Die christlich-jüdischen Beziehungen -
eine unvollständige Chronologie von 2.000 Jahren
Teil 1 bis zum Jahre 1499 –
Die von Paulus gegründete Kirche manifestiert sich
Die an IMMANUEL gläubigen Jünger, Begleiter, Zuhörer - fehlerhaft als ‘christliche’ Urgemeinde bezeichnet – lebten wie auch zuvor nach dem Tenach (T = Torah, die 5 Bücher Moses; N = Neviim, die Propheten; K (CH) = Ketuwim, die Psalmen und übrigen Schriften). Später banden hellenistische Neugläubige die Heilige Schrift mit den Briefen der Apostel, den Evangelien, der Apostelgeschichte und der Offenbarung zusammen und nannten dies „ta biblia“ (Die Bücher).
Diese Bibel wurde wiederum im 6. Jahrhundert durch die verstaatlichte Kirche in zwei Teile gerissen - in ‘Altes’ und ‘Neues’ Testament, wobei die Kirche sich als ‘neues Israel’ sah und damit die zuvor schon betriebene, selbsternannte Eigenständigkeit noch untermauerte. Das ‘Alte’, von G’’TT berufene Israel wurde somit als verworfenes Volk oder auch als Konkurrent gesehen und bekämpft. Daran hat sich bis heute wenig geändert!
Römisches Kaisertum – Römisches Weltreich
(aus „Der illustrierte PLÖTZ 1973“)
Vor der neuen Zeitrechnung
37
Antonius bestimmt Herodes von Idumäa in Judäa (Nichtjude) zum König der Juden. Dieser führt nach der Eroberung Jerusalems mit Hilfe römischer Truppen als Herodes II. d. Gr. unter römischer Oberhoheit eine äußerlich glänzende Regierung, die aber durch allerhand Bluttaten belastet ist (Neubau des „Herodianischen Tempels“). 30 geht er rechtzeitig von Antonius zu Octavian über.
In der Kaiserzeit werden folgende Provinzen neu erworben:
30 Aegyptus, 29 Moesia, 25 Galatia und Mauretania Tingiotana,
15 Raetia, Noricum,
12 Augustus wird zum Pontifex Maximus gewählt (31 v.d.Z. bis 14 n.d.Z)
6 erbt Augustus das Reich des Herodes,
Judäa wird in die Provinz Syrien einbezogen.
4 Nach dem Tod von Herodes I. erhält sein Sohn Archelaus die Teile Judäa, Samaria, Idumäa. Er wird aber im Jahre 6 abgesetzt. Das Gebiet wird einem procurator = Landpfleger unterstellt. Der 2. Sohn von Herodes, Herodes Antipas wird Tetrarch von Galiläa und Peräa.
Nach der neuen Zeitrechnung
6 Samarien und Judäa, 10 Pannonia, 18 Cappadocia,
42 Mauretania Caesariensis, 43 Lycia, Britannia, 46 Thracia, 63 Pontus,
vor 90 Germania , 106 Arabia, 107 Dacia, 115 Mesopotamia.
Die Verluste der Römer beginnen um 260 in Deutschland,
275 in Dacia und 363 zwischen Euphrat und Tigris
Nach Erreichung der Grenzen der damaligen geographischen Vorstellung umfasst das Reich die gesamte kultivierte Menschheit, macht sich die griechische Kulturidee zu eigen und verschmilzt sie mit dem römischen Ziel der Romanisierung.
Römische Epoche
( 63 vor der Zeitrechnung bis 324 nach der Zeitrechnung )
Römische Kaiser
Tiberius 14 – 37 n.d.Z.
Caligula 37- 41
Claudius 41- 54
Nero 54 - 68
Vespasian 69 - 79
Titus 79 - 81
Domitian 81 - 96
Im Jahre 70
brechen die römischen Legionen des Feldherrn Titus durch die Tore der Heiligen Stadt. Jerusalem wird geplündert und wenig später der Tempel ausgebrannt. Geschmolzenes Gold rinnt in Strömen zwischen die großen Steine, mit denen man das herrliche Bauwerk errichtet hatte. Als das Feuer niedergebrannt war, zerstörten die Soldaten auf ihrer Suche nach Schätzen den Tempel. Andere rannten wir Berserker durch die Stadt. Die umliegenden Hügel wurden kahl geschlagen und aus dem Holz der Bäume Kreuze gemacht.
Der I.V.F. Kommentar schätzt, dass „etwa 1 Million Juden getötet wurden, die
meisten von ihnen durch Kreuzigung. Etwa 2 Millionen wurden in die Sklaverei
verkauft, wo Elend und Tod auf sie warteten.“ Gekreuzigte sterben langsam und qualvoll.“
Nach Josephus Flavius gab es 1 Million Tote, vorwiegend wurden sie
gekreuzigt, und 100.000 Juden in die Sklaverei verkauft.
In diesem Jahr beschloss eine Gruppe von jüdischen Freiheitskämpfern, die sich auf einem öden Hochplateau gegen die Macht Roms verschanzt hatten, lieber sich selbst zu töten, als sich dem Joch fremder Unterdrückung zu unterwerfen. Massada ist ein Felsen, der in erhabener Einsamkeit aus der Judäischen Wüste emporragt. Auf dem Westufer des Toten Meeres, der tiefsten und einer der verlassensten Regionen der Erde gelegen, stellt Massada einen Ort von eindrucksvoller, majestätischer Schönheit dar. Der Gipfel war von König Herodes dem Großen zu einer Festung ausgebaut worden. Dieser ließ am Rande des Hochplateaus eine Mauer errichten sowie Wehrtürme, Vorratshäuser, große Zisternen zur Wasserversorgung, Kasernen und einen prächtigen Palast bauen. Massada diente Herodes als persönliche Zitadelle¸ als Zufluchtsstätte für den Fall, dass seine Untertanen ihn absetzten, und als Hort vor seiner Feindin Kleopatra, die – wie berichtet wird – oft gegenüber Marcus Antonius ihren Wunsch äußerte, das Königreich Ägypten bis nach Judäa auszudehnen.
Doch nun harrte hier eine kleine Gruppe jüdischer Kämpfer mit ihren Familien aus, zu denen noch die letzten verzweifelten Überlebenden des Falles der Stadt Jerusalem hinzukamen. Sie zählten weniger als tausend Seelen, und sie fassten den gemeinsamen Beschluss, den Kampf gegen die römische Unterdrückung fortzusetzen.
Zwei Jahre blieben sie in Massada unangefochten. Doch dann führte im Jahre 72 der römische Gouverneur Flavius Silva die 15.000 Mann starke 10. Römische Legion heran, die am Fuße der unzugänglichen Felsenfestung ihr Lager aufschlug und mit der Belagerung der auf dem Hochplateau ausharrenden Verteidiger begann. Rund um die dem Untergang geweihte Festung wurde eine Belagerungsmauer gezogen. Ferner wurde eine gewaltige Rampe aus Felsbrocken und Erde errichtet. Der Historiker Josephus Flavius hat uns die Geschichte, wie die Verteidiger diese Vorbereitungen für den letzten Ansturm beobachteten, überliefert – sie beruht auf den Berichten von zwei Überlebenden.
Als der Anführer der Verteidiger, Eleazar ben-Ya’ir, erkannte, dass das Ende nahe war, als die letzten Verteidigungswerke niedergebrannt waren, forderte er seine Gefolgsleute auf, der Sache treu zu bleiben, für die sie so lange und so tapfer gekämpft hatten. „Lasst uns lieber sterben“, rief er aus, „als von unseren Feinden zu Sklaven gemacht zu werden, lasst uns von dieser Welt in Freiheit scheiden!“ Die Männer umarmten ihre Frauen und Kinder und legten das Schwert an sie. Sodann wurden Lose gezogen und so die zehn Männer gewählt, um ihren Kameraden das Leben zu nehmen. Zuletzt steckte der letzte überlebende Kämpfer den Palast in Brand und warf sich in sein Schwert. 960 Männer, Frauen und Kinder starben von eigener Hand.
Die Verteidiger hatten reiche Vorräte an Lebensmittel und Wasser unberührt gelassen, damit den Römern klar werde, dass sie den Tod der Versklavung vorgezogen hatten.
1963 wurde Massada von einer großen internationalen Expedition unter der Leitung von Prof. Yigael Yadin ausgegraben – Fortsetzung siehe dort (aus „Symbol jüdischer Freiheit“, 1997 Generalkonsulat des Staates Israel in Berlin)
Weitere römische Herrscher:
Trajan 98 - 117
Hadrian 117 - 138
Antoninus Pius 138 - 161
Marc Aurel 161 - 180
125
Erste registrierte Meldung von Heiden-Christen, die zu Maria beten.
130
Das Beschneidungsverbot durch Kaiser Hadrian führt
132 zum Bar-Kochba-Aufstand
Der Bar-Kochba-Aufstand von 132-135/136
(Cassius Dio, Römische Geschichte):
„Über Ursachen und Verlauf der 2. jüdischen Revolte gegen Rom sind wir ungleich schlechter informiert als über den Krieg von 66-70, obwohl seit 1951 in der judäischen Wüste zahlreiche Originalfunde gemacht wurden, die von so wichtigen Details wie der Persönlichkeit und dem Wollen des Führers in diesem antirömischen Aufstand ein deutlicheres Bild vermittelten, als man es bis dahin besaß, und auch zum ersten Mal seinen eigentlichen Namen belegten: Simon ben Kosiba, genannt Bar Kochba (>Sternensohn< [nach dem messianisch gedeuteten und von Rabbi Akkiba auf Simon bezogenen Wort Num. 24,17]). Fest steht jedenfalls, dass es ein ernstzunehmender Krieg war, der sich längere Zeit hinzog, und sein Ausgang (bis 1948!) das Ende der nationalen Selbständigkeit Israels besiegelte.
In den Augen des griechischen Historikers Cassius Dio (um 200) in seiner »Römischen Geschichte« nimmt sich dieser Krieg so aus:
Dass er [Hadrian] an Stelle der zerstörten Stadt Jerusalem eine andere aufbauen ließ, die er Aelia Capitolina nannte, und an der Stelle, wo der niedergebrannte] Tempel des [jüdischen] Gottes stand, einen Tempel für Jupiter aufführen, beschwor einen ebenso gefährlichen wie langwierigen Krieg herauf. Denn die Juden hielten es für einen Greuel, dass Ausländer ihre Stadt bewohnen und ein fremder Gottesdienst daselbst eingeführt werden sollte . . .
Zunächst nahmen die Römer gar keine Notiz von ihnen [den jüdischen Rebellen]; als aber ganz Judäa in Aufruhr war und die Juden überall auf Erden Unruhen anstifteten und zusammenströmten, auch den Römern teils geheim, teils offen vielfältigen Schaden zufügten und viele andere, auch Fremdstämmige, sich ihnen in Hoffnung auf Gewinn anschlossen . . ., da schickte Hadrian seine besten Feldherrn ihnen entgegen und übertrug den Oberbefehl Julius Severus, den er von Britannien zum Feldzug gegen die Juden beordert hatte. Dieser wagte es nun nicht, sich mit den Feinden auf eine förmliche Schlacht einzulassen, da er ihre Menge und ihren verzweifelten Mut erkannte, ließ aber einzelne ihrer Haufen durch seine Unterbefehlshaber angreifen, schnitt sie von der Lebensmittelzufuhr ab und schloss sie ein. Auf diese Weise gelang es ihm endlich, zwar langsam, aber desto sicherer, sie zu schwächen [und] aufzureiben
Nur wenige kamen davon, 50 ihrer festesten Plätze, 985 ihrer bedeutendsten Ortschaften wurden zerstört, 580 000 kamen bei den Ausfällen und in den Schlachten um (die Zahl der durch Hunger, Seuche und Feuer Umgekommenen lässt sich nicht ausmachen), so dass fast ganz Judäa zur Einöde wurde . . . Aber auch die Römer hatten in diesem Kriege bedeutende Verluste, weshalb auch Hadrian in seinem Bericht an den Senat nicht, wie sonst bei Selbstherrschern (autokratores) üblich, die Worte vorausschickte: »Wenn ihr und eure Kinder euch wohlbefindet, so freut es mich; ich befinde mich mit dem Heer in gutem Zustand. «“
aus: JERUSALEM DURCH DAS ZEITFENSTER GESEHEN
Von Abraham Stahl
„Das Volk weigert sich, Jerusalem aufzugeben
Nach dem Bar Kochba Aufstand bauten die Römer Jerusalem als heidnische Stadt namens Aelia Capitolina wieder auf. Juden durften die Stadt nur am Neunten Av betreten, wenn es ihnen erlaubt wurde, die Zerstörung ihres Landes, ihrer Stadt und ihres Tempels zu betrauern. Seit damals haben Juden auf verschiedene Weise an ihrer Verbindung mit Jerusalem festgehalten: vor allem im Gebet, in dem sie Jerusalems an Wochentagen ebenso gedenken wie an Feiertagen.
Das Volk bewahrt die Erinnerung an Jerusalem
Erbarme Dich, Ewiger, unser Gott, über Israel, Dein Volk, über Jerusalem, Deine Stadt, über Zion, die Stätte Deiner Herrlichkeit, über das Königtum des Hauses David, Deines Gesalbten, und vermehre bald die Ehre des Heiligen Hauses und tröste uns doppelt. Gelobt seist Du, Ewiger, der Jerusalem in seinem Erbarmen erbaut.
(Tischgebet)
Wohne in Jerusalem, Deiner Stadt, wie Du es versprochen hast, und stelle hier den Thron Davids, Deines Dieners, wieder her, schnell in unseren Tagen. Gepriesen seist Du, Ewiger, Erbauer Jerusalems.
(Schmone Essre, wochentags, Sefardische Tradition)
Eine Geschichte erzählt, dass nicht nur das jüdische Volk um den Tempel trauert, sondern auch der Tempel um das jüdische Volk. Es heißt, dass jedes Jahr am Neunten Av aus der Westmauer Seufzer aufsteigen.
M. M. Biderman, Serid Mikdashenu [Reste unseres Tempels]
Während seines Russlandfeldzuges kam Napoleon durch ein kleines jüdisches Shtetl. Er drückte den Wunsch aus, eine Synagoge zu sehen. Zufällig war es der Neunte Av. Die Juden saßen in der Dunkelheit am Fußboden und weinten und beteten. Als Napoleon erklärt wurde, dies geschehe wegen der Zerstörung des Tempels, fragte er: "Wann ist das geschehen?" "Vor zweitausend Jahren." Darauf erklärte der Kaiser: "Ein Volk, das sich an sein Land zweitausend Jahre lang erinnern kann, wird auch den Weg finden, zurückzukehren."
(Erzählungen der russischen Juden; Dov Noi, Golah veEretz Yisrael)
135 Rom bezwingt den jüdischen Aufstand auf grausame Weise:
Auf jüdischer Seite sind mindestens 600.000 Tote zu beklagen. Zahllose andere werden in die Sklaverei geführt; viele jüdische Leiter, darunter Rabbi Akiva, werden hingerichtet.
Ende des Bar-Kochba-Aufstandes und Vertreibung der Juden aus Jerusalem. Die Stadt wird Militärkolonie.
Kaiser Hadrian
Publius Aelius Hadrianus
* 24. Jänner 76 in Rom, gestorben am 10. Juli 138 in Baiae
Kaiser vom 117 bis 138
Hadrian, der römische Kaiser, setzt nach seinem Sieg über Israel den lateinischen Namen „Philistäa“ ein, „auf dass man des Namens Israel nimmermehr gedenke“, was bereits in Psalm 83 erwähnt ist. Er erbaut auf dem riesigen Schutthügel Jerusalems die heidnische Stadt Aelia Capitolina und verbietet den Juden bei Todesstrafe, diese Stadt zu betreten.
Er erbaute das Pantheon und die Tempel der Venus und der Roma.
Und war Erbauer des Hadrianwalls in Britannien.
„…Der römische Kaiser Hadrian lässt auch im Jahre 135 in Jerusalem einen Triumphbogen errichten, jenen Bogen, den man heute fälschlich als „Ecce- Homo“-Bogen vorzeigt. Bis heute wird Israel immer noch Palästina genannt, wie der römische Kaiser es wollte. Selbst in vielen Bibeln steht über den Karten im Anhang: „Palästina zur Zeit des Alten Testamentes“ und „Palästina zur Zeit des Neuen Testamentes“, obwohl es weder zur Zeit des Alten noch Neuen Testamentes in diesen Grenzen ein Palästina gab.
Damit beginnt der endlose Treck des ewig wandernden Juden. Die einen werden als
Sklaven mit ihren römischen Soldatenherren über Antiochia in den Norden
verschleppt, die anderen über Alexandria nach Nordafrika und Spanien. So
formten sich die zwei jüdischen Gruppen, die nordeuropäischen Aschkenasen und
die orientalischen Sepharden. Es gibt kein Land, in das im Laufe der Geschichte
die Juden nicht hinkamen…“
138 Hadrian stirbt. Sein Nachfolger Antonius Pius nimmt die antijüdischen Maßnahmen zurück. So wird die Beschneidung wieder erlaubt.
um 160
Justin der Märtyrer verurteilt die Juden u. a. als "Dirnenkinder".
Bei ihm findet sich bereits die Theologie, die Niederlage des jüdischen Volkes und ihre Zerstreuung sei die Strafe Gottes für ihre Verwerfung und Kreuzigung Jesu.
175 Der Ausdruck "Altes Testament" wird erstmals bezeugt.
190
Bischof Meliton von Sardes stirbt.
Er hatte als erster „Juden als Gottesmörder“ beschuldigt.
Am Ende des 2.Jht entsteht die jüdische Akademie in Galiläa und die Mischna wird aufgezeichnet.
Es folgen weitere römische Herrscher:
Commodus 180 - 192
Septimus Severus 193 - 211
Caracalla 211 - 217
Um 200 schreibt Tertullian die erste systematische Kampfschrift gegen die Juden von christlicher Seite ("Adversus Judäeos"). Nachfolgend entwickelt sich eine ganze Reihe antijüdischer Schriften von Kirchenvätern.
Der Kanon der christlichen Bibel steht weitgehend fest.
201 In Syrien wird die erste christliche Kirche gebaut.
200
Kirchenvater Origines (185-254) bezeichnet „Juden aller Zeiten als
Christusmörder“ und spricht ihnen das Recht auf die Verheißungen ab.
Aus dem Ökumenischen Heiligenbuch :
„Origenes - Lehrer und Theologe
* um 185 in Alexandria gestorben um 254 in Tyros (?), dem heutigen Sur
Origenes, auch Adamantios genannt, wurde in christlichem Glauben erzogen, er war Schüler des Clemens von Alexandria. Origenes unterrichtete dann etwa 28 Jahre lang an der Katechetenschule in Alexandria und unterwies Christen wie Heiden. Laut Eusebios von Caesarea waren sein Asketentum und seine Frömmigkeit so ausgeprägt, dass er sich sogar selbst kastrierte, um der Versuchung zu entgehen. In Alexandria verfasste er seine wichtigsten Abhandlungen.
Auf einer Palästinareise wurde Origenes, der eigentlich Laie war, 216 vom Bischof von Jerusalem und vom Bischof von Caesarea aufgefordert, Vorlesungen über die Heilige Schrift zu halten. Neben vielen Auslegungen und Predigten verfasste er die "Hexapla" eine sechsspaltige Ausgabe des Alten Testamentes, die neben dem hebräischen Text und seiner Wiedergabe in griechischen Buchstaben vier griechische Übersetzungen enthielt.
Um 230 wurde Origenes von denselben Bischöfen zum Presbyter geweiht, ohne jedoch die Zustimmung seines eigenen Bischofs, Demetrios von Alexandria, einzuholen. Nachdem sich Demetrios dieser Handlung widersetzte, wurden zwei Synoden in Alexandria einberufen. Auf der ersten wurde ein Lehrverbot gegen Origenes erlassen, auf der zweiten wurde ihm seine Priesterwürde aberkannt. Daraufhin ließ sich Origenes in Caesarea nieder und gründete eine Schule für Literatur, Philosophie und Theologie. Während der Christenverfolgungen wurde er 250 unter Kaiser Decius gefangen genommen und gefoltert, 251 wieder freigelassen, starb jedoch um 254 an den Folgen seiner Verletzungen.
Origenes war der einflussreichste Theologe der griechischen Kirche und wohl der bedeutendste der Gesamtkirche vor Augustinus. Er war Platoniker und versuchte, die griechische Philosophie mit der christlichen Religion zu verbinden. Sein Werk umfasst Abhandlungen zur Dogmenlehre und praktischen Theologie, apologetische Schriften und Auslegungen zur Bibel. "Contra Celsum". "Gegen Celsus", ist eine umfassende Schrift, worin er das Christentum gegen die Angriffe des Philosophen Celsus verteidigte; Celsus war ein einflussreicher alexandrinischer Platoniker des 2. Jahrhunderts und der erste ernsthafte gelehrte Kritiker des Christentums. Origenes' berühmtestes Werk sind die vier Bücher "Über die Anfänge", die erste und über Jahrhunderte einzige Darstellung der christlichen Lehre.“
Tertullian - Theologe
Aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon :
„geboren um 160 in Karthago beim heutigen Tunis, gestorben nach 220 daselbst
Quintus Septimius Florens wurde als Sohn eines römischen Offiziers geboren und war nach seiner Ausbildung als Rechtsanwalt tätig. Zwischen 190 und 195 trat er zum Christentum über. 197 kehrte er von Rom nach Karthago zurück und wurde Presbyter der Kirche. Er schloss sich dem Montanismus an, der strenge ethische Regeln und Askese lehrte, und stieg bis um 207 zu einem seiner führenden Vertreter auf.
Tertullian verfasste zahlreiche theologische Abhandlungen zur Verteidigung des Christentums, dabei bekämpfte er das Heidentum ebenso wie die Gnosis. Er vertrat einen rigorosen ethischen Standpunkt und setzte sich für strenge Kirchendisziplin ein. Er übte nachhaltigen Einfluss auf die späteren Kirchenväter aus, insbesondere auf Cyprianus. Viele seiner Werke wurden in die Sammlung der Schriften der Kirchenväter aufgenommen. Mehr als 30 seiner Werke sind erhalten geblieben. Das bedeutendste, "Apologeticus", schrieb er um 197.
Tertullian war der erste Lehrer der Kirche, der auf lateinisch schrieb. Seine Begriffe prägten die Kirchensprache, so das von ihm eingeführte Wort "trinitas" für die Dreieinigkeit Gottes. Als erster formulierte er eine Theologie, die prägend für die Auffassungen der Frühkirche wurden. Er äußerte sich zur Christologie, zu den Sakramenten und zum Wesen der Trinität. Da ihm keine Vorbilder zur Verfügung standen, entwickelte er eine Terminologie, die er aus vielen Quellen ableitete, insbesondere aus dem Griechischen und der römischen Rechtssprache.
Imperium Romanum - Götter (eine Auswahl)
Göttername und Funktion verwandt mit Herkunft von
Amor Gott der Liebe entspricht griech. Eros
Castor und Pollux Helden aus Legende griech. Castor und ?
