Ihr Tagesbefehl hieß: "Wir sind bereit an allen Fronten."
25. 05. 1948
Die Altstadt Jerusalems fällt. Sie wurde von arabischen Kämpfern umzingelt und wird durch ihre Bewohner und ungefähr 80 Hagana Soldaten, verteidigt. Nach Wochen des verzweifelten Kampfes entschied man sich zur Aufgabe, um die fast 2000 hauptsächlich älteren Juden, die immer noch in der Alt-Stadt leben, zu retten. Im Laufe des 6-Tage-Krieges von 1967 wird jedoch die Altstadt von israelischen Einheiten wieder befreit. (Jerusalem Post)
18. Juli
fordert der Sicherheitsrat der UNO eine 2. Waffenruhe. Die Städte Lod und Ramla werden erobert. Obergaliläa mit Nazareth den Syrern entrissen.
23. August 1948
Erste Weltkirchenkonferenz in Amsterdam
147 Kirchen aus 44 Ländern sind dabei vertreten. Es wird der "Ökumenische Rat der Kirchen" gebildet. 1954 findet die 2. Weltkirchenkonferenz statt.
Im Oktober
erobern die Juden in einer Schlacht von den Ägyptern die Städte Beerscheba und Majdal. Damit ist der Negev in jüdischen Händen, aber der Kampf um dieses große Gebiet dauert noch bis März 1949
1948 hat Libyen 38.000 jüdische Einwohner, bis 1951 waren es nur noch 8000.
Kaczerginski, Shmaryahu (1908-1954)
Jüdischer Schriftsteller, Dichter und Partisan. Nachdem es ihm gelungen war, aus dem sowjetisch gewordenen Wilna zu entkommen, lebte er kurze Zeit in Polen, übersiedelte später nach Paris. Schließlich gelangt er nach Buenos Aires. 1954 kam er bei einem Flugzeugunglück ums Leben.
1948 veröffentlichte Kaczerginski eine Sammlung von 250 jiddischen Gedichten, die in Ghettos und Lagern geschrieben worden waren, mit Notizen über das Schicksal der Autoren sowie Melodien für über 100 Gedichte. Es ist die größte und wichtigste derartige Sammlung. Das folgende Gedicht ist von ihm:
Stiller und Stiller
Leise, still nur! Laßt uns schweigen!
Hier wächst doch Gruft an Gruft.
Feinde pflanzten ihre Reichen
Grün ins Blau der Luft.
Mancher Weg führt nach Ponary,
Aber keiner je zurück.
Unser Vater ist verschwunden
Und mit ihm das Glück.
Ruhig Kind! Wein nicht, mein Schatz!
Alles wird ja vergehen,
Wenn die Feinde unser Unglück
Auch nicht verstehen.
Einen Strand hat jede Welle,
Ein Fenster jede Zelle -
Sollte da unsere Pein
Etwa endlos sein?
1949
24. Februar
Erstes Waffenstillstandsabkommen mit Ägypten in der Auseinandersetzung zwischen Arabern und Israelis
Der Unabhängigkeitskrieg
Im Rahmen des zwischen Israel und den angrenzenden arabischen Staaten zwischen Februar und Juli 1949 abgeschlossenen Waffenstillstandsabkommens wurde Israel das gesamte Galiläa, die Küstenebene, der Zugang nach Jerusalem und die Negev-Wüste mit Ausnahme des Gazastreifens entlang der Mittelmeerküste zugesichert.
Der westliche Teil Jerusalems, die moderne jüdische Neustadt, war während des Krieges belagert und dem Beschuss der Arabischen Legion und ägyptischer Truppen ausgesetzt gewesen. Nach dem UNO-Plan hätte die Stadt internationalisiert werden sollen, aber am Ende des Krieges wurde Jerusalem zwischen Israel und Jordanien geteilt, die Altstadt und ihr jüdisches Viertel fiel den Jordaniern zu.
Ein Großteil (fast 600.000) der arabischen Einwohner der Gebiete, die unter jüdischer Kontrolle standen, flohen in den arabischen Teil "Palästinas" und die angrenzenden arabischen Staaten, wo sie gesellschaftlich und wirtschaftlich hätten aufgenommen werden können. Stattdessen wurden die meisten in Flüchtlingslagern belassen und als politische Waffe gegen Israel benutzt. Etwa 150.000 Araber, Mohammedaner und Christen beschlossen, Israels Ruf zu folgen und im Lande zu bleiben, um mit ihren jüdischen Nachbarn in Frieden zu leben. So verhielt es sich auch mit den meisten der kleinen Drusengemeinden. (aus israelnews.de)
März
Beirut: Hohe Diplomaten aller arabischen Staaten treffen sich, um eine gemeinsame Strategie nach dem Sieg Israels im Unabhängigkeitskrieg zu formulieren. Ein Aufsatz in der syrischen Zeitung Al-Kifah stellte ihre kollektiven Pläne für die jüdische Bevölkerung in ihrer Mitte unumwunden dar:
"Sollte Israel sich gegen die Rückkehr der arabischen Flüchtlinge in ihre Heimat stellen, werden die arabischen Regierungen die Juden, die in ihren Ländern leben, ausweisen."
11. Mai 1949
Israel wird in die Vereinten Nationen aufgenommen
03. Juni
Die arabischen Staaten sehen sich gezwungen, einem Waffenstillstands-Abkommen zuzustimmen. Auch nach der Aufnahme des neuen Staates Israel in die Vereinten Nationen erklären die arabischen Staaten, für sie existiere kein Staat Israel. Aber sie geben die Hoffnung nicht auf, dass der jüdische Staat, der militärisch nicht zu besiegen war, allmählich wirtschaftlich erdrosselt werden könne. (Seite 285 Martin Feuchtwanger)
20. Juli
Waffenstillstandsabkommen wird mit Syrien abgeschlossen
Im August 1949
hebt Ägypten die Sperre auf und 20.000 Juden fliehen aus dem Land, viele von ihnen gingen nach Israel. Unter General Naguib verbesserten sich die Bedingungen für Juden etwas. Aber als General Abdul Nasser in Ägypten an die Macht kam, ordnete er massenhafte Festnahmen von Juden an und konfiszierte in großem Umfang jüdisches Eigentum, persönliches wie geschäftliches. Nasser schickte Ausweisungsanordnungen an tausende von Juden und beschlagnahmte gleichzeitig all ihren Besitz. Den meisten der Deportierten wurde ein Koffer als Grenze gesetzt.
20. November
Israel: Die Zahl der jüdischen Bevölkerung überschreitet eine Million
1949
Israel: Das Museum Beit Lochamei Hagetaot, hebräisch: Haus der Ghettokämpfer, wird zusammen mit einem Kibbuz in Westgaliläa errichtet. Die Gründer sind Überlebende der Shoah: Untergrundkämpfer der Ghettos, Partisanen, Flüchtlinge aus der UdSSR und Überlebende der Konzentrations- und Vernichtungslager.
Beit Lochamei Hagetaot will vor allem die Erinnerung an die Ermordung der Juden und die Erfahrung des Aufstands lebendig halten. Diese Gedenkstätte umfasst ein Museum, ein Archiv, eine Bibliothek und eine Kunstsammlung. Archiv und Museum wurden benannt nach Jitzchak Katzenelson. Des weiteren werden Bücher veröffentlicht und pädagogische Seminare durchgeführt.
1949 wird bekannt:
Eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde hat als Spendenwaschanlage für die Verteidigung von Nazi-Verbrechen gedient
1950
Jordanien besetzt das jüdische Judäa und Samaria, und es wird daraus das West-Jordanland
05.07.
Das "Rückkehrgesetz", das jedem Juden das Recht verbrieft, sich in Israel niederzulassen, wird angenommen.
Berlin-Weißensee: 5 Jahre nach Kriegsende bringt die Synode der EKD erstmals offiziell ihre Mitschuld an den Leiden der Juden unter dem Nationalsozialismus zum Ausdruck: "Wir sprechen es aus, dass wir durch das Unterlassen und Schweigen vor dem Gott der Barmherzigkeit mitschuldig geworden sind an dem Frevel, der durch Menschen unseres Volkes an den Juden begangen worden ist."
19. Juli
Frankfurt am Main: Der Zentralrat der Juden wird von Repräsentanten der jüdischen Gemeinschaft der vier Besatzungszonen als politischer und religiöser Dachverband gegründet. Er ist in Deutschland eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und die Spitzenorganisation der jüdischen Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland.
Historie:
19. Juli 1950 - 19. Juli 2000 - 50 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland
Im Jahre 2000 feiert der Zentralrat der Juden in Deutschland sein 50-jähriges Bestehen. Die Gründung und konstituierende Versammlung fand am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main statt. Die Delegierten kamen aus den bereits existierenden jüdischen Gemeinden der vier Besatzungszonen, die unter US-amerikanischer, britischer, französischer und sowjetischer Verwaltung standen.
Zum Zeitpunkt der Gründung lebten noch etwa 15.000 Jüdinnen und Juden in Deutschland. Die Führung des jüdischen Dachverbandes übernahm ein vierköpfiges Direktorium. 15 Gemeindevertreter bildeten den so genannten Rat. Erster Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland wurde Frankfurt am Main, in späteren Jahren befand sich dieser dann in Düsseldorf und im Anschluss daran in Bonn. Am 1. April 1999 wird der Hauptsitz des Zentralrats der Juden in Deutschland nach Berlin verlegt.