Ceres Göttin des Ackerbaus griech. Demeter
Diana Göttin des Lichts griech. Artemis
Fortuna Göttin des Glücks
Jupiter Göttervater griech. Zeus
Laren Hausgötter und Götter der Grenzen des Feldes
Mars Kriegsgott und Gott des Wachstums und der Ernte griech. Ares
Merkur Gott der Kaufleute griech. Hermes
Minerva Göttin des Handwerks griech. Athene
Neptun Gott des Meeres griech. Poseidon
Saturn Gott des Saatgutes griech. Chronos *
Sol Sonnengott entspricht griech. Helios
Venus Göttin der Liebe griech. Aphrodite
Vulcan Gott des Feuers griech. Hephaistos
* Chronos, auch Gott der Zeit, daher Chronometer = Uhr
200
Marcus Aurelius Antoninus (Caracalla)
* 4. April 188 in Lugdunum (Lyon)
gestorben 8. April 217 bei Carrhae in Mesopotamien (ermordet)
Kaiser vom 211 bis 217
212
Kaiser Caracalla sorgt für das Bürgerrecht, auch der Juden, im Römischen Reich
212 Es wird die jüdische Akademie in Sura am Euphrat gegründet
um 250
Der Kirchenvater Cyprian schreibt u. a.: "Der Teufel ist des Juden Vater".
Auch diese Verurteilung findet sich später immer wieder im christlichen Antijudaismus.
260 Gründung der jüdischen Akademie in Pumbadita am Euphrat
260 Konzil zu Elvira/Spanien:
Verbot der christlich-jüdischen Tisch-, Bett- und Erntegemeinschaft
Byzanz:
306 - 337 : Kaiser Konstantin der Große
337 - 363 : Kaiser Konstantin II.
364 - 378 : Kaiser Valens
379 - 395 : Kaiser Theodosius I.
395 - 408 : Kaiser Arcadius
408 - 450 : Kaiser Theodosius II.
450 - 457 : Kaiser Marcian
457 - 474 : Kaiser Leo I.
474 Kaiser Leo II.
474 - 491 : Kaiser Zeno
491 - 518 : Kaiser Anastasius
312
Constantin siegt über Maxentius bei Saxa und bis zur Milvischen Brücke. Bekehrung Constantins in der Schlacht an der Milvischen Brücke, da er den Sieg als Erweis der stärkeren Segenskraft des Christengottes wertet nach einer Vision, also nicht innere Wandlung, sondern Anerkennung einer neuen Segenskraft. (Der illustrierte PLOETZ 1973)
Konstantin der Große
„Kampf um die Oberherrschaft im Römischen Reich errang Konstantin im Jahr 312 an der milvischen Brücke in Rom einen Sieg über seinen Schwager und Konkurrenten Maxentius und bekehrte sich danach zum Christentum. Die Legende lässt ihm schon in Gallien und wiederholt in Rom im Traum das Christus-Monogramm mit den Worten "in hoc signo vinces", "in diesem Zeichen wirst du siegen" erscheinen, worauf Konstantin dies auf die Feldzeichen schreiben ließ und siegte. Bischof Eusebius, Zeitgenosse und erster Kirchengeschichts-Schreiber, berichtete von einem Kreuz mit entsprechender griechischer Inschrift, das Konstantin in der Sonne sah. 313 gewährte Konstantin im Edikt von Mailand jedem Bürger des Reiches das Recht auf freie Religionsausübung.
Mitherrscher Licinus begann dennoch 320 mit neuen Christenverfolgungen. Konstantin besiegte 324 den Kollegen und ließ ihn töten, als Alleinherrscher förderte er nun zunehmend das Christentum und ließ viele Kirchen bauen; auf Konstantin gehen die Gründung der früheren Peterskirche in Rom im Jahr 325, der Grabeskirche in Jerusalem, der Geburtskirche in Bethlehem und der nicht erhaltenen Sophienkirche in Trier sowie der Urbau der Apostelkirche in Konstantinopel zurück. Er gab den Bischöfen richterliche Befugnisse
321 setzte er an die Stelle des Schabbats den Sonntag als wöchentlichen Feiertag fest;
325 erklärte er das Christentum zur Staatsreligion. Im selben Jahr berief er das Konzil von Nicäa ein, das wesentliche Weichenstellungen für das Christentum brachte.“
Papst S i l v e s t e r
Aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon:
„Im Jahre 312, beim Kampf um die Herrschaft zwischen Maxentius und Constantinus (Konstantin der Große genannt), soll sich Constantinus an die Priester verschiedener Religionen zwecks Hilfe gewandt haben. Den Christen soll in der Nacht vor der Schlacht, so erzählten sie, Jesus erschienen sein und habe verkündet: "In hoc signo vinces ! (in diesem Zeichen wirst du siegen)".
Die Adler des Jupiters auf den römischen Fahnen wurden daraufhin durch Kreuze ersetzt. Constantinus gewann die Schlacht. Den Christen wurden ihre enteigneten Güter zurückgegeben und der Glaube durch das Mailänder Edikt legalisiert.
Der 35. Papst, Silvester, feierte den siegreichen Kaiser Constantinus. Silvester erhielt vom Kaiser Geschenke. Dies wurde vermutlich der Anlass für die Legende der "Konstantinischen Schenkung". Hiernach soll dem Papst Silvester und seinen Nachfolgern u. a. die Herrschaft über Italien erteilt worden sein.
Im Jahre 325 rief Constantinus das erste Konzil in Nicäa zusammen. Hier wurde maßgeblich gestritten, ob Jesus gottähnlich oder ob er Gott ebenbürtig sei. Die Lehre des Athanasius, die auch Silvester vertrat, über die gleichwertige Stellung Jesus setzte sich durch und wurde Grundlage des Glaubens.
315
Constantin verbietet unter Androhung der Todesstrafe die Bekehrung zum Judentum
321
In einem Brief Kaiser Konstantin des Grossen über Sondersteuern vom 11. Dezember 321 werden erstmals Juden im Rheinland erwähnt
321
Die Jüdische Gemeinde Köln ist nachweislich nicht nur die älteste Gemeinde Deutschlands, sondern auch die älteste jüdische Gemeinschaft in Europa nördlich der Alpen. Sie wurde erstmals im Jahre 321 nach der Zeitrechnung im Dekret Kaiser Konstantins erwähnt und umfaßte eine größere Gruppe jüdischer Einwohner.
Schon im 11. Jahrhundert ermöglichen die Quellen Einblicke in das Leben der Kölner Juden. Die jüdische Bevölkerung bewohnte nun nahe dem Rhein im Zentrum der sich rasch entwickelnden Handelsstadt ein eigenes Stadtviertel, in dem es zumindest seit 1040 auch eine Synagoge gab.
Die Kreuzzüge setzten der weitgehend friedlichen Koexistenz zwischen Christen und Juden ein Ende. 1096, im Verlauf des Ersten Kreuzzuges, wurden viele Kölner Juden trotz Schutzmaßnahmen des Erzbischofs getötet, die Synagoge zerstört. Zwar konnte sich die Gemeinde von diesem Übergriff wieder erholen und erlebte sogar bis etwa 1300 in wirtschaftlicher wie religiöser Hinsicht einen Aufschwung, doch war sie in zunehmendem Maße Druck von Seiten der christlichen Mehrheit ausgesetzt. (http://www.sgk.de/home.htm)
In der Römerzeit entstanden wahrscheinlich auch in Regensburg, Trier und Worms jüdische Siedlungen
324
Siege Constantins über Licinius bei Adrianopel und Chrysopolis begründen seine Alleinherrschaft.
Byzantinische Epoche (324-638)
325 bis 337
Die christliche Monarchie: Dynastie Constantins.
„Flavius Valerius Constantinus Alleinherrscher (totius orbis imperator)
Er knüpft bewusst an Augustus und Alexander an. Er gibt der neuen Monarchie den geistigen Gehalt durch sein Verhältnis zum Christentum. Vom Gott der Christen erwartet er 312 den Sieg im Kampf vor Rom, fühlt sich durch diesen ihm verbunden. Er nimmt das Kreuzeszeichen seit 324 als Symbol des Reichsgottes, wendet sich von den Kulten des heidnischen Rom ab und gibt christlichen Gedanken in seiner Gesetzgebung Raum. Ab 320 steht die christliche Kirche im Vordergrund des öffentlichen Lebens. Der Glaube an den im Kaiser wirkenden Gott erhält christliche Prägung. Constantin vertritt bereits die Ansicht, dass der Kaiser als Stellvertreter Christi Herr des Staates wie der Kirche ist.“ (Der illustrierte PLOETZ)
Aus „Deutsche Kirchengeschichte“ - www.kath.de/kurs/kg/:
„Mit Kaiser Konstantin kam auch in den römisch-germanischen Gebieten in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts eine stärkere Missionsbewegung in Gang. Jetzt war die Zeit gekommen, dass auch an den Aufbau einer kirchlichen Organisation, den Bau von Kirchen und der Mission gedacht werden konnte. Erleichternd für die christliche Mission war, dass Mitte des Jahrhunderts die öffentlichen Opfer durch kaiserliche Verordnung untersagt wurden. Nun begann auch in Germanien die Schließung von Tempeln und Heiligtümern. Teilweise wurden diese in christliche Gotteshäuser umgewandelt. Wo jedoch kein Bedarf bestand, wurden Tempel und Opferstätten dem Erdboden gleichgemacht.
Mit der Freiheit, die das Christentum durch Kaiser Konstantin erhielt, bildeten sich auch die kirchlichen Strukturen heraus. In Germanien richteten sie sich nach der römischen Provinzeinteilung. Für das ehemalige römische Kolonialgebiet bedeutete dies, kirchliche Strukturen bildeten sich in der Provinz Raetien (Donaugebiet) mit dem Zentrum in Augsburg. Hier gab es einen Bischof. Ob es in der Provinz Raetien, in den Zentren Regensburg und Passau schon Bischöfe zu römischer Zeit gab, kann nicht nachgewiesen werden. Die zweite Provinz, in der es kirchliche Strukturen gab, war Belgica. Hier war es die Stadt Trier, in der die Zahl der Christen vom 3. Jahrhundert an zunahm; und so ist mit Sicherheit anzunehmen, dass es von dieser Zeit an einen Bischof gab. Die Bischofsliste reicht bis ins 4. Jahrhundert zurück und ist von da an nicht mehr unterbrochen worden.
Das Zentrum der Provinz Untergermanien war Köln. Der erste nachgewiesene Bischof ist der hl. Maternus. Er wurde 313 von Kaiser Konstantin zusammen mit zwei gallischen und 15 Bischöfen aus Italien eingeladen, an der Bischofskonferenz in Rom teilzunehmen. Das Zentrum der Provinz Obergermanien war Mainz. Als erster Bischof wird hier Martinus erwähnt. Dies war Mitte des 4. Jahrhunderts. Nachweisbar gab es Bischöfe in Speyer und Worms. Der erste Bischof von Worms, der bekannt ist, war Victor. Er nahm an der Kölner Synode von 346 teil.“
325
Nikolaus Bischof von Myra
Aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon:
„Für den verstorbenen Bischof von Myra musste ein Nachfolger gefunden werden. Man traf sich zu einer Bischofskonferenz, um die Wahl durchzuführen. Ein Teilnehmer, der Entscheidungen herbeiführen konnte, hatte eine Vision. Der erste Mann, der ihm vor dem Morgengebet begegnet, soll Bischof werden. Widerwillig übernahm Nikolaus die Würde. Die Funktion übte er dennoch gewissenhaft aus. Es war sein Bestreben, Menschen vom christlichen Glauben zu überzeugen. Das war nicht einfach, denn Apollo, der Sohn von Zeus und Leto, stand wesentlich höher in der Gunst des Volkes.
Nach der Legende verbrachte Apollo die Sommermonate auf Delos und den Winter in Patara. Folglich wird der andersgläubige Nikolaus eingekerkert und gefoltert. Doch die Christenverfolgung ist nicht mehr von langer Dauer. Nikolaus kommt frei.
325 nimmt er am Konzil in Nicäa teil. Auf dieser Konferenz wird die Dreieinigkeit (Gott, Jesus, Heiliger Geist) zum Dogma erklärt. Christen anderer Überzeugungen, z.B. Arius, werden verbannt. Nikolaus und Silvester vertreten beide die Glaubenssätze der Trinität.
Am 6. Dezember 345 (oder 351/352) verstirbt Nikolaus und wird in Myra (Demre) beigesetzt. Es beginnt eine Zeit der Wunder, u. a. Berichte über die Genesung unheilbar Kranker an der Grabesstätte. Nikolaus wird immer stärker verehrt und Apollos Gunst schwindet.
Am 9. Mai 1087 rauben italienische Seefahrer die Gebeine aus dem Sarkophag und überführen die Reliquien nach Bari. In der Basilika St. Nicola werden sie verwahrt. Die "Verlegung" sollte die Handelserträge Baris stärken.
Aubert, der Kreuzritter, muss ähnliches geglaubt haben. Er stahl 1092 einen Finger und brachte ihn nach Nancy. In Freiburg werden ebenso Reliquien von Sankt Nikolaus verehrt.
Die vorgenannten und viele weitere Geschichten machten St. Nikolaus zum Schutzpatron der Jungfrauen, Rechtsanwälte, Gefangenen, Notare, Richter, Schüler, Lehrer, Wirte, Fischer, Parfümherstellern, Kerzenzieher, Feuerwehrleuten, gegen Diebe, für eine glückliche Hochzeit, Apotheker, Bauern, Bierbrauer, Kaufleute ............... und zum Gabenbringer.
Im 6. Jahrhundert wurde Nikolaus in der griechischen Kirche verehrt, in Rom zog der Kult im 8. Jahrhundert ein, er verbreitete sich dann zunehmend auch in Mittel- und Südeuropa. Um 980 entstand in Deutschland die erste Nikolauskirche in Brauweiler. Die 1087 von Piraten entwendeten Gebeine brachte man Ende des 11. Jahrhunderts nach Bari und errichtete auf den Trümmern des byzantinischen Gouverneurspalastes die monumentale Basilika S. Nicola, die Papst Urban II. 1098 weihte. Als Translationstag gilt der 8. Mai, der in Bari mit einem großen Unzug begangen wird. Zwischen dem 11. bis zum 16. Jahrhundert wurden diesseits der Alpen über 2.200 Kirchen nach dem Heiligen Nikolaus benannt.
Nikolaus' Kult in Deutschland wurde im 10. Jahrhundert besonders durch Kaiserin Thephanu, die griechische Ehefrau des Kaisers Otto II., gefördert. Schon damals entstand der Brauch, dass Nikolaus die Kinder beschenkt. Grundlage hierfür war der Brauch des "Bischofsspieles" in Klosterschulen, wo ein Schüler für einen Tag - zuerst am Tag der "Unschuldigen Kindlein", dann am Nikolaustag - als "Bischof" fungieren durfte.“
325
Konzil zu Nicaea
Unter Kaiser Constantin wird das christliche Osterfest anstelle des Passah eingeführt. Textauszug: „Unwürdig wäre es, wenn wir (Christen) bei diesem heiligen Feste (Ostern) der Sitte der Juden folgten, die ihre Hände mit dem ungeheuerlichsten Verbrechen befleckten und geistig blind blieben. Fortan wollen wir mit dem uns feindlichen Judenvolk nichts mehr gemein haben, denn unser Heiland hat uns einen anderen Weg gewiesen... Es wäre ja widersinnig, zuzulassen, dass die Juden sich rühmen sollten, wir seien nicht imstande, die Passahfeier ohne ihre Anweisungen zu begehen.“
Aus einer türkischen Zeitschrift 2003:
„I z n i k , ehemals bekannt als Nicäa, liegt am Ostende des Iznik-Sees, südlich von Izmit und hat 34.000 Einwohner. Nicäa blieb in einer führenden Rolle über tausende von Jahren. Es ist eine Stadt, die von 4 Reichen die Hauptstadt war. Fußabdrücke der Zivilisation gehen zurück in das Jahr 2.500 v.d.Z. Die Stadt wurde 316 v.d.Z. errichtet von Antignonos, einem General Alexander des Großen. 301 besiegte ein anderer General Alexanders den Antignosos, der die Stadt in Nicäa umbenannte nach seiner Frau, der schönen Tochter von Antipatros. Mit dem Tod Nikomedes III. 74 v.d.Z. wurde die Stadt Teil des Römischen Reiches. In der Folge entwickelte sich Nicäa zu einer der wichtigsten Städte des Römischen Reiches. 123 wurde die Stadt durch Erdbeben demoliert und später auf Anweisung Kaiser Hadrians aufgebaut. 259 n.d.Z. machten Goten die Stadt zu Ruinen. Kaiser Claudius Goticus gab Befehl zur Renovierung.
Auf dem Konzil in Nicäa setzte sich unter 2 Streitpunkten durch, dass Christus Sohn der Gottheit sei und nicht nur ein niedriger Mensch (Arius). Dies wurde als Kirchendogma angenommen. Daten der christlichen Feiertage und der 20 Artikel lange Text, bekannt als Nicäisches Glaubensbekenntnis, wurden festgelegt. 358, 362 und 368 ruinierten Erdbeben viele monumentale Strukturen der Stadt. 364 macht Kaiser Valentinianus von Byzanz die Stadt zur Metropole, Im 7.Jht. belagern arabische Truppen Nicäa auf dem Weg nach Konstantinopel. Im Jahre 787 findet dort das 7. Konzil in der Hagia Sofia Kirche, statt, unter Leitung von Kaiserin Irene. 1063 und 1065 folgen weitere Erdbebenschäden. 1071 wird Nicäa Hauptstadt der Seldschuken. Unter Gottfried von Bouillon attackieren 1097 die ersten Kreuzritter die Stadt. 1204 folgt der 4. Kreuzzug, der die Verwaltung von Konstantinopel übernimmt. Iznik wird Besitz von Louis de Blois, bis Kaiser Theodorus I. die Stadt zur Hauptstadt der Region Byzanthium macht. 1402 wird Iznik erneut zerstört, jedoch in den folgenden Jahrhunderten blühendes Handelszentrum. Die Stadt liegt auch an der Seidenstrasse…“
325
Bau der Basilika vom Heiligen Grab in Jerusalem unter Kaiser Konstantin.
Helena, Mutter Kaiser Konstantins, besucht Jerusalem und legt den Grundstein zur Grabeskirche.
326
„Der Bau der ersten Grabeskirche begann im Jahre 326 auf Initiative Kaiser Konstantins. Die Kirche wurde an der Stätte eines römischen Tempels und Heiligtums aus dem 2. Jahrhundert errichtet, die einer lokalen Tradition zufolge über dem Orte standen, an dem Jesus gekreuzigt und begraben worden war. Nach der Zerstörung der römischen Gebäude wurde hier eine Reihe von Felsengräbern gefunden. Eines der Gräber identifizierte man als das Grab des Joseph von Arimathäa. Das Grundgestein um dieses Grab wurde abgetragen, so dass ein von der Umgebung isolierter, freistehender Felsen mit der Grabkammer im Inneren übrig blieb (an der Stelle des heutigen Grabpavillons).
Nur wenig ist von dem ursprünglichen byzantinischen Bau erhalten, der 614 von den Persern geplündert und niedergebrannt worden war. Dem teilweisen Wiederaufbau unter dem Patriarchen Modestos folgte eine Beschädigung der Kirche durch ein Erdbeben im Jahre 808 und die Zerstörung auf Befehl des Fatamidenkalifen al-Hakim 1009. Ein Teil des Bauwerks wurde 1048 unter dem byzantinischen Kaiser Konstantin Monomachus wiederaufgebaut, doch die meisten Trakte der heutigen Grabeskirche sind das Ergebnis des Wiederaufbaus unter den Kreuzfahrern im 12. Jahrhundert sowie späterer Renovierungsarbeiten (die jüngsten Restaurations- und Konservierungsarbeiten begannen 1959 und sind bis heute nicht abgeschlossen). Die heutige Kirche umfasst die Hälfte des Areals der ursprünglichen byzantinischen Kirche, und nur die Grabrotunde entspricht annähernd in Form und Anlage dem Original aus dem 4. Jahrhundert.
Nach der Kreuzfahrerzeit fielen Bezirk und Bau der Grabeskirche in den Besitz der drei großen Denominationen - der griechisch-orthodoxen, der armenisch-orthodoxen und der römisch-katholischen (lateinischen) Kirche. Andere Gemeinschaften - die koptisch-orthodoxe (ägyptische), die äthiopisch-orthodoxe und die syrisch-orthodoxe Kirche - haben ebenfalls bestimmte Rechte und kleineren Besitz in der Kirche oder ihrer nahen Umgebung. Die Rechte und Privilegien aller dieser Gemeinschaften werden durch den Status quo der heiligen Stätten (1852) geschützt, wie er durch den Artikel LXII des Abkommens des Berliner Kongresses (1878) garantiert wird.“
335
Der Kaiser verbietet, Sklaven jüdischer Herren zu beschneiden
In diesem Jahr stirbt Papst Sylvester I. am 31. Dezember, der Kaiser Constantin zu judenfeindlichen Erlassen beeinflusste. Er gab diesem Tag seinen Namen.
337 endet die Herrschaft Kaiser Konstantins des Großen
339
verbietet Kaiser Constantin (der II. ?) Juden, Christen zu heiraten und christliche oder heidnische Sklaven zu erwerben
341
Das Konzil von Laodicea untersagt den Juden die Verbreitung jeglichen jüdischen Brauchtums
357
Kaiser Konstantin bestimmt: Wer zum Judentum übertritt, wird enteignet! :
„Sollte jemand nach Veröffentlichung dieses Gesetzes aus einem Christen zu einem Juden werden und sich nachweislich deren (der Juden) gotteslästerlichen Versammlungen anschließen, so befehlen wir, sein gesamtes Vermögen zugunsten des Staatsschatzes einzuziehen.“
359
erlässt er erneut das Verbot für Juden, Christen zu heiraten
362
Kaiser Julian trifft jüdische Leiter in Antiochia und schreibt an den jüdischen Patriarchen Hillel in Jerusalem Er verspricht, die Stadt erneut zur jüdischen Stadt zu machen. Er ordnet an, den jüdischen Tempel zu rekonstruieren und beruft dazu Alypius.
384
JEROME vervollständigt die Übersetzung der Bibel ins Lateinische – die Vulgata
386
Johannes Chrysostomus
beginnt seine Lehrtätigkeit in seiner Heimat Antiochien mit 8 Predigten, in denen er den jüdischen Glauben mit unerhörter Heftigkeit angreift. Anlass sind das Interesse vieler Christen am jüdischen Leben und ihre Teilnahme an jüdischen Festen. 398 wird er zum Bischof und Patriarch von Konstantinopel ernannt.
Die kirchliche Sicht über einen der ersten großen Judenhasser ist dem „Ökumenischen Heiligenlexikon“ entnommen:
„Johannes Chrysostomus, Patriarch von Konstantinopel,
Kirchenvater *354 (der 344 ?) in Antiochia, dem heutigen Antakya
gestorben 14. September 407 in Pityus in Kolchis, dem heutigen Suchumi
Johannes wurde in einer wohlhabenden Familie geboren. Sein Vater war früh gestorben, dennoch erhielt er eine gediegene Ausbildung, auch im religiösen Leben, studierte Redekunst bei dem griechischen Rhetoriker Libanius und begann eine Laufbahn als Anwalt. 372 wurde er getauft, anschließend studierte er an der berühmten theologischen Schule von Antiochia, vor allem Bibelauslegung. Einige Jahre lebte er dann als Mönch und Einsiedler ein asketischen Leben in der Einsamkeit; als er erkrankte, kehrte er nach Antiochia zurück, wo er im Jahr 381 von Meletius zum Diakon und 386 von Meletius' Nachfolger, Bischof Flavius I., zum Priester geweiht wurde.