24. August
Jemen: Operation "Fliegender Teppich" bringt 45.000 Juden nach Israel heim
29. November
Ankunft des 500.000sten Einwanderers in Israel seit der Staatsgründung
1951
20. Juli
Jerusalem: König Abdallah, der Urgroßvater Abdullahs, des Königs von Jordanien, der, nachdem er die Altstadt einschließlich des Tempelbergs erobert und annektiert hatte, wird von arabischen Meuchelmördern in der el-Aksa ermordet. Er hatte sich für eine Verständigung mit Israel ausgesprochen.
Während dieser Zeit, aber auch schon in der vorherigen osmanischen Herrschaft bis 1918, fand nur ein einziger islamischer Herrscher oder Würdenträger den Weg in die heilige Stadt, um in der heute als "heilig" bezeichneten el-Aksa-Moschee Allah die Reverenz zu erweisen.
Juli
Irak: 1951 endet die Operation „Esra und Nehemia“, in deren Verlauf 115.000 irakische Juden über eine Luftbrücke den Staat Israel erreichen
01.09.
Der Weltsicherheitsrat verurteilt die gegen Israel gerichtete ägyptische Blockade im Suezkanal
1952
1. Januar
Sieben arabische Terroristen töten eine 19-jährige Jüdin in ihrer Jerusalemer Wohnung.
Auf Befehl Stalins wird zwischen 1948 und 1952 die Elite jiddischer Künstler in der UdSSR - 450 Schriftsteller, Musiker, Tänzer, Maler, Bildhauer und Schauspieler - ermordet/erschossen
Luxemburger "Wiedergutmachungsabkommen" zwischen Deutschland und Israel: Die BRD und Israel unterzeichnen das Wiedergutmachungsabkommen, wonach die BRD innerhalb von 14 Jahren zur Zahlung von 3 Milliarden DM in Sachwerten verpflichtet ist und weitere 400 Mio DM an jüdische Weltorganisationen zahlen soll.
Die Erfurter Synagoge wird als erster Neubau eines jüdischen Gotteshauses in der DDR eingeweiht. Sie entstand auf dem Gelände einer Synagoge aus dem Jahr 1884, die in der Pogromnacht November 1938 von den Nazis in Brand gesteckt worden war.
1952 registrierte Israel über 3.000 Terrorangriffe der arabischen Fadayeen-Terroristen
an Israels Grenzen.
1953
Globke, Hans (1898-1973)
Ministerialrat im Reichsinnenministerium. Er arbeitete an den Entwürfen und der Einführung antijüdischen Gesetzgebung (Erbgesundheitsgesetz, Blutschutz-Gesetz) mit. Globke schuf die juristischen Voraussetzungen, um alle deutschen Juden zu zwingen, die zusätzlichen Vornamen Israel bzw. Sara anzunehmen. 1944 entwarf er einen Erlass für den Übergang des Besitzes der in den Konzentrationslagern ermordeten Juden an den Staat. Bekannt wurde er durch einen Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen. Nach dem Krieg wurde Globke verhaftet, und, da nur "Mitläufer", freigelassen.
Er wurde Bundestagsabgeordneter der CDU und 1953 Staatssekretär im Bundeskanzleramt. Globke zog sich 1963 in die Schweiz zurück, wo er bis zu seinem Tod 1973 lebte. (shoanet)
1954
17. März
überfallen Terroristen einen Bus in der Negev-Wüste, der von Eilat nach Tel Aviv unterwegs ist, erschossen den Busfahrer und verletzten alle Passagiere.
.
Weltkirchenkonferenz in Evanston
Der Name "Israel" wird aus der offiziellen Erklärung gestrichen
Bernburg an der Saale:
Auf dem jüdischen Friedhof wird als Letzter Eugen Madelong beigesetzt. Er war, bevor die Nazis an die Macht kamen, Vorsteher des Israelitischen Kranken- und Beerdigungsvereins und Besitzer eines Herrenkonfektions-Geschäfts gewesen. Nach Kriegsende kehrte er als einziger Überlebender seiner Familie aus dem KZ nach Bernburg zurück. Eine Entschädigung hat er nie erhalten.
1955
19. Juli
Die Jarkon-Negew-Wasserleitung wird vollendet und am
22. September die erste Ölquelle bei Cheletz im Negew entdeckt
Thomas Mann stirbt 1955…
Im Juni 2000: Die Hansestadt Lübeck macht ihrem berühmten Sohn, dem Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955), ein großzügiges Geburtstags-Geschenk: Am 125. Geburtstag Manns wird nach sechsmonatigem Umbau das völlig neu gestaltete Buddenbrookhaus wiedereröffnet. "Was für ein schöner Tag für Lübeck, was für ein großer Tag für Deutschland und die deutsche Sprache", sagt Bundespräsident Johannes Rau vor rund 950 Gästen des Festaktes im Lübecker Theater. (dpa 8.6. RP-Online)
In den Jahren 1951 bis 1955 sind 503 Israelis durch arabische Terroranschläge an der jordanischen Grenze ums Leben gekommen.
An der ägyptischen Grenze starben in diesen Jahren 358 Israelis und an der syrischen und libanesischen Grenze belief sich die Zahl der israelischen Todesopfer auf 61.
1956
01.04.
Der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) beginnt seine Tätigkeit
11. April
Schafrir: Terroristen eröffnen auf eine mit Menschen gefüllte Synagoge Feuer und töteten drei Kinder und einen Jugendlichen.
Am 4. Oktober 1956 werden fünf israelische Arbeiter südlich vom Toten Meer, bei Sodom, von Terroristen erschossen.
29.Oktober bis 5. November:
Sinai-Krise: Israel, Frankreich und England führen Krieg gegen Nasser, der den Suez- Kanal in Ägypten verstaatlicht hat.
Der Sinai-Feldzug!
Nach dem Unabhängigkeitskrieg schlossen die vier arabischen Nachbarstaaten Ägypten, Jordanien, Libanon und Syrien separate Waffenstillstandsabkommen mit Israel, hielten aber den Kriegszustand aufrecht und Grenzverletzungen waren weiterhin an der Tagesordnung.
"Fedajin" (bewaffnete Selbstmordkommandos)
drangen von Ägypten und Jordanien aus nach Israel ein und führten ihre
Überfälle aus, um ein normales Leben im Lande unmöglich zu machen. Die Fedajin-Einfälle
forderten eine wachsende Zahl an jüdischen Leben. Die arabischen Staaten
weiteten den Krieg gegen Israel auf eine ökonomische Front aus, indem sie einen
Handelsboykott organisierten. Ägypten versuchte, Israels Meeresverbindung mit
Afrika und Südostasien zu unterbrechen und blockierte die Meerenge von Tiran an
der Mündung des Golfes von Eilat. Im Oktober 1956 erreichen die gegen Israel
gerichteten feindlichen Maßnahmen ihren Höhepunkt, als der ägyptische
Herrscher, Gamal Abdul Nasser, seine mit modernen sowjetischen Waffen
ausgerüsteten Truppen im Sinai konzentrierte und einen massiven Angriff
vorbereitete.
Israel führte den ersten Schlag aus und überwältigte in wenigen Tagen die ägyptischen Streitkräfte; es besetzte die gesamte Sinaihalbinsel und hob die Seeblockade von Tiran auf. Gleichzeitig bombardierten England und Frankreich in Vergeltung für Nassers Nationalisierung des Suezkanals im Juni desselben Jahres ägyptische Militäranlagen.
Sehr bald jedoch zwangen die USA und die Sowjetunion Israel und seine Verbündeten, sich zurückzuziehen, und entlang der ägyptisch-israelischen Grenze wurden UNO-Truppen stationiert. Israel stimmte dem Rückzug seiner Truppen aus dem Sinai teilweise auf Grund des Versprechens zu, dass die UNO-Beobachter den Frieden aufrechterhalten würden, indem sie eine Erneuerung der ägyptischen Bedrohung gegen Israel verhinderten, und dass die Nationen der Erde einen fortgesetzten freien Schifffahrtsverkehr durch die Straße von Tiran garantieren würden. Der Bruch dieses Versprechens und der gesamte Rückzug des UNO-Kontingents auf Geheiß Präsident Nassers im Mai 1967 führte zum Ausbruch des Sechs-Tage-Krieges. (aus israelnews.de)
Im Gazastreifen wird die "Al Fatah" ins Leben gerufen.
Ungarn: Nach dem Aufstand von 1956 erfolgt die Verstaatlichung jüdischen Eigentums und die Schließung jüdischer Institutionen.
Später existiert in Budapest, der größten jüdischen Gemeinde, wieder voll das Rabbinerseminar, das jüdische Gymnasium, Museum, ein Krankenhaus und eine Bibliothek, die staatlich unterstützt werden. Weitere kleinere Zentren sind Debrecen, Miskolc, Pecs und Szeged. Vierzehntägig erscheint die Gemeindezeitung 'Uj Elet' in Budapest
.
1957
08.03.
Israel vollzieht die Räumung der Sinai-Halbinsel und des Gazastreifens nach Zusicherung freier Schiffahrt in der Meerenge von Tiran. UNO-Truppen werden nach Scharm-el-Scheich und Gaza entsandt. Am 25. März läuft das 1. Schiff den Hafen von Eilat an
25.01. 1957 Römische Verträge - die EG wird gegründet
26.06.
Emmendingen: Alfred Döblin stirbt. „Unvergeßlich aus meiner Kindheit ist mir, es fällt mir gerade ein, noch folgende Szene: wir wohnten in der Blumenstraße und unsere Mutter hatte – großes Ereignis – eine Gans gekauft. Und wie sie morgens in die Küche kommt, wir wohnten parterre, war die Gans weg, gestohlen. Gans einschließlich Gänseklein. Meine Mutter weinte, groß war der Schmerz der Familie, wir waren 5 Kinder und klagten wochenlang. Mein Magen sehnt sich noch heute nach dieser Märtyrergans. Erst im Paradies werde ich sie essen.“
1958
16.01.
Israel: Die Landstraße von Beerscheba nach Eilat, Israels "trockenem Suezkanal", wird in Betrieb genommen
17. November
erschiessen Terroristen aus Syrien die Frau des britischen Attachés in Israel auf dem sog. Berg der Seligpreisungen
Deutschland: Umfrage 30 % der Bundesbürger sind eindeutig antisemitisch
10 Jahre nach der Gründung des Staates Israels kommt Bewegung in den Pan-Arabismus. Abdel el Nasser gründet die VAR, die Vereinigte Arabische Republik, die sich aus Syrien und Ägypten zusammensetzt, jedoch 1961 in die Brüche geht.
1958
Papst Pius XII., der seit 1939 an der Spitze der römischkatholischen Kirche steht, stirbt.
Zitat: „Rolf Hochhuth provoziert 1963 mit seinem Bühnenerstling "Der Stellvertreter" eine erregte Debatte über Papst Pius XII., der bis zu diesem Zeitpunkt weltweit und insbesondere in Deutschland unbestritten hohes Ansehen genoss. Das dramatische Trauerspiel hob aber nicht gesicherte Ergebnisse zeitgeschichtlicher Forschung auf die Bühne des Theaters, sondern leitete aus der Persönlichkeit Eugenio Pacellis polemische, moralisch begrün-dete Anklagepunkte ab. Seit diesen Angriffen gehört das Stereotyp vom "Papst, der geschwiegen hat", zum festen Bestandteil kritischer Stellungnahmen.“
1959
Kuwait: Palästinenser, darunter Yassir Arafat, gründen die Bewegung Fatah
1960
Bagdad: Gründung der OPEC in Bagdad (Babylon)
27.03.
New York: Die erste Begegnung zwischen einem deutschen und einem israelische Staatsmann seit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und der Gründung des Staates Israel findet statt. Bundeskanzler Konrad Adenauer und Ministerpräsident David Ben Gurion treffen sich im Waldorf-Astoria-Hotel - nur "zufällig", weil die israelische Öffentlichkeit zu dem Zeitpunkt noch nicht bereit war, eine offizielle Begegnung dieser Art zu billigen.
Bayern: Umfrage an pädagogischer Hochschule ergibt, dass nur 25 von 100 Studenten im Geschichtsunterricht etwas über das 3. Reich hörten.
1961
Neu-Delhi: 3. Vollversammelung der Weltkirchenkonferenz. Bedeutungsvoll, weil dort auch russische, griechisch-orthodoxe sowie Pfingst-Kirchen aufgenommen werden und vom Vatikan offizielle Beobachter teilnehmen. Der Ökumenische Rat umfasst jetzt 214 Kirchen.
1963 kommt in Montreal ein römisch-katholischer und ein neurationalisistischer Theologe zu Wort. 1968 findet die Vollversammlung in Uppsala statt.
Adolf Eichmann 1961: „Ich erinnere mich in tiefer Dankbarkeit an die Hilfe katholischer Priester bei meiner Flucht aus Europa und entschied, den katholischen Glauben zu honorieren, indem ich Ehrenmitglied wurde.“
Der Organisator der „Endlösung“,
11.04.
Jerusalem: Es beginnt der Eichmann-Prozeß.
Am 31.5.1962 wird er hingerichtet.
Eichmann, Adolf (1906-1962)
1932 Beitritt zur NSDAP. 1939 Leiter des Judenreferats im Reichssicherheits-Hauptamt der Reichsführung SS in Berlin, der Zentralstelle für die "Endlösung der Judenfrage". Eichmann spielte eine Schlüsselrolle bei der Organisation der antijüdischen Politik. Er war zuständig für Verhaftung, Deportation und Vernichtung der während des Zweiten Weltkriegs im Machtbereich Hitlers lebenden europäischen Juden. 1950 flüchtete er von Italien nach Argentinien, wo ihn der israelische Geheimdienst 1960 aufspürte und nach Israel brachte. In Jerusalem wurde Eichmann vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und 1962 hingerichtet. (Eli Birnbaum)
23.04.
Sachsenhausen: Die DDR eröffnet die Nationale Mahn- und Gedenkstätte
1962
Algerien erlangt die Unabhängigkeit. Bis dahin hatten mehr als 75.000 Juden das Land verlassen.
21. November
Arad: Im östlichen Negev beziehen die ersten Siedler ihre Wohnungen in der neuen Stadt
1963
03. Januar
Die Universität in Tel Aviv University wird eröffnet. Ihre Vorgeschichte geht bereits auf die frühen 50er Jahre zurückgeht. Die Universität ist inzwischen die Größte in Israel mit über 100 Abteilungen und 75 Forschungszweigen (Eli Birnbaum)
01.04.
Das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) startet sein bundesweites Fernseh- Programm
Algerien: Verabschiedung des Staatsbürgerschaftsgesetzes = Beginn der staatlich angeordnete Verfolgung. Das Gesetz beschränkte die Staatsbürgerschaft auf solche Einwohner, deren Vater und Großvater väterlicherseits Muslime waren. Der neue Staat beschlagnahmte oder zerstörte privates, geschäftliches und gemeinschaftliches jüdisches Eigentum und wandelte die meisten der Synagogen des Landes in Moscheen um.
England:
Der britische Autor David Irving veröffentlicht „Die Zerstörung Dresdens!“
1983: „Hitlers Krieg“. 1993 wird Irving von der Münchner Ausländerbehörde aus Deutschland ausgewiesen, nachdem er im Löwenbräukeller die Existenz von Gaskammern bestritten hatte. Auch in anderen Ländern bekommt er wegen der Verbreitung der sogenannten „Auschwitz–Lüge“ Einreiseverbot .
Im Jahre 2000 verliert Irving den selbst initiierten Prozess über die Leugnung des Holocaust Das oberste britische Zivilgericht urteilte, dass man Irving ungestraft als „Hitlerbewunderer“ und als eines der „gefährlichsten Sprachrohre für die Leugnung des Holocaust“ bezeichnen kann. Außerdem markierte ihn der Richter als einen vorsätzlichen Fälscher und Manipulator von Historischen Fakten, der so seine eigenen Ideologien zu beweisen versucht. Außerdem sei er ein Weißwäscher Hitlers, insbesondere wenn es um dessen Haltung zu den Juden geht. Es sei des weiteren erwiesen, dass er Beziehungen zu extrem rechts orientierten Kreisen unterhält und dass er Neonazis unterstützt und fördert.
Irving hatte die amerikanische Historikerin, Deborah Lipstadt und den britischen Verlag „Penguin“ wegen Rufschädigung verklagt. Er wehrte sich dagegen, dass ihn Lipstadt in einem 1994 erschienenen Buch als „Hitlerbewunderer“ charakterisiert hatte, der „Scheuklappen trägt, Dokumente verfälscht und Fakten unrichtig wiedergibt.“ Der 62-jährige Forscher und Trickser galt in den 60er und 70er Jahren in Fachkreisen als ernstzunehmender, wenn auch rechtslastiger Außenseiter, wurde dann jedoch immer exzentrischer. Irving selbst sieht sich als Opfer einer weltweiten Verschwörung, beschattet vom israelischen Geheimdienst. Irving steht nun kurz vor dem finanziellen Bankrot, da ihn der Prozess mindestens 5 Millionen Pfund gekostet hat (ICEJ 14.4.2000)
Hamburg: Gründung des "Instituts für die Geschichte der deutschen Juden"
Bußgebet von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) kurz vor seinem Tod: "Wir erkennen nun, dass viele Jahrhunderte der Blindheit unsere Augen gedeckt haben, so dass wir die Schönheit deines auserwählten Volkes nicht mehr sehen und in seinem Gesicht nicht mehr die Züge unseres erstgeborenen Bruders erkennen."
1963
Rolf Hochhuth provoziert mit seinem Bühnenerstling "Der Stellvertreter" eine erregte Debatte über Papst Pius XII. (1939-1958), der bis zu diesem Zeitpunkt weltweit und insbesondere in Deutschland unbestritten hohes Ansehen genoss.
13. Oktober
Unter der Leitung von Professor Yigael Jadin beginnen mit einer großen internationalen Expedition die Ausgrabungen in Massada, einem Felsen, der in erhabener Einsamkeit aus der Judäischen Wüste emporragt. Massada war vor 1900 Jahren Schauplatz einer der dramatischen Episolden in der Geschichte - siehe unter dem Jahre 72! Viele Generationen hindurch wurde die Geschichte von Massade als eine halb legendäre Erzählung betrachtet. Die 2jährigen Grabungsarbeiten förderten die "Legende" ans Licht der Geschichte und enthüllten bis dahin unbekannte Einzelheiten. Massada wurde zu einem Symbol der Entschlossenheit eines Volkes, in seinem eigenen Lande frei zu sein. Nach 2000 Jahren bleibt das Opfer Eleazar ben-Ya''rs und seiner Kameraden für die jüdische Nation genau so wichtig wie sie es in jener vergangenen Zeit war.
(Aus "Symbol jüdischer Freiheit", 1997 Generalkonsulat des Staates Israel in Berlin) Auf dem Felsen Massada finden nun u.a. die Vereidigungen der jungen Soldaten statt, später kommt eine Seilbahn hinzu.
1964
05.01.
Papst Paul VI pilgert zu den „Heiligen Stätten“ in Israel
28.5.-2.6. 1964
Tagung mit Ziel der Gründung der PLO
„Wer sind die Palästinenser???