Berühmt wurde Johannes durch sein Redetalent. Er wirkte als begnadeter Prediger an der Patriarchalkirche von Antiochia. Sein Ernst und die lebensnahe Art zu predigen führten zu seinem Ruf, einer der größten Redner der frühen Kirchengeschichte zu sein; daher sein Name "Chrysosthomus", "Goldmund". Johannes' umfangreiches Werk enthält Homilien, Briefe, Abhandlungen und Liturgien.
Im Jahr 398 ernannte ihn der Kaiser des Oströmischen Reiches, Arkadius, zum Patriarchen von Konstantinopel - dem heutigen Istanbul. Er gründete Krankenhäuser, unterstützte die verarmte Bevölkerung und betätigte sich mit seinem Redetalent in der Mission. Seine Kritik am Luxusleben der Reichen in der Stadt, am kaiserlichen Hof und auch in der Kirche brachten ihn in Konflikt mit Theophilos, dem Patriarchen von Alexandria, und der Kaiserin Eudoxia; auf der "Eichensynode" in Chalkedon.
Im Jahr 403 wurde Johannes abgesetzt und 404 in die Verbannung nach Kukusus in Armenien geschickt. Kurz darauf, nachdem die Kaiserin eine Fehlgeburt erlitten hatte, wurde er zurückgerufen, weil sie sich ihr Handeln als Grund des Schicksalsschlages erklärte; nach ihrer Genesung schickte sie ihn aber bald schon wieder in die Verbannung in die Einsamkeit des Taurusgebirges, nach Pityus in Kolchis. Hier versuchte er, die benachbarten Perser zum Christentum zu bekehren, bis er den Strapazen der Reise erlag.
Johannes Chrysostomus wird als einer der vier großen griechischen Kirchenväter verehrt, in der katholischen Kirche zählt er zu den Kirchenlehrern. Der Beiname "Chrysostomos" wurde zum ersten Mal im 6. Jahrhundert erwähnt und 1908 ernannte Papst Pius X. Johannes zum Patron der Prediger.“
386
Kaiser Claudius schreibt an die Einwohner von Alexandrien:
„Die Juden sind die Pest der ganzen Welt.“
388
brennt die Synagoge von Kallinikon am Euphrat nieder
388
Bischof Ambrosius von Mailand rügt Kaiser Theodosius I, weil er gewagt hatte, fanatische Christen zu bestrafen, die eine jüdische Synagoge niederbrannten.
391
Christen im ägyptischen Alexandria verbrennen die Bibliothek. Sie
galt als eines der Sieben Weltwunder und enthielt auch einen Schatz wertvoller jüdischer Schriften.
391
Erhebung des „Christentums“ zur Staats-Religion
unter Kaiser Theodosius I. - Verbot aller „heidnischen Kulte“.
394 Das Christentum wird offizielle Religion im Römischen Reich
395
Kaiser Theodosius I. stirbt. Das Römische Reich wird geteilt in Ost
(unter Arcadius) und in West (unter Honorius)
Ende des 4. Jahrhunderts wird der Bau von Synagogen verboten.
400
Kirchenvater Aurelius Augustinus spricht dem jüdischen Volk ab,
das auserwählte Volk G’’TTes zu sein.
In christlicher Verkündigung wie in Gesetzes-Texten wird das
Volks Israel mit beleidigenden, diffamierenden Ausdrücken belegt
Er setzt römische Richter ein, um christliche Spaltungen und fromme Meinungsverschiedenheit innerhalb der afrikanischen Nordkirche zu steuern. Er gibt diesen eine theologische Begründung mit Lukas 14,23
„Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Landstrasse und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll werde.“
Das hatte entsetzliche Konsequenzen für die jüdische Geschichte, besonders in Zentral- und Westeuropa.
Aurelius Augustinus (354 - 430)
Der Philosoph und Theologe Augustinus wurde in Karthago in Rhetorik ausgebildet und im Jahr 374 Lehrer in diesem Fach. 383 wurde er nach Rom berufen und kurz danach in die Residenzstadt Mailand, wo er als Rhetor wirkte. Die Krisen seiner Jugend hat Augustinus um 397/401 in seinen Bekenntnissen niedergeschrieben. Die Bekenntnisse sind eine der ersten individualistischen Selbstbiographien der Weltliteratur.
Die Lektüre von Ciceros Hortensius führte Augustinus zur Philosophie. Viele Jahre war er Anhänger der Manichäismus, dann kurz der Skepsis. In Mailand lernte er den Neuplatonismus kennen und kam durch ihn zum Christentum. 387 ließ er sich taufen. Er wurde 391 zum Priester in Hippo Regius in Nordafrika ernannt. Von 396 bis zu seinem Tod war er in dieser Stadt Bischof.
Für Augustinus lassen sich Theologie und Philosophie nicht scharf unterscheiden. Diese Position zeigt sich u.a. in seiner Maxime: Ich glaube, damit ich erkennen kann (lat. credo, ut intelligam). Ohne die göttliche Erleuchtung in unserem Glauben können wir die Weisheit (lat. sapientia), mit deren Hilfe wir zur Glückseligkeit (lat. beatitudo) gelangen, nicht erkennen.
Der Wunsch nach Glückseligkeit ist der einzige Grund zum Philosophieren. Die Philosophie ist ein Mittel, den Glauben zu vertiefen. (aus Internet)
401
findet die Synode von Ephesus statt, auf der die christlichen Gemeinden innerhalb des römischen Reiches vertreten sind.
406
Beginn des Einfalls barbarischer Truppen ins Römische Reich
414
beschlagnahmt Patriarch Kyrill von Alexandrien die Synagoge und vertreibt die Juden aus der Stadt
„Cyrill von Alexandrien, ca. 381 - 444,
Bischof und Patriarch von Alexandrien, einer der Hauptvertreter der Alexandrinischen Patristik. Er verteidigte, oft ränkereich und mit gewalttätigen Mitteln, das Dogma der Trinität gegen alle Versuche in und außerhalb der Kirche, es zugunsten monotheistischer Philosophien und Kulte in Frage zu stellen. Entsprechend waren Kaiser Julian (Apostata), der alexandrinische Neuplatonismus (Hypatia, die von seinen Anhängern ermordet wurde), das Judentum und die antiochener Theologie seine Hauptgegner. Auf dem Konzil zu Ephesus 431 bewirkte er die Verdammung der (antiochenischen) Lehre des damaligen Patriarchen von Konstantinopel, Nestorius, und damit zugleich die Abgeltung der (monotheistischen) Nestorianischen Kirche von der trinitarischen Christenheit. Sein Eintreten für die Anerkennung Marias als "Gottesgebärerin" trug wesentlich dazu bei, dass die antiken Göttinnen-Kulte (der Isis in Ägypten, der Arthemis in Griechenland und Kleinasien mit dem Zentrum in Ephesus) im christlichen Mariakult weiterleben konnten und der christlichen Kirche darin weibliche Anhängerschaft zuführte.“
415
Kaiser Theodosius II. (Ostrom) rügt wegen Übertretung von Gesetzen den jüdischen Patriarchen GAMALIEL II und spricht ihm die Würde des Ehrenpräfekten ab
Synagogen werden abgerissen, später in christliche „Gotteshäuser“ umgewandelt. Dazu kommt eine Geldbuße der Juden.
417
Kaiser Theodosius II. verordnet, Juden dürfen keine christlichen Sklaven besitzen
418
Mit Honorius (Westrom) erlässt er Verordnungen, dass Juden ohne Berücksichtigung ihrer Verdienste aus Waffendiensten entlassen werden:
„Die Kuriere, Gendarmen und Palastwächter mögen, wenn sie den Kriegseid schon geleistet haben, ihre gesetzmäßige Zeit zu Ende dienen. Die Juden aber, die dem eigentlichen Waffendienst längst leisten, sollen ohne Berücksichtigung alter Verdienste sofort entlassen werden.“
423
Erneut Verbot jeglichen Synagogenbaus
429
Das römische Reich schafft das jüdische Patriarchat ab und leitet die jüdische Steuer zum imperialen Fiskus um. Theodosius II. ordnet die Zusammenstellung der Gesetze an, die als der Theodosianische Codex bekannt sind.
431
Das Kirchenkonzil von Ephesus verurteilt Nestorius und anerkennt für Maria den Titel “Mutter Gottes”.
440-461
„Papst Leo I. d. Gr.
wird zum Rückhalt der staatlichen und kirchlichen Organisation in den Ländern, die die Germanen angreifen;
452 durch die Rettung Roms vor den Hunnen Attilas wie
455 vor der Brandstiftung der Vandalen. Leo I. erreicht von Valentinian III.
445 die Anerkennung der Gesetzeskraft für seine Decretialia, verwirft die Gleichrangigkeit des Bischofs von Konstantinopel, greift mit Lehrschreiben in den christologischen Streit ein, betont die Sonderstellung Petri und die Ausdehnung des christlichen Gebiets über die Reichsgrenzen hinaus.
Mit der Formel „Petrus hat durch Leo gesprochen“, wird seine Verwerfung des Monophysitismus in der Glaubensformel von einer Person und 2 Naturen in Christus vom 4. Ökumenischen Konzil
451 in Chalkedron angenommen. Seither ist die Einheit der Lehre durch Eingreifen des Papstes gesichert, der Primat Roms für das Abendland anerkannt.“ (Illustrierter PLOETZ, 1973)
Die Missionierung im Mittelalter
(aus „Deutsche Kirchengeschichte“ - www.kath.de/kurs/kg/ - 2k) :
„Das Auseinanderbrechen des Römischen Reiches unter dem Ansturm der Germanen erschütterte die damalige Welt. Die heidnischen germanischen Truppen führten ihre Siege darauf zurück, dass die Römer die alten Götter verlassen hätten. Für die Ausbreitung des Christentums bedeuteten die germanischen Eroberungen, dass neue Missionsfelder entstanden.
Mit der Bekehrung des Frankenherrschers Chlodwig wurde die entscheidende Wende der Christianisierung der Germanen eingeleitet. Es war der Einfluss seiner Frau Chlothilde, einer katholischen Prinzessin aus dem burgundischen Königshaus, die Chlodwig dazu führte, sich 498/99 durch den Reimser Bischof Remigius taufen zu lassen. Dem Beispiel des Königs sollen 3000 seiner Mannen gefolgt sein. Damit war eine wesentliche Entscheidung für die Christianisierung gefallen. Die Erweiterung des christlichen Frankenreiches durch die Eroberung der Alemannen, Burgunder und der Thüringer und damit der direkte Einfluss auf Bayern erleichterte die Missionierung. Und so dauerte es auch nicht lange, bis die „alten“ wiedererstarkten christlichen Zentren eine eigene missionarische Kraft entwickelten. Bereits im 6./7. Jahrhundert war die Christianisierung der Franken an Rhein und Mosel abgeschlossen. Die Versuche, Friesen und Sachsen zu missionieren, erwiesen sich als fruchtlos. Anders war es bei der Mission, die von Mainz ausging: Sie erfasste die rechtsrheinischen Gebiete bis zum Untermain, Trierer Missionare drangen bis zur Lahn vor, und die Bistümer Speyer und Worms missionierten den Neckarraum bis an die Grenzen Alemanniens.
Es waren also die politischen Erfolge der Franken, die der Mission der germanischen Stämme die Wege geebnet hatten. In Alemannien, das sich eine gewisse politische Selbständigkeit bewahrt hatte, erwarben sich iroschottische Mönche große Verdienste bei der Missionierung. Weitere Zentren der Missionierung waren die Klöster Säckingen am Rhein und das Schwarzwaldkloster St. Trudpert. Mit der Gründung des Bistums Konstanz, unter Mithilfe von Chur, war ein weiterer wichtiger Schritt zur Bekehrung getan. Bereits 725 läßt das Stammesrecht, die Lex Alamanorum erkennen, dass sich die Alemannen als ein christliches Volk verstanden. Zu dieser Zeit gründete der hl. Pirmin, sicherlich zur Festigung des Christentums, auf der Bodenseeinsel Reichenau ein Benediktinerkloster. Dieses Kloster sollte zu einem der wichtigsten Zentren des christlichen Lebens und der abendländischen Kultur werden.
In Bayern konnten das Heidnische und die Reste des spätrömischen Christentums arianischer Prägung überwunden werden. Hilfe kam aus dem westlichen Frankenreich durch die irischen Wanderbischöfe Emmeran und Korbinian (+ 720/30). Sie schufen die Grundlagen für die Bistümer Regensburg und Freising. In Hessen und Thüringen gestaltete sich die Missionsarbeit bedeutend schwieriger. In das thüringische Gebiet wirkte die von 600 Adligen aus dem Einzugsgebiet der Mosel und des Bischofs von Speyer gestiftete Abtei Weißenburg im Elsass. Die Bistümer Mainz, Speyer und Worms unterstützten die Mission des irischen Bischofs Kilian und seiner Gefährten im Raum Würzburg. Hier erlitten sie 689 das Martyrium. Jedem Missionsversuch widersetzten sich die Friesen und Sachsen.
In den missionierten Gebieten der Frankenherrschaft galt es, schwerwiegende organisatorische Mängel zu beheben. Es waren vor allem die iroschottischen Wandermönche, die sich der territorialen Gliederung in Diözesen widersetzten und so mit den Ortsbischöfen in Konflikt gerieten. Ein weiteres Problem für die Kirche entstand, da sich die Germanen über die nach den römischen Verwaltungsstrukturen entstandenen Bistumsordnungen hinwegsetzten. Eine weitere Belastung für die soeben erst entstandene Kirche war der sittliche Tiefstand der fränkischen Kirche - hiervon waren auch die Leiter nicht ausgenommen - sowie der Zerfall des merowingischen Staatswesens seit Ende des 7. Jahrhunderts.“
496
Chlodwig gründet das Frankenreich nach seinem Sieg über die Alemannen vor allem auf 2 Fundamenten: Auf die germanische Gefolgschaft, das „Königsheil“, und auf die Hilfe der römisch-katholischen Kirche. Das Mittelalter beginnt. Zur Zeit Karls des Großen blüht das westeuropäische Frankenreich. Ein Jahrhundert nach Karl dem Großen gehen aus dessen Herrschaftsgebiet ein West- und ein Ostfränkisches Reich hervor: das spätere Frankreich und Deutschland. Der schwäbischen Adelsfamilie der Staufer gelingt es durch geschickte Heiratspolitik, Hausmacht und Burgenbau, Kaiser zu stellen, wie Friedrich I. „Barbarossa“. Das Reich der Deutschen wird als „Heiliges Römisches Reich deutscher Nation“ ein wichtiger Teil Europas. Frankreich, England und Russland entstehen als mächtige Staaten. Dieselbe Frömmigkeit verbindet die christliche Mehrheit.
Die Juden leben anfangs als begehrte Gelehrte, Handwerker und Händler in Europa. Dann führen Vorurteile und Neid zu grausamen Verfolgungswellen gegen die Minderheit der Juden. Kaufleute aus ganz Nordeuropa schließen sich zu einer schützenden Genossenschaft zusammen.
498
Chlodwig, der Herrscher der Franken, tritt zum Christentum über und leitet damit die Phase der Durchsetzung des Christentums in Europa ein
499
3. Dezember (13. Kislev 4427): Aus Furcht, die mündlich überlieferten Thora-Auslegungen (Talmud) könnten aufgrund der Verfolgungen in Vergessenheit geraten, beginnt Ravinna II Bar Shmu’el trotz starker Proteste mit der Verschriftung der Mündlichen Thora und vollendet das von Rav Rashi bereits 100 Jahre zuvor begonnene Werk. Damit endet in der jüdischen Geistesgeschichte die Zeit der Amoräer (200 bis 500 u.Z.), die Zeit der Tanna’im und des Babylonischen Talmuds beginnt.
(http://info.jpost.com/1999/Supplements/JewishHistory/today.cgi)
507
Antiochien: Nach einem verlorenen Wagenrennen bringt der Pöbel alle Juden von Daphne um und zerstört ihre Häuser
518 - 527 : Kaiser Justinus I.
527 - 565 : Kaiser Justinian
565 - 578 : Kaiser Justinus II.
525
unterwirft Kaiser Justinian das jüdisch-jemenitische Fürstentum
525
„Die ersten zwölf Benediktinerklöster (?) werden im frühen 6. Jahrhundert in Subiaco bei Rom gegründet. Benedikt stiftet 529 das berühmte Kloster von Montecassino, wo er die Mönchsregel verfasste, durch die das gesamte abendländische Klosterleben organisiert und wieder belebt wurde. Gemessen an den Normen der Zeit forderte die Benediktinerregel keine besonders ausgeprägte Strenge und Askese. Der Jahreszeit sowie den begangenen Feierlichkeiten entsprechend wurde den Benediktinern eine Periode von vier bis acht Stunden täglich für Gebete und von sieben bis acht Stunden für den Schlaf eingeräumt. Die restliche Zeit wurde zu gleichen Teilen auf die Arbeit - gewöhnlich Gartenarbeit - und auf religiöse Lektüre und Studien verwendet. Dem Abt wurden patriarchische Vollmachten über die Gemeinschaft übertragen, wobei er selbst der Regel unterstand und wichtige Entscheidungen mit den Mitgliedern der Gemeinschaft beraten musste.
Zu Lebzeiten Benedikts verbreiteten seine Schüler seine Lehre in den Ländern Mittel- und Westeuropas. Der Orden wurde schon bald zum wichtigsten der katholischen Kirche. Diese Vorrangstellung verlor er erst mit der Durchsetzung des augustinischen Kanons im 11. Jahrhundert und der Gründung der Bettelorden im 13. Jahrhundert. Gregor I. war der fünfte von 50 Benediktinern, die den Papststuhl bestiegen. Die bedeutendsten unter diesen waren Leo IV., Gregor VII., Pius VII. und Gregor XVI. Im 14. Jahrhundert gehörten dem Orden 37.000 Mitglieder an, im 15. Jahrhundert nur noch knapp die Hälfte, zur Reformationszeit zählte der Orden gerade noch 5.000 Mitglieder.
Benediktiner tragen schwarze, gegürtete Tunika, schwarzes Skapulier mit Kapuze und schwarze Flocke. Die Mitgliedszahlen stiegen im 20.Jht. weltweit auf etwa 11.000 Männer und 25.000 Frauen. In Deutschland stehen die Benediktiner an erster Stelle: In 37 Niederlassungen von 28 rechtlich selbständigen Abteien und Prioraten leben 1998 insgesamt 957 Mitglieder.“
Kathpress 10. februar 2003
„Benediktiner im Heiligen Land rufen zum Friedensläuten auf
Jerusalem, 10.2.03 (KAP) Die Benediktiner vom Jerusalemer Zionsberg haben alle Kirchen des Heiligen Landes aufgefordert, ab Montag täglich um 15 Uhr die Glocken für den Frieden zu läuten. Zugleich sollten sich die Christen in Kirchen und Kapellen zum Gebet versammeln, heißt es in einem Aufruf der Abtei Hagia Maria Sion. Die Benediktiner laden alle Christen im Heiligen Land am 22. Februar zu einem Abschlussgebet ein.“
534
unter der Herrschaft von Kaiser Justinian wird Juden verboten, als Zeugen gegenüber Christen aufzutreten
Juden dürfen keine christlichen Mitarbeiter beschäftigen.
538 3. Synode von Orleans
Jüdische Bücher müssen verbrannt werden.
Verbot für Juden, zwischen Gründonnerstag und Ostermontag sich in der
christlichen Öffentlichkeit zu zeigen
546
Verbot, das Pessach-Fest dann zu feiern, wenn es in die Karwoche fällt
576
Frankreich: Bischof Avitus verlangt die Zwangstaufe oder Ausweisung der Juden
578 - 582 Kaiser Tiberios I. Konstantinos
582
Erlass des Franken-Königs Chilperich zur Zwangstaufe der Juden in Paris
582 - 602
Kaiser Maurikios regiert
587 Spanien
Der Westgotische König Rekkared tritt vom Arianismus zum Katholizismus über. Er verlangt die Zwangstaufe der Juden
Gregor I, der Große - Papst, Kirchenlehrer, Kirchenvater
* um 540 in Rom gestorben 12. März 604 daselbst. Von 590 bis 604 Papst.
Begründer der weltlichen und politischen Macht des Papsttums. Er ist gegen die Zwangstaufe, aber für die Einhaltung der kanonischen Gesetze (Cod.Just.)
Gregor wurde in Rom als Sohn eines Senators und als Urenkel von Papst Felix III. in eine Patrizierfamilie hineingeboren. Er studierte Verwaltungswesen und stand bereits im Alter von 30 Jahren als Präfekt an der Spitze von Roms Verwaltung. Aber dann legte er seine Ämter nieder und zog sich 575 nach dem Tode seines Vaters in sein Elternhaus zurück, aus dem er ein Andreas gewidmetes Benediktiner-Kloster machte. Aus dem Familienbesitz gründete er noch sechs weitere Klöster in Süditalien….
Gregor war ein energischer Kirchenführer. Er sah sich als "Diener der Diener Gottes", erfüllt von der Aufgabe, die strenge katholische Gläubigkeit zu verteidigen und zu verhüten, dass christianisierte Länder wieder dem Heidentum oder ketzerischen Lehren verfielen. Es gelang ihm, Roms traditionellen Anspruch auf die kirchliche Vormachtstellung gegenüber dem Patriarchen von Konstantinopel sowie den anderen Bischöfen der Kirche aufrechtzuerhalten. Er initiierte die Re-Christianisierung Englands, als er 597 Augustinus von Canterbury, den Abt seines Familienklosters, mit weiteren 39 Mönchen nach England sandte; Motiv sei gewesen, dass Gregor "schöne" englischen Jünglinge auf dem Markt gesehen hatte. Ein wesentliches Anliegen war Gregor die Einheit des aktiven und des kontemplativen Lebens und die Wahrung des benediktinischen Gleichgewichts von Gebet und Arbeit…
Noch im Jahre 2002 werden einige von Gregors Predigten im Brevier der katholischen Kirche gelesen. Bei der Kalenderreform von 1969 verlegte man den katholischen Gedenktag vom Todestag, der in der Fastenzeit liegt, auf den Jahrestag seiner Weihe zum Bischof von Rom. Nach dem Vorbild Gregors werden bis heute "Gregorianische Messen" für Verstorbene gelesen, das sind 30 tägliche Messen hintereinander.“
Um 600
entsteht die Gemara. Sie bildet gemeinsam mit der Mischna den Talmud
602 - 610 : Kaiser Phokas
610 - 641 : Kaiser Herakleios
641 : Kaiser Konstantin III.
641 : Kaiser Heraklonas
612
Zitat vom Westgotenkönig Sisebut in Spanien:
„Besteht doch der Ruhm des rechten Glaubens gerade darin, dass dem verdammten jüdischen Aberglauben keine Gewalt über Christen zukommen darf. Die verderbliche Judenmacht ist den Christen ein Abscheu, und so muss das gottgeweihte gemeine Volk der Schirmherrschaft der katholischen Liebe unterstellt werden. Wir bestätigen durch dieses Gesetz für alle Zeiten, dass es fortan, von diesem ersten glücklichen Jahre Unserer Regierung ab, keinem Juden mehr gestattet sein solle, unter welchem Rechtstitel es auch sei, in seinen Diensten oder unter seiner Bevormundung einen Christen zu behalten, ganz gleich, ob es ein Freier oder ein Sklave, ein Mietsknecht oder irgendein anderer Untergeordneter ist.“
Sisebut stellt Juden vor die Alternative - Taufe oder Ausweisung
613
müssen alle Juden Spanien verlassen, wenn sie sich nicht taufen lassen.