Die Bezeichnung Palästinenser ist die lateinische Version von Philister, hat aber mit dem philistäischen Insel- und Küstenvolk nichts zu tun, denn der römische Kaiser Hadrian setzte 135 nach der Zeitrechnung für das von ihm eroberte Israel/Judäa den Namen "Provinz Syria Palästina" ein. Jerusalem erhielt den Namen "Aelia Capitolina". Daher ist der Anspruch der Palästinenser, biblisch- historischer Ureinwohner des Landes zu sein, absurd. Bis zur Staatsgründung Israels 1948 waren alle Bewohner des britischen Mandatsgebietes "Palästinenser", egal ob Araber, Juden oder Christen. Auch Israels Staatsgründer David Ben Gurion war laut Pass Palästinenser. Und die erste jüdische Tageszeitung hieß "Palestine Post". Der Begriff eines "palästinensischen Volkes" taucht erstmals 1964 auf, als Arafat seine "Palestine Liberation Organization" (PLO) ins Leben rief, denn nur der Mythos eines Volkes konnte die bis dahin so unterschiedlichen und zerstrittenen Araber in diesem Gebiet vereinen.
Weil der heutige Palästina-Begriff gebietsmäßig an das britische Mandatsgebiet gekoppelt ist, muss noch festgestellt werden, dass von diesem "Palestine" 74 Prozent auf der Ostseite des Jordanflusses liegen und nur 24 Prozent auf seiner Westseite, was Israel und die Westbank beinhaltet. Wenn also von einer Befreiung Palästinas die Rede ist, fragt man sich, warum dann nur von dem Gebiet Israels und nicht von den 74 Prozent jenseits des Jordan (also in Jordanien) (aus Internet)
04.06.
Israel und die EWG unterzeichnen Handelsabkommen
1964 erklärte Nasser unerschrocken in einem Interview mit einem deutschen Presseorgan, dass Ägypten der Sache der Nazis immer noch anhinge: "Unsere Sympathie war mit den Deutschen."
1964 Fertigstellung der Landeswasserleitung, die Wasser aus dem See Genezareth im Norden in die trockenen südlichen Landesteile transportiert.
1965
13.05. nimmt Deutschland diplomatische Beziehungen zu Israel auf
Kairo: Arabische Gipfelkonferenz. Gründung der PLO-Organisation zur Befreiung Palästinas
19. August
Deutschland entsendet seinen ersten Botschafter nach Israel.
Vatikan:
Der deutsche Katholizismus schweigt in der Schuldfrage offiziell fast 30 Jahre.
Im 2. Vatikanisches Konzil 1965 heißt es kurz in pauschalierender Weise "alle Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend jemandem gegen die Juden gerichtet haben..."
Erst im November 1975 folgt ein Bekenntnis.
In dem 1965 veröffentlichten Dokument „Nostra Aetate“ (in unserer Zeit) wurde die Lehre zurückgezogen, welche den Juden eine ewige Kollektivstrafe als Gottesmörder auflastete. Das revolutionäre daran war, so bewertet es ein jüdischer Forscher, dass eine neue völlig neue Sprache in der Kommunikation mit den Juden gewählt wurde. Dieser Trend erhielt enormen Auftrieb durch die Wahl des späteren Papstes im Jahr 1979, der immer wieder auf die jüdischen Wurzeln des Christentums hinwies. Innerhalb von weniger als einer Generation änderte sich die Terminologie von „Gottesmördern“ zu „unser älterer Bruder“ (Zitat Papst Paul II.). Auch war es unter seiner Führung, dass im Jahr 1993 der Vatikan diplomatische Beziehungen mit Israel aufnahm.
Algerien: Nach einer Welle antisemitischer Gewalt reisen die meisten der 65.000 verbliebenen Juden aus. 1999 zählt die einst blühende algerische jüdische Gemeinde nur noch 300 Menschen.
1965
„Die Unfähigkeit zu trauern“ bescheinigen Alexander und Margarete Mitscherlich den Westdeutschen zwanzig Jahre nach Kriegsende in einer einflussreichen Studie über ihr Verhältnis zu den Verbrechen und Opfern des Nazi-Regimes. Doch schon 1950 hatte sich die vertriebene deutsche Jüdin Hannah Arendt nach einem Deutschlandbesuch entsetzt: „Die Gleichgültigkeit, mit der sie sich durch die Trümmer bewegen, findet ihre genaue Entsprechung darin, dass niemand um die Toten trauert; sie spiegelt sich in der Apathie wider, mit der sie auf das Schicksal der Flüchtlinge in ihrer Mitte reagieren oder vielmehr nicht reagieren...“
1966
02. Mai
Bei seiner ersten Israelreise ist Konrad Adenauer nicht mehr deutscher Bundeskanzler
12.05.
Israel und die Deutsche Bundesrepublik beschließen, diplomatische Beziehungen anzuknüpfen
04.07.
Israel ersucht die UNO, die Einstellung syrischer Grenzangriffe durchzusetzen
30.08.
Feierliche Einweihung der neuen Knesset in Jerusalem.
.
1967
07. April
Israel schießt 6 syrische Flugzeuge ab, nachdem diese Grenzdörfer angegriffen hatten
15.05.
Nasser schickt Panzerkräfte in den Sinai
17.05. Sender Kairo: "Ägypten ist bereit, sich mit all seinen Mitteln – Menschenmaterial, Wirtschaft und Technologie - in einen totalen Krieg zu stürzen, der das Ende Israels bedeutet."
23.05.
Nasser gibt die Sperrung der Tiran-Meerenge für israelische Schiffe und Landungen bekannt
26.05.
Ansprache Nassers vor den Gewerkschaften: "...Mir war es seit jeher klar, dass wir den Abzug der UNO-Truppen fordern können, sobald wir unsere Vorbereitungen getroffen haben. Genau dieser Fall ist eingetreten. Jetzt wird der Krieg ausgedehnt sein. Unser Ziel ist die Vernichtung Israels..."
30.05.
König Hussein von Jordanien unterzeichnet anti-israelischen Pakt mit Ägypten und unterstellt seine Streitkräfte ägyptischem Oberbefehl
04.06.
Irak unterzeichnet anti-israelischen Pakt mit Ägypten
„Der Sechs-Tage-Krieg
Syrien und Ägypten hatten von der Sowjetunion große Waffenlieferungen erhalten, und im Mai 1967 konzentrierte Nasser seine Armee wiederum im Sinai, um Israel zu zerstören. Er verbündete sich mit Jordaniens König Hussein, blockierte die Straße von Tiran und zwang die UNO-Truppen zur Aufgabe ihrer Positionen. Es gelang nicht, die Nationen, die im Jahre 1957 die Zusicherung gemacht hatten, die freie Schifffahrt durch die Straße von Tiran zu garantieren, dazu zu bringen, ihr Versprechen einzulösen.
Am 5. Juni 1967 brach der Krieg aus. Schon in den frühen Stunden dieses Tages konnte Israel in einem Blitzangriff den größten Teil der ägyptischen Kampfflugzeuge am Boden zerstören und somit die Kontrolle über den Luftraum gewinnen. Trotz der dringenden Warnungen, die am 5. Juni an König Hussein gesendet wurden, besetzten jordanische Truppen das UNO-Hauptquartier in Jerusalem und nahmen die jüdischen Wohnbezirke unter Beschuss. In den Feldzügen der folgenden sechs Tage eroberte Israel das gesamte Judäa und Samaria (das als "Westufer" des Jordans bekannte Gebiet), die Golanhöhen, den Gazastreifen und die Sinaihalbinsel. Den Höhepunkt der Kampfhandlungen bildete die Einnahme Ostjerusalems. Mit der Wiedervereinigung der geteilten Stadt gingen die heiligen Stätten des Judentums, die Klagemauer und die Überreste des Tempels, in jüdische Hand über und wurden zum ersten Mal nach fast 2.000 Jahren für freie und ungestörte Andacht zugänglich. Zum ersten Mal war es auch israelischen Mohammedanern ermöglicht, an ihren heiligen Plätzen, der El-Aqsa-Moschee und dem Felsendom, zu beten.
Die von den israelischen Streitkräften eroberten Gebiete wurden mit Ausnahme Jerusalems (das in seiner Gesamtheit von Israel annektiert wurde) unter israelische Militäradministration gestellt.
Zum ersten Mal seit der Staatsgründung Israels im Jahre 1948 waren die Grenzen nicht mehr hermetisch versiegelt. Die Brücken über den Jordan wurden für einen zweiseitigen Handels- und Touristenverkehr geöffnet. Die Handelsbeziehungen zwischen Jordanien und Judäa und Samaria blühten. Aus den verwalteten Gebieten kamen täglich arabische Arbeiter nach Israel, und zum ersten Mal überquerten eine große Anzahl von Besuchern aus allen arabischen Ländern den Jordan, um Israel und die von ihm verwalteten Gebiete zu besuchen und die Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Die Politik der offenen Brücken schuf in dem Gebiet eine neue Wirklichkeit.“ (aus Israel.news)
05.06.
Ägyptische Panzer rücken gegen Israel vor. Im Gegenangriff vernichtet Israel die feindliche Luftwaffe
06.06.
Israelische Truppen stoßen in den Sinai vor, besetzen den Gazastreifen. Außerdem schlägt Israel die jordanischen Truppen aus Jerusalem und aus den Gebieten westlich des Jordanflusses zurück
08.06.
Israelische Truppen stehen am Suezkanal
08.06.
UNO-Hauptquartier in Jerusalem öffnet sein Gelände für feindliche Truppen gegen Israel
10.06.