614
Jerusalem: Perser erobern und verwüsten die Stadt
624
verbietet Mohammed, in Richtung Jerusalems zu beten.
628
Byzantiner vertreiben die Perser
629
König Dagobert verordnet die Ausweisung aller Juden aus dem Frankenreich, sie blieb aber unvollendet, weil im gleichen Jahrzehnt Kalif Omar Jerusalem eroberte
630
Der byzantinische Kaiser Heraklius verordnet die Zwangstaufe für Juden
632
Mohammed stirbt
633
4. Konzil von Toledo verurteilt zwar die Zwangstaufe von Juden, gleichzeitig legt sie aber auch fest, dass getaufte jüdische Kinder ihren Eltern weggenommen werden sollen, damit sie nicht in den „alten und falschen Glauben ihrer Eltern“ zurückfallen können.
Die Islamische Epoche (638-1099)
638
Kalif Omar von Arabien erobert Jerusalem und macht sich dort, wie im gesamten Gebiet, das er erobert, alle Nichtmuslime untertan. Zum ersten Mal wird Juden wieder Zutritt nach Jerusalem gestattet.
640
Ägypten. Alexandria
Im 3. Jht. vor der Zeitrechnung war Alexandria die größte Stadt in der jüdischen Welt, und ihre Synagoge war berühmt wegen ihrer Größe/Erhabenheit. Jedoch kam es während dieser Periode antijüdischer Einstellung bei den hier wohnenden Griechen zu bürgerlichen Unruhen, die in der großen jüdischen Revolte von 115 v.d.Z. gipfelten, als die jüdische Gemeinde zerstreut wurde.
640 Kairo
Nach der moslemischen Eroberung ging Kairo bald wieder als Hauptsitz der jüdischen Gemeinde hervor und zog viele Neuankömmlinge aus anderen Teilen des mittleren Ostens und aus Spanien an. Das jüdische Leben kam zu neuer Blüte und brachte eine Anzahl religiöser und kultureller Persönlichkeiten. Der prominenteste von ihnen war Moses Maimonides, der Rambam (1135-1204), der eine lange Zeit seines Lebens in Kairo als jüdischer Gelehrter verbrachte und als Hauptarzt des Sultans.
653
Beim 8. Konzil von Toledo in Spanien erklärt Westgotenkönig Rekkeswint:
Geht wieder schärfer gegen getaufte Juden vor –
„wie sehr das von mir beherrschte Land durch diesen Aussatz befleckt ist.“
641 - 668 : Kaiser Konstantin II.
668 - 685 : Kaiser Konstantin IV.
685 - 695 : Kaiser Justinian II.
680
Spanien: König der Westgoten Erwig, auf dem 12. Konzil von Toledo:
„Ich beschwöre Euch, rafft Euch auf, rafft Euch doch endlich auf!
Zerreißet die Netze der Ungerechten, läutert die gottlosen Sitten der Frevler, eifert gegen die Treulosen und, was das wichtigste ist, reißt mit der Wurzel die jüdische Pest aus.“
Er lässt die jüdische Religion verbieten.
681
ruft das 11. Konzil von Toledo dazu auf, die „jüdische Pest“ zu zerstören;
alle jüdischen Feste werden verboten. Immer wieder kommt also der Hass gegen die Juden auf und nimmt im Laufe der Jahre zu.
681
Christen ist es untersagt, jüdische Ärzte zu konsultieren.
691
Jerusalem: Kalif el-Malik - Sohn des Kalifen Omar (634-644), des Eroberers von Jerusalem, lässt den Felsendom (oft fälschlich Omar-Moschee genannt) bauen
Der Mythos der El-Aksa-Moschee
von Herbert H. Nowitzky ARD 2000
„…In Jerusalem gab es immer eine mehrheitlich jüdische Bevölkerung, selbst nach der arabischen Eroberung 638 - sechs Jahre nach Mohammeds Tod.
In dieser Zeit war Jerusalem allerdings von christlichen Gebetsstätten geprägt. Auch auf dem heiligsten jüdischen Ort, dem Tempelplatz, stand eine Kirche, die dreischiffige byzantinische Basilika St. Maria, die einst vom oströmischen Kaiser Justinian (527-565) am südlichen Rande des riesigen Areals erbaut wurde.
In den Jahren 691 und 692 ließ nun Kalif el-Malik - Sohn des Kalifen Omar (634-644), des Eroberers von Jerusalem, den Felsendom (oft fälschlich Omar-Moschee genannt) bauen. Er wollte damit die Stadt aus handelspolitischem Interesse aufwerten, da Jerusalem am Rande des moslemischen Machtbereichs lag und keine besondere Bedeutung hatte. Im Koran (arab.: Quran) ist Jerusalem (arab.: el-Kuds) dem entsprechend nicht erwähnt - in der Bibel dagegen mehr als 800 Male!
Der Felsendom wurde genau auf dem Platz errichtet, auf dem einst der Tempel stand. Es gelang aber nicht, auch das ehemalige Allerheiligste zu überbauen - es liegt außerhalb des moslemischen Bauwerks, wie man heute weiß. Das beabsichtigte Ziel, die Entweihung des heiligen Tempelplatzes, war aber erreicht.
Die für Moslems heute vermeintlich drittwichtigste el-Aksa Moschee entstand erst 20 Jahre nach dem Bau des Felsendoms. Der Sohn el-Maliks, Abd el-Wahd (705-715 n.Chr.), entweihte im Jahre 711 die vorgenannte Basilika St. Maria, indem er die typische Moscheekuppel auf das Dach der Kirche setzen ließ, welche damit zu einem "Ort der Niederwerfung" (=Moschee) vor Allah wurde, den man schon in präislamischer Zeit in Mekka verehrte.
Abd el-Wahd gab der Moschee den Namen "el-Masgid el-Aksa" (=fernste Moschee). Damit nahm er Bezug auf einen Koranvers: "Preis dem, der seinen Diener des Nachts entführte von der heiligen Moschee zur fernsten Moschee, deren Umgebung wir gesegnet haben, um Ihm [Mohammed] unsere [Allahs] Zeichen zu zeigen" (Sure 17,1). Seine Absicht ist eindeutig: Die el-Aksa Moschee sollte, in seinem Sinne uminterpretiert, die im Koran genannte "Fernste Moschee" sein.
DIE REISE, DIE NIE WAR
Das heißt, Mohammed habe angeblich im Jahre 621 eine "Nachtreise nach Jerusalem" unternommen. Tatsächlich gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der "Prophet" jemals in Jerusalem war. Da Mohammed bereits im Jahre 632 starb, kann der Koran nicht die Kirche St. Maria meinen, da diese erst 711, also 79 Jahre nach seinem Tod, zur Moschee el-Aksa wurde, und der Felsendorn kommt ebenfalls nicht in Frage, weil er überhaupt noch nicht erbaut war.
Islam-Forschern zufolge war mit der "heiligen Moschee" (el masgid el-haram) die Moschee in Mekka und mit der "entferntesten Moschee" (el-masgid el-aksa) entweder die Moschee in Medina oder der Himmel gemeint - nicht, wie fälschlich behauptet, Jerusalem. Für diesen Sachverhalt spricht auch, dass Mohammed schon im Februar 624 verbot, in Richtung Jerusalems zu beten. Er hatte die in Medina lebenden Juden nicht von seiner neuen Religion überzeugen können, darum wurde Jerusalem für ihn unwichtig. Er drückte dadurch seine Geringschätzung für die Juden und ihre von altersher heilige Stadt aus.
Von hohem Symbolwert war und ist jedoch die Umwandlung einer bedeutenden Kirche in eine Moschee. Sie dokumentiert die Überlegenheit des Islam über das Christentum. Dieser Sieg erscheint den Moslems bis heute vermutlich noch wichtiger als der über das Judentum. Der Felsendom, dessen Kuppel erst in den 1960er Jahren mit Gold überzogen wurde und sich fast genau an der Stelle befindet, an der der zweite jüdische Tempel stand, hat in diesem Zusammenhang nämlich weniger Bedeutung als die el-Aksa-Moschee, die durch die Entweihung einer Kirche entstand. Es ist die el-Aksa-Moschee, nicht der Felsendorn, in der sich die Männer versammeln und verstärkt in den letzten Jahren, besonders während der Freitagsgebete, aufputschende Hasspredigten der Mullahs gegen die "ungläubigen" Juden hören.
Hinsichtlich der zuvor beschriebenen Verhaltensweise gibt es eine Parallele. Als die türkischen Moslems 1453 Konstantinopel eroberten, wurde auch dort die schönste und prächtigste Kirche von Byzanz, die ebenfalls von Kaiser Justinian wieder erbaute "Hagia Sophia" (=Heilige Weisheit), in eine Moschee umgewandelt…
KEIN INTERESSE VOR JUNI 1967
Seit 1967 erhebt der Islam Anspruch auf Jerusalem und den Tempelplatz. Welche Bedeutung gaben die Moslems diesen Stätten vorher? Fotografien aus dem Jahre 1875 (aufgenommen von der Familie Bonfils aus dem Libanon) zeigen, dass der gesamte Tempelplatz, unter moslemisch-osmanischer Herrschaft, einen verwahrlosten und unbenutzten Eindruck machte: Hohes Gras und Unkraut wächst zwischen den Bodenplatten empor. Der Felsendom wirkt baufällig und weist größere Schäden auf. Insgesamt ein trostloser Anblick im Gegensatz zur Klagemauer, an der große Mengen betender Juden zu sehen sind. Erwähnenswert ist auch, dass während der 19jährigen Besetzung Jerusalems (1948-1967) von Arabern nichts unternommen wurde, den Tempelplatz oder den Ostteil Jerusalems aufzuwerten oder diesen gar zur Hauptstadt zu machen.
Während dieser Zeit, aber auch schon in der vorherigen osmanischen Herrschaft bis 1918, fand nur ein einziger islamischer Herrscher oder Würdenträger den Weg in die heilige Stadt, um in der heute als "heilig" bezeichneten el-Aksa-Moschee Allah die Reverenz zu erweisen. Es war König Abdallah, der Urgroßvater Abdullahs, des jetzigen Königs von Jordanien, der, nachdem er die Altstadt einschließlich des Tempelbergs erobert und annektiert hatte, von arabischen Meuchelmördern am 20.7.1951 in der el-Aksa ermordet wurde. Er hatte sich für eine Verständigung mit Israel ausgesprochen.
Auch durch das Fernbleiben moslemischer Pilger von Jerusalem wurde die islamische Geringschätzung für die Stadt offenbar. Die heutige Forderung kann deshalb nur als Mittel im Kampf gegen die "Ungläubigen", vor allem Juden und Christen, angesehen werden und entspricht dem Koran, der in mehr als 200 Versen den "heiligen Krieg" (arab.: dschihad) fordert. Der heilige Krieg ist eine bindende Pflicht (arab.: fardh kifaja) für jeden Moslem und für jede moslemische Nation (siehe Sure 9,41 und 112 u.a.).
Die historischen Widersprüche zeigen, wie übertrieben der heutige moslemische Anspruch auf Jerusalem ist. Doch solche Verschleierungstaktik wird auch von einem der bedeutendsten Theologen und Denker des Islam, el Ghazali (1059-1111), befürwortet: "Wisse, dass die Lüge in sich nicht falsch ist. Wenn eine Lüge der einzige Weg ist, ein gutes Ergebnis zu erzielen, ist sie erlaubt. Daher müssen wir lügen, wenn die Wahrheit zu einem unangenehmen Ergebnis führt."
Im Gegensatz zu Jordanien, welches alle 58 Synagogen im Osten der Stadt zerstörte und jüdische Friedhöfe schändete, hat Israel seit der Befreiung und Wiedervereinigung Jerusalems 1967 seine Toleranz gezeigt: Angehörige aller Religionen, auch Moslems, dürfen ihre heiligen oder unheiligen Stätten ungehindert aufsuchen. Während der arabischen Besetzung war das nicht möglich, und Arafat drohte erst jüngst wieder damit, dass die Fahnen der PLO über Moscheen und Kirchen wehen werden - wie bereits in Bethlehem (ARD-Nachr. vom 27.12.2000).
694
17. Konzil in Toledo
Kontakte, die Juden und „Neuchristen“ wegen ihrer Not mit jüdischen Gemeinden in Nordafrika aufnehmen, werden ihnen von König Egika als Verrat, Verschwörung und Staatsverbrechen angelastet. Härtere Strafen werden angedroht: Konfiskation ihrer Habe, Fortnahme ihrer Kinder im Alter von 7 Jahren und erzwungene Mischehen. Alle Juden werden zu Leibeigenen des Königs. „Neuchristen“ werden weiterhin als Juden bezeichnet.
711
Eroberung Spaniens durch die Mohammedaner unter Tarik und Niederlage der Westgoten
711
Der Sohn el-Maliks, Abd el-Wahd (705-715), entweiht in Jerusalem die vorgenannte Basilika St. Maria, indem er die typische Moscheekuppel auf das Dach der Kirche setzen lässt, welche damit zu einem "Ort der Niederwerfung" (=Moschee) vor Allah wird.
715
Gregor II. Papst geb. um 669 in Rom, gest. Februar 731 daselbst
Seine Amtszeit als Papst ab 715 stand unter dem Zeichen der Auseinandersetzungen mit dem byzantinischen Kaiser Leon III. Da am Anfang seines Pontifikats Italien von den Lombarden besetzt wurde, zog Gregor es vor, das südliche römische Reich zu unterstützen; aber aufgrund der hohen Steuern, die Leon III. den italienischen Untertanen auferlegte und aufgrund seiner "ikonoklastischen" Politik, die die religiöse Verehrung von Bildern untersagte, kam es zum Bruch mit ihm. Leon versuchte, Gregor mit Gewalt zu unterwerfen, ihn sogar nach Konstantinopel zu entführen. Es gelang dem Papst jedoch, mit Unterstützung der Lombarden und der Bevölkerung von Rom Widerstand zu leisten.
Gregor sandte 716 auf Bitten von Bayernherzog Theodo, des ersten germanischen Fürsten, der katholisch war, einen Bischof nach Bayern, um der Kirche eine Ordnung zu geben. Drei Jahre später sandte er den Benediktinermönch Winfried, dem er den Namen Bonifatius verlieh, nach Bayern, Thüringen, Hessen und Friesland zur Mission; 722 weihte er ihn auch zum Bischof.
Bonifatius
(aus „Deutsche Kirchengeschichte“ - www.kath.de/kurs/kg/ - 2k) :
„Bonifatius, auch Winfried genannt, steht als der Apostel Deutschlands für die Christianisierung Germaniens. Er war der bedeutendste der angelsächsischen Missionare, doch er war nur einer unter vielen, die das Christentum den germanischen Stämmen brachten. Die Christianisierung selbst zog sich über viele Etappen hin. Sie begann in den römischen Provinzen jenseits des Rheins etwa im 3. Jahrhundert.“
„...Sein Wirken kann als die entscheidendste und wichtigste Phase für die Missionierung Germaniens bezeichnet werden. Es lässt sich in vier Stichworten zusammenfassen: Bonifatius hat missioniert, organisiert, reformiert und zentralisiert. Der Kirchenhistoriker Lortz umschrieb seine Arbeit: Das Wirken des Heiligen führte zur „romverbundenen Landeskirche“.
Eine neue Phase seiner Missionstätigkeit wurde 722 durch seine zweite Romreise eingeleitet. Papst Gregor weihte ihn zum Bischof ohne festumgrenzte Diözese. Er musste versprechen, keine Gemeinschaft mit den Bischöfen zu haben, die die kanonische Ordnung nicht einhielten. Er solle gegen diese vorgehen oder wenigstens dem Papst berichten. Der Empfang der Bischofsweihe - allerdings machte ihn die Verpflichtung dem Papst gegenüber, die er eingehen musste, bis zu seinem Tode ängstlich - war die eine Säule für seine weitere Arbeit. Die zweite Säule wurde durch den fränkischen Hausmeister Karl Martell errichtet. Er stellte Bonifatius einen Schutzbrief aus. Dieser war nicht weniger wichtig als der päpstliche Auftrag, um den fränkischen Klerus wieder einem kanonischen Leben zuzuführen.
In Geismar fällte er 723/24 die dem Gott Donar geweihte Eiche. Das Motiv für die Fällung dürfte gewesen sein, Bonifatius wollte den Hessen zeigen, nicht der heidnische Gott, sondern der christliche Gott ist der Stärkere. Bei dem fränkischen Adel und Klerus stieß Bonifatius bei der Durchsetzung der kanonischen Ordnung auf Widerstände. In dieser Situation bekam er durch Rom erneut den Rücken gestärkt. Papst Gregor III. ernannte ihn zum Erzbischof und erteilte ihm das Recht und den Auftrag zur Bischofsweihe. Um den missionierten Raum zu sichern, gründet er vier Bistümer: Eichstätt, Würzburg, Buraburg (bei Fritzlar) und Erfurt. Buraburg und Erfurt gingen nach dem Tode des jeweiligen Bischofs im Bistum Mainz auf. Ferner ordnete er die Kirche ín Bayern neu. Er besetzte die bereits bestehenden oder wiederbelebten Bistümer Passau, Regensburg, Freising und Salzburg mit herausragenden Bischöfen.
Die wohl schwierigste Aufgabe lag in der Reform der Kirche. Sie war als Staats- oder Landeskirche ganz in der Hand des Adels. Es gab Bischöfe, die den Fürsten glichen, Krieg und Jagd der Seelsorge vorzogen und ihr Bistum wie ein weltliches Amt an die eigenen Söhne weitergaben. Mit Hilfe führender fränkischer Bischöfe und der Hausmeister Pippin und Karlemann gelang es, auch diese Aufgabe zu bewältigen und sie durch die sogenannten „concilia Germanica“ (Reichssynoden) festzuschreiben. Die so geschaffene Einheit im Kirchen- und Eherecht, im Ordnungswesen, der Liturgie und des Festkalenders förderte neben der innerkirchlichen Struktur auch die politische Einheit des Frankenreiches.“ (aus Kirchengeschichte)
Papst Johannes Paul II. am 18.11.1980 auf dem Domplatz in Fulda:
„Mit Bonifatius begann gewissermaßen die
Geschichte des Christentums in Eurem Land.
Viele sagen, diese Geschichte neige sich jetzt ihrem Ende zu.
Ich sage Euch: Diese Geschichte des Christentums in Eurem Land
soll jetzt neu beginnen,
und zwar durch Euch, durch Euer im Geist des heiligen Bonifatius
geformtes Zeugnis!"
729
Aus einem Schreiben Papst Stephans III. an Bischof Aribert von Narbonne:
„Von Kummer ergriffen und zu Tode geängstigt empfingen wir von dir die Kunde, dass das Judenvolk, das stets aufsässig gegen Gott und unseren Bräuchen abhold war, auf christlichem Grund und Boden in voller Gleichberechtigung mit den Christen lehens- und zinsfreie Erbgüter in Städten und Vorstädten sein eigen nennt, und zwar auf Grund der ihnen ehemals von den Frankenkönigen verliehenen Vorrechte. Christen bebauen jüdische Weinberge und Äcker, Christen und Christinnen wohnen unter einem Dach mit diesen Verrätern und besudeln Tag und Nacht ihre Seele durch Worte der Gotteslästerung; die Unglückseligen müssen sich täglich und stündlich vor diesen Hunden erniedrigen, indem sie all ihren Launen zu Willen sein müssen...Schon die Gerechtigkeit verlangt es, dass die diesen Verrätern gegebenen Versprechen als nichtig erklärt werden, damit der Tod des gekreuzigten Erlösers endlich gerächt werde.“
741
Gregor III. Papst
„geb. in Syrien (?) gest. November 741 in Rom
Als Priester in Rom wurde Gregor 731 zum Papst gewählt. In seiner Amtszeit spitzte sich der Streit um die Bilderverehrung, die sein Vorgänger Gregor II. noch unterstützt hatte, zu. Gleich zu Beginn seines Pontifikats schickte Gregor dem byzantinischen Kaiser Leon III. die Aufforderung, die Bilderverehrung zu beenden. Leon ließ den Boten ins Gefängnis werfen, Gregor drohte mit der Exkommunizierung, Leon schickte eine Kriegsflotte, die aber wegen eines Sturmes unterging. Danach besetzte Leon Sizilien, Illyrien - in etwa das heutige Slowenien und Kroatien - und Griechenland und unterstellte diese Gebiete dem Patriarchen von Konstantinopel.
Gregor verlegte die kirchlichen Aktivitäten nach dem Norden: er weihte Bonifatius, den Glaubensboten in Deutschland, zum Erzbischof und intensivierte die Kontakte nach England.
742/743
Bonifatianische Kirchenreform im Frankenreich
Concilium Germanicum
Aus den Briefen des heiligen Bonifatius:
Im Namen unsers Herrn Jesus Christus. Ich Kar1mann, Herzog und Fürst der Franken, habe im Jahre 742 von der Geburt Christi am 11. Tag vor den Kalenden des Mai, unter dem Beirat der Knechte Gottes und meiner Großen die Bischöfe meines Reichs mit ihren Priestern in der Furcht Christi zu einem Konzil und einer Synode versammelt, und zwar den Erzbischof Bonifatius und Burghard, Regenfrid, Winta, Willibald, Dadanus und Edda mit ihren Priestern, um mit mir zu beratschlagen, wie das Gesetz Gottes und die kirchliche Ordnung, die unter den früheren Fürsten der Auflösung und dem Zusammenbruch verfielen, wieder herzustellen sei und wie das christliche Volk zum Seelenheil gelangen könne und nicht, von falschen Priestern verführt, zugrunde gehe.
(I.) Nach dem Rat der Priester und meiner Großen setzten wir in den einzelnen Städten Bischöfe ein und bestellten über sie als Erzbischof den Bonifatius, den Gesandten des heiligen Petrus. Wir wollen, dass Jahr für Jahr eine Synode zusammentrete, um in unserm Beisein die Satzungen und Rechte der Kirche aufzufrischen und die kirchliche Ordnung zu verbessern. Entzogenes Kirchengut geben und stellten wir den Kirchen zurück. Falschen Priestern, ehebrecherischen und unzüchtigen Diakonen entzogen wir ihre kirchlichen Pfründen, setzten sie ab und verhielten sie zur Buße.
(II.) Den Dienern Gottes untersagten wir es durchaus, Waffen zu tragen, zu kämpfen, zum Aufgebot und gegen den Feind zu ziehen, mit Ausnahme jener, die wegen des göttlichen Dienstes, das ist wegen der Feier des Messopfers und der Mitführung der Reliquien der Heiligen, hierzu auserkoren sind, so zwar, dass der Fürst ein oder zwei Bischöfe und die Pfalzpriester in seinem Gefolge haben möge und jeder Heerführer einen Priester; der denen, die ihre Sünden bekennen, ihr Urteil sprechen und die Buße auferlegen soll. Allen Dienern Gottes untersagten wir auch das Jagen und das Herumstreifen in den Wäldern mit Hunden, ebenso das Halten von Habichten und Falken.