Israel stürmt syrische Befestigungen am Golan-Hochplateau und nimmt Kuneitra ein. Die israelischen Streitkräfte erobern die gesamte Sinai-Halbinsel, befreien die Golanhöhen, den Gazastreifen und das Westjordanland mit Ost-Jerusalem - am 7.6. = 28. Ijar ist Jerusalem wiedervereinigt. 3 Wochen später ist offiziell Ost- und West-Jerusalem wiedervereinigt, alle Grenzsperren beseitigt, die Passkontrolle aufgehoben und beide Stadtteile zu einer Stadt erklärt. Israel wird dadurch zum "Weltärgernis"!
29 Staaten brechen die diplomatischen Beziehungen zum jüdischen Staat ab.
Am 14.05.1948 erklärte Israel seine Staatsgründung, wurde aber sofort von allen Seiten von arabischen Armeen angegriffen. Jordanien fiel in Samaria und Judäa (die sogenannte "Westbank") ein und annektierte diese, dazu halb Jerusalem. Ägypten besetzte Gaza. In den 19 Jahren jordanischer Besetzung bis 1967 zerstörten die Araber im Osten Jerusalems 34 der 35 Synagogen und schändeten 38.000 von 50.000 Gräbern auf dem Ölberg. Die Steine wurden zum Bau des Gebäudes auf dem Ölberg für den jordanischen König verwendet, das später zu dem bekannten Hotel wurde, ebenso für den Straßenbau in Amman.
Das "palästinensische Volk" - von dem zwei Drittel in Jordanien leben - ist eine Erfindung unserer Tage. Erst nach 1967 wird die Forderung nach einem eigenen "palästinensischen Staat" auf israelischem Boden erhoben. Bis 1967 hätten die arabischen Staaten ohne weiteres einen Palästinenserstaat" auf dem Gebiet der heutigen "Westbank" errichten können.
In diesem Land hat es noch nie einen arabischen oder palästinensischen Staat gegeben. Das Land war nicht einmal türkisches Staatsgebiet, obwohl die Türken es 400 Jahre besetzt hielten (von 1517 bis 1917).
Ägypten: Mit dem Ausbruch des Sechstagekrieges wurden Juden massenhaft festgenommen und in Konzentrationslager verschickt, wo sie gefoltert wurden, tagelang kein Wasser bekamen und gezwungen wurden, antiisraelische Parolen aufzusagen. Bis 1970 zählt Ägyptens jüdische Bevölkerung nur noch einige Hundert (ICEJ 11/99)
Libyen: Nach dem Sechstagekrieg brach wieder ein Pogrom aus, das alle Juden bis auf 400 aus dem Land vertrieb. Am 21. Juli 1967 verstaatlichte Libyens starker Mann, Oberst Gaddafi, alles jüdische Eigentum. Bald darauf verließen alle verbliebenen Juden das Land (ICEJ 11/99)
22. November
UNO fordert Israels Rückzug aus den eroberten Gebieten
29.11.
Der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen fordert die israelische Regierung ultimativ auf, sich unverzüglich aus Ost-Jerusalem und den anderen "besetzen Gebieten" zurückzuziehen.
Der israelische Regierungssprecher zählte über 60 blutige Terroranschläge in den Jahren zwischen 1948 bis 1967. Dafür kann niemand die jüdische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten verantwortlich machen.
1968
1968-1970 Ägyptischer Zermürbungskrieg gegen Israel
Die Arabische Liga
legt in ihren Grundsätzen für den "Dschihad", den heiligen Krieg gegen die Ungläubigen, fest: "Vom heiligen Krieg abzulassen, verstößt gegen die Gesetze Allahs. Friedensschlüsse sind nur erlaubt, um in Zeiten der Schwäche wieder Kraft zu sammeln. Den Moslems steht es frei, jegliche Vereinbarung mit Nicht-Moslems zu brechen." –
"Ein mit den Völkern des Buches abgeschlossener Friedensvertrag ist null und nichtig, wenn die Moslems imstande sind, die Untreuen wieder zu bekämpfen." Schon zur Zeit des Propheten Mohammed wurde sein Land judenfrei gemacht.
04. April
Ermordung des amerikanischen Bürgerrechtsführers Martin Luther King.
9.6.2000: (dpa). „Es gibt keine ernstzunehmenden Hinweise auf eine Verschwörung.“ Das hat das US- Justizministerium zum Abschluss einer 18-monatigen neuerlichen Untersuchung des Verbrechens mitgeteilt.
23.07.
Ein Passagierflugzeug der El Al wird nach Algerien entführt
18.11.
Präsident Abdel Nasser äußert u. a.:
"Unser Ziel ist die volle Wiederherstellung der Rechte des palästinensischen Volkes; in anderen Worten, wir streben nach der Zerstörung des Staates Israel."
26.12.
Athen: Arabische Terroristen überfallen ein El-Al - Flugzeug
1969
Arafat wird PLO-Führer
18.02.
Zürich: Arabische Terroristen überfallen ein El-Al - Flugzeug
21.08.
Jerusalem: In der el-Aksa-Moschee bricht ein Brand aus. Am nächsten Tag wird Denis Michael Rohan, ein auf Besuch weilender Australier, Mitglied einer unter dem Namen "Kirche Gottes" bekannten Sekte, verhaftet, der das Verbrechen vor dem Bezirksgericht zugibt. Die Untersuchungskommission kommt bis zum 19.9. zu dem Ergebnis: Es handelte sich um eine vorbedachte Brandstiftung - weder der Eingang noch das Innere der Moschee waren zu jener Stunde bewacht....
29.08.
TWA-Flugzeug wird von arabischen Terroristen entführt
1970
September
In Jordanien entbrennen zwischen Jordaniern und Palästinensern bürgerkriegsartige Auseinandersetzungen, die mit einer Niederlage der Palästinenser enden - Schwarzer September. Jordanien schlägt den PLO-Aufstand nieder. 15.000 PLO-Kämpfer werden getötet.
In Syrien kommt Hafez Assad nach einem unblutigen Putsch an die Macht.
Celan, Paul (1920-1970)
begeht in Paris Selbstmord. Er entstammte einer assimilierten deutsch-jüdischen Familie aus Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina. Celan entkam der Deportation, wurde jedoch in das rumänische Arbeitslager Tabaresti verschickt. Er verbrachte die Jahre nach 1947 in Paris.Sein Werk steht im Zeichen der Shoah. Seine "Todesfuge" machte ihn berühmt. (shoanet)
1971
1972
1. Juni
BRD: Verhaftung der RAF-Terroristen Andreas Baader, Holger Meins und Jan-Carl Raspe
05. September
München: Während der XX. Olympischen Spiele werden israelische Sportler von PLO-Terroristen überfallen und 11 müssen ihr Leben lassen
1973
Professor Ephraim Katzir wird 4. israelischer Staatspräsident von 1973-1978 - eminent scientist and the fourth President of the State of Israel - was born in Kiev in 1916 as Ephraim Katchalski. Katzir, who Hebraicized his name when he became President, was what Israelis call "almost a Sabra"; his family immigrated to British-ruled Palestine when he was six years old, and he grew up in Jerusalem. In 1932 he began studying biology at the Hebrew University on Mount Scopus, where he did both his undergraduate and graduate work, receiving his Ph.D. in 1941.
7. Juni
Bundeskanzler Willi Brandt (SPD) reist als erster deutscher Regierungschef zu einem offiziellen Staatsbesuch nach Israel
27. September
PLO-Terroristen kidnappen an der österreichischen Grenze einen Zug aus Moskau mit jüdischen Auswanderern
06. Oktober Der Jom-Kippur-Krieg
Die arabischen Staaten bereiten sich auf einen neuen
Angriff gegen Israel vor. Am höchsten jüdischen Feiertag, dem Versöhnungstag Jom
Kippur, überqueren die Ägypter den Suezkanal. Gleichzeitig dringen die Syrer
auf den Golanhöhen vor. Nach erbitterten Kämpfen und schweren Verlusten auf
beiden Seiten gelang es den israelischen Verbänden, den ägyptischen Vortrupp
aus der Sinai Wüste zurückzudrängen und die Syrer bis auf 40 km vor Damaskus
zurückzuwerfen. Die Ägypter hielten jedoch ihre Position am Ostufer des Kanals,
obwohl es den israelischen Truppen im Gegenangriff gelungen war, große Gebiete
des Westufers zu erobern und Ägyptens dritte Armee einzukreisen.