(III.) Wir verordneten auch gemäß den heiligen Satzungen, dass jeder Priester innerhalb der Diözese dem Bischof, in dessen Sprengel er sich aufhält, untertan sein und in der Fastenzeit über seine Amtsführung, über die Taufen, die Lehre des katholischen Glaubens, die Gebets- und Messordnung, dem Bischof immer Rechenschaft legen und vorweisen soll. Und so oft der Bischof nach kirchlichem Recht seine Diözese bereist, um dem Volk die Firmung zu spenden, soll der Priester mit Beihilfe und Unterstützung des Volkes, das gefirmt werden soll, stets bereit sein, den Bischof aufzunehmen. Und am Gründonnerstag soll er immer bei seinem Bischof das neue Salböl holen, um vor dem Bischof von seiner keuschen Lebensführung, seinem Glauben und seiner Lehre Zeugnis abzulegen.
(IIII.) Wir beschlossen, dass fremde Bischöfe und Priester; von wo immer her sie zuwandern mögen, vor der Billigung durch die Synode zum Kirchendienst nicht zuzulassen sind.
(V.) Wir verfügten ferner; dass nach den Satzungen jeder Bischof in seiner Diözese unter Beihilfe des Grafen, welcher der Schützer der Kirche ist, Sorge tragen soll, dass das Volk Gottes nichts Heidnisches treibe, sondern allen Unflat des Heidentums abstreife und verabscheue, als seien es Totenopfer; Losdeuterei, Zauberei, Amulette, Wahrsagerei, Beschwörungen oder Schlachtopfer; die einfältige Menschen nach heidnischem Brauch bei Kirchen unter dem Namen von heiligen Märtyrern und Bekennern vornahmen, wodurch sie den Zorn Gottes und der Heiligen herausfordern, oder jene gotteslästerlichen Feuer; die sie Niedfyor nennen, und er soll ihnen überhaupt jeglichen heidnischen Gebrauch, von welcher Art er sei, sorgsam verbieten.
(VI.) Wir beschlossen ferner; dass wer von den Dienern oder Dienerinnen Gottes nach dieser Synode, die am 11. Tag vor den Kalenden des Mai abgehalten wurde, in das Verbrechen der Unzucht fallen würde, dies mit Kerkerhaft bei Wasser und Brot büßen soll; und wenn er ein geweihter Priester ist, dann soll er zwei Jahre im Kerker sitzen und vorher bis aufs Blut gegeißelt werden; und später soll der Bischof dies noch verschärfen. Und wenn ein Kleriker oder Mönch in diese Sünde fällt, dann soll er dreimal gegeißelt werden und ein volles Jahr im Kerker büßen. Gleicher Strafe sollen auch eingekleidete Nonnen verfallen und kahl geschoren werden.
(VII.) Wir verordneten auch, dass die Priester und Diakonen nicht kurze Kleider nach Art der Laien, sondern lange Gewänder nach Brauch der Diener Gottes tragen sollen. Auch soll keiner ein Weib in seinem Hause dulden. Und die Mönche und Klosterfrauen sollen nach der Regel des heiligen Benedikt geleitet werden und leben und darnach ihr eigenes Leben einzurichten trachten.“
749
Die Annales regni Francorum berichten zu den Jahren 749 und 750:
Bischof Burkhard von Würzburg und der Kaplan Folrad wurden zu Papst Zacharias gesandt, um wegen der Könige in Francien zu fragen, die damals keine Macht als Könige hatten, ob das gut sei oder nicht. Und Papst Zacharias gab Pippin den Bescheid, es sei besser, den als König zu bezeichnen, der die Macht habe, statt den, der ohne königliche Macht blieb. Um die Ordnung nicht zu stören, ließ er kraft seiner apostolischen Autorität den Pippin zum König machen.
750.
Pippin wurde nach der Sitte der Franken zum König gewählt und gesalbt von der Hand des Erzbischofs Bonifatius heiligen Andenkens und von den Franken in Soissons zum König erhoben. Hilderich aber, der Scheinkönig, wurde geschoren und ins Kloster geschickt.“
754
Papst Stephan II. im Frankenreich
Der Bericht des "Liber pontificalis" :
„Wie aber Pippin die Ankunft des heiligen Vaters vernahm, zog er ihm eilig entgegen mit seiner Gemahlin, seinen Kindern und den Großen des Reiches. Seinen Sohn Karl schickte er mit vielen vornehmen Männern vierzig Meilen zu seinem Empfang voraus. Er selbst ging ihm von seiner Pfalz Ponthion aus beinahe eine Stunde weit zu Fuß entgegen und schritt eine Strecke Weges als sein Marschall neben dem Saumroß des Papstes einher.
Am 6. Januar, dem Tage des Erscheinungsfestes, betraten sie den Palast von Ponthion. Da bat nun Papst Stephan alsbald flehentlich den allerchristlichsten König, dass er sich den Schutz des Friedens und die Sache des heiligen Petrus angelegen sein lasse, und der König versprach dem heiligen Vater eidlich, allen seinen Befehlen und Wünschen mit ganzer Kraft nachzukommen und die Rückgabe des Exarchates von Ravenna und des übrigen Rom zugehörigen Gebietes zu erwirken.
Der Bericht der Annales Mettenses priores:
„[754] In demselben Jahre ertrug Papst Stephan, der seinem Vorgänger Zacharias seligen Andenkens gefolgt war, den Druck der Langobarden und den Übermut des Königs Aistulf nicht mehr und kam, um (persönlich) die Hilfe des Königs Pippin anzurufen. Als Pippin davon hörte, befahl er erfreut seinem erstgeborenen Sohn Karl, ihm entgegenzureisen und ihn ehrenvoll zu sich in die Pfalz von Ponthion zu führen. Dort wurde der Papst vom König Pippin ehrenvoll empfangen. Viele Geschenke spendete er dem König und auch seinen Großen. Am folgenden Tage warf er sich zusammen mit seinem Gefolge in Sack und Asche auf die Erde und beschwor den König Pippin bei der Gnade des allmächtigen Gottes und der Macht der seligen Apostel Petrus und Paulus, dass er ihn selbst und das römische Volk aus der Hand der Langobarden und des anmaßenden Königs Aistulf Knechtschaft befreie. Und nicht eher wollte er sich von der Erde erheben, als bis ihm König Pippin mit seinen Söhnen und den Großen der Franken die Hand reichte und ihn selbst zum Zeichen des künftigen Bündnisses und der Befreiung von der Erde aufhob.“
Mitte des 8. Jht.
nimmt Khan Bulan im südrussischen Chasarenreich aus Überzeugung den jüdischen Glauben an und gibt Teilen seines Volkes ein Beispiel, dem es willig folgt.
Das Kaisertum Karls des Großen:
Quellen zum Jahr 800
“Liber Pontificalis, Vita Leonis III.
Am Tage der Geburt unseres Herrn Jesu Christi waren alle in der schon genannten Basilika des heiligen Apostels Petrus wiederum versammelt. Und da krönte ihn [Karl] der ehrwürdige und segenspendende Vorsteher eigenhändig mit der kostbarsten Krone. Darauf riefen alle gläubigen und getreuen Römer, die den Schutz und die Liebe sahen, die er [Karl] der römischen Kirche und ihrem Vertreter gewährte, einmütig mit lauter Stimme auf Gottes Geheiß und des heiligen Petrus, des Himmelreiches Schlüsselträger, Eingebung aus: Karolo piissimo Augusto, a Deo coronato magno et pacifico imperatori, vita et victoria! Vor der heiligen Confessio des seligen Petrus ist das, unter Anrufung vieler Heiliger; dreimal ausgerufen worden, und von allen ist er als Kaiser der Römer eingesetzt worden. Auf der Stelle salbte der heiligste Vorsteher und Oberpriester mit heiligem Öl Karl, seinen hervorragendsten Sohn, an demselben Tage der Geburt unseres Herrn Jesu Christi zum König.
801. Als der König gerade am hl. Weihnachtstag sich vom Gebet vor dem Grab des sel. Apostels Petrus zur Messe erhob, setzte ihm Papst Leo eine Krone aufs Haupt, und das ganze Römervolk rief dazu: dem erhabenen Karl, dem von Gott gekrönten großen und friedenbringenden Kaiser der Römer Leben und Sieg! und nach den lobenden Zurufen wurde er vom Papst nach der Sitte der alten Kaiser durch Kniefall geehrt und fortan, unter Weglassung des Titels Patricius, Kaiser und Augustus genannt.
Wenige Tage nachher wurden auf seinen Befehl diejenigen, welche den Papst im vorigen Jahr abgesetzt hatten, vor Gericht geführt und nach der gegen sie angestellten Untersuchung nach römischem Recht als Majestätsverbrecher zum Tod verurteilt. Der Papst legte jedoch milden Sinnes Fürbitte für sie ein bei dem Kaiser und so wurde ihnen das Leben und Sicherheit des Leibes gewährt; um der Größe ihres Vergehens willen aber wurden sie in die Verbannung geschickt. Hauptsächlich beteiligt waren an diesem Treiben der Nomenclator Paschalis und der Schatzmeister Campulus nebst vielen anderen vornehmen Bewohnern der Stadt Rom, über die alle der gleiche Urteilsspruch erging.
Nachdem dann die öffentlichen, kirchlichen und Privatangelegenheiten der Stadt Rom, des Papstes und ganz Italiens in Ordnung gebracht worden waren - denn den ganzen Winter über beschäftigte sich der Kaiser mit nichts anderem -, ließ er unter seinem Sohn Pippin abermals einen Zug gegen die Beneventaner unternehmen.“
Die Lorscher Annalen:
[801] Und weil schon damals das Kaisertum bei den Griechen nicht mehr bestand und sie eine weibliche Herrschaft hatten, erschien es dem Apostelnachfolger Leo selbst und allen heiligen Vätern, die an diesem Konzil teilnahmen, und dem übrigen christlichen Volk, dass sie Karl, dem König der Franken, zum Kaiser erheben müssten. Denn er hielt Rom in Besitz, wo immer Kaiser zu herrschen pflegten, und er hatte auch die übrigen Städte in Italien, Gallien und Germanien inne, weil der allmächtige Gott ihm alle diese Sitze in seine Macht gegeben hatte. Daher erschien es ihnen gerecht, dass er mit Gottes Hilfe und auf Bitten des gesamten Christenvolkes diesen Titel erhielt. Ihre Bitte konnte König Karl nicht abschlagen, sondern er unterwarf sich mit aller Demut Gott und nahm auf Bitten der Bischöfe und des gesamten Christenvolkes am Fest der Geburt unseres Herrn Jesu Christi den Kaisertitel mit der Segnung durch den Herrn Papst Leo an.“
MGH SS rer. Germ. in usum scholarum:
„Während seiner ganzen Regierungszeit lag ihm nichts so sehr am Herzen als der Wunsch, die Stadt Rom durch seine Bemühungen wieder zu ihrem alten Ansehen zu bringen, die Kirche des heiligen Petrus zu verteidigen und zu beschützen und sie durch eigene Mittel zu verschönern und zu bereichern, so dass sie unter allen Kirchen hervorragte. Obwohl er sie so hoch verehrte, kam er im Laufe seiner siebenundvierzigjährigen Regierung jedoch nur viermal nach Rom, um dort seine Gelübde zu erfüllen und seine Andacht zu verrichten.
Seine letzte Reise nach Rom hatte mehrere Gründe. Die Römer hatten Papst Leo schwer misshandelt, ihm die Augen ausgestochen und die Zunge ausgerissen, so dass er sich gezwungen sah, den König um Schutz zu bitten. Daher begab sich Karl nach Rom, um die verworrenen Zustände der Kirche zu ordnen. Das dauerte den ganzen Winter. Bei dieser Gelegenheit erhielt er den Kaiser- und Augustus-Titel, der ihm anfangs so zuwider war, dass er erklärte, er würde die Kirche selbst an jenem hohen Feiertage nicht freiwillig betreten haben, wenn er die Absicht des Papstes geahnt hätte. Die Eifersucht der oströmischen Kaiser, die ihm die Annahme der Titel schwer verübelten, ertrug er dann allerdings mit erstaunlicher Gelassenheit. Er überwand ihren Widerstand durch seine Großmut - denn in dieser Beziehung stand er weit über ihnen - und indem er ihnen zahlreiche Botschaften sandte und sie in den Briefen immer als Brüder anredete.
Die Kaisertitulatur
Karolus serenissimus augustus, a deo coronatus magnus pacificus imperator, Romanum gubernans imperium, qui et per misericordiam Dei rex Francorum et Langobardorum.
Übersetzung: Karl, der allergnädigste Augustus, von Gott gekrönt, großer friedenbringender Kaiser, das römische Reich regierend, zudem durch Gottes Gnade König der Franken und Langobarden.“
KARL DER GROSSE
768 - 814
Aus „Die Geschichte der Juden in Deutschland III“
„Der Frankenkönig Karl, genannt der Große, wird Herrscher über weite Gebiete Westeuropas. Im Jahr 800 wird er von Papst Leo III. zum römischen Kaiser gekrönt; damit erwacht wieder die Tradition des weströmischen Kaiserreichs. Die kaiserliche Residenz ist in Aachen, er selbst aber hält sich fast immer auf Kriegszügen auf.
8. und 9. Jahrhundert:
Die islamischen Araber erobern große Teile des Oströmischen Reichs, wo sich viele Juden niedergelassen haben. Viele dieser Juden wandern jetzt nach Westen und Norden in das wiedererstandene weströmische Reich der Frankenkaiser. Aber die Herrscher dieses christlichen Reichs verlangen, dass ihre Vasallen einen christlichen Treueid schwören, bevor ihnen Land zuerkannt wird. Den Juden verbietet das ihre Religion; damit ist ihnen jede Betätigung in der Landwirtschaft verwehrt. Sie sind daher gezwungen, in die neu entstehenden Städte zu ziehen. Dort aber werden bald die christlichen Handwerkerzünfte immer mächtiger und lassen aus Gründen der Konkurrenz keine Juden als Mitglieder der Zünfte zu. Neben der Landwirtschaft war den Juden damit auch die Tätigkeit als Handwerker verwehrt.
Da sie auf Grund ihrer Religion von den meisten anderen Erwerbsmöglichkeiten ausgeschlossen sind, werden viele Juden in West- und Mitteleuropa Kaufleute. Dabei kommen ihnen ihre zahlreichen Kontakte zu den überall im früheren Römischen Reich existierenden jüdischen Gemeinden, sowie die gemeinsame Sprache und die damals nicht alltägliche Fähigkeit zu schreiben zugute (Anm.: Da jeder Jude in der Lage sein muss, die Heilige Schrift selbst zu studieren, waren die Juden schon immer lese- und schreibkundiger als z.B. Christen - denen das eigenständige Studieren der Schriften zeitweise sogar von der Kirche untersagt war). Auch sind die Handelswege jetzt teilweise in christlicher, teilweise in mohammedanischer Hand; den Juden fällt eine unentbehrliche Vermittlerrolle zwischen den verfeindeten Lagern zu. Sie handeln vor allem mit Luxusgütern aus dem Orient, wie etwa Teppichen, Juwelen, Parfüms, Gewürzen, Medizinen, Seide und anderen Textilien. Da zu diesem Handel Geld benötigt wird - woran es in der deutschen Naturalwirtschaft mangelte - werden die Juden auch zu Geldverleihern. Diese Tätigkeit ist den Christen verwehrt, da die Kirchengebote das Verleihen von Geld gegen Zinsen verbieten.“
900
Dokumentarische Belege für Juden als Einwohner von Mainz finden sich zum ersten Mal für dieses Jahr,
für Worms für das Jahr 960, und für Regensburg für 981.
957
Die ersten Juden siedeln sich in Magdeburg an.
1012 existiert bereits eine größere jüdische Gemeinde.
965
Magdeburg verdankt seine wirtschaftliche Bedeutung jüdischen Kaufleuten. Unter dem Datum vom 12. Juni 965 vermerkt die Chronik: "Die Juden in Magdeburg brauchen weder Zoll noch Heeresdienst leisten. Sie sind nur für die Verleihung von Privilegien abgabepflichtig." In einer Urkunde Ottos des Großen, in der er dem Magdeburger Moritzkloster die Gerichtsbarkeit über die Stadt verleiht, werden sowohl die in Magdeburg ansässigen Juden als auch andere dort wohnende Kaufleute der Obrigkeit des Klostervorstehers unterstellt.“
.
1. Hälfte des 9. Jahrhunderts:
Verordnungen („Kapitularien“) zum Rechtsschutz der Juden unter
Karl dem Großen und Ludwig dem Frommen - erste Blütezeit des deutschen Judentums. Karl der Große nimmt die Juden wie andere Gesellschaftsgruppen unter seine Vormundschaft, wofür sie ihm Gefolgschaft und Treue zusichern.
10. bis 13. Jahrhundert
Mainz, Speyer und Worms (nach ihren hebräischen Anfangsbuchstaben SCHUM genannt) sind Zentren des geistigen und kulturellen Lebens
966
unterwirft Swatoslaw von Kiew das Chasarenreich, so dass es ab dann (in der Diaspora) keinen unabhängigen jüdischen Staat mehr gibt
969
verlieren die Abbasiden Jerusalem an die Fatimiden
929
entstehen das Kalifat von Córdova und die dortige Jüdische Akademie
1012
Heinrich II. lässt die Mainzer Juden vertreiben, jedoch erwirkt Rabbi Simon Ben-Jizchaq die Rückkehrerlaubnis für diese Gemeinde im nächsten Jahr. Anlass der Vertreibung war, dass ein Geistlicher zum Judentum übertrat.
1050
Synode von Narbonne: Christen dürfen nicht bei Juden wohnen.
Aus „Geschichte der Juden in Osteuropa“ by Chaim FRANK
„Erez Hagar / Juden in Ungarn Von den Anfängen zum Mittelalter
Aufgrund von Ausgrabungen (Grabsteine in Aquineum und eine Gedenktafel in Dunapentele) lassen sich Juden in >Erez Hagar<, also in Ungarn, seit der Römerzeit nachweisen, wo das Land noch in Dacien und Pannonien geteilt war. Einer Legende zufolge sollte der König von Dacien, Decebal, die Juden zu Hilfe gerufen haben, in seinem Kampfe gegen die Römer. In Ungarn sind die Juden fest seit dem 9.Jahrhundert belegbar, wo Dokumente (im Archiv Sopron) jüdische Niederlassungen bereits vor der Landnahme der Ungarn erwähnen; und 1050 existiert bereits in Esztergom eine größere jüdische Gemeinde mit einem Friedhof. Bis zu diesem Zeitpunkt scheint es jedenfalls keine wesentlichen Gesetzgebungen gegeben zu haben, die das jüdische Leben beeinträchtigt hätten, so dass sich ein vitales Leben mit hohem kulturellen und wirtschaftlichen Standard entwickeln konnte.“
1060
Eine Synagoge nahe Ratibor (Oberschlesien, Polen) wird erbaut. Sie bleibt erhalten bis in 20. Jht.
1066
Spanien: Arabisch-mohammedanischer Massenmord an den
Juden Granadas
1073
Gregor VII (Hildebrand) Papst
geboren zwischen 1020 und 1025, in Sovana in der Toscana
gestorben am 25. Mai 1085 in Salerno
Gregor VII., mit bürgerlichem Namen Hildebrand, kam durch verwandtschaftliche Beziehungen nach Rom ins Marienkloster auf dem Aventin zur Ausbildung. 1046 folgte er seinem Verwandten, Papst == Gregor VI., nach dessen Absetzung durch den deutschen Kaiser Heinrich III., nach Köln. Von dort trat er ins Benediktiner-Kloster von Cluny ein und wurde durch die Äbte Odilo und Hugo nachhaltig geprägt. Er festigte er seinen Ruf als großer Kirchenreformer im Kampf gegen die Simonie (Handel mit kirchlichen Ämtern), für die Einhaltung des Zölibats und gegen die Priesterehe und in den Kämpfen und Auseinandersetzungen zwischen den Päpsten in Rom und den deutschen Königen und Kaisern im Investiturstreit.
Als Papst Alexander II. starb, wurde Hildebrand 1073 gegen seinen Willen, aber auf Drängen des Volkes von Rom, zum Papst ausgerufen.
Als Papst regierte Gregor hart und unnachgiebig in Verfolgung seiner Ziele, die er im 27-Punkte-Katalog des "Dictatus Gregorii Papae", des "Diktates des Papstes Gregor", niedergelegt hatte. Demnach ist der Papst der unumschränkte Herr der Universalkirche, dem alle Bischöfe und Äbte untertan sind - und er ist der oberste Herr auch der Welt, deshalb trägt er die kaiserlichen Insignien - seit 1059 trug der Inhaber des Stuhles Petri die Papstkrone, die Tiara. Papsttum und weltliche Herrschaft seien wie Sonne und Mond: letzterer erhält von jener erst sein Licht. Der Inhaber des Papstamtes stehe unter dem Schutz des Petrus und werde durch dessen Verdienste auf jeden Fall heilig.
Gregors Reformpolitik im Gefolge der Reformen von Cluny war umfassend, Anhänger für seinen Anspruch auf Freiheit der Kirche vor weltlichen Gewalten fanden sich in ganz Europa. Sein Anspruch für die Kirche machte aber den Zusammenstoß mit dem deutschen König Heinrich IV. unausweichlich. In einer 1075 einberufenen Synode drang Gregor noch entschiedener auf die Ahndung der Simonie, schon 1074 war die strikte Einhaltung des Zölibats erzwungen worden. Darüber hinaus untersagte die Synode den weltlichen Fürsten die Investitur von Laien, ein Privileg, mit dem die Fürsten bislang ihre Autorität in geistlichen Fragen gefestigt hatten. Der Investiturstreit eskalierte: Gregor drohte dem Kaiser die Exkommunikation an, nachdem dieser unbeeindruckt Bischöfe ernannt und eingesetzt hatte; der wiederum erklärte den Papst als "falschen Mönch" für abgesetzt. Die deutschen Fürsten drohten, sich von Heinrich loszusagen, woraufhin er einlenken musste: mit dem Bußgang Heinrichs nach Canossa schien der Konflikt 1077 sein Ende zu finden.
Doch Heinrich betrieb eine Politik der Nadelstiche gegen den Papst und taktierte weiter. Es folgte der zweite Bannstrahl aus Rom und eine von Heinrich nach Brixen einberufene Synode, die den Erzbischof von Ravenna als Gegenpapst Clemens III. wählte. Heinrich unternahm zudem einen Feldzug gegen Gregor, kaiserliche Truppen belagerten ab 1081 Rom, stürmten 1083 die Peterskirche und bekamen 1084 die ganze Stadt übergeben. Die Normannen konnten Gregor zwar aus Rom befreien, verwüsteten die Stadt dabei aber so sehr und nahmen Tausende als Sklaven, so dass das Volk Gregor die Schuld dafür gab und ihn nicht länger in ihren Mauern duldete. Ausgelaugt und einsam starb er im Exil in Salerno.
Gregors Einsatz für die Trennung von weltlicher und kirchlicher Macht markierte eine entscheidende Wende in der Entwicklung des Papsttums, er war einer der gewaltigsten und erfolgreichsten Päpste, auch wenn sein Ende anderes nahezulegen scheint. Seine Nachfolger kämpften weithin erfolgreich um die Durchsetzung seiner Positionen, wenngleich sie die Ansprüche auf Weltherrschaft fallen ließen.
Der "Gang nach Canossa" wurde sprichwörtlich für ein schwieriges, Bereitschaft zur Unterordnung signalisierendes Gespräch.“
1092
Erst durch die verstärkte Christianisierung begann auch in Ungarn, wie im übrigen Europa, der Kampf der Kirche gegen den Einfluß der Juden. Beispielsweise verbot 1092 die Synode von Szabolcs, unter Ladislaus (1077-95), den Juden, Christen zu heiraten, an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten sowie christliche Dienstleute zu halten.
1095
Aufruf zum 1. Kreuzzug
Auf dem Kirchenkonzil am 27.11. in Clermont-Ferrand in Frankreich ruft Papst Urban II. die dort versammelten Kirchen- und Landesfürsten, Kaiser und Könige zum „Kreuzzug“ gegen die Feinde Christi auf, um den Tod Jesu an den „Mördern des Herrn“ zu rächen. Unter den Anwesenden befindet sich auch einer der einflussreichsten katholischen Landesfürsten, der Herzog von Niederlothringen: Gottfried von Bouillon. Mit besonderer Aufmerksamkeit hört er der flammenden Rede des Papstes zu: „Die Ungläubigen haben es gewagt, die Heilige Stadt Jesu Christi, die geweiht worden ist durch sein Leiden und Sterben und seine Auferstehung, unerträglicher Knechtschaft zu unterwerfen. Die Ungläubigen müssen für ihr dreistes Verbrechen, für ihr barbarisches Wüten bestraft werden.“
Die „Ungläubigen“ sind in den Augen des Papstes in erster Linier die Juden. Zwar lebt seit 135 der größte Teil von ihnen außerhalb des Heiligen Landes. Aber in vielen Städten und Dörfern wohnen weiterhin Tausende von jüdischen Menschen. Und besonders in Jerusalem ist ein großer Teil der Bevölkerung noch immer jüdisch. Die „Ungläubigen“ sind aber auch die Sarazenen. Sie sind arabische Moslems. Als der Papst schließlich die Versammlung anfeuert: „Nehmt das Land dort dem gottlosen Volk!“, bekommt er frenetischen Beifall: „Gott will es!...Gott will es!“ - Gottfried von Bouillon gibt die Losung aus: „Zuerst die Juden - dann die Moslems!“
„Gott will es! Gott will es!“ ist noch im 21. Jahrhundert der Ruf der „Grabesritter“ - siehe Ulm
Die Menschen, die sich zum Kreuzzug verpflichten, heften rote Stoffkreuze an ihre Kleidung - sie haben nun den Schutz der Kirche. Haupt-Organisator Gottfried von Bouillon hatte den Schwur getan, nicht eher ins HL. Land aufzubrechen, bis er an den Juden den Tod Christi gerächt habe, bis kein Träger eines jüdischen Namens mehr am Leben sei..
1096
Beginn des 1. Kreuzzuges.
Auf dem Weg nach Jerusalem werden in vielen Städten Juden ausgeplündert und ermordet, wenn sie nicht zum Christentum übertreten wollen. Am 3. Mai kommen in die Stadt Speyer Horden von sog. Kreuzfahrern. Sie ermorden 11 Juden, die sich geweigert hatten, sich taufen zu lassen. Es folgt die Ausrottung der Juden von Worms. Der Kaiser schützt sie, ist aber im Ausland, der Bischof ist zu schwach. 7 Tage wüten und töten sie 800 Männer, Frauen und Kinder oder treiben sie in den Tod.
1096
25.5., 3.Siwan: In Mainz, der wichtigsten Stadt der deutschen Juden, nimmt Erzbischof Ruthard die Juden in seinem Palast auf, will sie vor den Horden schützen, doch lässt er seine Truppen nicht ‘gegen Christen’ kämpfen. Der Papst schweigt. 1100 Juden werden trotz verzweifelter Gegenwehr ermordet.
1.6. Ernster nahm es mit dem Schutz der Juden der Erzbischof Hermann III. von Köln. Er brachte alle Kölner Juden rechtzeitig in sieben ihm gehörenden Städten und Dörfern in Sicherheit; ein kleiner Teil der Juden wird auch von christlichen Bürgern verborgen, so dass, als die Kreuzfahrer am 30. Mai in die Stadt eindringen, sie die Häuser der Juden leer finden. Die Schlupfwinkel der geflüchteten Juden werden jedoch allmählich entdeckt und alle erschlagen und ausgeraubt oder zwangsweise getauft. Zu ähnlichen zwangsweisen Massentaufen kommt es auch in Metz und Regensburg.
In Regensburg werden die Juden von den Kreuzfahrern und Bürgern in die Donau getrieben und gezwungen unterzutauchen, was, nachdem auf die Oberfläche des Flusses ein Kreuz gelegt worden war, als Taufe erklärt wird.
Sobald Kaiser Heinrich IV nach Deutschland zurückgekehrt war, gestattete er den gewaltsam Getauften die Rückkehr zum Judentum, zog einige Hauptschuldige, darunter den Erzbischof von Mainz, zur Verantwortung und bemühte sich, den Beraubten ihr Vermögen zurückzuverschaffen.
Kreuzfahrer finden in Xanten die vom Kölner Erzbischof versteckten Juden und töten alle 60. (Im 1. Kreuzzug: 12.000 in Europa)
Bei Pogromen durch Kreuzfahrer werden auch die Prager Juden niedergemetzelt
Die Kreuzfahrer Epoche (1099-1244)
1099
Am 15. Juli wird Jerusalem den Fatimiden entrissen. Gottfried von Bouillon gründet das „Christliche Königreich von Jerusalem“. Mohammedaner und Juden werden erschlagen, auf den Leichenbergen das Königreich errichtet. Zeitzeugen berichten, dass die Kreuzritter „bis an die Knie im Blut der Juden und Muslime gewatet“ haben. Mehr als 40.000 Juden und Moslems sind tot. Manche Historiker sprechen sogar von 70.000 Toten.
Mehr darüber z.B. in http://www.hagalil.com/archiv/99/07/kreuzzug.htm
Der Felsendom in Jerusalem wird in eine Kirche umgewandelt und bekommt den Namen „Templum Domini“. Innen wird über dem Felsen ein Altar gebaut und Bilder und Malereien mit christlichen Motiven angebracht. Über der Kuppel wird ein goldenes Kreuz errichtet und zugleich die Fahne der Kreuzritter gehisst. Das Hauptportal schmückt ein mit Diamanten besetztes Christusbild. Die ‘El-Aksa-Mosche’ wird in ‘Templum Salomonis’ umbenannt und vorübergehend Regierungssitz der Kreuzritter, später Hauptquartier des Templerordens. Nun gehört die Heilige Stadt dem Christlichen Abendland und ist das Zentrum der Welt.
Am 18.7.1100 stirbt G. v .Boullion. Sein Leichnam wird in der Grabeskirche beigesetzt. Auf seinem Sarkophag findet man später die Inschrift: „Hier ruht Gottfried, der berühmte Graf von Bouillon. Er eroberte Jerusalem für den christlichen Kult. Dass seine Seele mit Christus regiere. Amen.“
Es entstehen 4 so genannte Kreuzfahrer-Staaten, die von einer kleinen Oberschicht fränkisch-französischer Ritter zusammengehalten werden.
Etwa 1100 stirbt Raschi - Rabbi Schelomo ben Jizchak, der 1040 geboren wurde – er schrieb den Bibelkommentar in Troyes
1119
„Der Templer-Orden in Jerusalem entstand aus einem Bund, der von den beiden französischen Rittern, Hugo von Payens und Godefroy de Sant Omer, in Jerusalem geschlossen wurde. Die volle Bezeichnung lautet: „Die Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel“. Ziel des Ordens war der Schutz von Pilgern, die nach dem ersten Kreuzzug Palästina besuchen wollten. Die militärische Ausrichtung, die den Orden von Beginn an bestimmte, unterschied ihn von den beiden anderen religiösen Rittergemeinschaften des 12. Jahrhunderts, dem Johanniterorden und dem Deutschen Orden.
Die Tempelritter wurden vom Papst bestätigt, auf dem Konzil von Troyes 1128 bekamen sie strenge Regeln auferlegt, die der Klosterregel der Zisterzienser nachgebildet waren. Die Tempelritter wurden von einem Großmeister angeführt, unter diesem bestanden drei Rangfolgen: Ritter, Kapläne und dienende Brüder. Nur die Ritter durften die Ordenstracht, einen weißen Mantel mit achtspitzigem rotem Kreuz auf der linken Brustseite, tragen.
Da die Templer regelmäßig Geld und Güter von Europa nach Palästina transferierten, entwickelten sie ein gut funktionierendes Bankensystem, das bald auch die europäischen Herrscher und Adelshäuser in Anspruch nahmen.
Nachdem 1291 das Heilige Land in die Hände der Mohammedaner fiel und die letzten Kreuzzüge fehlgeschlagen waren, verlegten die Templer ihre Aktivitäten nach Europa. Ihr enormer Reichtum und ihre Macht brachten sie in Opposition zu weltlichen und kirchlichen Herrschern. 1307 begann auf Anweisung des Königs Philip IV. von Frankreich und von Papst Clemens V. ihre Verfolgung durch die Inquisition. 1312 wurde der Orden von Clemens V. aufgehoben und sein Besitz offiziell dem rivalisierenden Johanniterorden zugewiesen, tatsächlich großenteils von Philip IV. und König Eduard II. von England eingezogen. Letzterer löste den Orden in England auf.
Die Templer waren in Deutschland nie so populär wie in England oder Frankreich, sie hatten hier im Deutschen Orden mächtige Konkurrenz. Nach dem 2. Weltkrieg hat der Templer-Orden als überkonfessionelle Organisation eine gewisse Neubelebung erfahren, besonders auch in Deutschland, darüber hinaus mit 20 Prioraten in Europa und Übersee. Das Generalkapitel hat seinen Sitz in Nürnberg. Die Templer-Nachfolge-Organisation OSMTH/OMCTH mit Sitz in Köln stellt Geschichte und aktuelles Wirken des Ordens auf ihrer Homepage vor. Auch die Neugründung "Internationaler Ökumenischer Templer-Orden" (IOTO) e.V. hat eine deutschsprachige Homepage.“
1135 – 1204
Moses Ben Maimon wird in Cordoba geboren – siehe auch unter 1204
1146 Magdeburg:
Während der Zeit des ersten Kreuzzuges Ende des 11. Jahrhunderts wurden die Juden auch in Magdeburg verfolgt und ermordet.
1146 kehrten die Überlebenden zurück; 1215 führte Kaiser Otto IV. einen Krieg gegen Magdeburg und den Erzbischof Albrecht II., wobei das Judendorf geplündert und zerstört wurde. Später wurde es auf Kosten der Juden wiederaufgebaut. 1261 wurde das Judendorf ein zweites Mal ausgeplündert und zerstört, weil Erzbischof Ruprecht die leere Staatskasse auffüllen wollte. Die Schuld an einer hohen Sterblichkeitsrate im Jahre 1384 schob man den Juden zu, was Verfolgung und Unterdrückung mit sich brachte.
1492 mussten alle Juden Magdeburg verlassen; der Grund dafür waren erneute "Judenkrawalle". Das ehemalige Judendorf wurde nun "Mariendorf" genannt, auch die Synagoge hieß von nun an "Marienkapelle". Die Judenansiedlung war offiziell verboten.
Im Jahr 1705 fand der erste Jude seit 200 Jahren eine Aufnahme in Magdeburg. Später folgten andere; sie mussten Magdeburg allerdings 1717 wieder verlassen. 1807 bekamen jüdische Mitmenschen die allgemeinen Bürgerrechte zuerkannt. Sie konnten sich ungehindert niederlassen und ihre Religion frei ausleben. 1840 lebten 599 Juden in Magdeburg; 1900 waren es fast 2.000!
Im ersten Weltkrieg starben 36 jüdische Bürger an der Front. In der sogenannten Reichskristallnacht wurden die Juden misshandelt, ihre Geschäfte verwüstet und ihr Eigentum beschlagnahmt. Die Synagoge und der jüdische Friedhof sind zerstört worden. Ein Großteil der Magdeburger Juden wurde nach Buchenwald ins Konzentrationslager verschleppt, später viele nach Auschwitz deportiert. Insgesamt verloren 1.521 jüdische Bewohner Magdeburgs während des Nationalsozialismus ihr Leben. 1946 lebten nur noch 119 Juden in Magdeburg.
1147
Aufruf zum 2. Kreuzzug
Papst Eugen III veranlasst diesen über König Ludwig VII. und den deutschen König Konrad III. (1147-1149)
Peter, der Ehrwürdige, Abt des berühmten Klosters Cluny, Heiliger der katholischen Kirche (am 25.12.Verehrungstag) schreibt einen Brief an den Papst voller Hass gegen Juden mit verheerenden Auswirkungen
1150
„Der Karmeliter-Orden
Der Berg Karmel, Aufenthaltsort des großen alttestamentlichen Propheten Elia und seiner Jünger, galt auch den frühen Christen als heiliger Ort. Dort hatten sich Einsiedler und Eremiten niedergelassen. Unter der Führung des französischen Einsiedlers Berthold wurde der Karmeliter-Orden im 12. Jahrhundert in Palästina gegründet.
Während der Kreuzzüge nahm das mönchische Leben enormen Aufschwung. 1209 erbaten sich die Mönche vom Patriarchen von Jerusalem, Albert von Jerusalem, eine verpflichtende Regel, die dann 1226 von Papst Honorius III. bestätigt wurde. Die ursprüngliche Ordensregel war äußerst streng und schrieb Armut, Einsamkeit und den Verzicht auf Fleisch vor. Mittelpunkt der Regel ist: "Jeder bleibe in seiner Zelle, Tag und Nacht das Gesetz des Herrn betrachtend und im Gebet wachend."
Aus Furcht vor den siegreichen Sarazenen flohen viele Mönche nach Europa zurück, vor allem nach Süditalien, aber auch nach England. Anfangs blieben sie bei ihrem strengen Einsiedlerleben: in ständigem Schweigen und unter Verzicht jeglicher Fleischspeisen. Die Karmeliter wurden von dem Engländer Simon Stock in einen Bettelorden umgewandelt. Die Anpassung an die abendländische Lebensweise führte zur Milderung der Vorgaben, nur reformerische Karmeliten hielten sich an die strengere Ordensregelung.
Während des 16. Jahrhunderts bildete sich ein unabhängiger Zweig des Ordens heraus: die Unbeschuhten Karmeliten, die zum Zeichen äußerster Enthaltsamkeit keine Schuhe trugen. 1562 erfolgte mit Genehmigung des Papstes und des Ortsbischofs durch die spanische Mystikerin Teresa von Ávila die Gründung eines Reformklosters in Ávila mit strengster Klosterzucht. Zusammen mit Johannes vom Kreuz gründete Teresa ab 1568 insgesamt 32 solche Reformklöster für Frauen und Männer. So entstand der einzige Orden mit einem männlichen Zweig, der von einer Frau gegründet wurde. Diese Reform versuchte, den Geist der ursprünglichen Regel von Albert von Jerusalem wiederaufleben zu lassen.
Von den Nonnenorden der Karmelitinnen ist der Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen der bekannteste. Auch er wurde im 16. Jahrhundert von Teresa von Ávila gegründet. Die Karmelitin widmete ihr Leben völlig der Kontemplation, dem Gebet, der Buße, harter Arbeit und der Stille. Die Nonnen leben in strenger klösterlicher Abgeschiedenheit, essen nie Fleisch, ihre Hauptbeschäftigungen sind Kontemplation, Missionsarbeit und Theologie. Karmeliter tragen eine schwarze, auch braune Tunika, weißes Skapulier und einen weißen Radmantel, auch mit einem Stern auf der Brust. Heute gehören zum Karmeliterorden 3.592 Männer nach Stand von 1989 laut päpstlichem Jahrbuch.“
1153
Der Johanniterorden
„… vollständig "Ordo militiae S. Johannis Baptistae hospitalis
Hierosolimitani" - entwickelte sich aus einem vor dem ersten Kreuzzug in Jerusalem erbauten Hospital, das getragen war von einer Bruderschaft vom HI. Johannes, dem Täufer, deren erster Vorsteher Frater == Gerard (Gerhardus), ein Normanne, war, weshalb die Johanniter eine Zeit lang auch Hospitalier oder Hospitalsritter hießen. 1113 bestätigte Papst Paschalis II., 1153 Papst Eugen III. die Gründung des Lateinischen Königreiches von Jerusalem, die der Ordensentstehung vorausging. Aus der Bruderschaft wurde ein Orden, der sich eine Regel mit augustinischen und benediktinischen Elementen gab, diese Regeln wurden 1137 von Papst Benedikt IX. bestätigt. Die Ordensmitglieder legten die Gelübde der Armut, der Ehelosigkeit und des Gehorsams ab und gaben das Versprechen für "Tuitio Fidei et Obsequium Pauperum", "Schutz des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen", einzustehen. Herbergen mit Krankenstationen entstehen dann entlang der Pilgerwege und Kreuzfahrerrouten von Europa zum Heiligen Land.
Die Brüder gelobten Armut, Gehorsam und Keuschheit und schworen, Jerusalem gegen die Muslime zu verteidigen. Gerard, das erste Oberhaupt, erhielt den Titel eines Rektors, die späteren Führer nannte man Großmeister. Bald schon wurden die Ordensritter, die aus adligem Geschlecht stammten, bewaffnet. Neben die caritativen Aufgaben traten militärische, es kam zu einer Symbiose von Kutte und Rüstung, von Mönchtum und Rittertum. 1187 eroberte Sultan Saladin Jerusalem, die Johanniter zogen sich nach Akko zurück.
Nach der Schlacht von Akko war 1291 auch die letzte Kreuzfahrerbastion gefallen war, auch die Johanniter verließen das Heilige Land und erobert nach einem Zwischenaufenthalt auf Zypern 1309 die zu Byzanz gehörende Insel Rhodos,. Dort errichtete der Orden sein Hauptquartier, schuf einen souveränen Territorialstaat mit dem Großmeister als Oberhaupt. Eine vorbildliche medizinische Versorgung wurde eingerichtet, eine gewaltige Festung und eine mächtige Flotte aufgebaut, die Johanniter wachten mit ihren Schiffen darüber, dass Muslime nicht in den östlichen Mittelmeerraum vordrangen. 1312 gingen auch die Besitztümer der Templer auf die Johanniter über, die nun zumeist unter der Bezeichnung Rhodiner auftraten und nationale Unterabteilungen, so genannte "Zungen" bildeten.
Als der osmanische Herrscher Süleiman I., "der Prächtige", 1522 die Insel Rhodos eroberte, waren die Ritter heimatlos, bis Kaiser Karl V. sie 1530 mit der Insel Malta belehnte. Nun nannten sich diese Ordensmitglieder Malteserritter.
Seit 1153 waren auch in Deutschland die ersten Kommenden des Johanniterordens entstanden; es folgten Spitäler, u.a. in Freiburg im Breisgau, wo sich 1248 auch das spätere Großpriorat Deutschland etablierte, bis es 1505 ins benachbarten Heitersheim verlagert wurde.
Ab 1318 entstand die Balley Brandenburg mit dem späteren Sitz in Sonnenburg bei Küstrin. Durch den Vergleich von Heimbach von 1382 erhielt diese Balley innerhalb des Großpriorates weitgehende Autonomie. Um 1540 folgte die Balley dem Kurfürsten Joachim II. von Brandenburg und trat zur Lehre Martin Luthers über. Trotz dieses Übertritts gehört die Balley weiterhin zum Großpriorat und damit zum Gesamtorden. Als Folge der Napoleonischen Kriege wurde 1806 das Großpriorat und 1810 durch das preußische Säkularisationsedikt auch die Balley aufgehoben. Doch 1852 kam es zur Wiedererrichtung der Balley durch König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen und acht rechtmäßige Ordensritter, die noch vor der Aufhebung vom damaligen Herrenmeister den Ritterschlag erhalten hatten.
1854 bestätigt der Statthalter des Gesamtordens in Rom die "Wiedererrichtung der Balley Brandenburg des Ordens des HI. Johannes zu Jerusalem" und die Wahl des neuen, des 32. Herrenmeisters. Damit wurden für die beiden konfessions-verschiedenen Ordenszweige Ursprung und Auftrag als gemeinsame Klammer erneut deutlich. Genossenschaften der Johanniter gibt es heute in Finnland, Ungarn und in der Schweiz. Träger der diakonischen Aktivitäten des Johanniterordens in Deutschland ist die Johanniter-Unfall-Hilfe. 1998 hatte die Balley rund 3.400 Mitglieder, die in 23 Kommenden organisiert sind.“
1171
Blois, Südfrankreich, Ritualmord-Anklage: 34 jüdische Männer und 17 jüdische Frauen erleiden den Feuertod
- Vertreibung der Juden aus Bologna
1178
Judenmorde in Boppard
1179
3. Lateran-Konzil (im Vatikan)
Im Vorfeld des 3. Kreuzzuges beschließen die Bischöfe die strikte Trennung zwischen Christen und Juden
- Christen, die sich erdreisten, mit Juden zu leben, sind dem Kirchenbann verfallen.
- Juden dürfen Christen nicht vor Gericht bringen oder gegen sie als Zeugen aussagen.
1180
9. Januar: Philip Augustus, König von Frankreich, verhaftet zahlreiche Juden (sein Vater, Louis VII, versuchte die Juden zu beschützen). Am Schabbat werden alle Juden, die in den Synagogen gefunden wurden, festgenommen. Philip willigt ein, sie für 15.000 Silber Mark wieder frei zu lassen.
1181
Judenverbrennungen in Wien wegen Ritualmord-Beschuldigungen
1187
Sultan Saladin besiegt die Kreuzfahrer und erobert das Königreich von Jerusalem
1189
3. September: Während der Krönung Richard I. von Löwenherz in Westminister kommt es in ganz London zu anti-jüdischen Krawallen. 30 Juden werden getötet. (Eli Birnbaum)
(Aus anderer Quelle: Während der Krönung von „Richard Löwenherz“ werden
in England tausende Juden als „Hochzeitsgabe“ getötet)
1189-1192
Der 3. Kreuzzug wird von den drei Monarchen Philipp August von Frankreich,
Richard I. Löwenherz von England und Friedrich I. Barbarossa von Deutschland zur Befreiung Palästinas unternommen, da 1187 das Königreich in Jerusalem von Sultan Saladin erobert worden war
1195
Juden-Massaker in Worms und Speyer
1199
Ritualmord-Beschuldigungen in Erfurt
Papst Innozenz III. verurteilt die Ausschreitungen gegen Juden
Im 12. Jahrhundert
schreibt der berühmte Rabbi David Kimchi in einem Kommentar zu der Verheißung Gottes in Maleachi 3,6: „Ihr wurdet nicht dahingerafft wie die anderen Völker, die keine Spuren hinterließen und keine Nation mehr bildeten. Ihr seid nicht untergegangen und werdet auch in Zukunft nicht untergehen. Immer werdet ihr ein besonderes Volk sein und vor allen anderen auf Erden. Auch wenn ihr verbannt und in die hintersten Winkel der Erde vertrieben wurdet, euer Name ist überall erhalten geblieben. Die Schmerzen, die ich euch zugefügt habe, waren die Strafe für eure Sünde. Aber so, wie ich mich niemals verändere, so werdet ihr niemals aufgerieben werden. In den letzten Tagen werdet ihr eure Herrschaft wiedergewinnen und über alle Nationen der Erde erhaben sein.“
1204
8. Januar: Todestag von Moses Ben Maimon, geboren 1135 in Cordoba. Der legendäre Talmudlehrer, auch unter den Namen Maimonides oder Rambam bekannt, flüchtete im Alter von dreizehn Jahren aus Spanien, nachdem Cordoba von den fanatischen Scharen Al Mohadans eingenommen wurde. Später wurde er der Hauptarzt von Saladin von Ägypten. Maimonides größtes Werk, neben zahlreichen philosophischen Werken, ist seine „Mischna Tora“, eine vierzehnbändige Ausführung über jüdische Traditionen und Praktiken, die sich auf den Talmud gründet (die Babylonische und Jerusalemer Version). Die Abhandlung ist im reinsten hebräisch geschrieben und wurde später “Rambam (seine Initialen) in Maimonides Ehre” genannt. Maimonides war auch als Korrespondent tätig, der Fragen aus aller Welt beantwortete. Sein Brief an die jemenitische Gemeinde “Igert Taiman”, in arabisch geschrieben, tröstete die Gemeinde durch schwere Zeiten, diskutierte die Beziehungen mit Christen und Moslems und ermutigte die Juden, durch eine geschichtliche Perspektive stark zu bleiben
Die dreizehn Glaubenssätze des Maimonides und die Zehn Gebote
"Es ist nicht Pflicht, aber ein guter Brauch, dass jeder Jude an jedem Tage die
dreizehn Glaubensartikel, in die der große Maimonides (1135-1204) den Extrakt des jüdischen Glaubens fasste, und die biblischen Zehn Gebote lese.