15.Oktober
General Ariel Sharon führt im Jom Kippur Krieg den Angriff auf die ägyptische Seite des Suezkanals. Zusammen mit den Generälen Adan und Magen schneiden sie innerhalb einer Woche die Hauptverbindungsstraße zwischen Kairo und Suez ab und umzingeln Ägyptens 3. Armee. Dieses Manöver verbesserte deutlich die Position Israels in den anschließenden Waffenstillstandsgesprächen. (NAI)
22. Oktober
Um 10.00 Uhr wird der Hermon während des Jom Kippur Krieges von Fallschirmjägern und der legendären Golani Brigade zurückerobert. Syrien stimmt daraufhin unverzüglich dem von den Vereinten Nationen vermittelten Waffenstillstand zu. Der Krieg war nun zu Ende
Der erste Ölschock, vor allem in Europa
Für jede weitere Verfolgung ein neuer Feiertag: Ein Judenhasser fragt einen alten Juden: "Was meinst du wohl, was mit euch Juden geschieht, wenn wir euch weiter verfolgen?" Der Jude antwortete: "Dann gibt es einen neuen Feiertag für uns!" Der Judenhasser zu ihm: "Was meinst du damit? Wie könnt ihr einen neuen Feiertag bekommen, wenn wir euch weiter verfolgen?" Der alte Mann sagte: "Weißt du, Pharao wollte uns schon vernichten - und wir bekamen einen neuen Feiertag: Pessach. Das feiern wir acht Tage lang. - Haman wollte Mordechai erhängen und alle Juden vernichten - und wir bekamen einen neuen Feiertag: Purim. - Antiochus, der Assyrer-König, wollte die Juden auslöschen. Er opferte im Tempel ein Schwein dem Götzen Jupiter - und Israel bekam einen neuen Feiertag: Chanukka. Das feiern wir ebenfalls acht Tage lang. - Hitler wollte uns vernichten - und wieder bekamen wir einen neuen Feiertag; den Holocaust-Gedenktag. - Die Araber wollten die Gründung des Staates Israel verhindert - und wir bekamen einen weiteren Feiertag: Jom Ha'atzmaut ( = Unabhängigkeitstag). - Die Jordanier haben 19 Jahre lang Ost-Jerusalem besetzt gehalten und uns daran gehindert, an der Kotel (= Westmauer des Tempelplatzes) zu beten, bis unsere Soldaten Ost-Jerusalem befreiten. Seitdem feiern wir jedes Jahr den Jom Jeruschalayim. - Und sollte man weiter versuchen, uns zu vernichten, dann werden wir von Gott eben weitere Feiertage bekommen!"
1974
Ma’alot: PLO-Terroristen töten 20 Israelis, darunter 13 Kinder
13.11.
UNO-Vollversammlung: Erstmals Rede Yassir Arafat. (mit Revolver in der Tasche). Er fordert Israels Zerstörung.
1975
Januar
Bernard Lewis, Commentary Magazine:
„Seit dem Ende des jüdischen Staates in der Antike bis zum Beginn der britischen Herrschaft war die Gegend, die heute durch den Namen Palästina gekennzeichnet wird, kein Staat und hatte keine staatlichen, sondern lediglich Verwaltungsgrenzen... „
Die aus Jordanien geflohenen Palästinenser lösen das Libanonproblem aus, das vor dem Einfall Israels (1982) etwa 100.000 Tote und 300.000 Verwundete fordert
08.07.
Yitzhak Rabin besucht als erster israelischer Regierungschef die Bundesrepublik Deutschland
Juli 1975
In Dschidda/Saudi-Arabien werden auf der Islamischen Konferenz 40 islamische Länder, von Marokko bis Indonesien, mit 800 Millionen Bürgern, ein Drittel der Weltbevölkerung, zum ersten Mal eines Sinnes gegen Israel.
10. November
UNO-Resolution stellt Zionismus dem Rassismus gleich.
Am 17.12.1991 wird diese Resolution 3379 jedoch zurückgenommen...
22. November 1975
In einer "Erklärung der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland" legen Katholiken folgendes Bekenntnis ab: Wir sind das Land, dessen jüngste politische Geschichte von dem Versuch verfinstert ist, das jüdische Volk systematisch auszurotten. Und wir waren in dieser Zeit des Nationalsozialismus, trotz beispielhaften Verhaltens einzelner Personen und Gruppen, aufs Ganze gesehen doch eine kirchliche Gemeinschaft, die zu sehr mit dem Rücken zum Schicksal dieses verfolgten jüdischen Volkes weiterlegt... und die zu den an Juden und Judentum verübten Verbrechen geschwiegen hat. Viele sind dabei aus nackter Lebensangst schuldig geworden. Dass Christen sogar bei dieser Verfolgung mitgewirkt haben, bedrückt uns besonders schwer. Die praktische Redlichkeit unseres Erneuerungswillens hängt auch an dem Eingeständnis dieser Schuld und an der Bereitschaft, aus dieser Schuldgeschichte unseres Landes und auch unserer Kirche schmerzlich zu lernen..."
Israel wird assoziiertes Mitglied des europäischen gemeinsamen Marktes.
1975: Bill Gates und Paul Allen gründen Microsoft.
Microsoft-Betriebssysteme laufen 1991 auf 93 Prozent aller Personalcomputer.
Das Justizministerium leitet 1993 Ermittlungen wegen der Geschäftspraktiken des Unternehmens ein
1976
04. Juli
Entebbe/Uganda: Ein israelisches Kommando befreit die PLO-Geiseln erfolgreich
Jonathan Netanjahu, der ältere Bruder des späteren MP Benjamin Netanjahu, verliert als einziger bei der Kommando-Aktion zur Befreiung der entführten Air France Maschine sein Leben. Er wurde erschossen.
Benjamin Netanjahu gründet nach dem Tode seines Bruders noch während seiner Studienzeit in den USA ein „Anti-Terror-Institut“, dessen wohlbesuchte Veranstaltungen dem damaligen Botschafter Israels in den USA, Moshe Arens, auffielen, er protegierte Netanjahu, bald war er seine Nummer zwei und wenig später Botschafter Israels bei den Vereinten Nationen.
1977
Anwar el-Sadat besucht Jerusalem und wird am 6. Oktober 1981 ermordet.
1978
5. bis 17. September Camp David:
US-Präsident Jimmy Carter, Israels Regierungschef Menachem Begin und Ägyptens Präsident Anwar el Sadat verhandeln 13 Tage.
Israel gibt die Sinai-Halbinsel an Ägypten.
28. Oktober
Oslo: Menachim Begin und Anwar el Sadat erhalten den Friedensnobelpreis
09.November
In einer Predigt zum 40. Jahrestag der "Reichskristallnacht" sagt der Bundesvorsteher der Freien evangelischen Gemeinden in Deutschland, Karl-Heinz Knöppel: "Wer in der Gemeinde Jesu würde sich nicht mitschämen, wenn wir an das Versagen der Gemeinde erinnert werden? Wohl haben manche tapfer geredet und haben Verfolgten Zuflucht gewährt. Viel häufiger aber wurde geschwiegen...aus Angst vor dem 'Raubtier Obrigkeit'. Das ist es: Nicht das Richten steht uns zu. Das Richten gehört nicht zum Gehorsam gegenüber dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, aber bekennen wollen wir.. Gerade weil wir an Israel so schuldig geworden sind, wollen wir nun das Beste dieses Volkes suchen!"
1978: Jean Améry, Essayist und Novellist, nimmt sich das Leben. 1938 schrieb er u.a. über die ersten Tage des Exils in Antwerpen. Er wurde am 31.10.1912 in Wien geboren.
1979
26.03.
Der Friedenvertrag zwischen Israel und Ägypten wird von Menachem Begin und Anwar Sadat unterschrieben.
07.05.
Das Europaparlament wird gegründet
07.06.
Papst Johannes Paul II.. besucht Auschwitz
1980
Jerusalem wird als ewige Hauptstadt Israels ausgerufen
Auch der Vatikan ist nicht damit einverstanden. Er fordert später eine Teilung Jerusalems in autonome Verwaltungsgebiete für Christen, Moslems und Juden, nachdem er seine Forderung nach einer „Internationalisierung“ Jerusalems nicht durchsetzen kann.
Das Leitungsgremium des Weltkirchenrates, dem etwa 300 protestantische und orthodoxe Kirchen angehören, lehnt „den einseitigen Schritt Israels ab, mit dem Israel Ost.Jerusalem annektiert hat und die vereinigte Stadt auf ewig zur Hauptstadt Israels unter seiner alleinigen Souveränität erklärt.“
Febr. 1980
In Venezuela Interview mit Arafat: „Friede bedeutet für uns die totale Zerstörung Israels. Wir werden nicht ruhen, bis die Stunde unserer Heimkehr in unsere Heimat schlägt und wir Israel vernichtet haben. Revolutionäre Tätigkeit darf nicht die Kontrolle irgendeiner Partei oder eines Staates unterliegen. – Wir wollen keinen Frieden, wir wollen in einem Krieg den Sieg davontragen. Friede ist für uns gleichbedeutend mit der Zerstörung Israels und nichts anderes.“
25.02.
verändert Israel die bisherige Pfund-Währung in die biblische „Schekel-Währung“
13. März
Wien: Der österreichische Bundeskanzler gibt der PLO diplomatischen Status
Am 13. März 1572 wurden die Juden aus der Kaiserstadt vertrieben.
Am 13. März 1938 marschierten Hitlers Truppen in Österreich ein...
13. Juni
Venedig: Die EG-Staaten fordern und anerkennen das Selbstbestimmungs-recht der Palästinenser
25. September
Nach einer Meldung aus Tel-Aviv haben sich 4 linksgerichtete israelische Politiker in Sofia mit Arafat getroffen. Die Aussprache fand während einer Veranstaltung der „Weltfriedensbewegung“ statt.
November
In Amman findet ein Gipfeltreffen der arabischen Staaten statt, bei dem ein politischer Aktionsplan für die Konfrontation mit Israel in den kommenden Jahren ausgearbeitet und festgelegt wird.
Irak: Saddam Hussein lässt verlauten: dass „der Krieg gegen den Iran der 1. Schritt zur Ausmerzung Israels sei“
Am Ende des Jahres beschließt die Knesseth das „Jerusalem-Gesetz“,
das „ganz Jerusalem zur ungeteilten und ewigen Hauptstadt Israels, zum Sitz des Staatspräsidenten, der Regierung und des Obersten Gerichtshofes“ erklärt.
Damit wurde juristisch besiegelt, was de facto seit 1967 bestand.
Der Weltsicherheitsrat verurteilt Israels Vorgehen und fordert die Regierung Begin auf, das „Jerusalem-Gesetz“ rückgängig zu machen.