Die Glaubensartikel lauten:
„Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, jegliche Kreatur schafft und lenkt und dass er allein der Urheber alles dessen ist, was geschah, geschieht und geschehen wird.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, einzig ist und dass es keine Einheit seinesgleichen gibt, in keinerlei Hinsicht, und dass er allein unser Gott war, ist und sein wird.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, unkörperlich ist und frei von jeder Möglichkeit, materiell vorgestellt zu werden; und dass ihm auch keine Gestalt beigelegt werden kann.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, Anfang und Ende ist.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, allein es ist, dem Anbetung gebührt, und dass es ungebührlich ist, außer ihm ein Wesen anzubeten.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Worte der Propheten alle wahrhaftig sind.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass die Kündung unseres Lehrers Moses, Friede ihm, die Wahrheit und dass er von allen Propheten, früheren wie späteren, der Vater war.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass diese Thora, wie wir sie jetzt besitzen, die gleiche ist, die unserem Lehrer Moses übergeben wurde.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass diese Thora unverwechselbar ist und dass es nie eine andere Lehre vom Schöpfer her, gepriesen sei sein Name, geben wird.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, alles Tun und jegliches Trachten der Menschen kennt, wie es heißt: Er, der ihre Herzen ganz und gar gebildet, Er weiß auch all ihr Tun.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Schöpfer, gepriesen sei sein Name, wohl vergilt all denen, die seine Gebote erfüllen, und übel tut denen, die seine Gebote brechen.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass der Messias kommt, und ungeachtet seines langen Ausbleibens erwarte ich täglich seine Ankunft.
Ich glaube mit voller Überzeugung, dass einst zu seiner Zeit, wenn es dem Schöpfer, gepriesen sei sein
Name und erhoben sein Gedenken immer und ewig, wohl gefällt, die Toten auferstehen werden“
Die zehn Gebote lauten:
„ICH bin dein Gott, der dich führte aus dem Lande Ägypten, aus dem Dienstfrönerhaus.
Nicht sei dir andere Gottheit neben meinem Angesicht. Nicht mache dir Schnitzwerk noch irgend Gestalt des, was im Himmel ringsoben, was auf Erden ringsunten, was im Wasser ringsunter der Erde ist, wirf dich ihnen nicht hin, diene ihnen nicht, denn ICH dein Gott bin ein eifernder Gott, bedenkend Fehl von Vätern an Söhnen, am dritten und vierten Glied, denen die mich hassen, aber Huld antuend ins tausendste denen, die mich lieben und meine Gebote wahren.
Trage nicht SEINEN deines Gottes Namen auf den Wahn, denn nicht freispricht ER ihn, der seinen Namen trägt auf den Wahn.
Gedenk des Tags der Feier, ihn zu heiligen. Ein Tagsechst dien und mach all deine Arbeit, aber der siebente Tag ist Feier IHM, deinem Gott: nicht mach irgend Arbeit, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Dienstknecht, deine Magd, dein Vieh und dein Gastsasse in deinen Toren. Denn ein Tagsechst machte ER den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, und ruhte am siebenten Tag, darum segnete ER den Tag der Feier und hat ihn geheiligt.
Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit fortlangen deine Tage auf dem Erdenacker, den ER dein Gott dir gibt.
Morde nicht.
Buhle nicht.
Stiehl nicht.
Aussage nicht gegen deinen Genossen als Lugs Zeuge.
10. Begehre nicht das Haus deines Genossen. Begehre nicht das Weib deines Genossen, seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel, noch irgend was deines Genossen ist." (Quelle: Hirsch, Leo 1903-1943: Jüdische Glaubenswelt. Gütersloh : Bertelsmann, 1966)
1205
Judenmorde in Halle an der Saale
Urkunden besagen, dass die Juden aus Halle zum ersten Mal 1207 vertrieben wurden. Erzbischof Albrecht II. von Magdeburg soll darüber erbost gewesen sein und die Vertreibung geahndet haben. Wie freundlich dieser Erzbischof Juden gesonnen war, zeigt folgende Anekdote: "Als er von einem Besuch aus Rom heimkehrte, gingen ihm die Juden von Magdeburg entgegen, und er bezeugte ihnen seine Achtung, indem er ihr Gesetzbuch, die Tora, küsste."
Aber nicht immer war die hohe christliche Geistlichkeit Juden wohlgesonnen, im Gegenteil. Bischof Ernst II. beispielsweise betrieb im l5.und 16.Jahrhundert eine extrem antijüdische Politik, und Bischof Heinrich Julius erklärte einige Jahrzehnte später Juden kurzerhand für vogelfrei und gab damit den Anstoß für Verfolgung und Mord. Andere Bischöfe wiederum verkauften und verpfändeten "ihre" Juden wie eine Handelsware an die Stadtherren. So geschehen in Halberstadt und an anderen Orten.
1209
Konzil von Avignon
Albigenser-Kriege in Frankreich bis 1229
Judenverfolgungen in Frankreich
1214
legt eine Kirchenversammlung auf Geheiß des Papstes fest, dass Juden ein Kennzeichen tragen müssen. Damit geht auch die Karriere des jüdischen Minnesängers Süßkind von Trimberg zu Ende. Er hatte seine beliebten Lieder an christlichen Ritterhöfen vorgetragen. Schon 1179 verbot ein Konzil (im Vatikan) den Juden fast alle Berufe, außer dem Geldverleih
1214
„Gründer des Dominikanerordens
war der Spanier Dominikus Guzman aus Caleruega. In Südfrankreich wirkte er zusammen mit anderen Predigern gegen die Irrlehre der Katharer und entdeckte dabei seine fulminante Predigtbegabung. Gleichzeitig wurde ihm deutlich, dass nur ein glaubwürdiges Leben der Predigt Durchschlagskraft verleiht.
Dominikus verpflichtete sich daher der radikalen Armut. Zusammen mit seinen Predigergenossen ließ er sich später in Toulouse nieder. Die Gemeinschaft umfasste außer Dominikus selbst zunächst 16 Schüler. 1216 bestätigte Papst Honorius III. den Orden. Diese offizielle Anerkennung schloss gewisse Privilegien ein wie z. B. die Befugnis zur Verkündigung der Lehre und zum Abnehmen der Beichte. 1217 sandte Dominikus von Toulouse aus seine Mitbrüder nach ganz Frankreich und nach Spanien. Innerhalb von nur sechs Jahren gelangte der Orden auch nach England, wo sich in Oxford die erste Gemeinschaft bildete. Hier nannte man die Dominikaner "Black Friars", "Schwarze Brüder", weil sie auf ihren Wanderungen schwarze Kutten und Kapuzen über einer weißen, wollenen Tunika trugen. Ende des 13. Jahrhunderts gab es in England bereits 50 Häuser. Auch in Schottland, Irland, Italien, Böhmen, Russland, Griechenland und Grönland verbreitete sich der Orden schnell.
Im Zentrum der missionarischen Aktivitäten standen die Predigt und die Bekämpfung der "Ketzer". Die Kurie beauftragte die Dominikaner 1231 mit der Leitung der Inquisition, die sich während des ausgehenden Mittelalters mehr und mehr zum Instrument der politischen Machtentfaltung der katholischen Kirche entwickelte. Als sich die Inquisition in Spanien als eigenständiger Bereich der staatlichen Regierung etablierte, stand weiterhin ein Dominikaner an ihrer Spitze. Das Amt des päpstlichen Theologen, das der Papst 1218 eigens für Dominikus geschaffen hatte, blieb stets in den Händen eines Ordensmitglieds. Ab 1620 durfte der "Meister des Heiligen Palastes" u. a. die Druckerlaubnis oder das Verbot für sämtliche kirchlichen Bücher erteilen. Wegen ihrer Tätigkeit während der Inquisition wurden die Dominikaner auch in einem Wortspiel "Domini canes", "Spürhunde des Herrn", genannt.
Erst nach Dominikus' Tod bildeten sich die Zielsetzungen des Ordens heraus: Zum einen das Leben in Armut und Gehorsam nach den monastischen Regeln, in der Nachfolge Jesu unterwegs als Wanderprediger. Zum andern Schulung und Volksbildung, speziell für die sich herausbildenden städischen Zentren und neuen Bildungsschichten. Die Dominikaner gelobten absolute Armut und verzichteten auch auf jede Form des Gemeinschaftsbesitzes.
Viele Dominikaner bekleideten hohe kirchliche Funktionen; vier Päpste, Innozenz V., Benedikt XI., Pius V. und Benedikt XIII., sowie über 60 Kardinäle gehörten dem Orden an. Darüber hinaus brachten die Dominikaner bedeutende Maler wie Fra Angelico und == Fra Bartolommeo hervor. Auch im Bereich der religiösen und philosophischen Literatur leisteten die Dominikaner Bedeutendes, nicht zuletzt durch Theologen wie Thomas von Aquin und Albertus Magnus. Der Dominikaner == Vincent von Beauvais verfasste das "Speculum Maius", eine berühmte mittelalterliche Enzyklopädie. Bekanntheit erlangten die deutschen Mystiker Meister Eckhart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse sowie der italienische Prediger und Reformer Savonarola.
Im ausgehenden Mittelalter verfügten nur die Franziskaner über einen ähnlich starken Einfluss, die beiden Orden teilten sich viele Machtbereiche innerhalb der Kirche und in den katholischen Ländern. Häufig erregten sie damit den Zorn von Pfarrern in den Gemeinden, die sich in ihren Rechten beschnitten sahen. Großen Anteil hatten die Dominikaner auch an der Missionierung der Neuen Welt. Die erste amerikanische Heilige, Rosa von Lima, gehörte dem Dritten Orden an.
Heute gibt es weltweit nach Stand von 1989 laut päpstlichem Jahrbuch 6.830 Dominikaner in etwa 600 Klöstern und anderen Niederlassungen. Die Spitze des gesamten Ordens bildet der auf zwölf Jahre gewählte Ordensgeneral, er residiert im römischen Konvent Santa Sabina. Die Gemeinschaft gliedert sich in geographische Provinzen, denen ein Prior vorsteht. Die Dominikaner engagieren sich heute in erster Linie auf dem Gebiet der Erziehung. Als Lehrer und Bewahrer konservativer Glaubensregeln bleiben sie somit der Intention ihres Stifters treu.
1205, noch bevor der männliche Teil des Ordens gegründet worden war, stiftete Dominikus den weiblichen Zweig, der sich selbst jedoch als Zweiten Orden bezeichnete. 1220 gründete er die Soldaten Jesu Christi, eine Laienbewegung, die kirchliche Besitztümer mit Waffengewalt vor Angriffen der Albigenser und anderer religiöser Neuerer schützen sollte. Im späten 13. Jahrhundert vereinigten sich die Mitglieder dieser Abteilung mit einer anderen Gruppe von Laien zum Dritten Orden, den Tertiariern. - Dominikaner tragen eine weiße, gegürtete Tunika mit weißem Skapulier und schwarzem Mantel mit Kapuzenkragen.“
1215
Das 4. Lateran-Konzil
erlässt inquisitions-gerichtliche Anordnungen. Es ordnet für die jüdische Bevölkerung eine spezielle Kleidung an, die sich von weitem sichtbar von der „christlichen Bevölkerung“ abheben sollte. Dazu gehörte der typisch gelbe Spitzhut und gelbe Fleck auf der Kleidung, wie sie von den Juden im Mittelalter getragen wurden
1221
Eine Pilgerschar, unterwegs ins Hl. Land, plündert das Ghetto von Erfurt und tötet alle Juden
1221
Konzil von Oxford: Juden dürfen keine Synagogen mehr bauen
- Judenmorde in Mecklenburg
1229
Stauferkaiser Friedrich II., ein Araberfreund, verhandelt mit den Moslems und krönt sich zum König von Jerusalem. Fast 750 Jahre nach seinem Tod wird der Sarkophag in der Kathedrale von Palermo auf Sizilien geöffnet (IS 6.11.98)
1233
Papst Gregor IX. verurteilt Ausschreitungen gegen französische Juden
1235
Fulda: Ritualmord-Anklage.
32 Juden werden gefoltert und von Kreuzfahrern totgeschlagen.
1235
23. Januar: In Baden enden Anklagen gegen Juden wegen eines angeblichen Ritualmordes in einem Massaker
1236
Friedrich II. und der Reichstag:
Freispruch der Juden im Fuldaer Ritualmord-Prozess
1236
Papst Gregor IX. ist für Entschädigung der verfolgten und beraubten französischen Juden
1239
werden Juden nach gründlicher Ausraubung aus der Bretagne vertrieben
March 6 1239:
With the Edict of Valencia, King James I validates privileges of the Jews of Aaragon. The Jewish courts ( Bet din) were authorized to try all cases except capital offenses. He furthermore forbade all harassment except for financial debts, and these only ifthe United Nations they could be proven. (Eli Birnbaum)
1242
Paris: Öffentliche Talmud-Verbrennung
(Talmud: wörtl. Lehre. Sammelwerk eines Jahrtausends. Der Heiligen Schrift entnommene Lehre im Lebensvollzug)
1244
Päpstlicher Befehl, überall den Talmud zu verbrennen
1244
Judenmorde in Pforzheim
1244
Tataren erobern für den Sultan von Ägypten die Stadt Jerusalem
1247
Papst Innozenz IV.: Sendschreiben g e g e n Ritualmord-Beschuldigungen
1250 bis 1516
Mamelucken-Epoche in Jerusalem
1251
Ungarn: Nach den Tataren-Einfällen begann Bela IV. mit dem Wiederaufbau des Landes und erteilte 1251 den Juden ein Privileg, dessen Basis die >Kammerknechtschaft< war, in der ähnlichen Struktur der Schutzbriefe deutscher Kaiser: die in seinem Lande wohnenden Juden gehörten zur königlichen Kammer, bildeten das Eigentum des Königs und standen mit ihrer Person und ihrem Hab und Gut unter dessen Schutz.
1253
König Henry II. verbietet den Juden, in England Synagogen zu bauen
1254
scheitert ein groß angelegter Auswanderungsplan der englischen Juden. Aus diesem Grunde erlässt Rudolf von Habsburg 1286 ein allgemeines Auswanderungsverbot für Juden, dessen bekanntestes Opfer Rabbi Meir Ben-Baruch wird, als er, schon auf dem Wege nach Palästina, in der Lombardei aufgegriffen, an Rudolf ausgeliefert und in Ensisheim im Elsass eingekerkert wird.
1261
Halberstadt - Der erste bischöfliche Schutzbrief für Juden in Halberstadt stammt aus dem Jahr 1261.Zweifellos waren dem Bischof vom Halberstadt die Ankömmlinge als Einnahmequelle höchst willkommen. Rat und Bürgerschaft von Halberstadt versprachen, die Juden der Stadt vor Unrecht und Gewalttätigkeiten zu schützen.
Ganz anders verhielt sich hingegen der Erzbischof Robert von Magdeburg. Als er einmal Geld brauchte, überfiel er zuerst die zum Laubhüttenfest versammelten Magdeburger Juden, um von ihnen die ihm fehlenden finanziellen Mittel zu erpressen. Er plünderte ihre Häuser und wandte sich danach Halle zu, wo sich der Vorgang wiederholte. Die Halleschen Juden wurden gefangen genommen und um Lösegeld angegangen. Die Bürger aus Halle verteidigten "ihre" Juden, woraufhin Erzbischof Robert die Stadt zwei Jahre lang belagerte.
1264
Im Dezember wird in Sinzig bei Bonn ein zum Judentum konvertierter Mann gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt (Eli Birnbaum)
1265
Reichsstände verkünden: „ Judenmord ist Landfriedensbruch“
1266
Köln: 1266
Der Kölner Erzbischof Engelbert von Falkenburg sichert den Juden in einer steinernen Urkunde die ungestörte Benutzung ihres Friedhofes an der Bonner Straße zu. Der Stein ist noch heute im Kölner Dom zu sehen.
1267
Synode zu Breslau: Juden dürfen nur noch in Judenvierteln wohnen.
1267
Judenmorde in Koblenz und Pforzheim
- Rabbi Moshe ben Nachman wirkt innerhalb der jüdischen Gemeinde Jerusalems
1269
König Louis IX. von Frankreich befiehlt, dass alle Juden in seinem Reich ein gelbes Erkennungszeichen tragen müssen
1270 Judenmorde in Weißenburg
1271
Papst Gregor X.
„Geboren 1210 in Piacenza/Oberitalien, gestorben 1276 in Arezzo
Gregor X., mit bürgerlichem Namen Tedaldo Visconti, war Archidiakon in Lüttich und wurde 1271 zum Papst gewählt, während er auf einem Kreuzzug unterwegs war. Mit der Wahl dieses Kompromisskandidaten, die auf den Einfluss von Bonaventra zurückging, wurde eine zweieinhalbjährige Vakanz auf dem Heiligen Stuhl beendet. 1272 wurde Gregor in Rom zum Papst gekrönt. Er versuchte eine Wiedervereinigung mit der Ostkirche, was ihm 1274 beim zweiten Konzil von Lyon auch mit der griechisch-orthodoxen Kirche zunächst gelang, aber keinen Bestand hatte. Vergeblich bemühte er sich, neue Begeisterung für Kreuzzüge zu entfachen. Auseinandersetzungen um die Macht in Europa waren den Herrschern seiner Zeit wichtiger.“
1276
Vertreibung der Juden aus Ober-Bayern
1279
Synode von Ofen/Ungarn
Die vom Papst Nikolaus III. in Ofen einberufene Synode beschließt,
- dass die Juden ein besonderes Kennzeichen tragen müssen
- dass es Christen untersagt ist, Grund und Boden an Juden zu verkaufen oder
zu verpachten
- dass ein Bischof, wenn dieser seine Einkünfte an einen Juden verpachte, seine Würde verliere
- dass jeder (auch der König), der einem Juden ein öffentliches Amt verleihe,
exkommuniziert werden würde.
Diesen kirchlichen Verordnungen zollte man in Ungarn jedoch wenig Achtung, sondern beließ die königlichen Privilegien gelten. Mehrere Juden waren sogar 'Großgrundbesitzer' und erhielten Prädikate in der Art von Grafentiteln
1283
In der Pfalz werden Juden zur Taufe gezwungen. Wer sich weigert, wird sofort getötet.
1285
München: Alle Juden werden in ihren Synagogen eingesperrt und verbrannt.
1286
wollen einige Juden unter Rabbi Meir von Rothenburg in der Zeit Rudolf von Habsburgs aus den Rheingegenden nach Palästina auswandern. Da der Kaiser um seine Einkünfte besorgt ist, wurde ihr Führer lebenslänglich gefangen gehalten und noch der Leichnam, ganz wie der eines säumigen Schuldners, 14 Jahre lang nicht herausgegeben...
1287
Hostienschändungs-Legende in Pritzwalk
1288
Bonn: 104 Juden werden des Ritualmordes beschuldigt und deshalb verbrannt
1290
Vertreibung der Juden aus England durch Edward I., worauf innerhalb eines Vierteljahres 16.500 Juden die Insel verlassen. Zuvor waren 10 000 in Gefängnisse geworfen worden und 300 gehängt, weil sie sich nicht bekehren wollten. Viele kommen auf dem Meere um, viele gelangen in die deutschen Rheingegenden. Bis in die Zeit Oliver Cromwells (1641-1658) bleibt den Juden der Zutritt nach England, das als erstes größeres Land die Austreibung unternommen hatte, verwehrt.
1291
Ungarn: Ein Jahr nachdem Andreas III (1290-1301), als letzter König des Hauses Arpad, den Thron bestieg, verlieh er 1291 der Stadt Pressburg mehrere Privilegien, worin er u.a. bestimmte, dass die hiesigen Juden die gleichen Rechte wie die übrigen Bürger genießen sollten. Das Privileg Bela IV. (1251) wurde von allen Nachfolgern, die bis zur Schlacht von Mohacs (1526) den Thron bestiegen, jedes Mal neu bestätigt. Die Privilegien basierten zwar auf dem Wohlwollen des jeweiligen Herrschers, doch sie waren nicht umsonst, sondern mussten durch 'reiche' Geschenke und hohe Jahressteuern 'erkauft' werden.“
1298
Auf das Gerücht, ein Jude habe in Röttingen eine Hostie geschändet (der erste sichere Fall dieser Verleumdung), sammelt ein Edelmann namens Rindfleisch den Pöbel und beginnt am 20. April „im Auftrag Gottes“ die Vertilgung der Juden, das ein halbes Jahr lang währt und etwa 140 jüdische Gemeinden in Bayern und Österreich vernichtet. 20.000 Menschen müssen ihr Leben lassen.
Seit Ende des 13. Jahrhunderts
Entstehung von Ghettos in Augsburg, Frankfurt , Köln, Nürnberg, Prag, Wien, Worms
14. Jahrhundert
Nürnberg: Jüdische Forderungen gegen christliche Schuldner werden konfisziert.
1305
Ritualmord-Beschuldigung in Prag
1306 lässt Philipp der Schöne in Frankreich in aller Heimlichkeit alle Juden einkerkern, ausplündern und vertreiben, doch sein Nachfolger Ludwig X. holt 1315 die Juden wieder zurück. Über 5.000 dieser Juden werden 6 Jahre später als angebliche Brunnenvergifter verbrannt, die Überlebenden verlassen erneut das Land. Philipp V. machte damit die Rückkehrerlaubnis seines Vorgängers wieder zunichte.
1320
zogen auf die Kunde von einem neuen Kreuzzug, den angeblich der franz. König Philipp V. unternehmen wollte, 40.000 Hirten unter Anführung eines Geistlichen von Stadt zu Stadt und berauben und morden überall die Juden. Dieser „Hirtenverfolgung“ (Pastorellen) fallen mehr als 120 jüdische Gemeinden in Frankreich und Nordspanien zum Opfer.
1321
Folterung und Verbrennung von 5.000 Juden in Südfrankreich wegen angeblicher Brunnenvergiftung
1328
Grafschaft Navarra: Am Schabbat beginnt ein großes Juden-Massaker
1328:
After the death of Charles the Fair, Pedro Olligoyen, a Franciscan friar, used the Jews as a scapegoat against French rule. All the Jewish houses are pillaged then destroyed. Approximately 6000 Jews were murdered with 20 survivors.
(Eli Birnbaum)
1330
Ehingen in Schwaben: Eine christliche Frau soll Hostien gestohlen haben, um sie für magische Zwecke zu missbrauchen. Der Verdacht, Juden hätten die Hand im Spielt, löst Verfolgung aus. 80 Juden werden unschuldig hingerichtet.
1337
richten die „Armleder“ genannten Judenschläger im ganzen Elsass, Schwaben und Franken fürchterliche Blutbäder unter den Juden an, bis sich der Kaiser der Juden annimmt und einen Armleder hinrichten lässt.
1337
Deggendorf: Wegen angeblichen Hostienfrevels wird die jüdische Gemeinde ausgerottet und verbrannt.
1961 wird auf Beschluss des Regensburger Domkapitels das „Deggendorfer Gnadenbüchlein“ mit Darstellungen des angeblichen Hostienfrevels von 1337 eingezogen und die Unterschriften unter Bildern mit dem gleichen Inhalt an der Kirchenwand entfernt. 1962 versucht der Bischof von Regensburg, den traditionellen Wallfahrten zur Deggendorfer „Gnad“ einen neuen Sinn zu geben: Als „eucharistische Kundgebung“ solle sie „in Zukunft alle Verbrechen mit hineinnehmen, die das deutsche Volk vom frühen Mittelalter bis in die jüngste Vergangenheit an den Juden begangen hat.“ Aber erst nachdem Münchner Studenten 1967 gegen den Bischof Strafanzeige wegen Gotteslästerung und Volksverhetzung erstatten, werden 1969 auch die Wandbilder entfernt.
1337 entkommen nur die Juden Regensburgs und Wiens dank dem Schutz der Stadtobrigkeit. Der wirkliche Grund für diese Verfolgung soll darin gelegen haben, dass mancher sich billig seiner Schulden entledigen wollte.
1346-1349 P e s t j a h r e
Basel: Wegen angeblicher Brunnen-Vergiftung werden 100 Juden hingerichtet
1348
Esslingen/Neckar: Wegen der Pest werden alle Juden in ihren Häusern verbrannt
Ebenso werden im Augsburger Ghetto alle Juden umgebracht
1349
beginnen Judenverfolgungen durch die Flagellanten in Frankfurt/Main; sie setzen sich bis nach Österreich fort und fordern viele Opfer.
1349
werden die 2.000 Juden der jüdischen Gemeinde von Straßbourg verbrannt
Köln: Die jüdische Gemeinde wird auf einem eigens für sie errichteten
hölzernen Gerüst auf einer Sandbank im Rhein zusammengetrieben und
verbrannt, 600 Opfer. 130 Kinder werden ihren Eltern entrissen und getauft
Frankfurt: Alle Juden, soweit sie sich nicht in ihren Häusern selbst
verbrennen, werden von der aufgewiegelten Menge erschlagen
Nürnberg: Eine der größten jüdischen Gemeinden in Mitteleuropa - 560 Juden werden am 5.Dezember erschlagen. Karl IV. erleichtert das Pogrom
1349 wurden Juden in Leipzig verfolgt und getötet, weil sie angeblich die Brunnen vergiftet hatten und dadurch die Pest ausgebrochen ist.
Judenverbrennungen fanden 1349 auch in Dresden und Meißen statt.
Meißen
Zerschlagene Grabsteine sind neben wenigen Flurbezeichnungen die letzten greifbaren Hinweise auf die einst blühende jüdische Gemeinde von Meißen.
Die seit dem 11. Jahrhundert in Meißen ansässigen Juden wurden 1349 vertrieben, ihr Friedhof der Stadt zur Nutzung als Viehweide überlassen. Das Bruchstück eines Grabsteines ist in der Zwingermauer vor dem St. Afra – Kloster eingemauert worden.
In ....???? Alle Juden werden auf den Friedhof getrieben, auf einem hölzernen
Gerüst verbrannt. Die Synagoge wird in ein Hospital verwandelt und neben ihr eine Kapelle zu Ehren des HL Valentin errichtet
In Brüssel werden alle Juden, auch die getauften, hingerichtet
In St. Gallen verbrennt man die Juden öffentlich auf einem Scheiterhaufen
In Thüringen bricht infolge der Pest ein Juden-Massaker aus
1350
Franziskaner erhitzen das Volk gegen Juden, das daraufhin plündernd durchs Ghetto von Eger läuft und alle Juden tötet
1350
350 jüdische Gemeinden fallen insgesamt zum Opfer.
- Papst Clemens VI. erlässt 2 Bullen gegen den Vorwurf der Brunnenvergiftung und gegen Judenverfolgungen
1350
König Kasimir der Große von Polen schafft günstige Bedingungen für die Einwanderung und Ansiedlung christlicher und jüdischer Kolonisten
1360
„Ungarn: Vertreibung der Juden
Karl I. Robert, aus dem Hause Anjou, gewährte den Juden die volle bürgerliche Freiheit, doch sein Sohn Ludwig I.(der Große; 1342-1382), der in einem engen Verhältnis zu Papst Innocenz VI stand, verwies die Juden aus einzelnen Städten Ungarns, z.B. aus Sopron, aufgrund des Konkurrenzneids der christlichen Zünfte.
Spätestens nach drei bis vier Jahren wurden die Juden wieder zurückgerufen, zumal sie, wie in den übrigen europäischen Ländern, die treibende Kraft des Wirtschaftslebens bedeuteten.
Im Jahre 1365 schuf Ludwig der Große ein neues Landesamt, an dessen Spitze ein von sämtlichen Würdenträgern des Landes gewählte >Richter aller Juden< des Ungarlandes stand. Seine Aufgaben bestanden darin, die Steuern bei den Juden einzutreiben, über ihre Privilegien zu wachen sowie ihre Beschwerden entgegenzunehmen. Der erste von Ludwig ernannte Judenrichter war ein gewisser >Meister< Simon.
1360
Spanien: Samuel Halevi Abdulafia, einflussreicher Schatzmeister des kastilischen Königs Pedro I: lässt in Toledo die berühmte "Sinagoga del Transito erbauen, die heute noch erhalten ist. Einige Jahre später fiel er in Ungnade und wurde zu Tode gefoltert.
1368
Sachsen: Urkunde von 1368.
Judenverordnung des Markgrafen Heinrich des Erlauchten von Meißen, 1265
Die Markgrafen Friedrich III., der Strenge, Balthasar und Wilhelm von Meißen haben alle ihre Juden, Jüdinnen und deren Kinder und ganzes Gesinde begnadigt, dass sie dieselben schützen, beschirmen und verteidigen wollen, so gut sie nur können. Sie wollen die Juden bei ihren jüdischen Rechten lassen, ihren Eid sollen sie auf das Buch Mose schwören. Den Juden soll gleiches Recht wie den Christen zuteil werden. Alle Juden im Gebiet der Markgrafen sollen von jeglichen Gleits- und Zollabgaben frei sein. Dafür haben die Juden insgesamt den drei Markgrafen 1000 Gulden für ein Jahr bezahlt. Kein Jude soll mehr Zinsen nehmen als auf ein Schock Groschen wöchentlich einen halben Groschen.
1370
In Flandern werden alle Juden verbrannt, die
beschuldigt wurden, Gasthäuser "befleckt" zu haben. Dies wird als
Fest bis zum Jahre 1820 gefeiert
1372
Frankreich: Die „rotweiße Scheibe“ wird als Juden-Kennzeichen“ eingeführt
1387
Warendorf: Die jüdische Gemeinde wird gegründet.1933 hat sie 41 Mitglieder, und die letzten 6 Juden werden 1941 nach Riga deportiert und getötet.
1389
Prager Ghetto: Blutbad in den Ostertagen, niedergebrannte Häuser.
3.000 tote Juden - die so genannte „Passion der Prager Juden“
1391
„Spanien:
Aufgestachelt durch die Predigten des Fernando Martinez stürzt sich der Pöbel von Sevilla auf die Juden und tötete Tausende, die sich nicht der Taufe fügen. Durch ganz Spanien wälzt sich dann dieser wilde Sturm; 60 Städte allein Kastiliens sind Schauplatz ähnlicher Vorgänge: Am 6. Juni beginnt der Mord an 4.000 Juden in Sevilla, die Überlebenden der großen Gemeinde werden in die arabische Sklaverei verkauft. Zwei Wochen danach geht die jüdische Gemeinde von Toledo unter. An die Stelle des Verkaufs an Sklavenhändler tritt dort die Zwangstaufe. Die Zwangsgetauften werden „Marranen“ genannt, wohl von spanisch: Marano= Schwein, häßlicher Kerl. Der Anfang ist gemacht, die Iberische Halbinsel „judenfrei“ zu machen. 20 Jahre später entfacht Vicente Ferrer neuerdings die Bewegung. Die Aufmerksamkeit gilt den Marranen, die es zu hohen Ämtern und großen Reichtümern bringen, wobei sie heimlich ihre angestammte Religion bewahren. Als andere Mittel nicht verfangen, wird trotz anfänglicher Weigerung des Papstes Sixtus IV. 1480 den allerchristlichsten Majestäten die Erlaubnis zur Einführung der Inquisition erteilt. Nun nehmen Fanatismus und Habgier ihren freien Lauf und feiern Orgien, die selbst in der jüdischen Geschichte beispiellos sind. 1481 verbrennt man allein in Sevilla 398 Juden; im Erzbistum Cadix 2000.
1394
werden auf Betreiben einiger fanatischer Geistlicher sämtliche Juden aus Frankreich verjagt
March 11 1415:
Pope Benedict XIII , enraged by the lack of conversions after Tortosa, bans the study of the Talmud in any form and tried to restrict Jewish life completely.
1420
Wien unter Erzherzog Albrecht V.: Wegen des Vorwurfs der Hostienschändung werden Juden entweder auf kleine Boote auf die Donau ausgesetzt und finden in Ungarn Zuflucht. Wohlhabende werden in Kerker geworfen und ihr Besitz eingezogen. Druck, sich taufen zu lassen. 200 Wiener Juden finden den Tod in den Flammen
1421
haben katholische Christen die Synagoge Or Sarua auf dem Wiener Judenplatz mit den Wiener Juden verbrannt, nachdem Priester Lügen wie die Ritualmord-Beschuldigung verbreitet hatten. 1998 befindet sich am Judenplatz eine Tafel u.a. mit folgender Inschrift: „Im Jahre 1421 tobte Rachgier durch die Stadt / Die furchtbaren verbrechen der hebräischen Hunde zu sühnen / Die Welt wurde einst durch die Sintflut gereinigt / Doch diesmal wurde die Schuld in den Flammen gebüßt.“ – Im November 1998 soll die Tafel von Kardinal Schönborn eingeweiht werden, auf der u.a. steht: „Heute bereut die Christenheit ihre Mitschuld an den Judenverfolgungen und erkennt ihr Versagen.“
1422
betätigt sich katholischer. Glaubenseifer während der Hussitenkriege nebenbei auch gegen Juden
25. April 1422:
In Herzogenaurach vereinbaren die Bischöfe von Bamberg und Würzburg mit den Markgrafen Friedrich und Johann von Brandenburg, die Juden "hie zu Franken nicht mer wonaftig sein [zu] lassen".
1422
Prag: Antijüdische Ausschreitungen, 1448 ebenso
1424
Köln: Nach einer kurzen Wiederansiedlung von Juden nach 1372 wies der Kölner Rat sie schließlich 1424 aus der Stadt. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts durften sich keine Juden mehr in Köln niederlassen, und nur mit spezieller Erlaubnis des Rates war einzelnen Juden der Aufenthalt in Köln möglich, jedoch ausschließlich bei Tage und unter begleitender Aufsicht.
Erst ab 1798, nachdem Köln von Truppen des revolutionären Frankreichs besetzt worden war, erhielten Juden wieder das Recht zur Niederlassung. Eine allmähliche Zuwanderung vor allem aus der näheren Umgebung setzte ein, und bereits 1801 konnte eine jüdische Kultusgemeinde gegründet werden.
1424
Der Rat beschließt die Ausweisung der Juden zum 1. Oktober 1424. Nach ihrer Ausweisung siedeln sich viele Kölner Juden im rechtsrheinischen Deutz an und bilden dort eine Gemeinde.
1426
Jerusalem: Nach einem Umbau wird die Synagoge am 8. September 1426 als Ratskapelle St. Maria in Jerusalem eingeweiht.
Ausweisung der Juden
1424 aus Freiburg und Zürich, Sachsen
1435 aus Speyer
1438 aus Mainz
1440 aus Augsburg
1453 aus Breslau
1434
Konzil von Basel: Juden können keine akademischen Grade erwerben
1453
Eroberung Konstantinopels durch die türkischen Moslems. Die von Kaiser Justinian wieder erbaute prächtige Kirche von Byzanz, die "Hagia Sophia" (=Heilige Weisheit), wird in eine Moschee umgewandelt.
Nach der Eroberung Konstantinopels durch die Türken kommen 20.000 sefardische Juden nach Saloniki, womit sich die Kopfzahl der jüdischen Stadtgemeinde genau verdoppelt und Saloniki die größte jüdische Gemeinde wird. Erst im Rahmen der „Endlösung der Judenfrage“ gehen diese Sefarden 1943 unter.
1453
beginnt die von Papst Nicolaus V. autorisierte Tätigkeit Capistranos, „der Geißel der Hebräer“, die Unheil über die Juden Schlesiens, Böhmens und Polens bringt.
1462
Der Entschluss des Frankfurter Rates, die Juden an eine gesonderte Stelle der Stadt zu versetzen, erscheint Papst Pius II. überaus rühmenswert.
1467
Massaker in Cordoba und Toledo an Marranen.
1481 in Sevilla.
1467
Vertreibung der Juden aus Heilbronn
1468
„Es hatten schon viele Konzilien im frühesten Mittelalter die Trennung der Juden von den Christen anbefohlen und ihnen ein Schandabzeichen zu tragen auferlegt. Dies Gebot erneute Innocenz III. im Jahre 1215, ebenso andere Päpste. Solche Edikte umgingen die Juden meistens, oder sie kauften sich davon los. Bald auch stieß ein gnädiger Papst um, was ein feindlicher verordnet hatte. Johann XXII. hatte die Juden verfolgt, auch ihren Talmud untersagt und öffentlich verbrennen lassen. Innocenz VII. dagegen war ihnen gnädig, und am meisten schützte sie Martin V., ein Römer von Geburt. Er gewährte ihnen wieder das Privilegium, Ärzte sein zu können und befahl, dass alle Hebräer im Kirchenstaate zur Karnevalsbeisteuer, welche ehedem die Juden Roms aufzubringen hatten, mit beitragen sollten. Aber schon sein Nachfolger Eugen IV. Condolmieri, ein Venezianer und, wie die meisten Päpste venezianischer Herkunft, dem handellustigen Volk Israel feind, beschränkte die Juden auf das äußerste. Er verbot ihnen, mit Christen zu verkehren, zu essen oder zu wohnen, oder sie als Ärzte zu behandeln. Er untersagte ihnen, in der Stadt umherzustreifen, er verbot ihnen, neue Synagogen zu bauen oder irgendein öffentliches Amt zu bekleiden. Auch durfte eines Juden Zeugnis gegen einen Christen nicht gültig sein. An die kapitolinische Kammer hatten sie jährlich 1130 Gulden zu zahlen, außer anderen Gefällen und Beisteuern zu den Karnevalslustbarkeiten.
Für diese karnevalischen Spiele auf der Piazza Navona, am Hügel Testaccio und auf dem Corso hatte sich nach und nach die Sitte festgestellt, die Juden zur Volksbelustigung zu missbrauchen. Nicht allein mussten sie sich der Entehrung unterwerfen, einen Trupp ihrer Ältesten, in Jacken oder Wämser gekleidet, der Kavalkade der Senatoren voranschreiten zu lassen, wenn diese den Corsozug eröffneten, sondern sie selbst mussten zur Schau rennen. Paul II., ein Venezianer, war es, welcher im festlich begangenen Friedensjahr 1468 den Römern zuerst die Corso-Rennschauspiele zum besten gab und auch die Juden öffentlich rennen ließ. Noch heute ist es Festsitte in den Städten Italiens, um die sogenannten Pallii zu rennen, das heißt, um den Preis von Teppichen und schönen Seidenstoffen, welche der Sieger davonträgt. Als Paul dieses Fest gab, liefen an jedem der acht Karnevalstage Pferde, Esel und Büffel, Greise, Jünglinge, Kinder und Juden. Man gab den Juden, wie man auch später zu tun pflegte, ehe sie rannten, reichlich zu essen, um den Lauf ihnen selbst beschwerlicher, dem Volk aber ergötzlicher zu machen. Sie liefen vom Arco Domiziano bis zur Kirche S. Marcus am Ende des Corso in voller Furie und unter dem Hetzgeschrei und dem Jubelgelächter Roms, während der Heilige Vater auf dem reich verzierten Ballon stand und herzlich lachte.
Zwar möchte es scheinen, dass die allgemeine Teilnahme an dem Wettrennen, welchem sich auch Römer, Greise, Jünglinge und Kinder unterzogen, den Charakter der Entehrung entfernt habe; doch muss man wohl bedenken, dass dasselbe Vergnügen, welches Römern eine willige Lust war und als ein olympisches Spiel angesehen wurde, für die Juden als Schimpf galt. Wer nun je einem Corsorennen in Rom beigewohnt hat, wo jetzt der Lauf der Pferde an die Stelle des ehemaligen Judenlaufs getreten ist, und wer es gesehen hat, wie das Volk in fast furioser Aufregung mit Geschrei und grellem Gepfeife die hinwegstürzenden Tiere vorüberhetzt, der mag sich leicht vorstellen, wie in jenen barbarischen Zeiten die durch den Corso gehetzten Hebräer mehr als Spießruten laufen mussten.
Später wollte das Volk den Judenlauf nicht mehr missen, und in Sprengers «Roma nova» (vom Jahre 1667) ist die Nachricht zu entnehmen, dass die Juden nackt und nur mit einer Binde um die Lenden laufen mussten, und zwar, sagt er, rennen erst die Esel, dann die Juden, dann die Büffel, dann die Berberpferde.
Gerade zwei Jahrhunderte lang erduldeten die Juden Roms diese empörende Entehrung, bis sie nach immer wiederholtem Flehen durch päpstliches Edikt davon erlöst wurden. Clemens IX. Rospigliosi befreite sie davon im Jahre 1668 und legte ihnen auf, statt des Rennens jährlich 300 Skudi zu bezahlen, und statt des Vorschreitens vor der Kavalkade des Senators, in der Thronkammer vor den Konservatoren Huldigung zu leisten und die Karnevalsprämien zu überreichen.“ (aus Spiegel online, Projekt Gutenberg-de)
1470
Vertreibung der Juden aus Mainz
1474
Vertreibung der Juden aus Bamberg
1475
findet der „Trienter Prozeß“ statt wegen der Legende des Ritualmords an Simon von Trient
1475
entwickelt sich der hebräische Buchdruck
1477
Passau: Die Nachricht eines angeblichen Hostienfrevels löst Verfolgung aus. Juden werden besonders grausam hingerichtet
1480
Ausweisung der Juden aus Glogau
1482 Ungarn:
Matthias I. Corvinus (1458-1490), der ebenfalls König über Böhmen war, hob zu Beginn seiner Regentschaft das Amt des Judenrichters auf und schuf ein neues Amt, die Präfektur, an deren Spitze ein Jude, der Präfektur Judaeorum stand.
Präfectus Judaeorum, war der Titel eines jüdischen Beamten am Hofe der ungarischen Könige während der Jahre 1482-1539. Es waren dies fast ausschließlich Mitglieder der Familie Mendel (z.B. 1515 Jakob Mendel, der auch ein Vertrauter Kaiser Maximilians war) die als Vertreter der ungarischen Juden am Hofe tätig waren. Sie waren verantwortlich für die Aufbringung der Judensteuer und besaßen das Recht, den Juden Ungarns Strafgelder aufzuerlegen oder diese vom Tragen der Judenabzeichen zu befreien.
König Matthias Corvinus verbot 1475 den Christen in Pressburg Immobilien bei Juden zu verpfänden und 1490 ließ er die Juden aus Tata vertreiben, weil es angeblich den religiösen Gesetzen zuwider sei, dass Christen und Juden zusammenwohnen.
1483
Prag: Erneut antijüdische Ausschreitungen
- Ausweisung der Juden aus Würzburg
1490
Genf: Calwin. Vertreibung der Juden am 28. Dezember
1491
Spanien: Thomas de Torquemada, der 1. Großinquisator, verfügt,
„alle Juden zu erdrosseln“
1492
Königin Isabella von Aragon und Ferdinand von Kastilien erlassen Edikt, das Juden zwingt, sich taufen zu lassen. Historiker schätzen, dass 150.000 Juden getötet, 200.000 vertrieben und 200.000 zwangsgetauft wurden
Befehl aus der Alhambra in Spanien, dass Juden binnen 4 Monaten Kastilien, Aragonien, Sizilien, Sardinien zu verlassen haben.
Begründung: Rückfall vieler „Neuchristen“ ins Judentum schuldig.
So wanderten am 1.August - dem 9. Tag im Monat Av nach jüdischer Zählung - 300.000 Juden aus Spanien aus. Der Marrane Kolumbus segelt um Mitternacht in die „Neue Welt“.
Erst 1967 wird die jüdische Religion wieder offiziell in Spanien zugelassen.
12 jüdische Gemeinden zählen später ca. 14.000 Mitglieder
1492
Die stets prekäre Situation von Juden im heutigen Mecklenburg-Vorpommern verschärfte sich mit den Pogromen der Pestzeit Mitte des 14.Jahrhunderts. Als die Seuche ausbrach, tauchte das Gerücht auf, Juden hätten die Brunnen vergiftet. Die ersten Pogrome fanden in Krakow und Güstrow statt. In Krakow wurden die Opfer 1325 gerädert und in Güstrow 1330 verbrannt. Ihre Güter wurden eingezogen und von ihrem Geld Kapellen erbaut, die fortan als beliebte Wallfahrtsorte den Herrschern und der Geistlichkeit zusätzliche Einnahmen sicherten. Die Verfolgung der Juden in Mecklenburg kulminierte nochmals im Oktober 1492, als ihnen Hostienfrevel vorgeworfen wurde und am 24.Oktober 1492 in dem kleinen, idyllisch an einem See gelegenen mecklenburgischen Städtchen Sternberg 27 Juden auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden.
1493
Ausweisung der Juden aus Magdeburg
Der erste jüdische Friedhof befand sich in der Nähe der Elbe. Dieser wurde 1312 und 1383 vergrößert. Nach der Vertreibung der Juden 1493 wurde der Friedhof aufgeteilt, später zerstört und in einen Acker umgewandelt. Die Grabsteine mit hebräischer Schrift wurden verwendet, um Straßen und Häuser zu bauen.
1494
Ungarn: Unter dem Jagellonen, Wlasislaw II (Ulaszlo, 1490-1516) wurden wegen einer Blutbeschuldigung in Tyrnau 14 Juden unschuldig verbrannt
1496
Portugal: Ausweisung aller Juden, die vorübergehend aufgenommen worden waren
1498
Ausweisung der Juden aus Nürnberg, aus Städten in Württemberg und Salzburg
Siehe auch Quellen- und Literatur-Hinweis