Die wenigen Staaten, die in Jerusalem
Botschaften und Konsulate unterhalten, verlegen aus Protest oder aus Angst vor arabischer Erpressung ihre diplomatischen Vertretungen nach Tel Aviv oder rufen ihre Botschafter zurück. Andere Staaten, wie die USA, die Bundesrepublik Deutschland und die Schweiz, hatten sie von Anfang an erst gar nicht in Jerusalem eröffnet, weil sie zwar den Staat Israel, nicht aber Jerusalem als Hauptstadt Israels, anerkannten.
Ein alter jüdischer Spruch lautet:
„Zehn Maß Leiden kamen auf die Erde herab,
Jerusalem bekam davon neun Maß, die übrige Welt eins.“
Im Laufe der letzten 3.000 Jahre wurde diese Stadt mehr als 17mal dem Erdboden gleichgemacht, und immer wieder ist sie aus ihren Trümmern und Ruinen auferstanden...
1980 Passau
„Aufschreiben, was passiert ist“, das tut Anna Rosmus, seit sie für ihren preisgekrönten Beitrag über alltäglichen Faschismus in Passau „Widerstand und Verfolgung“ (1980) auf die gängigen Reaktionen bei Recherchen zur NS-Zeit stieß. Das Schweigen, Leugnen hatte sie stutzig gemacht, und als sie herausfand, dass Heinrich Himmlers Vater einmal an ihrem Gymnasium gelehrt hatte, Hitlers Bruder in Passau geboren war, Adolf Eichmann dort geheiratet und von dort den Anschluss Österreichs und die Deportation der österreichischen Juden logistisch vorbereitet hatte, schon 1928/29 einer der ersten Schauprozesse gegen Juden inszeniert worden war, aber keiner Auskunft geben wollte, wuchs sie auf der Suche nach den Erinnerungen der Opfer aus „einem faszinierenden Kapitel der Vergangenheit“ in eine Aufgabe voll „Betroffenheit“ hinein. (Forts. 1993)
1981
25.-28. Januar
Taif: Die I3. Islamische Konferenz ruft zum Heiligen Krieg gegen Israel und zum Boykott gegen alle Staaten auf, die Israel unterstützen. Zum ersten Mal ist ein „Kaffer“ zugegen, der Vertreter der Nationen Kurt Waldheim.
07.06.
Irak: Israelische Flugzeuge zerstören den irakischen Atomreaktor bei Bagdad. Bei dieser Aktion ist auch der später berühmt gewordene Ilan Ramon dabei, der im Februar 2003 in der Raumfähre Columbia mit Amerikanern im Weltall arbeitete. Bei deren Rückflug zerschellte die Raumfähre, alle Insassen kommen ums Leben. Von ihm fand man in Texas, nahe der Stadt Palestine, noch erkennbare Körperteile sowie Reste seiner Habe…
06.10.
Ägyptens Staatspräsident Anwar el Sadat wird ermordet
14.12.
Israel annektiert die Golan-Höhen
1982
Parade der Planeten. Dreimalige Erscheinung des Sterns von Bethlehem
Mitte 1982
informiert die französische Zeitung „VSD“ ihre Leser über Entdeckungen der Israelis in Sidon/Libanon. Sie fanden z.B. unterirdische Galerien mit supermodernen sowjetischen Waffen: Panzern, Kanonen, Raketen usw. Auch entdeckten sie Bunker, die durch elektronisch gesteuerte Panzertüren verschlossen waren. Diese Türen konnten vom Mittelmeer her durch Unterseeboote geöffnet werden.
Israelis finden im PLO-Hauptquartier in Sidon z. B. auch Dokumente, in denen es heißt:
„Befehl 1: Alle Basen sind direkt in den Stadtzentren und Flüchtlingslagern zu errichten, weil die Zivilbevölkerung eine ideale Deckung für unsere Aktionen gegenüber dem zionistischen Feind ist.
Befehl 2: Kiryat Shmoa, Metullah, Dan, Sche’ar Jaschuv, Nahariya und ihre Nachbargebiete sind total zu zerstören.“
Der Libanon-Krieg
Am 6. Juni 1982 beginnt der Libanon Krieg. Auslöser waren ständige Terroranschläge aus dem Libanon. Die PLO hatte sich in Beirut festgesetzt. Als die PLO dann größere Militärverbände im Südlibanon stationierte und auf den israelischen Botschafter in London ein Attentat verübt wurde, griff Israel an. Nach kurzer Zeit standen Israels Soldaten vor Beirut. Die Terroristen der PLO mussten aus Beirut abziehen. Bis 1985 zog Israel sich fast ganz zurück. Nur einen etwa 30 km breiten Streifen behielten die Israelis als Sicherheitszone (Israel.news.de)
06.06.
rollen israelische Panzer im Libanon ein.
Dort herrscht seit 1975 Bürgerkrieg, der Israels Norden gefährdet.
Sommer 1982
Nachfolgend aus NAI vom 13.02.2003 :
„Nach dem Schwarzen September von 1970, an dem König Hussein in Jordanien 15.000 Palästinenser wegen terroristischer Umtriebe hatte umbringen lassen, flohen die Palästinenser in den Libanon. Dort lösten sie 1975 einen Bürgerkrieg aus und töteten bis zum Ausbruch des Libanonkrieges 1982 etwa 45.000 libanesische Christen. Daraufhin übten die libanesischen Christen unter Djemajjel Rache und brachten im Flüchtlingslager Sabra und Shatilah 980 Palästinenser um. Zu dieser Zeit war Scharon Israels Verteidigungsminister.
Brüssel: Scharon kann gerichtlich belangt werden
Der Oberste Gerichtshof von Belgien entschied, dass Scharon, sobald er keine Immunität als Ministerpräsident mehr genießen wird, wegen der Sabra- und Shatilah-Affäre von 1982 als Kriegsverbrecher vor Gericht gestellt werden kann. Nach diesem skandalösen Gerichtsbeschluss aus Brüssel berief Aussen-minister Netanjahu den israelischen Botschafter in Belgien zu Beratungen nach Israel.
Warum setzt man allein Scharon auf die Anklagebank?
Wenn man schon Scharon auf die Anklagebank setzt, dann sollte man auch den Moslem und damaligen PLO-Chef Arafat auf die Anklagebank setzen, der für den Tod von 45.000 libanesischen Christen verantwortlich ist. Wenn man schon Scharon auf die Anklagebank setzt, dann sollte man auch die christlichen Milizen auf die Anklagebank setzen, die das Massaker verübt hatten. Warum also nur den Juden und Israeli Scharon?“
05.08.
Die israelische Armee rückt in Beirut ein.
21. August
verlässt die PLO West-Beirut. Das Palästinenserproblem ist damit aber nicht gelöst, d.h. der Krieg zwischen Arabern und Israel geht weiter
09. September
Fes, Marokko: Nach der Niederlage der PLO in Beirut geht die Arabische Liga auf Scheinfrieden. König Hassan II. sagt, dass die „Araber zum ersten Mal ein arabisches Volk und eine arabische Nation seien.“
Sein Außenminister hält fest: „Das Treffen von Fes wird als eines der entscheidendsten in die Geschichte der Arabischen Liga eingehen.“
Die Fes-Charta verlangt unter anderem:
1. Rückzug Israels aus allen 1967 ‘besetzten arabischen Gebieten’ einschl. des Sektors von Jerusalem.
2. Auflösung aller Siedlungen
4. Bekräftigung des Rechts des palästinensischen Volkes auf Selbst-Bestimmung unter Führung der PLO als seiner alleinigen und legitimen Vertretung sowie Entschädigung für alle Palästinenser, die nicht zurückkehren wollen.
5. Westjordanien soll für eine Zeitspanne unter Treuhandherrschaft der Vereinten Nationen gestellt werden
6. Schaffung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt. Der UNO-Sicherheitsrat soll den Frieden zwischen allen Staaten des Nahen Ostens einschließlich des unabhängigen palästinensischen. Staates garantieren...
Auf dieser Konferenz beschlossen also die Söhne Ismaels, die PLO als Teil des „besten aller Völker“ anzuerkennen, welches Anspruch auf „das Land“ und auf die Hauptstadt Jerusalem hat.
Höhepunkt dieser Konferenz fand in Ifrane statt mit einer „Fantasia“ aus 3.600 Reitern in Burnussen. In weißer Riesenschrift war das Ziel und Motto zu lesen: „Wir werden in Jerusalem beten.“
15. September
PLO-Chef Arafat wird von Papst Johannes Paul II. empfangen
Gründung des „Zentrums für Antisemitismusforschung“ in Berlin
09.bis 14. November
Indien: 400 Vertreter der großen Religionen, des Hinduismus, Buddhismus, Judaismus, Islam und des Christentums treffen sich.
Gegenstand des Treffens: Wie können die Religionen Anstifter des Friedens sein? Mutter Teresa, Friedens-Nobelpreis-Trägerin, war eingeladen. Sie erinnerte besonders daran, dass die Menschen nach Nahrung hungern, aber auch nach Frieden und Liebe. (aus „La Vie“ 2.12.1982)
November
Das Europa-Parlament befasst sich intensiv mit dem Nahostproblem.
Abschluss des israelischen Rückzugs von der Sinai-Halbinsel nach einem Drei-Stufen-Plan.
Israelische Operation »Frieden für Galiläa« gegen PLO-Terroristen im Libanon
1983
Januar
Das Europa-Parlament berät weiter. Die PLO wird als augenblicklicher legitimer Gesprächspartner vorgeschlagen - nur sollte sie ihre offizielle Haltung Israel gegenüber ein wenig ändern.
22.01.
Die schwedische militärische Beobachtungsstation in Hagfars berichtet, dass im Jahre 1982 weltweit 55 unterirdische Atomtests durchgeführt wurden.
1981 waren es noch 6 weniger. UdSSR 31 Tests, USA 18, Großbritannien und Frankreich je 1 Test
14. Februar
Algier: Auf der Palästinensischen Konferenz sagt Arafat, dass sie den Kampf gegen Israel weiterführen wollten, bis dass die palästinensische Fahne auf allen Moscheen und Kirchen Jerusalems, der „palästinensischen Hauptstadt“, wehe.
März
Der Christ Jimmy Carter besucht ‘Westjordanien’ und die Ablehnungsfront Damaskus.
08. Juni
Wien: Die Arabische Liga weitet ihren Einfluss auf Europa aus und eröffnet ein offizielles Büro. In der Eröffnungsansprache brandmarkt der stellvertretende Generalsekretär Omran Israel als „Aggressor“, welcher an Expansion interessiert sei...
September
Während der Genfer Abrüstungsverhandlungen zündet die UdSSR im Gebiet des Kaspischen Meeres an einem Tag innerhalb von 30 Minuten 6 unter-irdische Atombomben mit je einer dreifachen Stärke der Hiroshimabombe.
08. Dezember
Ein typisches Beispiel für bereits ungetarnten Antisemitismus ist ein Zitat des libyschen UNO-Vertreters Treiki vom 8. Dezember 1983:
«Die Vereinten Nationen müssen sich nun bemühen, die Völker der Welt von diesem rassistischen Gebilde (Israel) zu befreien. Es ist höchste Zeit für die Vereinten Nationen und insbesondere für die Vereinigten Staaten zu erkennen, dass die jüdischen Zionisten hier in den USA versuchen, die Amerikaner zu zerstören. Man muss sich bloß in New York umschauen. Wer sind die Besitzer der Kinos, die pornographische Filme zeigen? Sind es nicht die Juden, die das amerikanische Volk ausbeuten und erniedrigen wollen? Falls es uns gelingt, dieses Gebilde zu vernichten, werden wir gleichzeitig die Völker Amerikas und Europas retten. Wir hoffen, dass der Tag bald kommen wird, an dem wir diese Beleidigung, diese Verirrung auslöschen können, die wir begingen, als wir innerhalb unserer Organisation diese Bande von Kriminellen, Söldnern und Terroristen aufnahmen.»
1983 erscheint ein erfolgreiches Buch von Robert Wistrich, betitelt „Wer war wer im Dritten Reich – Anhänger, Mitläufer, Gegner aus Politik, Wirtschaft, Militär, Kunst und Wissenschaft“ (IN 30.10.98)
1984
Januar
Marokko: Islamische Konferenz: Ägypten wird wieder in den Schoß aufgenommen. Demonstrativ verlassen Syrien und Libyen die Konferenz. Es wird das Terrain einer Zusammenarbeit geschaffen für eine Koalition der Palästinenser und Jordaniens
02. August
Fast 40 Jahre nach Kriegsende bekennt schließlich auch der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten) sich erstmals offiziell mitschuldig an der Vernichtung der Juden.
In einer Erklärung auf einer Festversammlung zum 150jährigen Bestehen der europäischen Baptisten heißt es: „In unserem Volk und durch unser Volk ist viel Unrecht geschehen. Scham und Trauer erfüllen uns, besonders wenn wir an die Verfolgung und Massenvernichtung von Juden denken. Wegen dieser Schuld unseres Volkes bleiben wir auf die Vergebung Gottes angewiesen...Als Menschen, die jene Zeit nur in unterschiedlicher Dauer oder auch gar nicht miterlebt haben, sehen wir uns in die Schuld unseres Volkes und unserer Bundesgemeinschaft verflochten und tragen sie mit. Wir bekennen dies heute...Wir bitten Gott, dass wir aus diesem Teil unserer Geschichte lernen, um dadurch wacher zu sein im Blick auf die geistigen Verführungen unserer Zeit.“
September
Jerusalem: 6.000 Christen kommen aus 44 Ländern der Erde, um dort ein christliches Festival zum Laubhüttenfest zu feiern...
28. Dezember
Rom: PLO-Anschlag auf EL-AL-Schalter im Flughafen. 18 Tote, 119 Verletzte
1985
15. Februar
Axel C. Springer bekennt in der Knesseth: „Gott ist an Israels Seite“
Frankfurt a. M.: Skandal um die Premiere des Theaterstücks „Der Müll, die Stadt und der Tod“ von Rainer W. Fassbinder Mit der Besetzung der Bühne durch Mitglieder der jüdischen Gemeinde Frankfurt/Main wird sie zunächst verhindert.
1985 wird der wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 150 000 Menschen im Vernichtungslager Sobibor der frühere SS-Oberscharführer Karl Frenzel zu lebenslanger Haft verurteilt
Israel:
In dem rasch wachsenden industriellen Sektor steigen die Ausgaben für zivile industrielle F&E in den Jahren zwischen 1969 und 1985 um mehr als das Dreizehnfache, während die Zahl der Wissenschaftler und Ingenieure, die in der F&E tätig waren, sich beinahe verfünffachte.
Von den über 5,9 Millionen Einwohnern sind 79,8% Juden; über die Hälfte davon wurden im Land geboren, während die anderen aus ca. 70 Ländern aus aller Welt stammen. 16,8% sind Araber (die meisten davon Muslime), die übrigen 1,7% Drusen, Tscherkessen und andere kleinere Minderheiten. Mit einem Durchschnittsalter von 27 Jahren ist die Bevölkerung recht jung. (NAI-Information)
1986
Duisburg: Gründung des „Salomon Ludwig Steinheim-Instituts für deutsch- jüdische Geschichte“
13. April
Rom: Papst Johannes Paul II. besucht die Synagoge. Der Vatikan nennt dies „ein historisches und ökumenisches Ereignis ohnegleichen“
06. September
Istanbul: PLO-Terroristen töten durch eine Bombe 24 Juden in der Synagoge
21. September
Israelische Wälder werden von Intifada-Terroristen angezündet.
440.000 Bäume sind davon betroffen.
August
Im KZ Auschwitz, an der Stelle, wo 1941 von den Nazis 152 christliche Polen erschossen worden waren, errichten Mitglieder vom „Komitee der Verteidiger des Kreuzes“ ohne Erlaubnis der Kirchenleitung ein 8 Meter hohes Kreuz. Im Herbst 1998 gerät das „Kreuz außer Kontrolle“...Hungerstreik, Vermehrung der Kreuze....
15. November
Algerien: Der palästinensische Nationalrat ruft den Staat Palästina mit Jerusalem als Hauptstadt aus.
Am 13. Juni 1980 hatten die EG-Staaten in Venedig das Selbstbestimmungs- recht der Palästinenser anerkannt. Inzwischen wurde diese Regierung von 67 Staaten anerkannt.
PLO-Terroristen versenden Briefbomben an Israelis,
getarnt als Weihnachtskarten mit „Stille Nacht“
1986-1989
Historikerstreit um die Frage der Vergleichbarkeit der unvorstellbar grausamen fabrikmäßigen Ermordung der deutschen und europäischen Juden unter der NS-Herrschaft mit anderen Menschheitsverbrechen
1987
Ausbruch ausgedehnter gewalttätiger Unruhen (Intifada) in Gebieten unter israelischer Verwaltung
April
Die Waldheim-Affaire
Einsetzende Debatte über die Kriegsvergangenheit des
damaligen Bewerbers um das Amt des österreichischen Bundespräsidenten und
früheren Generalsekretärs der Vereinigten Nationen, Kurt Waldheim.
Im April 1987 setzte das Justizministerium der Vereinigten Staaten Waldheim als
mutmaßlichen NS-Verbrecher auf die Überwachungsliste. Eine Historikerkommission
kam zu dem Schluss, dass Waldheim, obwohl für Mordtaten oder Mordbefehle nicht
verantwortlich, von solchen ungesetzlichen Handlungen wusste, ohne die Personen
davon abzuhalten. Trotz der Kommissionsergebnisse weigerte sich Waldheim
zurückzutreten. Die Affäre hatte eine außenpolitische Isolierung Waldheims zur
Folge. Waldheim verzichtete 1992 auf eine zweite
Präsidentschaftskandidatur. Links zum Schlagwort : Die Affäre Waldheim
Eine Fallstudie zum Umgang mit der NS-Vergangenheit in den späten achtziger Jahren.
09. Dezember
Israel: Beginn des arabischen „Intifada“-Aufstandes gegen Israel.
70 Jahre zuvor war General Allenby in Jerusalem eingezogen
Barbie-Prozess
Das Verfahren gegen den ehemaligen SS-Untersturmführer Klaus Barbie
(1931-1991) "dem Schlächter von Lyon" beginnt in Lyon im Jahre 1987.
Barbie wurde der Verbrechen gegen die
Menschlichkeit für schuldig befunden und zu lebenslanger Haft
verurteilt. Er stirbt 4 Jahre nach seiner Verurteilung im Gefängniskrankenhaus.
Das Barbie-Verfahren erregte Aufmerksamkeit in aller Welt. (shoanet)
1988
treffen sich erstmals Holocaust-Überlebende aus aller Welt.
Passau: Anna Rosmus veröffentlicht ihre Recherchen unter dem Titel „Exodus im Schatten der Gnade. Aspekte zur Geschichte der Juden im Raum Passau“ und den Bildband „Ein Jude schaut zurück“
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